E-Book, Deutsch, Band 23, 321 Seiten
Reihe: BattleTech Legenden
Long / Weiß BattleTech Legenden 23 - Black Thorn Blues
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95752-678-6
Verlag: Yellow King Productions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 23, 321 Seiten
Reihe: BattleTech Legenden
ISBN: 978-3-95752-678-6
Verlag: Yellow King Productions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Vertrag der Black Thorns auf Borghese läuft aus. Jeremiah Rose mußsich nach einem neuen Auftraggeber umsehen. Das Haus Kurita macht ihm ein verlockendes Angebot. Doch der Kontrakt hat einen gewaltigen Haken. Der Garnisonsdienst auf dem Planeten Wolcott ist weitgehend ungefahrlich, auch wenn diese Welt an der Waffenstillstandslinie zu den Clans liegt. Der Sold für diesen Job reicht jedoch nicht aus, um die enormen Instandhaltungskosten der Black Thorns zu decken. Deshalb akzeptiert Rose einen Zusatzkontrakt. Der Auftrag führt ihn weit in den Clan-Raum, auf einen von den Novakatzen besetzten Planeten - ein Himmelfahrtskommando erster Klasse.
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1
Houston
Borghese, Vereinigtes Commonwealth
1. Oktober 3056
Das hohe, schrille Pfeifen eines Lasers wurde durch den kurzen, scharfen Knall einer schweren Pistole übertönt. Esmeralda folgte weiter ihrem Weg durch die unterirdischen Passagen in Richtung der Doppeltür am Ende des Gangs. Ein paar Sekunden blieb sie an der Tür stehen und lauschte; drei männliche Stimmen drangen aus dem Raum.
»Pah!«, rief der größte der Männer, als Esmeralda eintrat. »Sie werden uns nie bekommen.« Er unterstrich seine Meinung mit einem einzelnen Pistolenschuss auf das Ende des Schießstandes. Obwohl sie sich unter der Erde befanden, klang der Knall nicht lauter als unter freiem Himmel. Ihre Borgheser Arbeitgeber waren anscheinend hier gewesen, um die schalldichten Wandteile zu installieren, die Kapitän Rose beantragt hatte. Esmeralda blickte flüchtig auf die Plastikzielscheibe des Schießstandes. Wie immer zielte Eber mit der übergroßen Sternennacht perfekt. Ein einzelnes Loch war über dem Herzen der Zielscheibe zu sehen. Ein Treffer, der sofort zum Tode führte, selbst bei jemandem, der eine leichte Panzerung trug.
»Und ich werde sie nicht bekommen, selbst, wenn es dazu käme.« Jeremiah Rose sah zu Esmeralda rüber und nickte kurz. Esmeralda tippte mit dem Grußfinger an die Schläfe, sagte jedoch nichts. Rose hob fragend eine Augenbraue, ohne dies weiter zu kommentieren. Stattdessen wandte er sich wieder dem breitschultrigen Eber zu.
»Es war bestimmt nicht leicht mich davon zu überzeugen, dass irgendjemand verrückter ist als Sun Tzu, aber wenn es jemanden gibt, dann mit Sicherheit Aziz. Sie verschwand, bevor ich die ComGuards verließ, und wir wissen alle, das ist schon einige Zeit her.« Während er noch mit Eber sprach, drehte sich Rose zur Schießbahn und hielt seinen geliebten Laser auf Armeslänge von sich.
»Soweit ich gehört habe, hat die Partei von Blakes Wort Zuflucht in der Liga Freier Welten gefunden. Aber das wundert mich nicht, wenn man bedenkt, dass Thomas Marik früher mal ein ComStar-Fachmann war.« Rose zielte und zog den Abzug dreimal schnell hintereinander durch. Der Laser brannte ein einziges Loch in die Mitte der Scheibe, ohne dabei ein Geräusch zu verursachen. Esmeralda bewunderte immer wieder diese Pistole, obwohl sie sie schon oft in Aktion gesehen hatte. Sie sah wie jede andere Waffe dieses Typs aus, aber sie war eindeutig mehr.
