Lory | 13 SHADOWS, Band 55: DRACULAS GOLDSCHATZ | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 162 Seiten

Lory 13 SHADOWS, Band 55: DRACULAS GOLDSCHATZ

Horror aus dem Apex-Verlag!
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7554-0694-5
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Horror aus dem Apex-Verlag!

E-Book, Deutsch, 162 Seiten

ISBN: 978-3-7554-0694-5
Verlag: BookRix
Format: EPUB
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In der Nähe von Draculas Schloss machen Arbeiter eine Entdeckung, die ihnen das Blut in den Adern gefrieren lässt: Sie finden die Leichen eines jungen Paares - grauenvoll zugerichtet, mit zerfetzten Kehlen. Die Bluttat zeigt deutlich die Handschrift eines Vampirs. Aber dieses Mal... kann Graf Dracula seine Hände in Unschuld waschen. Der Schlüssel zu dem bestialischen Mord liegt in den Geheimgängen unter Draculas Schloss verborgen. Doch bis Professor Harmon ihn gefunden hat, fließt erneut das Blut Unschuldiger...   DRACULAS GOLDSCHATZ von Robert Lory (= Lyle Kenyon Engel) wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1975 als VAMPIR-HORROR-TASCHENBUCH Nr. 19 veröffentlicht.  DRACULAS GOLDSCHATZ erscheint als durchgesehene Neuausgabe in der  Horror-Reihe  13 SHADOWS aus dem Apex-Verlag , die ganz in der Tradition legendärer Heftroman-Reihen wie  GESPENSTERKRIMI  und  VAMPIR-HORROR-ROMAN  steht.

