Louis | Mordsmäßig verstrickt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch

Reihe: dp Verlag

Louis Mordsmäßig verstrickt

Louisa Manus zweiter Fall
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-96087-076-0
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Louisa Manus zweiter Fall

E-Book, Deutsch

Reihe: dp Verlag

ISBN: 978-3-96087-076-0
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Saskia Louis schickt ihre Hobby-Detektiven erneut auf Recherche: der zweite Fall von Lousia Manu!

Blumenladenbesitzerin Louisa Manu würde „in Mordfälle schlittern“ nicht als ihr Hobby bezeichnen. Dennoch scheint es eins zu werden. Als sie über eine mit zwei unglücklich platzierten Stricknadeln verzierte Leiche stolpert und der Sohn ihrer Angestellten als Tatverdächtiger gilt, bleibt ihr wohl nichts anderes übrig, als Kommissar Joshua Rispo wieder einmal auf die Finger zu treten. Das passt ganz gut, denn mit ihm hat sie ohnehin noch ein Hühnchen zu rupfen ...

Jeder Band der Reihe ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.

Weitere Titel dieser Reihe
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Erste Leser:innenstimmen

„Endlich kabbeln sich Louisa und Joshua wieder, herrlich schlagfertig und liebenswert!“
„Perfekt für alle Fans von Janet Evanovich – super lustig und frech. Louisa Manu rockt einfach …“
„Das Buch ist echt der Hammer und hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen.“
„Klasse Krimi mit jeder Menge Humor“



Saskia Louis lernte durch ihre älteren Brüder bereits früh, dass es sich gegen körperlich Stärkere meistens nur lohnt, mit Worten zu kämpfen. Auch wenn eine gut gesetzte Faust hier und da nicht zu unterschätzen ist ... Seit der vierten Klasse nutzt sie jedoch ihre Bücher, um sich Freiräume zu schaffen, Tagträumen nachzuhängen und den Alltag einfach mal zu vergessen.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Mein Tag war scheiße.

Nein, ‚Scheiße‘ war noch ein zu positives Wort. Mein Tag war wie Big Brother im Fernsehen mit Streichhölzern, die meine Augen offen hielten, keine Schokolade mehr im Haus und die Führerscheinprüfung zusammen!

Ich hatte zweitausend Tulpen geliefert bekommen, obwohl ich Rosen verlangt hatte und war von meiner Nichte mit einem Minigolfball am Kopf getroffen worden. Ganz offensichtlich hatte ich bei dem Aufprall des Balles meine letzte aktive Gehirnzelle verloren, denn das war die einzige Erklärung dafür, dass ich meiner kleinen Schwester ohne Widerworte meine Kreditkarte überlassen hatte. Zu allem Überfluss hatte ich seit sieben Stunden nichts mehr gegessen, wurde von meiner Mutter auf meinem Handy tyrannisiert – die seit drei Tagen pausenlos anrief, um herauszufinden, wie ich mit dem Zahnarzt hatte Schluss machen können – und kam zu spät zu meinem Termin mit einem jungen Brautpaar, das die Blumenarrangements besprechen wollte! Ach ja, außerdem war heute Montag! Montag!

Vielleicht war ‚Scheiße‘ doch das richtige Wort. Man konnte es ja beliebig oft wiederholen, um ihm die nötige Stärke zu verleihen.

Ich drückte das Gas durch und mein Auto beschleunigte von Null auf Zehn in zwanzig Sekunden, während der Motor vor Anstrengung ächzte. Die Uhr zeigte fünf vor vier an und ich stöhnte laut auf, nicht zuletzt, um mein erneut klingelndes Handy zu übertönen.

Ich würde es nie rechtzeitig schaffen, dabei brauchte ich den Auftrag! Ich war noch nicht lange im Blumengeschäft und brauchte jeden Job, den ich kriegen konnte. Die blöde Tulpenstornierung würde mich für diesen Monat wahrscheinlich wieder in die roten Zahlen treiben, aber das könnte ich mit ein, zwei Hochzeiten wieder reinbekommen. Vor mir schaltete die Ampel auf Rot und ich bog spontan nach links in einen kleinen Schleichweg ab, der die meisten Ampeln der Innenstadt umging, auf dem aber nur dreißig Stundenkilometer erlaubt waren.

