E-Book, Deutsch, Band 3, 300 Seiten
Reihe: Together-Romance-Reihe
Loogen Together we hope
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-2646-7
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sie gehört nicht in seine Welt - aber ihrem Herzen ist das egal
E-Book, Deutsch, Band 3, 300 Seiten
Reihe: Together-Romance-Reihe
ISBN: 978-3-7517-2646-7
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Unsere Blicke verfingen sich in einem unlösbaren Knoten, der mich völlig gefangen nahm. Ich spürte, hörte und sah nichts anderes als sie. Dieser Blick, in dem ich mich verlieren und den ich für immer auf mir spüren wollte.
Joanna hat nur einen Wunsch, als sie nach Los Angeles kommt: Oberflächlichkeiten und Vorurteile hinter sich lassen. Diese hat sie während ihrer Zeit als Model mehr als genug erlebt. Nun möchte sie als normale Studentin ein normales Leben führen.
Doch dann lernt sie Elias kennen, und plötzlich ist nichts mehr normal. Denn Elias ist Mitglied in einer Gang, vorbestraft und verdonnert zu Sozialstunden auf dem Campus ihrer Uni.
Joanna weiß, dass sein Leben gefährlich ist. Sie gehört nicht in seine Welt und er nicht in ihre. Und doch sind ihre Gefühle stärker als jede Vernunft. Bis Elias vor eine Entscheidung gestellt wird, die eine gemeinsame Zukunft für die beiden für immer unmöglich machen könnte ...
Together we hope - emotional, sinnlich und tiefgründig. Band 3 und Abschluss der Together-Romance-Reihe von Justine Loogen.
Das sagen die Leserinnen und Leser in der Lesejury:
»Slow Burn College Romance mit leichten Crime Vibes.« (Herzschlagbuecherwelt)
»Emotional, sinnlich und tiefgründig.« (Booklove91)
»Mit Joanna und Elias hat die Autorin zwei facettenreiche Charaktere erschaffen. Beide Protagonisten hatten ihre ganz eigenen Päckchen zu tragen. Sie waren tolle Persönlichkeiten mit den gewünschten Ecken und Kanten.« (xJohannax04)
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Justine Loogen, 1993 geboren, hat in Maastricht studiert und lebt mittlerweile in Bonn. Wenn sie sich nicht im Schreiben oder Lesen von Romanen aller Genres verliert, reist sie um die halbe Welt. Sie hat bereits in den Niederlanden, Kanada, Polen und Neuseeland gelebt. Am besten kann man sie mit gutem Kaffee und Käsekuchen jeglicher Art bestechen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Joanna
Sechs Wochen zuvor
Dröhnender Gangster-Rap hämmerte durch meinen Kopf und riss mich lange vor meinem Wecker aus dem Schlaf.
Ich schob meine kühlende Augenmaske hoch, doch auch diese konnte nichts gegen den pochenden Kopfschmerz hinter meiner Stirn tun. Mein Zimmer war drückend und warm, es gab keine Klimaanlage. Was zunächst als das Zimmer mit Südausrichtung angepriesen wurde, hatte sich schnell als stickiger Kessel herausgestellt, in dem man die Fenster nur zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang öffnen konnte.
Noch schlaftrunken richtete ich mich auf und tastete nach meinem Bademantel. Meine Koffer standen noch so gut wie unberührt gegenüber von meinem schmalen Bett – ich hatte die ersten zwei Tage damit verbracht, die Gegend zu erkunden. Was sich als soziales Problemviertel abseits des Hollywood Boulevards herausgestellt hatte.
Hör auf meine Worte, mahnte mich meine Schwester abermals in Gedanken. Es fiel mir schwer, zuzugeben, dass meine Zimmerwahl vielleicht doch etwas extrem gewesen war. Aber das war nichts, was ich nicht mit ein bisschen Deko, einem Haufen Ventilatoren und einer Grundreinigung würde beheben können.
Ich tappte Richtung Küche. Meine Morgenroutine war mir heilig, und diese bestand aus einem halben Liter Zitronenwasser, gefolgt von einer Dusche, fünfzehn Minuten Meditation und einem Eintrag in meinem Affirmationsbuch. So startete ich seit Jahren meinen Tag, es brachte mir Kraft, Kontrolle und Fokus für meine anstehenden Aufgaben.
»Autsch«, flüsterte ich, als ich auf etwas Kantiges trat. Eine halb zerdrückte Cola-Dose lag auf dem Boden, genauso wie eine Pizzaschachtel, um die sich bereits kleine Fliegen scharten. Ich rümpfte die Nase und ging um die verranzte Ledercouch herum.
