Loraine | Roped Tight - Ein Ryker kehrt zurück | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 237 Seiten

Reihe: Ryker Ranch

Loraine Roped Tight - Ein Ryker kehrt zurück


3. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96797-182-8
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 4, 237 Seiten

Reihe: Ryker Ranch

ISBN: 978-3-96797-182-8
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Vor zehn Jahren hat mich Tucker mit seiner sexy Ausstrahlung in den Bann gezogen. Aber er ließ mich fallen und ich bin gegangen, ohne jemals zurückzublicken. Und doch habe ich den ersten Mann, den ich liebte, nie vergessen.

Jetzt bin ich, Sam, zurück auf der Ranch meiner Familie und er ist immer noch da. Und obwohl ich mir geschworen habe, ihn zu hassen, will ich ihn mehr als alles andere in meinem Leben. Auch wenn es mich dieses Mal mehr kosten wird als mein Herz ...



Kim Loraine lebt mit ihrer Familie in Washington. Wenn ihre drei Kinder sie nicht auf Trab halten, dann verbringt sie ihre Zeit mit exzessivem Kaffeetrinken, Schreiben, Lesen und 'Doctor Who' schauen.

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Kapitel 2


ZEHN JAHRE VORHER
SAM

»Einundzwanzig. Endlich. Und eine schimmernde neue Gürtelschnalle in deiner wachsenden Sammlung«, sagte mein älterer Bruder Clint, während er sein Bier hob und darauf wartete, dass ich es ihm nachtat. Ich grinste wie ein Idiot und starrte den Beweis dafür an, dass meine Karriere im Bullenreiten losging. Ich konnte es zu etwas bringen. Etwas aus mir machen. Dafür sorgen, dass Dad stolz auf mich war.

»Es ist ja nicht so, dass wir am Teich nicht schon genug Bier getrunken hätten.« Ich gluckste leise, während ich mit ihm anstieß.

»Ja, aber ich habe es satt, dass Travis der Einzige ist, der mir Gesellschaft leistet.

»Fick dich, Clint. Ich sitze direkt neben dir.« Travis lachte und boxte meinem Bruder gegen die Schulter. »Außerdem hättest du ohne mich nicht mal die Hälfte der Rodeo-Häschen abbekommen.«

Fast hätte ich mein Bier über den Tisch geprustet, als ich Clints Gesichtsausdruck sah. Aber Travis hatte recht. Mein Cousin war ein Rodeo-Cowboy, der mit den Besten ritt. Doch er war verheiratet und tabu für die Mädels, die dort herumlungerten und hofften, einen der siegreichen Cowboys abzukriegen. Travis würde ihnen nichts geben. Er war treu, auch wenn seine Frau es nicht war.

»Eben, Clint.« Ich hätte nicht noch eins draufsetzen sollen, aber es war so leicht, meinen Bruder dazu zu bringen, sich aufzuplustern, als müsste er etwas beweisen.

»Ich würde jedes Mädchen hier kriegen«, sagte er stirnrunzelnd, während er sein Bier austrank.

Hier war das Silver Spur. Die einzige Kneipe in der Stadt, in der an einem Freitagabend jeder Cowboy, jeder Ranch-Arbeiter und jedes einheimische Mädchen anzutreffen war.

Schon seit Jahren war ich ganz erpicht darauf herzukommen. Und jetzt erschien mir der Laden so viel kleiner, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Der Boden war von einer dünnen Schicht Sägespäne bedeckt, auf der bereits so früh am Abend die Abdrücke tanzender Paare zu sehen waren. Eine Honky-Tonk-Band spielte, die Slide-Gitarre erinnerte mich an Sommernächte beim Rodeo, aber diese Kneipe hier … das war anders.

»Komm schon, du brauchst einen Shot, ein Bier und ein Mädchen«, sagte Clint, während er aufstand und mir auf die Schulter klopfte. »So läutet man seinen Einundzwanzigsten ein.«

Tags zuvor hatten wir schon zu Hause gefeiert. Ma hatte abends mein Lieblingsessen für mich gekocht, Spaghetti mit Fleischbällchen, gefolgt von ihrem preisverdächtigen Schokokuchen. Es war schön gewesen, dass alle zusammen waren, aber auf das hier hatte ich mich am meisten gefreut. Und mein heutiger Sieg setzte dem Ganzen noch das Sahnehäubchen auf.

