E-Book, Deutsch, 395 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Loogen Together we dream
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-0886-9
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eine berührende und tiefsinnige College-Lovestory
E-Book, Deutsch, 395 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7517-0886-9
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Loch klaffte in meinem Herzen. Für Gwen und all die Dinge, die ich nie mit ihr erleben würde. All die Dinge, die ich nicht über sie und sie nicht über mich erfahren würde. All die Gefühle, die wir niemals füreinander entwickeln würden - denn sie sah mich. Sie sah meine Zerrissenheit und erkannte in diesem Moment, dass es hoffnungslos war, mehr von mir zu erwarten.
Für Gwen bedeutet Liebe nur Schmerz und Enttäuschung. So hat sie es schon bei ihren Eltern beobachtet. Und auch in ihrer letzten eigenen Beziehung. Darum darf sie sich niemals auf Luke, den Star der Eishockey-Mannschaft an ihrem College, einlassen. Zumal er noch immer das toxische Verhältnis zu seiner Exfreundin verarbeiten muss.
Doch Gwen und Luke ziehen sich wie zwei Magnete an - nur um sich im selben Moment wieder abzustoßen. Jede Begegnung verstärkt das Prickeln zwischen ihnen und lässt die Mauer Stück für Stück bröckeln, die beide um sich herum errichtet haben.
Wird Luke es gelingen, Gwen von ihren schmerzhaften Erfahrungen zu heilen? Und kann Gwen das vergiftete Band zwischen Luke und seiner Exfreundin endgültig durchtrennen und ihn befreien für eine neue Liebe?
TOGETHER WE DREAM ist der emotionale, sinnliche und tiefgründige Auftakt der Together-Romance-Reihe von Debütautorin Justine Loogen.
Das sagen die Leserinnen und Leser in der Lesejury:
»Mich hat diese Buch total umgehauen und ich würde mich auf weitere Teile freuen. Ich kann nur jedem diese Buch empfehlen, der diese Uni-Lovestorys liebt.« (_lovely_books)
»Spannende und emotionale Geschichte von bedingungsloser Freundschaft, von Liebe und Hass, von Hoffnung und Enttäuschung, von Erfolgen und Niederlagen. Großer Herzschmerz garantiert.« (1Leseratte)
»Starke Protagonistin und ganz viel Drama.« (tkmla)
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Justine Loogen, 1993 geboren und im Kreis Aachen aufgewachsen, hat in Maastricht studiert und lebt mittlerweile in Bonn. Wenn sie sich nicht im Schreiben oder Lesen von Romanen aller Genres verliert, reist sie um die halbe Welt. Sie hat bereits in den Niederlanden, Kanada, Polen und Neuseeland gelebt. Am besten kann man sie mit gutem Kaffee und Käsekuchen jeglicher Art bestechen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Gwendolyn
Meine Haare wehten mir so unnachgiebig ins Gesicht, dass ich sie im Sekundentakt erfolglos hinter mein Ohr streichen musste. Der starke Oktoberwind trieb das Laub in die Luft und wehte es in kleinen Wirbeln über die schmale Grünanlage, die den Weg säumte. Schnell lief ich auf die doppelflügelige Tür des Margot Connell Recreation-Centers zu und atmete erleichtert auf, als ich Bostons unablässigen Herbstwind hinter mir ließ.
Ich öffnete meinen gelben, wasserfesten Parka, schob mir dabei abermals das wirre Haar aus dem Gesicht. Hinter den Türen des Sportzentrums war es nun viel zu warm für meine Herbstjacke, sodass ich sie schnell auszog und über meinen Arm faltete.
Der Eingang des Sportzentrums sah nach allem aus, außer einer typischen College-Sportanlage. In der Mitte ragte ein rechteckiger polierter Tresen auf, auf dem sich mehrere Desktop-Computer aneinanderreihten. Zu beiden Seiten befanden sich Drehtüren, die sich nur durch das Scannen der Studentenkarte öffneten. Sonst war der Eingangsbereich kahl, und lediglich der ferne Geruch von Schweiß und zitronigem Oberflächenreiniger erinnerte an den eigentlichen Zweck des imposanten Gebäudes.
Es war Donnerstagabend, und das hieß Stoßzeit in den verschiedenen Sporthallen. Das Center war riesig mit seinen vier Etagen. Es umfasste nicht nur mehrere Fitnessräume, sondern auch ein Schwimmbad, Tennisplätze, Basketballplätze, eine 400-Meter-Laufbahn, Gruppenfitness- und Freihantelräume und eine Boulderwand.
Es war einfach riesig. Es zeigte deutlich, wie viel Wert das Boston College darauflegte, die verschiedenen sportlichen Tätigkeiten seiner Studenten zu fördern.