Na ja, die Geschwindigkeitsbegrenzung war ja wohl doch eher eine Richtlinie. Ich schaltete in den dritten Gang, nur um nach zwanzig Sekunden wieder zurückzuschalten, weil ein schickes schwarzes Auto vor mir die Idee mit den Richtlinien offenbar nicht ganz verstanden hatte.

„Komm schon! Rechts ist das Gas! Rechts!“, brüllte ich und trommelte nervös mit den Fingern auf das Lenkrad. Mein Handy fing erneut an zu klingeln und fluchend tastete ich mit meiner Hand danach, um es auszuschalten, während ich den Fuß noch etwas vom Gas nahm. Wenigstens nach dem Stoppschild würde ich den Schleicher vor mir loswerden!

Ich versuchte nach dem Handy auf dem Beifahrersitz zu greifen, stieß es stattdessen aber in den Fußraum.

Gott, ich musste den Klingelton ändern. Die Titelmusik von Darth Vader war zwar am Anfang lustig gewesen, aber jetzt, da meine Mutter so oft anrief, war sie einfach unerträglich. Wann schaltete sich endlich die Mailbox ein? Ich sah auf die Straße, wurde noch ein bisschen langsamer und ließ mich dann schnell zur Seite gleiten, um das Telefon zu bergen.

Dass das Auto vor mir angehalten hatte, bemerkte ich erst, als jemand laut hupte, mein Kopf nach oben schnellte und ich panisch Bremse und Kupplung durchdrückte.

Mein Auto war zwar langsam, aber nicht langsam genug.

Der alte Passat stieß mit einem zarten Scheppern und den restlichen fünf Stundenkilometern in den Wagen vor mir.

Den schicken schwarzen, neuen Audi A5.

Oh, verdammt!

Leise fluchend schloss ich die Augen und stellte den Motor ab. Ich hätte im Bett bleiben sollen. Als die Spinne sich auf mein Kopfkissen abgeseilt hatte, hätte ich das als Omen sehen und einfach liegen bleiben sollen!

Jetzt war es zu spät.

Aber vielleicht hatte ich ja Glück. Vielleicht saß ein älterer, liebenswürdiger Herr in dem Audi, der mit einer wegwerfenden Handbewegung sagte, dass ich ihn ja nur leicht angestupst hatte.

Die Tür des Audis glitt auf und jede Hoffnung wurde zerstört. Mit zwei langen, in Jeans verpackten Beinen voran, stieg die personifizierte Wut vom Fahrersitz.

Dieser Mann war beängstigend. Beängstigend groß, beängstigend durchtrainiert und beängstigend … heiß.

Ende zwanzig, Anfang dreißig vielleicht, kurze braune Haare, hellbraune Augen … oh. Nein, jetzt waren sie wütend und dadurch vermutlich dunkelbraun geworden.

Trotzdem – seine einschüchternde Energie schadete seiner Attraktivität nicht im Geringsten.

Hitze stieg in meine Wangen und mit einem immer größer werdenden Kloß im Hals zog ich den Schlüssel ab und stieg aus. Das Handy klingelte immer noch und es war, als würde Darth Vader selbst auf mich zukommen.

„Haben Sie keine Augen im Kopf?“, brüllte er.

Blinzelnd sah ich ihn an.

Schön. Ich war abgelenkt worden und der Unfall war natürlich meine Schuld – aber deswegen musste er doch nicht gleich brüllen! Meine Mutter wäre entsetzt über dieses Verhalten. Höflichkeit war etwas, das viele Menschen verlernt zu haben schienen.

„Habe ich. Ohren übrigens auch, also, könnten Sie vielleicht Ihre Stimme senken?“

Der Mann kniff die Lippen zusammen. „Sie sind mir hinten drauf gefahren! Nur weil Sie Ihren Führerschein mit einem Rubbellos gewonnen haben, sollte ich mich nicht beherrschen müssen!“

Das reichte! Mein Tag war sowieso schon bescheiden genug und er hatte nicht das Recht mich so anzufahren, nur weil ich sein Heck ein wenig angestupst hatte! Man konnte noch nicht einmal groß was sehen! Vielleicht eine klitzekleine Einbeulung am Stoßdämpfer und ein, zwei Kratzer an den Rückleuchten.

„Zu einem Unfall gehören immer zwei!“, fauchte ich deshalb zurück.