Der abgenutzte Plastikgriff war zu glatt, um nur von einer Person benutzt worden zu sein, selbst bei täglichem Gebrauch. Auf den ersten Blick sah sie wie eine Nakjama-Pistole aus, was, oberflächlich betrachtet, nichts Besonderes war. Nach allem, was man wusste, war Jeremiah Rose während seiner Dienstzeit bei den ComGuards auf Luthien stationiert gewesen, und die Nakjama war die Standardwaffe eines Kurita-Mech-Kriegers. Äußerlichkeiten waren irreführend. Feine, aber wichtige Abweichungen unterschieden die Pistole in Roses Hand von der Nakjama. Genau genommen hatte Rose ihnen erzählt, dass die Nakjama auf seiner Waffe basieren würde, und nicht umgekehrt. Zum Beispiel war die Trommel seines Modells im Durchmesser um einen Millimeter größer. Das bedeutete einen größeren, abgestimmten Kristall, der mehr Energie umsetzen konnte. Die Reichweite war ebenfalls um einiges größer - allerdings spielte die Reichweite eines Lasers keine große Rolle. Die meisten Menschen, selbst MechKrieger, konnten eh nicht so weit sehen, wie ein Laser schießt, und ruhig halten konnten sie die Pistole auch nicht, wenn sie ein Ziel in extremer Entfernung anvisierten. Etwas anderes machte die Waffe so besonders.
Roses Laser verursachte kein Geräusch, wenn er ihn abfeuerte. Jedes Mal, wenn sie beim Schießen in der Nähe war, hatte Esmeralda sehr genau hingehört und weder das bekannte Summen der Kondensatoren noch die charakteristische schrille Entladung wahrgenommen. Alles was man bei Roses Pistole beobachten konnte, war ein kurzes Aufblitzen roten Lichts. Das menschliche Auge kann das Licht eines Lasers nicht wirklich wahrnehmen, aber das Nachbild brennt sich in die Netzhaut und hinterlässt die Illusion des Sehens.
Rose ließ die Pistole langsam sinken und wandte sich wieder Eber zu. »Thomas Marik mag in der Liga Freier Welten immer noch das Sagen haben, aber kann er diesen Status über die Dauer eines Kontraktes aufrecht halten? Das nächste Haus, bei dem wir unterschreiben, muss schon eine gewisse Stabilität aufweisen. Und die hat Marik nicht.«
»Aber die Liga wurde von der Invasion der Clans nicht betroffen«, argumentierte Eber.
Rose nickte. »Das stimmt, aber sie haben immer noch eine Menge Probleme, und die Heirat zwischen Isis Marik und Sun Tzu macht ihr Reich auch nicht gerade stabiler.«
»Ich stimme dir zu«, sagte der dritte Mann, der bis jetzt geschwiegen hatte. Esmeralda bemerkte, dass Antioch Bell die Stirn runzelte und nicht wie üblich grinste, während er sich das Kinn rieb. »Wir sollten Marik nicht als Brötchengeber in Betracht ziehen, außer wir akzeptieren Sun Tzu als unseren eventuellen Kommandanten - und wenn Thomas irgendetwas passiert, dann rückt Sun Tzu nach. Ich persönlich glaube nicht, dass er so verrückt ist, wie alle behaupten, aber es sieht so aus, als benutze er die Leute nur zu seinem eigenenVorteil. Ich hasse den Gedanken, dass die Black Thorns nur ein weiterer Bauer in seinem Spiel sein sollen.«
Esmeralda nickte im Einklang mit Rose und Eber. Sie war froh drüber, dass Haus Marik nicht als potenzieller Dienstherr in Betracht kam.