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  Zweites Kapitel
    »Noch immer an der Arbeit, Professor Thorka?« Alexandru Thorka blickte von seinem mit Papieren bedeckten Tisch zur offenen Tür des Büros. Er war ein stämmiger Mann Mitte Siebzig, aber sein Alter war etwas, an das seine Kollegen an der Universität Bukarest selten dachten. Wache graue Augen und ein gern lächelnder Mund, eingerahmt von einem dichten grauen Bart, lebhafte Bewegungen und eine ungebrochene Lust am akademischen Disput ließen den vielseitigen Gelehrten zehn Jahre jünger erscheinen als er war. Alexandru Thorka war Archäologe, aber er war viel mehr als das: ein fast universal gebildeter Gelehrter mit weitreichenden Verbindungen und einem fotographischen Gedächtnis. Sein breites Wissen und eine unersättliche Neugierde für alles, was er nicht verstand, machten ihn zu einem nicht immer bequemen Lehrer und Kollegen. Aber wie andere über ihn dachten, bekümmerte ihn wenig. Sein sparsam möbliertes Büro war eines der größten, das auf dem Universitätsgelände zu finden war; kein Dekan einer anderen Abteilung konnte mit einem ähnlich geräumigen Arbeitszimmer aufwarten. »Nun, stehen Sie doch nicht so da, Matei. Kommen Sie herein«, sagte der alte Mann zu dem Dozenten, der noch immer auf der Schwelle stand. »Ich möchte nicht stören, Herr Professor«, sagte der jüngere Mann. »Ich sah nur das Licht und wunderte mich, denn es ist schon spät.« Thorka lachte. »Sie wollten also nachsehen, ob der alte Mann am Ende nicht einen Herzanfall erlitten hat, nachdem er den ganzen Tag in seinen Papieren wühlte. Ich verstehe gut, Matei, aber wie Sie sehen können, pumpt das alte Herz noch immer zufriedenstellend. Kommen Sie trotzdem herein, ich habe einen ausgezeichneten Cognac, der Ihnen schmecken wird.« Matei lächelte. Der Gedanke an einen Cognac war ihm willkommen. Auch er hatte diesen Abend lange gearbeitet, und seine Knochen konnten die Wärme gebrauchen. Matei setzte sich auf eine Kante des großen Schreibtischs und überflog die Papiere, während Thorka den Cognac und zwei Gläser aus einem Schrank hinter seinem Drehsessel holte. Ein Gegenstand, der die Aufmerksamkeit des jüngeren Mannes besonders fesselte, war ein Zeitungsausschnitt, von dem er nur die Überschrift lesen konnte. Er war im Begriff, etwas darüber zu sagen, als Thorka ihm ein Glas reichte. »Und was hält sie solange in Ihrem Büro fest, Matei? Sie haben doch eine hübsche junge Frau und zwei nette Kinder, oder sind es sogar drei?« »Drei, Herr Professor«, erwiderte Matei, überrascht, dass der alte Mann ein persönliches Interesse für seine Familiensituation zeigte. Die beiden hatten einander nie sonderlich viel zu sagen gehabt. Aber es hieß, dass Alexandru Thorka die Leute an der Universität beobachte und die staatlichen Behörden ihn oft nach seiner Meinung fragten, wer wohl am besten für diese oder jene Stelle geeignet wäre, wenn auf höherer Ebene ein Posten frei wurde. Hatte der alte Mann auch ihn beobachtet? Er nippte vom Cognac. Thorka hatte nicht übertrieben. Er war ausgezeichnet. »Ich hatte Übungsarbeiten durchzusehen, Professor Thorka«, sagte Matei. »Das hat mich länger aufgehalten, als ich erwartet hatte.« »Ah, ja«, sagte Thorka verständnisvoll, »ich habe fast vergessen, wieviel Mühen der Erzieher hat, der sich durch Tausende von studentischen Gedanken hindurcharbeiten muss und nur dann und wann auf einen wirklich fruchtbaren stößt. Manchmal wünscht man sich wirklich, man hätte einen anderen Beruf ergriffen, ist es nicht so?« Matei nickte. »Besonders in diesem Jahr. Es ist ein Jammer, dass Fragen des Stils heutzutage an den Schulen so vernachlässigt werden. Tatsächlich gibt es nur wenige Studenten, die ihre Gedanken halbwegs klar ausdrücken können.« Sie erhoben ihre Gläser und tranken. Thorka griff zur Flasche und füllte Mateis Glas auf. »Trinken wir auf die Hoffnung, dass ein erneuertes Interesse an stilistischen Fragen kommen möge. Hier – es gibt keinen Grund, Ihre Augen anzustrengen.« Matei nahm den Zeitungsausschnitt hin und errötete. »Entschuldigen Sie. Wenn es etwas ist, das Sie lieber nicht...« Thorka schüttelte den Kopf. »Kein Geheimnis. Liegt völlig in der öffentlichen Domäne, Matei. Außerdem interessiert mich Ihre Reaktion.« Matei hatte die Überschrift schon gelesen, aber nun studierte er die ganze Geschichte. Sieben kurze Absätze schilderten, wie ein junges Mädchen aus Arefu und ein junger Mann aus Valea Mare auf dem Berg zurückgeblieben waren, der von den Bewohnern der Gegend Draculas Berg genannt wurde. Arbeiter, die für Radu Conescu mit Ausgrabungen am Berg beschäftigt waren, hatten die zerfleischten Körper in der Nähe der Burgruine auf dem Berggipfel gefunden. Die Kehlen der Toten waren aufgerissen, und es schien, dass sie an diesen Wunden verblutet waren. Und die Zeitung, ein Lokalblatt aus dem nahen Städtchen Piteschti, gab an, die Dorfbewohner von Arefu brächten das Ereignis mit den Vampirlegenden in Zusammenhang, die dem Berg zu ungewöhnlicher Bekanntheit verholten hatten. »Meine Reaktion?