Seine Augen wurden ungläubig groß. „Wie bitte?“

Wütend und frustriert warf ich meine Hände in die Luft. „Na ja, wer hält heutzutage noch an einem Stoppschild? Das kann ich doch nicht ahnen, dass Sie der einzige Mann auf der ganzen Welt sind, der sich an die Verkehrsregeln hält und fünf Sekunden lang vor dem Scheißding stehen bleibt!“

„Sie werfen mir vor, dass ich korrekt gefahren bin?“

Ja, genau das. Aber laut ausgesprochen hätte das bescheuert geklungen, deswegen änderte ich den Satz ein wenig ab. „Nein, ich werfe Ihnen vor, dass Sie korrekt gefahren sind!“

„Was reden Sie da? Man kann nicht überkorrekt an einem Stoppschild halten! Entweder man hält oder man hält nicht!“ Er machte noch einen Schritt auf mich zu und überragte mich nun um einen ganzen Kopf. „Sie haben in Ihrem Fußraum herumgewühlt!“

Ich vergaß immer, dass Autos tatsächlich funktionierende Rückspiegel besaßen. „Na ja … wenn Sie meine Mutter kennen würden, könnten Sie das verstehen“, verteidigte ich mich sofort und überkreuzte die Arme, „es war eine Notwendigkeit, im Fußraum nach meinem Handy zu suchen.“

Seine Miene blieb versteinert und innerlich seufzte ich tief. Mir war selbst bewusst, dass meine Argumentation ein paar gigantische Lücken aufwies.

„Schön! Ich hab einen Fehler gemacht“, lenkte ich ein, „können wir das so regeln oder wollen Sie die Polizei rufen?“

Von oben herab musterte er mich. „Ich bin die Polizei.“

Oh, verdammt. Mein Tag erreichte gerade endgültig den Nullpunkt. Das konnte ja nur mir passieren, dass ich einem Bullen reinfuhr, der auch noch seine Tage zu haben schien!

Ich rieb mir mit meiner flachen Hand über die Stirn und schloss die Augen. Wieso produzierte der Körper eigentlich nicht auf natürliche Art und Weise Aspirin, wenn man es brauchte?

„Und jetzt?“, fragte ich schließlich etwas müde. „Ziehen Sie das ganze Programm ab? Fotos, Kreidestriche und Sirenen?“ Es war vielleicht nicht die beste Idee, den Polizisten auch noch zu provozieren, aber es war meine einzige.

„Ich sollte Sie schon alleine dafür verhaften, dass Sie mit dieser Rostlaube fahren!“, knurrte er und nickte in Richtung meines Autos.

„Sie ist durch den TÜV gekommen.“ Mein Onkel arbeitete als Prüfer.

„Sie hat eine gelbe Plakette! Welches Auto hat heute noch eine gelbe Umweltplakette?“

„Klassiker?“, schlug ich vor, obwohl mir durchaus bewusst war, dass der alte VW-Passat keine zweihundert Euro auf dem Markt bringen würde.

Er verengte die Augen. „Nein, Dreckschleudern haben eine solche Plakette. Darf man damit hier in Köln überhaupt fahren? Sind gelbe Plaketten nicht mittlerweile verboten?“

Gott sei Dank handelte es sich hier offenbar nicht um einen Verkehrspolizisten. Ich räusperte mich schnell. „Also, ich müsste zu einem Termin – könnten wir das hier etwas beschleunigen? Es ist doch wirklich kein großer Schaden …“ Ich sah zu den beiden Autos und musste grinsen, als ich bemerkte, dass man dem Passat nichts ansah. Er war unzerstörbar.

Etwas genervt lenkte der Polizist ein. „Schön. Geben Sie mir Ihre Daten: Nummernschild, Name, Anschrift, Telefonnummer, Versicherungsdaten …“

„Wow, Sie gehen aber ran!“, scherzte ich, verstummte jedoch bei seinem Blick und hustete nur „sorry“, während ich ein zerknittertes Stück Papier aus meiner Handtasche zog, um seinen Anweisungen Folge zu leisten.

Auf dem eigentlich als To-Do-Liste gedachten Papier stand bereits: „Beschissene Tulpen sind keine verdammten Rosen, Beruf verfehlt? – Rede halten“ (Worte, die für meine Angestellte bestimmt waren, die die Blumen angenommen hatte), „Mutter: Definition von Privatsphäre raussuchen“ und „SCHOKOLADE!“. Na ja, jetzt standen da auch noch mein Name, Louisa Manu, und...



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