Mir kam das nur recht. Ich hatte zwar nie meine Berufung in einer bestimmten Sportart gefunden, aber ich bewegte mich gerne, im Gegensatz zu vielen meiner Kommilitonen. Ich war nicht sonderlich athletisch, aber die Gruppenklassen machten mir Spaß, und in den Sommerferien joggte ich zu Hause liebend gerne am Lake Ontario entlang.
Zudem hatte ich schlicht keine Wahl. Ich war zwar weder pummelig noch übergewichtig, aber die Zeiten, in denen meine alte, verstaubte Waage mir ein Gewicht weit unter siebzig Kilogramm angezeigt hatte, waren lange vorbei. Meine freshman fifteen, diese Pfunde, die man sich in den ersten Semestern draufgefuttert hatte, war ich seither nie mehr ganz losgeworden.
»Gwen«, ertönte eine Stimme hinter den Drehtüren. Olivia winkte mir zu. Sie trug bereits ihre Sportkleidung: Einen dunkelblauen Sport-BH mit ineinander verschlungenen Trägern auf dem Rücken, die einem Mandala ähnlich sahen, und eine Hotpants in ähnlichem Farbton. Ihre hellbraunen Haare waren zu einem gewollt unordentlichen Dutt geschlungen, und es schimmerte immer noch ein Abglanz der Sommerbräune auf ihrer Haut. Selbst jetzt noch, Ende Oktober.
»Na, endlich. Ich dachte schon, du drückst dich«, meinte sie, während sie mich mit einer Umarmung begrüßte.
»Niemals«, erwiderte ich und löste mich aus ihren Armen. Aber Olivia war nicht überzeugt. Sie wusste, dass ich mich nicht sonderlich wohl dabei fühlte, halb nackt von den Umkleidekabinen in die dritte Etage zu den Kursräumen zu stolzieren. Das war auch das Einzige, was ich an dem Sportcenter hasste. Jeder checkte jeden ab. Alle Studentinnen wollten die neuesten sexy Sportoutfits tragen und bei jeder Übung so grazil wie möglich aussehen. Wohingegen alle männlichen Studenten entweder allen Hintern in ihrer Umgebung nachgafften oder in Höhlenmenschen-Manier mit zu viel Gewichten und in zu schlechter Form Hanteln stemmten. Genau deshalb bevorzugte ich Kurse. Man sah oft dieselben Leute, und das leicht gedimmte Licht, zusammen mit der dröhnenden Musik, ließen mich meine Unsicherheiten vergessen.
»Ich zieh mich nur schnell um«, erklärte ich an Olivia gerichtet.
»Kein Problem. Ich schmachte in der Zwischenzeit Adam und seine Freunde an.« Ich kommentiere Olivias Worte bloß mit hochgezogenen Augenbrauen und ging zu den Umkleideräumen.
Einige Minuten später trug ich ebenfalls enge Hotpants und Sport-BH, hatte jedoch noch ein locker fallendes Top übergestreift. Olivia war von Natur aus schlank und hatte keine Probleme damit, ihren Körper zu zeigen. Ich fühlte mich zwar in meinem eher kurvigen Körper nicht unwohl. Aber halb nackt durch eine Meute von schwitzenden und testosteronvernebelten Studenten laufen? Nein, danke. Darauf konnte ich durchaus verzichten.
»Also, ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich mich an Halloween an Adam ranmachen werde. Ich meine, schau dir das doch mal an.« Olivia sah zu Adam. Ich folgte ihrem Blick. Sie hatte schon recht. Der Footballstar unseres Colleges war groß und gut gebaut mit wohldefinierten Muskeln. Der blonde Undercut brachte seine schmalen Gesichtszüge perfekt zur Geltung. Obwohl ich Quarterbacks grundsätzlich für überbewertet hielt, schien Adam viel Wert auf einen athletischen Körper zu legen.
»Mhm, ja«, gab ich zurück. »Ich glaube, ich würde Adam auch nicht von der Bettkante stoßen.«
In der Zwischenzeit arbeiteten Adam und einige seiner Kumpels an ihrem Bizeps. Er war wahrscheinlich nicht die hellste Kerze auf der Torte. Aber ich war mir sicher, dass er wusste, was Frauen wollten – und brauchten. Denn jemand wie Adam konnte sich am College definitiv nicht vor entfesselten Football-Groupies retten.
»First bids, meine Liebe«, meinte Olivia nur trocken.
Ich verdrehte die Augen, wandte meinen Blick von Adam und seinen Freunden ab und peilte den Aufzug an. »Kein Problem. Ich überlasse dir den Vortritt.«
Ich drückte auf die Pfeiltaste, und schon öffneten sich die metallenen Türen vor uns. Es mag vielleicht ironisch scheinen, dass wir zum Sport gingen, um dann den Aufzug in die dritte Etage zu nehmen. Aber man musste ja nicht gleich übertreiben.
