Loogen | Together we fall | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 288 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

Loogen Together we fall

Eine Lovestory über innere Zerrissenheit, Schuld und Vergebungebung
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-0887-6
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine Lovestory über innere Zerrissenheit, Schuld und Vergebungebung

E-Book, Deutsch, 288 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

ISBN: 978-3-7517-0887-6
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ich würde es nicht ertragen, sie mit in meine Dunkelheit zu ziehen. Lieber lebte ich in einer Welt, in der ich sie nie würde haben können, als dass ich das Risiko einging, Valerie zu zerbrechen.

Kunststudentin Valerie kann es nicht fassen: Graham Harper, der Shootingstar der New Yorker Kunstszene, zerreißt ihre Abschlussarbeit! Dabei war er ihr großes Vorbild - jetzt empfindet Valerie nur noch Abscheu und möchte ihn zur Rede stellen.

Doch als sie vor ihm steht, ist ihre Wut verflogen. Sie blickt in seine Augen, die so viel Schmerz verraten, und kann sich seiner düsteren Aura nicht entziehen. Was verbirgt sich hinter der harten Fassade des Künstlers mit den verstörenden Bildern?

Als Valerie Stück für Stück zu Graham durchdringt, ist es für sie längst zu spät, sich von ihm und seiner Vergangenheit abzuwenden.

Together we fall - emotional, sinnlich und tiefgründig. Band 2 der Together-Romance-Reihe von Justine Loogen.
Das sagen die Leserinnen und Leser in der Lesejury:

»Eine düstere aber auch unerwartet packende Liebesgeschichte, die ich nur so verschlungen habe.« (Sasa03)

»Ich habe geschmunzelt, geweint und hatte Gänsehaut, nur um im nächsten Morgen ein wohlig warmes Gefühl zu verspüren. Die Geschichte hat mich sofort gefesselt und völlig in ihren Bann gezogen. Meisterhaft spannend, mega emotional und voller Gefühl.« (gremlins2)

»Eine gefühlvolle und authentische Liebesgeschichte, die einige ernste Themen behandelte.« (xJohannax04)
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



Justine Loogen, 1993 geboren und im Kreis Aachen aufgewachsen, hat in Maastricht studiert und lebt mittlerweile in Bonn. Wenn sie sich nicht im Schreiben oder Lesen von Romanen aller Genres verliert, reist sie um die halbe Welt. Sie hat bereits in den Niederlanden, Kanada, Polen und Neuseeland gelebt. Am besten kann man sie mit gutem Kaffee und Käsekuchen jeglicher Art bestechen.

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Autoren/Hrsg.


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Graham

Immer wenn mein Geist zur Ruhe kam, setzte die Angst ein.

Zunächst nur ganz schwach.

Ein Aufblitzen in einem Gewitter, doch noch lag es in weiter Ferne. Mehr eine blasse Ahnung als ein greifbares Gefühl.

Aber es kam schnell näher. Ein tobender Sturm, der rücksichtslos vorwärtspreschte. Der den Himmel verdüsterte, bis nichts mehr existierte, außer allgegenwärtiger Schwärze. Bevor ich mich darauf gefasst machen oder meinen Geist auf die Angst vorbereiten konnte, traf sie mich.

Unaufhaltsam.

Das ungemütliche Kribbeln in meiner Brust wurde zu einer Enge, die mir die Luft zum Atmen nahm. Das Blut floss nicht mehr gemäßigt durch meine Adern, es wurde von meinem Herzen im Rekordtempo durch mich hindurch gepumpt. Trotz des Adrenalins stand mir kalter Schweiß auf der Stirn, und meine Zunge fühlte sich trocken und pelzig an. Der Atem kam immer stockender über meine Lippen, und mein Körper wippte unkontrollierbar vor und zurück. Ein Wiegen, das mich einlullen sollte, aber nicht mehr als eine kurze Ablenkung für meinen Körper darstellte.

Derweil terrorisierten Gedanken meinen Geist, so düster und allumfassend, dass sie mich schmerzerfüllt aufkeuchen ließen. In diesem Zustand konnte ich nicht kontrollieren, was ich dachte. Was ich fühlte. Nichts war mehr wichtig und nichts konnte den Schmerz lindern.

Denn alles war meine Schuld gewesen.

Nur meine, denn ich hatte all die Zeichen ignoriert.

Und nun war es zu spät. Es war vollbracht, und nichts konnte mehr ändern, was einst geschehen war.

Wegen mir. Und mit dieser Schuld war ich für den Rest meines Lebens konfrontiert. Ich wusste das, und es machte mir so unwahrscheinlich große Angst. Dass ich jeden Tag aufs Neue daran erinnert werden würde, dass ich der Schuldige war. Denn ich war hier und er nicht.

Erst irgendwann, wenn mein Körper vor Erschöpfung zusammenbrach, ebbte die Panik ab. Ein Gewitter, das weiterzog, dessen Nachklang jedoch weiterhin in meinem Körper rumorte.