»Trav, willst du noch eins?«, fragte ich.

Er schüttelte den Kopf und deutete mit dem Kinn auf eine Gruppe, die gerade hereingekommen war: Seine Frau und zwei ihrer Freundinnen. Ich seufzte und bedachte ihn mit einem kleinen Lächeln, dann folgte ich Clint an die Bar.

»Zehn Mäuse, dass sie sich streiten, bevor die nächste Band loslegt.«

Clint gluckste. »Zwanzig, wenn sie eine Szene macht.«

»Was kann ich euch bringen, Jungs?« Die Barkeeperin, eine alte Frau mit wasserstoffblonden Haaren und tattoobedeckten Armen, zwinkerte mir zu. »Du bist jetzt einundzwanzig, Sammy. Der erste Shot geht aufs Haus.«

»Tequila, Frankie«, sagte Clint.

Sie grinste, stellte zwei Schnapsgläser vor uns auf die Bar, füllte sie und reichte uns beiden eine Zitronenscheibe. Clint schüttelte den Kopf. »Ich spüle mit Bier runter.«

»Alles Gute zum Geburtstag, Sam.« Frankie zwinkerte und wandte sich dann anderen Gästen zu, während Clint und ich die Schnapsgläser hoben.

Der Tequila brannte bis hinunter in den Bauch, doch schon bald wärmte und entspannte er mich einfach nur. Ich lehnte mich an die Bar und beobachtete, wie Clint Blickkontakt mit einer hübschen Frau in der Nähe der Bühne aufnahm. »Geh schon«, brummte ich, während ich mein Bier schnappte und einen Schluck trank. »Ich komme klar. Such dir Gesellschaft. Du kannst dir auch meine Gürtelschnalle ausleihen, wenn du willst.«

Er lachte. »Ich brauche deine Gürtelschnalle nicht, um eine Frau rumzukriegen. Nicht jedes Mädchen will einen Rodeo-König.« Er ließ mich stehen und schlenderte zu ihr hinüber.

Der Alkohol verteilte sich in meinem Blut, und ich fühlte mich ein wenig beschwipst. Alles wurde ein wenig vage, verschwommen und hitzig. Das Lachen der Leute vermischte sich mit dem verzerrten Solo des Geigers. Clint tanzte schon bald mit einem Mädchen, und – wie nach Plan – fing Trav an, mit seiner Frau zu streiten.

Ich sah mich um und verzog amüsiert die Lippen. Cowboys, die ein Bett suchten, unter das sie heute Abend die Stiefel stellen konnten, Frauen, die Ärger suchten, und Paare, die ihre Jugend wiederaufleben ließen. Ein paar dunkle Augen ließen mich in meinen Betrachtungen innehalten. Ich kannte dieses Gesicht. Tucker Weston, der neueste Ranch-Arbeiter, der zu unserer Truppe gestoßen war, saß in der Ecke. Er hatte den Hut tief ins Gesicht gezogen und die Hände um eine Bierflasche gelegt, während eine Frau ihn anlächelte und mit ihm flirtete. Er war beim Rodeo gewesen. Ich hatte ihn beim Lassowerfen gesehen – er war gut.

Ich konnte den Blick nicht von ihm abwenden und sah, wie er den Kopf schüttelte. Er hatte sie wohl abgewiesen, denn sie ließ die Schultern sinken und erhob sich von ihrem Hocker. Warum freute mich das? Ich kannte den Kerl kaum. Es sollte mir eigentlich egal sein, mit wem er rumhing. Aber … das war es nicht, verdammt noch mal.

»Hab dich auf dem Bullen gesehen, Sam. Reiten kannst du!« Die Stimme klang sexy, sinnlich und vertraut. Ich wandte mich um und sah Lyla Cameron neben mir stehen. Ihr langes, schokobraunes Haar fiel in glänzenden Wellen bis zu ihren Möpsen, das blaue T-Shirt passte perfekt zu ihrer Augenfarbe. So war Lyla. Nach außen hin perfekt. Innerlich eine Katastrophe.