»Also gut«, setzte Eber fort. »Ich behaupte, Mutter hat keinen Idioten großgezogen und streiche St. Ives, Ökonom und alle anderen Regierungen entlang der Peripherie ebenfalls von unserer Liste. Die können sich uns nicht leisten und werden sich mit den Clans sowieso nicht anlegen.« Eber legte die Sternennacht an und feuerte auf die Zielscheibe. Roses Loch verschwand in dem größeren Loch der Projektilwaffe.
»Einverstanden«, sagte Rose. »Ich habe die Black Thorns gegründet, um die Clans zu bekämpfen, und das werden wir auch tun. Somit bleibt nur noch das Vereinigte Commonwealth, das uns im Augenblick bezahlt, und das Draconis Kombinat.« Rose nickte Antioch Bell zu und warf einen kurzen Blick auf die Zielscheibe. Bell schüttelte seine Gedanken ab und griff nach dem Holster. Aus der Hüfte schießend sengte er ein Loch in das rechte Auge des Ziels. Sein Sunbeam-Laser machte die vertrauten Geräusche, die Esmeralda mit einem Laserschuss verband. Als ihr Blick vom Ziel wieder zu Bell wanderte, war die Waffe bereits wieder in ihrem Holster.
»Was ist mit Rasalhaag?« Eber und Bell drehten sich zu Esmeralda um, als sie sprach. »Sie sind noch nicht draußen, abgesehen von den Verlusten, von denen sie sich erholen müssen. Außerdem unterstützt ComStar ihre Bemühungen.«
»Du hast recht«, sagte Bell, »aber die Führungsspitze von Rasalhaag ist vollkommen demoralisiert. Die Leute sind immer noch kampfbereit, aber ihre Herrscher wollen sie nicht führen. Seit Prinz Ragnar sich geweigert hat sich vor den Clans retten zu lassen, sind sie wie erstarrt.«
»Vielleicht bieten sie einen Garnisonskontrakt mit hohem Risiko an«, warf Esmeralda ein.
»Ihr habt beide recht«, entgegnete Rose. »Wir könnten den Job möglicherweise bekommen, aber ich glaube nicht, dass er es wert ist. Jeder Garnisonsdienst, auch wenn er noch so riskant ist, würde sich nicht auszahlen. Wir müssen in die Offensive gehen, und das bedeutet, wir müssen mit jemandem einen Vertrag abschließen, der auch das nötige Kleingeld hat, den Kampf mit den Clans aufzunehmen ...«
»Und das heißt das VC oder Kurita«, beendete Eber den Satz.
»Beide sind zurückgeschlagen worden, aber bereit zu kämpfen.«
Eber feuerte zweimal. Sein erster Schuss traf Bells Loch, der zweite verursachte ein Loch im linken Auge des Ziels.
»Du setzt voraus, dass wir mit einem der Häuser weiterhin zusammenarbeiten können, Eber«, sagte Esmeralda. »Was aber, wenn wir das nicht können? Wir sollten uns nach einem ähnlichen Vertrag umsehen wie dem, den wir gerade beenden: einem Vertrag mit einer einzelnen Welt.«
»Esmeralda hat wieder recht«, sagte Rose. »Wir reiten auf heißer Technologie, aber wir können nicht annehmen, dass uns das marktfähig macht. Das VC oder Kurita wären zwar am sinnvollsten, aber keiner von beiden ist ein idealer Partner. Ich bevorzuge Kurita, aber das ist mein persönlicher Geschmack.«
»Die Schlangen? Warum die? Bist du etwa noch immer sauer auf das VC, weil sie deiner Familie etwas angetan haben?« Bell klang verwirrt und irgendwie verletzt durch Roses Ablehnung des Vereinigten Commonwealth. Als ein ehemaliges Mitglied der Armeestreitkräfte des Vereinigten Commonwealth war er mehr als nur ein bisschen stolz auf seine frühere Militärkarriere. Rose neigte den Kopf und starrte ins Leere. Ein Ausdruck, den Esmeralda kannte. Er bedeutete, dass Rose seine nächsten Worte sehr...