Meine beiden Mitbewohner, Craig und Homer, scherten sich nicht sonderlich um Sauberkeit. Eigentlich sollte ich es vermeiden, hier ohne Hausschuhe rumzurennen, es schien sich seit Monaten Dreck und Staub in den Ecken des Wohn-Essbereichs anzusammeln.
Ich muss unbedingt putzen, beschloss ich.
Durstig öffnete ich den Kühlschrank, doch meine Wasserkaraffe war verschwunden. Verwirrt kramte ich in dem spärlich gefüllten Kühlschrank und bemerkte, dass mein Jogurt und meine Früchte, die ich gestern eingekauft hatte, ebenfalls nicht mehr da waren.
»Ist das euer Ernst«, murmelte ich und drehte mich um. Ich entdeckte meine Karaffe auf dem zersprungenen Kaffeetisch – voller Zigarettenstummel.
Craig und Homer hatten mein mir heiliges Wasser als Aschenbecher missbraucht.
Ich holte ein paarmal tief Luft. Das wird schon, redete ich mir gut zu. Du kannst dir Wasser auf dem Weg zur Uni holen, genauso wie dein Frühstück.
Statt mein Wasser zu genießen, ging ich also zurück in mein Zimmer, suchte mir meine Duschutensilien zusammen und machte mich auf den Weg ins Bad. Die Haare auf der Toilettenschüssel ignorierte ich, genauso wie die Tatsache, dass das Wasser bloß lauwarm aus dem Duschkopf kam.
Während ich unter der Dusche stand, fing Aufregung an, in meinen Fingerspitzen zu kribbeln.
Heute war der erste Tag der Uni. Mein erster Tag als Studentin für Film und Regie, mein erster Tag als eine von vielen, in einem Pulk aus Neulingen, die es kaum erwarten konnten, ihr Studium zu beginnen.
Das war mehr als nur ein Studienbeginn für mich, es war der Anfang eines völlig neuen Lebens. Kein Rampenlicht mehr, keine Aufträge und kein Konkurrenzkampf um das beste Bild, die beste Aufnahme, den lukrativeren Deal. Ich hatte mein Leben als Nachwuchsmodel vor einer Woche aufgegeben, entgegen der Proteste meiner Mutter, und war in einen Flieger nach Los Angeles gestiegen. Ich wollte hinter der Kamera sein, um Dinge zu zeigen, die wirklich wichtig waren – nicht davor stehen und für überteuerte Kleidung posieren.
Genau deshalb wohnte ich auch in dieser Bruchbude, anstelle eines Penthouse. Ich wollte leben wie eine richtige Studentin, in einer zu kleinen Wohnung, mit zu lauten Nachbarn. Genauso wie Valerie, meine ältere Schwester, es getan hatte. Darum hatte ich sie immer beneidet. Um ihre Freunde und deren Abenteuer, zusammen im Café sitzen und lernen, die unzähligen Studentenpartys, die neuen Erfahrungen. Ich war nicht mal zur Highschool gegangen. Hatte stattdessen einen Privatlehrer gehabt, der mit mir von A nach B geflogen war, wenn ich einen Auftrag hatte.
Das alles würde sich ab heute schlagartig ändern.
Ich stieg aus der Dusche und versuchte mit einem lauten Summen die Klänge irgendeines Rappers zu übertönen, der wahrscheinlich Lil-irgendwas hieß. Dann tapste ich zurück in mein Zimmer. Ich setzte mir meine schalldichten Kopfhörer auf und rollte meine Yogamatte aus.
Bevor ich mich im Schneidersitz auf die Matte sinken ließ, atmete ich tief durch und versuchte, meine Nervosität unter Kontrolle zu bringen. Ich konzentrierte mich auf meine Atmung, bis sie immer langsamer wurde, ich sie immer länger zog. Fünf, sechs, sieben Sekunden einatmen. Dann ebenso langsam wieder aus. Es würde ein guter Tag werden, ich spürte es förmlich.
Etwas kitzelte an meinen Fingerspitzen, doch ich schob es weg. Eine Fliege oder sonst irgendetwas.
Fünf, vier, drei, zwei – ausatmen.
Das Kitzeln setzte erneut ein. Stöhnend öffnete ich die Augen, um die nervige Fliege zu vertreiben, doch es war kein Insekt, was mich störte. Stattdessen blickte ich in die schwarzen Knopfaugen einer Ratte.