«, fragte Matei. »In welcher Hinsicht, Professor Thorka?« »Im Hinblick auf die Todesursache. Was fällt Ihnen dazu ein?« Matei überlas noch einmal den kurzen Artikel. »Vielleicht... ohne die Leichen gesehen zu haben, ist dies natürlich nur eine Vermutung...« »Nun, kommen Sie zur Sache, Matei. Was meinen Sie?« »Na ja, es könnte sich einfach um einen Mord handeln. Ein eifersüchtiger Liebhaber vielleicht, der den beiden nachgeschlichen ist. In dem Artikel steht, dass der junge Mann kein Einheimischer war. Vielleicht hatte das Mädchen ein Verhältnis mit ihm angefangen und einen wütenden Jungen aus dem Dorf verlassen, dessen unerwiderte Liebe zu dem Doppelmord führte.« Thorka hob die Hand. »Das ist eine mögliche Erklärung. Haben Sie eine andere?« »Nun, es gibt vielleicht drei Punkte in dieser Vampirgeschichte. Ich weiß nicht, ob ich es eine Möglichkeit nennen darf, denn mit Vermutungen begibt man sich auf gefährlichen Boden; man läuft Gefahr, ausgelacht zu werden.« »Wenn man diese Möglichkeit in Betracht zöge, Matei, müsste man die Geschichte des Berges und des Kastells in Betracht ziehen. Sie sind damit vertraut, nehme ich an?« »Natürlich. Aber was Sie eine Geschichte nennen, ist eigentlich nur eine Sammlung von Überlieferungen, die...« »Die in anderen Zusammenhängen mehreren Berufskollegen zu großen Entdeckungen verholten haben. Homer wurde lange Zeit als ein Sammler und Herausgeber von Volkserzählungen angesehen. Doch als Heinrich Schliemann Homer las und die Berichte als Wiedergaben tatsächlicher Ereignisse nahm, entdeckte er das vermeintlich legendäre, aber sehr reale Troja.« »Ich will das nicht leugnen. In einigen isolierten Fällen...« »Isolierten? Kaum. Mehr und mehr Archäologen beginnen diese sogenannten Erzählungen sehr ernst zu nehmen, und die Beweise, lieber Matei, liegen in den Resultaten dieser Haltung. Die Resultate sind furchtbar und zahlreich.« Matei schwenkte den Zeitungsausschnitt. »Aber Professor Thorka, ich bitte Sie! Vampire!« »Vampire, Matei«, sagte Thorka leise. »Diese Wesen sind nicht nur Gegenstand unserer Volkserzählungen, wissen Sie. Sie erscheinen in der Folklore und in der Literatur fast aller Völker und aller Zeiten. Gewiss, sie erscheinen dort unter verschiedenen Namen, und die Berichte geben unterschiedliche Darstellungen ihres Benehmens und ihrer Erscheinung, aber sie sind da. Ähnlich wie die Sintflut ein Ereignis der Frühzeit menschlicher Kultur ist, das von der Überlieferung vieler Völker bewahrt wurde, so sollte man auch die Erzählungen von blutsaugenden Dämonen als Überlieferungen ansehen, unter deren Ausschmückungen ein wahrer Kern existiert. Nein, Matei, der Vampir erscheint an zu vielen Orten, in zu vielen Zeiten, als dass man ihn als die Schöpfung einer fruchtbaren Phantasie abtun könnte.« »Richtig, Professor. Ich bin mir dieser Dinge durchaus bewusst. Aber es scheint, dass Sie sich gründlicher mit diesem Gegenstand beschäftigt haben. Darf ich fragen, warum?« Thorkas Gesicht entspannte sich, lächelte. »Nennen Sie es Neugierde. Während der vergangenen Monate wurde mein Interesse noch durch etwas anderes geweckt.« Matei betrachtete wieder den Zeitungsausschnitt. »Dieser Conescu – er scheint die Angst der Dorfbewohner jedenfalls nicht zu teilen, und auch diejenigen nicht, die für ihn arbeiten.« Thorka lächelte. »Die Arbeiter? Ich möchte wetten, dass sie sich fürchten. Aber die Löhne und Prämien, die Conescu zahlt, machen sie ihre Ängste vergessen. Zudem arbeiten sie nicht bei Nacht. Was Radu Conescu angeht, so fürchtet er sich vielleicht wirklich nicht. Er behauptet, ein Blutsverwandter des letzten Besitzers von Schloss Dracula zu sein.« Thorkas Ton brachte ein Lächeln auf Mateis Lippen. »Sie denken also, dass dieses Mitglied der gräflichen Familie vielleicht ein Vampir sei?« Der alte Mann antwortete nicht gleich. Als er es tat, war sein Ton so unverbindlich wie sein Gesichtsausdruck. »Ich weise diese Möglichkeit nicht von der Hand«, sagte er. »Den Behörden sagte er, dass er Ausgrabungen vornehmen wolle, um etwas über die Geschichte der Burg in Erfahrung zu bringen. Er meint, dass Graf Dracula ein Opfer übler Nachrede gewesen sei, und hofft seinen angeblichen Vorfahren rehabilitieren zu können.« »Sagen Sie, Professor – ich habe den Eindruck, dass alle diese Papiere auf Ihrem Schreibtisch mit der Burg und diesem Radu Conescu zu tun haben?« »Das ist eine richtige Annahme.« »Dann ist Ihr Interesse wirklich stark. Ich hätte nicht erwartet, dass Sie solchen Dingen...



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