E-Book, Deutsch, Band 2472, 144 Seiten
Reihe: Julia
Lucas Das schönste Geschenk ist deine Liebe
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1461-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2472, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1461-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
In den Armen des glutäugigen Stavros über die Tanzfläche zu schweben, ist genau das, was Holly braucht, um ihr gebrochenes Herz für eine Weile zu vergessen. Dieser sinnliche Tanz auf dem Winterball ist allerdings nur das Vorspiel für eine leidenschaftliche Nacht mit dem griechischen Milliardär. Als Holly am Morgen in seinem luxuriösen Penthouse erwacht, ahnt sie nicht, warum Stavros wirklich ihre Nähe gesucht hat.
Jennie Lucas wuchs umringt von Büchern auf! Ihre Eltern betrieben einen kleinen Buchladen und so war es nicht weiter verwunderlich, dass auch Jennie bald deren Leidenschaft zum Lesen teilte. Am liebsten studierte sie Reiseführer und träumte davon, ferne Länder zu erkunden: Mit 17 buchte sie ihre erste Europarundreise, beendete die Schule, begann zu studieren und reiste weiter ... Erst mit 22, als sie ihrem zukünftigen Ehemann begegnete, verspürte sie das erste Mal den Wunsch, seßhaft zu werden. Heute schreibt sie von all den Ländern, die sie bereist hat (oder noch gerne mit ihrem Mann und den beiden Kindern bereisen würde) und lässt ihre Leserinnen so an ihren Träumen teilhaben. Danke, Jennie!
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1. KAPITEL
Was könnte schrecklicher sein als eine Hochzeit am Heiligen Abend? Wenn frisch gefallener Schnee das Glitzern von Lichterketten zurückwarf, Weihnachtsschmuck Hallen und Räume erstrahlen ließ und der Duft von Winterrosen in der Luft lag?
Holly Marlowe konnte sich nichts Schlimmeres vorstellen.
„Sie dürfen die Braut jetzt küssen“, verkündete der Geistliche dem frisch vermählten Paar salbungsvoll.
Ihr brach das Herz, als Oliver – ihr Chef, den Holly schon drei Jahre heimlich liebte – sich strahlend vorbeugte … und die Braut küsste.
Ihre jüngere Schwester Nicole.
Gerührt verfolgten die Hochzeitsgäste in den Kirchenbänken die romantische Szene. Während Holly im viel zu engen Brautjungfernkleid mit Tränen in den Augen zu den Buntglasfenstern des alten New Yorker Kuppelbaus aufblickte und dann den Blick wieder ins Innere des mit weißen Kerzen und roten Rosen geschmückten Kirchenschiffs lenkte.
Endlich löste das frisch vermählte Paar sich aus der zärtlichen Umarmung, Nicole nahm Holly den Brautstrauß aus den tauben Fingern und hielt für alle sichtbar ihre Hand mit dem nagelneuen Ehering hoch.
„Das schönste Weihnachtsfest meines Lebens!“, ließ sie die Hochzeitsgesellschaft glücklich wissen.
Tosender Beifall und gerührtes Gelächter der Kirchengäste folgten. Und obwohl Holly bisher Weihnachten immer gemocht hatte, es nach dem frühen Tod ihrer Eltern stets zu etwas Feierlichem für ihre kleine Schwester gemacht hatte, würde sie es für den Rest ihres Lebens hassen.
Holly fühlte sich elend, doch sie durfte nicht egoistisch denken. Nicole und Oliver waren verliebt. Sie müsste sich für sie freuen.
Tapfer rang sie sich ein Lächeln ab.
„Halleluja!“, toste der Kirchenchor von der Empore, untermalt vom Brausen der Orgel.
Lächelnd traten Braut und Bräutigam den Rückzug aus der Kirche an – und Holly sah sich unerwartet Olivers Trauzeugen gegenüber, seinem Cousin und Boss.
Stavros Minos … ihrem neuen Vorgesetzten.
Mit seiner hünenhaften Gestalt wirkte der mächtige Grieche in der alten Steinkirche eher fehl am Platz. Die Atmosphäre um ihn her schien zu vibrieren, man machte ihm unwillkürlich Platz. Ihm hatte man keine lächerliche Hochzeitskostümierung aufgezwungen. Das hätte niemand gewagt. Fast neidisch betrachtete Holly seinen eleganten Smoking.
In dem Moment traf sie ein Blick aus Stavros Minos’ dunklen Augen, der ihr durch und durch ging.
Amüsiert blickte er zu dem strahlenden Brautpaar, das seinen Weg aus der Kirche unter dem Jubel der Hochzeitsgäste fortsetzte … und lächelte ironisch, fast grausam – als wüsste er, dass ihr das Herz brach.
Hollys Mund wurde trocken. Nein, das war nicht möglich. Niemand konnte wissen, wie sehr sie Oliver geliebt hatte. Der jetzt nicht mehr ihr Chef, sondern der Mann ihrer Schwester war. Sie musste so tun, als wäre nie etwas anderes gewesen.
Doch da war etwas! Von der unerwiderten Liebe seiner Sekretärin durfte niemand je erfahren – schon gar nicht Oliver. Niemand ahnte etwas … außer offenbar Stavros Minos.