»Was willst du, Lyla?«

»Was ist verkehrt daran, sich mit einer alten Flamme zu unterhalten?«

Kopfschüttelnd setzte ich die Bierflasche an die Lippen und murmelte: »Als Flamme würde ich dich nicht gerade bezeichnen.«

»Wir brauchen nur ein Streichholz anzuzünden und mal zu sehen, wohin das Ganze führt.« Sie beugte sich vor, strich mir mit der Hand über die Brust. Ihr Verlobungsring glitzerte im Licht. »Ballkönig und Ballkönigin. Wir sind es uns schuldig herauszufinden, ob es sich lohnt, die Chemie zwischen uns zu erforschen, Sam. Ich war schon immer scharf auf dich, weißt du? Ich könnte dir gehören, wenn du zugelassen hättest, dass ich dir gebe, was du brauchst.«

Bei der Vorstellung, sie an mich ranzulassen, musste ich einen Schauder unterdrücken. Klar, damals auf der Highschool waren wir das Traumpaar gewesen. Wir hatten miteinander rumgemacht, aber ich war nicht in sie verliebt gewesen, nicht so, wie sie sich das gewünscht hatte. Und jetzt? Sie war der letzte Mensch, von dem ich angefasst werden wollte. Man konnte nur staunen, wer alles aus der Versenkung auftauchte, jetzt, da ich Rodeos gewann. »Du hast verdammt noch mal gar nichts, was ich brauche, und in Anbetracht des Klunkers an deinem Finger kann ich dir auch nichts bieten.«

»Ich bin nicht verheiratet.«

»Aber Single bist du auch nicht.« Ich fing ihre Hand ein und schob sie von mir weg. Jemand wie sie war das Letzte, was ich jetzt brauchte. »Such dir einen anderen Cowboy.«

Sie schnaubte und schleuderte sich das Haar über die Schulter. »Das mach ich vielleicht auch.« Dann stolzierte sie über die Tanzfläche, auf der Suche nach jemandem, der einen Fehler mit ihr begehen würde. Was auch passierte – ich würde es nicht sein.

Ich drehte mich wieder zur Bar und bedeutete Frankie, mir noch was zu bringen. Einen Shot, ein Bier, egal. Sie zwinkerte und brachte mir beides. Die Gute.

Ich stürzte den Shot hinunter und unterdrückte ein Schaudern, dann spülte ich mit einem großen Schluck Bier nach. Fuck, ich mochte echt keinen Tequila. Aus dem Augenwinkel sah ich ein schwarzes Hemd und einen dunklen, säuberlich gepflegten Bart. Mein Magen zog sich zusammen, nervöse Energie schoss mein Rückgrat hinauf. Tucker stand neben mir. Warum?

»Wenn du beim Schlucken so das Gesicht verziehst, trinkst du nicht den richtigen Alkohol.« Seine Stimme war warm und glatt, wie ein Stück dunkler Samt, der über meine Haut strich.

»Er tut, was er soll.«

Sein Lachen war ein leises Grollen, und mir stockte der Atem in der Brust. Warum machte mich dieser Kerl so nervös?

»Du bist Sam Ryker, oder?«

Ich drehte den Kopf und blickte ihn an. Seine groben Gesichtszüge unterschieden sich nicht von denen der übrigen Ranch-Arbeiter, die auf unserem Anwesen lebten. Von der harten Arbeit im Freien war er sonnenverbrannt, und er sah aus wie ein Mann, der seinen freien Tag zu schätzen wusste.

»Ja, der bin ich.«

Er grinste, ein langsames, schiefes Lächeln. »Ich bin Tucker.«

»Ja, ich weiß, wer du bist. Gefällt dir die Ranch?«

Er nickte leicht und setzte sich dann auf den freien Platz neben mir. »Hab deinen Sieg gestern mitbekommen. So habe ich noch nie jemanden reiten sehen.«

Sein Lob erfüllte mich mit Wärme. Fuck.

»Ich reite schon auf Bullen, seit ich sechzehn war.«

»Das war vor schätzungsweise fünf Jahren?«

Shit. Ja. »Und du schwingst das Lasso«, wechselte ich das Thema. Ich hatte ihn in...



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