»Weißt du, ich glaube, Adam hat einige wirkliche gut aussehende Freunde. Vielleicht solltest du dir endlich mal überlegen, mit Du-weißt-schon-wem abzuschließen.« Ich beobachtete, wie sich die Türen vor uns schlossen, ehe ich Olivia antwortete.
»Ja, kann schon sein«, murmelte ich und spielte mit dem Saum meines Shirts.
»Es ist jetzt fast drei Monate her. Um ehrlich zu sein, wart ihr ja nie wirklich ein Paar. Es ist höchste Zeit, dass du von Du-weißt-schon-wem wegkommst.«
Natürlich hatte Olivia recht. Meine sogenannte Affäre mit jemandem, dessen Namen Olivia, Tessa und ich nicht mehr laut aussprachen, war bereits im Sommer wegen, nun ja, entscheidender Faktoren im Sand verlaufen. Seitdem hatte ich mich nicht mehr wirklich für das andere Geschlecht interessiert. Weniger aus Trauer oder Herzschmerz. Denn insbesondere Letzteres hatte ich ganz sicher nicht gefühlt. Es war mehr, dass es danach niemanden gab, der mich interessierte. Auch war ich nicht bereit, mich auf einer Dating-App vor der gesamten männlichen Studentenschaft des Boston Colleges als Freiwild anzubieten. Das hatte ich in meinen ersten zwei Jahren am College nicht gemacht und würde es jetzt auch nicht tun.
»Vielleicht sehe ich ja auf der Party jemanden, der mich interessiert«, erwiderte ich dennoch und war froh, als wir in der dritten Etage ankamen und von zwei weiteren Studentinnen begrüßt wurden, die wir aus der Poledance-Klasse kannten.
Keine fünf Minuten später schloss sich die Tür des Kursraums, und zusammen mit acht weiteren Studentinnen standen wir vor den an Boden und Decke montierten Stangen.
Ja, Olivia hatte mich tatsächlich zu Beginn des Semesters dazu überredet, an einem Poledance-Kurs teilzunehmen. Zuerst hatte ich mich wegen der offensichtlichen Vorurteile geweigert. Olivia hatte mir erklärt, dass ihre Cousine bereits seit Jahren Poledancing machte und nicht nur einen atemberaubenden Körper hatte –sondern weder Stripperin war noch sich in den Kursen ihrer Kleidung entledigte.
Um ehrlich zu sein, mochte ich den Kurs. Sehr sogar. Alle meine Vorurteile hatte ich bereits nach den ersten zehn Minuten in den Wind geschossen. Das, was wir hier machten, war alles, außer billig. Poledance benötigte so viel Kraft und Flexibilität, die ich nie in meinem Leben gehabt hatte, und oftmals verstand ich nicht, wie ein menschlicher Körper zu solchen Verrenkungen fähig war. Die Kursleiterin Katharena mit ihrer seidigen dunklen Haut, unter der sich deutlich Muskeln abzeichneten, hatte uns vorgemacht, wozu wir nach einem halben Jahr Training fähig sein würden.
»So, meine Lieben. Wir beginnen wie immer mit ein paar Dehnübungen. Findet euch zu zweit an den Stangen zusammen und dann geht’s los!« Ihre Euphorie war ansteckend. Katharena dimmte das Licht und drehte die Musik lauter. Jetzt zog auch ich mein Top aus, denn ohne Kontakt von Stange und Haut konnte man viele Positionen nicht ausüben.
Wenig später hing ich selbst an der Stange. Ich hatte das Metall zwischen meine Oberschenkel gequetscht, und mithilfe von Olivia beugte ich meinen Oberkörper nach hinten, löste den Griff meiner Hände von der Stange und konnte die Position tatsächlich einige Sekunden halten.
Dann fingen meine Oberschenkelmuskeln unkontrollierbar an zu zittern. Schmerzhaft und quietschend glitt ich schließlich an der Stange hinab.
Was mir niemand mitgeteilt hatte, war, wie schmerzhaft Poledancing sein konnte. Immer wieder rutschte man unfreiwillig von der Stange ab. Regelmäßig waren meine Beine und Armbeugen mit blauen Flecken und Blutergüssen übersät. Zudem war ich mehr als einmal auf den Kopf gefallen, im Übermut eine komplizierte Position nachzuahmen. Zu allem Überfluss hatten sich an meinen Handinnenflächen wegen der Flüssig-Kreide, die wir regelmäßig benutzten, tatsächlich leichte Schwielen gebildet.
So viel also...