Denn es kam immer wieder.

Immer. Wieder.

Um der drückenden Schuld zu entkommen, gab es nur einen Ausweg für mich: Niemals zur Ruhe kommen. Keine Zeit haben, um Luft zu holen, zu genießen oder vor sich hin zu träumen.

Bloß nicht träumen. Denn meine Träume bestanden ausschließlich aus Albträumen.

Um kurzfristige Abhilfe zu schaffen, wenn ich meinte, eine nächste Panikattacke zu erahnen, gab es für mich drei Möglichkeiten:

Belanglose Ficks. Drogen. Und Schmerz.

In genau dieser Reihenfolge und – wenn Bedarf bestand – auch in Kombination miteinander. Frauen halfen, denn sie beanspruchten meinen Körper. Drogen waren besser, denn mit ihnen wurde mein Verstand betäubt. Schmerz war das beste Mittel von allen, denn es beschäftigte meinen Körper und meinen Verstand.

So abgefuckt war mein Leben.

Genau so hatte meine Welt in den letzten Jahren ausgesehen. Ohne dass die Menschen, die ich liebte, auch nur die geringste Ahnung hatten, dass etwas mit mir nicht stimmte. Dass ich krank war.

Damit meinte ich nicht einmal die Angstzustände. Sondern meinen selbstzerstörerischen Lebensstil. Erst wenn ich um drei Uhr morgens erschöpft auf meinem Bett zusammenbrach, wusste ich, dass ich alles richtig gemacht hatte. Der Angst und der Schuld entkommen war.

So hatte ich gelebt, tagein, tagaus. Gelegentlich hatte ich eines meiner Hilfsmittel genutzt. Irgendwann brauchte ich sie immer öfter, denn die Angst vor einer nächsten Panikattacke schien ständig neue Wege zu finden, meinen Geist zu erobern. Bis dann kurz vor Weihnachten mein Herz aufgehört hatte zu schlagen.

Und das meinte ich wortwörtlich. Nach einer Überdosis und siebzehn Stunden exzessiver Feierei hatte mein Herz gestreikt. Es hatte das Handtuch geschmissen und gerufen: Ich bin raus. Den Scheiß mache ich nicht mehr mit.

Zu meinem Glück – oder vielleicht auch Verderben, darüber war ich mir noch nicht ganz im Klaren – hatte man mich in einem zwielichtigen Club mit einem dieser Science-Fiction-Defibrillatoren, die selbsttätig Anweisungen geben konnten, zurück ins Leben geschossen.

Dass ich danach ins Krankenhaus eingeliefert wurde und man darüber nachgedacht hatte, mich zwangseinzuweisen, war wohl selbsterklärend. Nur mit Mühe und viel Überzeugungskraft in Form von Schmiergeld hatte ich mich rausreden können und war einer Therapie in irgendeiner Anstalt in Idaho entkommen.

Nun war ich hier, ein halbes Jahr später, und versuchte mit aller Macht, meine Angst in ein anderes Medium umzuwandeln. Sie mir irgendwie zunutze zu machen, denn das hatte bereits früher funktioniert. Zumindest bevor die Panikattacken ein regelmäßiger Teil meines Alltags geworden waren und meine Schuld mich wegen vergangener Taten immer weiter zu erdrücken schienen.

Als freischaffender Künstler konnte ich meine Gefühle in der Malerei verarbeiten. Das fiel mir sogar so leicht, dass ich in den letzten Monaten genug Bilder kreiert hatte, um eine ganze Galerie zu füllen.

Hier stand ich nun auch. In einer überteuerten Galerie in SoHo, im Herzen New York Citys. Auf der zweiten Etage eines schmalen Hauses, die man nur über die restaurierte Feuerleiter an der Häuserfront erreichen konnte.

Mit fünfundzwanzig Jahren hatte ich etwas erreicht, wofür andere ihr halbes Leben arbeiteten. Denn ich war nicht bloß irgendein freischaffender Künstler. Ich war Graham Harper, das Jungtalent der letzten Jahre.

Bereits jetzt waren die Eintrittskarten für die kommenden Wochen restlos ausverkauft. Alle Ausgaben, die durch meine erste eigene Galerie auf mich zugekommen waren, hatte ich somit noch vor der Eröffnung wieder reingeholt. Denn alles, was meinen Namen trug, wurde förmlich zu Gold. Würde Geld bloß glücklich machen.

Ich lief grübelnd ein letztes Mal durch den großen Raum. Drei Wände bestanden aus dem für New York typischen Backstein, der dunkelgrau überstrichen war. Eine frei stehende Wand, die den Eingangsbereich von der Galerie abschirmte, diente als Künstlerprofil.

Mit der Zeit hatte ich begonnen, den Ruhm, der mit meinem Erfolg gekommen war, zu hassen. Hatte ich ihn einst herbeigesehnt, so verabscheute ich ihn mittlerweile.