Nach dem Rattenvorfall war ich so außer mir gewesen, dass ich meine Mitbewohner schreiend aus dem Bett gejagt hatte. Ein bisschen Dreck oder unaufgeräumtes Geschirr – damit konnte ich leben. Von mir aus auch, dass jemand nachts Heißhunger bekam und mein Essen stahl. Aber zwischen Ratten hausen kam nicht infrage.
Ich hatte beide lauthals dazu aufgefordert, sauber zu machen und die Ratte zu fangen, bis ich heute Abend zurückkommen würde. In meiner Rage hatte ich die Zeit völlig vergessen und fuhr nun verspätet mit einem Uber bis zum Campus. Weder das Outfit, was ich mir gedanklich zurechtgelegt hatte, hatte ich anziehen können (stattdessen trug ich Leggins und ein leicht verschwitztes Top vom Vortag), noch hatte ich Zeit für zumindest eine meiner Morgenroutinen gehabt.
Ich strich über meine Leggins und entdeckte einen Fleck, den ich vergeblich versuchte, mit etwas Spucke zu beseitigen. Dann holte ich den kleinen Handspiegel aus meinem Rucksack. Ich hatte mich fürs College extra völlig neu eingekleidet, und nun sah ich aus, als hätte ich mich drei Tage lang nicht gewaschen.
Anstelle von ausgefallenen Designerstücken bestand mein Kleiderschrank nun aus Jeansshorts und Tops und sommerlichen Kleidern, Sandalen und Chucks, die noch an meinen Fersen schmerzten, weil ich sie nicht richtig eingelaufen hatte.
Aber nicht nur das hatte ich geändert. Das Erste, was ich in L. A. getan hatte, war, mir einen neuen Haarschnitt zuzulegen. Es schmiegten sich keine schwarzen langen Haare mehr um mein Gesicht. Sondern platinblonde Strähnen, die gerade noch meine Schultern kitzelten, bildeten jetzt einen starken, aber irgendwie passenden Kontrast zu meinen markanten, dunklen Augenbrauen.
Es war seltsam befreiend gewesen, so ein Umstyling zu machen. Weg war die lange Mähne, die in Kombination mit meinen dunklen Augen immer dazu geführt hatte, dass mich Fotografen »Schneewittchen« genannt hatten. Nur Mom hatte ich davon noch nichts erzählt. Immerhin war sie der Überzeugung, dass ich bis zum Ende des Monats wieder vor ihrer Haustür stehen würde.
Doch das würde nicht passieren. Unter keinen Umständen würde ich zu diesem Leben zurückkehren.
Voller Vorfreude sah ich aus dem Auto, aber auch diese wurde schnell wieder getrübt. Der Weg zum Campus stellte sich als wesentlich länger heraus als gedacht, zudem standen wir mehr, als dass wir fuhren. Ich schaute unruhig auf mein Handy. Ich hatte nur noch zwanzig Minuten für die Anmeldung, und um meinen Buddy kennenzulernen, dem jeder Erstsemester zugeordnet wurde und der einem in den ersten Tagen zur Seite stand.
»Gibt es keinen anderen Weg?«, fragte ich den Fahrer unruhig. Dieser schaute mich über den Rückspiegel hinweg an und lachte auf.
»Einen anderen Weg? Schätzchen, um diese Uhrzeit sind alle Straßen voll.«
Ich lehnte mich angespannt zurück. Würden wir nicht mitten auf dem Freeway stehen, mit seinen sechs Spuren, wäre ich ausgestiegen und den letzten Rest zu Fuß gegangen.
Ganz automatisch griff ich erneut nach meinem Handy und entsperrte es. Doch dann fiel mir ein, dass ich meine gesamten Social-Media-Accounts gelöscht hatte. Es gab kein Instagram, kein TikTok, keine Website mehr, selbst von meiner Modelagentur hatte ich mich getrennt.
Ich steckte mein Handy wieder weg und beobachtete die nur langsam vorankriechenden Autos. Es brauchte doppelt so lange, bis zum Campus zu gelangen, als meine Routenapp mir vorausgesagt hatte.
Als ich schließlich ankam, war ich mehr als nur ein bisschen zu spät. Ich stürmte aus dem parkenden Uber und rannte auf den Eingang des James Bridges Theatre zu, vor dessen Türen mehrere Anmeldetische aufgebaut waren, gesäumt von Bannern und Fahnen, die den...