Denn Ruhm lockte falsche Menschen an. Die, die teilhaben wollten an dieser glanzvollen Welt im Rampenlicht. Gleichzeitig aber brauchte ich den Erfolg. Ohne ihn, ohne die Publicity und das Rampenlicht würde mein Name schneller in Vergessenheit geraten, als es gebraucht hatte, bekannt zu werden.

Daher hatte sich Annabelle, meine Assistentin, durchgesetzt und auf mein Künstlerprofil am Eingang bestanden. Es sei essenziell, denn auch ich hatte Rechnungen zu bezahlen – und nicht gerade wenige. Diese beglich man allerdings nur durch Aufträge. Und Aufträge bekam man nur, wenn man wusste, wie man den Künstler erreichen konnte.

Nicht, dass ich das noch nötig hätte.

Neben der Kunst schrieb ich als Kolumnist für eine der renommiertesten Kunst-Magazine des Landes. Da man meine Meinung nicht nur achtete, sondern anpries, brachte mir dieser Job ein mehr als solides Grundeinkommen. Und noch viel wichtiger: lukrative Aufträge, deren Profit so viele Nullen besaßen, dass ich sie nicht laut auszusprechen wagte.

Trotz des Erfolgs knirschten meine Zähne verräterisch, als mir meine eigenen Augen auf dem Foto gegenüber verschmitzt entgegenblickten. Es war nur ein DIN A4 großes Porträt neben einem kurzen Profil, auf dem meine Laufbahn und meine Erfolge festgehalten waren. In der Auslage vor der frei stehenden Wand stapelten sich Prospekte des Kunstmagazins Metropole Art und Visitenkarten.

Visitenkarten.

Gott, es war so erbärmlich.

Mein Portfolio ragte direkt hinter der Eingangstür in die Höhe und schirmte die Garderobe und den Tresen von der eigentlichen Ausstellung ab. Betrat man den Raum, sah man nicht zuerst Kunst. Sondern mich.

»Ich tippe auf dreizehn.«

»Dreizehn?«, erwiderte ich verwirrt und sah in Jeffs braun-goldene Augen. Er hatte die Arme vor dem Oberkörper verschränkt und begutachtete ebenfalls mein Porträt.

»Dreizehn Frauen, die dir ihre Nummern auf deine Visitenkarte kritzeln und in deine Brusttasche stecken werden.«

Ich lachte kopfschüttelnd auf. »Dann ziehe ich besser kein Hemd mit Brusttasche an.«

Jeffs Augenbrauen schossen in die Höhe, während er sich zu meinem richtigen Ich umdrehte. »Ich bestehe darauf, dass du ein Hemd mit Brusttasche anziehst.«

»Ich mache das nicht, um Frauen aufzureißen.«

»Aber ich«, entgegnete Jeff vielsagend. Lachfältchen bildeten sich um die dunkle Haut seiner Augen.

»Verstehe. Ich bin also nur der Vermittler.«

Jeff nickte bestätigend. »Könnte man so sagen.«

»Dann werde ich das mit dem Hemd mit Brusttasche wohl noch mal überdenken müssen.«

»Unbedingt.«

Ich lachte auf, und Jeff stimmte mit ein. Dann klopfte er mir freundschaftlich auf die Schulter. »Ich bin echt stolz auf dich, weißt du das?« Der weiche Ton seiner Stimme drang bis in meine Brust.

»Ohne deine Hilfe hätte ich das nicht geschafft«, entgegnete ich mit trockenem Mund.

»Quatsch.« Jeffs Augen glänzten mich dennoch verräterisch an.

Meine Stimme blieb ernst, als ich leise erwiderte: »Doch. Ohne dich wäre ich vielleicht gar nicht mehr hier.«

Jeff drückte meine Schulter und presste die Lippen aufeinander. Er widersprach nicht, denn er wusste, ich hatte recht.

»Jetzt hast du es überstanden, Gram. Also zerbrich dir nicht den Kopf über Dinge, die nie eingetroffen sind.«

Ich stimmte ihm nickend zu und warf...


Loogen, Justine
Justine Loogen, 1993 geboren und im Kreis Aachen aufgewachsen, hat in Maastricht studiert und lebt mittlerweile in Bonn. Wenn sie sich nicht im Schreiben oder Lesen von Romanen aller Genres verliert, reist sie um die halbe Welt. Sie hat bereits in den Niederlanden, Kanada, Polen und Neuseeland gelebt. Am besten kann man sie mit gutem Kaffee und Käsekuchen jeglicher Art bestechen.

Justine Loogen, 1993 geboren und im Kreis Aachen aufgewachsen, hat in Maastricht studiert und lebt mittlerweile in Bonn. Wenn sie sich nicht im Schreiben oder Lesen von Romanen aller Genres verliert, reist sie um die halbe Welt. Sie hat bereits in den Niederlanden, Kanada, Polen und Neuseeland gelebt. Am besten kann man sie mit gutem Kaffee und Käsekuchen jeglicher Art bestechen.



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