Doch wen sollte es überraschen, dass der griechische Playboymilliardär Dinge durchschaute, die den meisten entgingen. Mit fast zwanzig hatte er sein Techno-Unternehmen praktisch aus dem Nichts gestampft, das die halbe Welt beherrschte. Unermüdlich berichteten die Medien über seine milliardenschweren Geschäftsabschlüsse, es fehlte nicht an Glamourfotos und pikanten Berichten über seine Eroberungen der schönsten Frauen der Welt.
Während die Töne der Orgel nochmals anschwollen, warf er Holly einen wissenden Blick zu.
Und bot ihr wortlos den Arm.
Widerstrebend nahm sie ihn und versuchte, nicht zu registrieren, wie kraftvoll er sich unter dem schwarzen Smoking anfühlte. Sein Bizeps dürfte praller sein als ihr Schenkel! Unglaublich, dass dieser schwerreiche, mächtige Mann auch noch fabelhaft aussah!
Schon deshalb hatte Holly es vermieden, ihn anzusehen, wenn sie es bei der Arbeit mit seinen Assistenten zu tun hatte.
Tapfer blickte sie geradeaus, während sie dem Brautpaar folgten. Andere Hochzeitsgäste schlossen sich ihnen an.
Vor der alte Kirche auf dem historischen Gelände des Finanzbezirks von New Yorks warteten weitere Hochzeitsgäste, um das frisch vermählte Paar hochleben zu lassen und mit roten und weißen Rosenblättern zu überschütten, die auf die dünne weiße Schneedecke rieselten.
Im schwachen grauen Licht der bewölkten Nachmittagssonne atmete Holly auf, als sie die bereitstehende Hochzeitslimousine erreichten. Hier konnte sie sich endlich von Stavros’ Arm lösen, sich auf den weichen Rücksitz sinken lassen, aus dem Fenster blicken und die Tränen fortblinzeln, die niemand sehen durfte.
Jetzt bloß nicht traurig sein. Nicht heute! In den nächsten Stunden musste sie mit ihrer Schwester und Oliver glücklich sein, die später in die große weite Welt aufbrachen, um ein neues Leben zu beginnen.
„Wow!“ In weiße Tüllwolken gehüllt, ließ Nicole sich auf die geräumige Rückbank der Hochzeitslimousine gleiten und lächelte ihren frischgebackenen Ehemann glücklich an. „Geschafft! Wir sind verheiratet!“
„Endlich!“, spielte Oliver mit und betrachtete seine junge Ehefrau. „Die reinste Kraftprobe. Nie hätte ich gedacht, dass jemand es schafft, mir die Eheschlinge überzustreifen.“
„Bis ich kam!“ Triumphierend bot Nicole ihm die Lippen.
Die er pflichtgetreu küsste. „Richtig.“
Der Sitz neben Holly gab nach, als Stavros Minos sich zu ihr setzte.
Dann wurde die Wagentür zugeschlagen, eine würzige Duftnote erreichte Holly, und die Limousine glitt davon.
Herausfordernd wandte Oliver sich seinem Cousin zu. „Na, mein lieber Stavros … hast du nicht Appetit bekommen?“
Die Miene des markigen Industriellen wurde kälter als die Winterluft. „Und wie! Ich sterbe vor Hunger.“
Holly war fassungslos. Wie konnte man so taktlos sein?
Aber nun … der bekanntermaßen ehescheue milliardenschwere Playboy dürfte genug Anspielungen dieser Art eingesteckt haben und war nur notgedrungen zur Hochzeit seines Cousins erschienen. Und im Gegensatz zu ihr musste er seinen Gefühlen keinen Zwang auferlegen.
Gut, dass das glückliche Brautpaar mit sich beschäftigt war!
„Eigentlich hatte ich Onkel Aristides auch einladen wollen, da er zur Familie gehört“, ließ Oliver ironisch einfließen, „aber ich wusste, dass dir das nicht gefallen würde, Stavros.“
„Sehr großherzig von dir“, bemerkte der trocken.
Holly brach das Herz, sie beneidete ihn um seine Gleichmut. Seit ihre Schwester sie gebeten hatte, nach den Flitterwochen mit ihnen nach Hongkong zu ziehen, war sie hin- und hergerissen. Oliver hatte Minos International bereits verlassen. In New York würde sie zukünftig in der Abteilung des nicht sehr beliebten Vizepräsidenten arbeiten, und auch ein früherer Arbeitgeber hätte sie gern wieder eingestellt.
Sollte sie New York verlassen und wieder für Oliver arbeiten, der in Hongkong einen neuen Job angenommen hatte? Ihre kleine Schwester weiter bemuttern …?
„Hochzeiten sind dir verhasst, stimmt’s?“, zog Oliver seinen Cousin auf. „Jetzt muss ich mir im Büro nicht mehr täglich deine Predigten gefallen lassen, mein Lieber. Dein Verlust ist Sinitechs Gewinn.“
„Genau.“ Stavros zuckte die Schultern. „Soll eine andere Firma deine dreistündigen Martini-Essen finanzieren.“
„Ach ja …“ Oliver befeuchtete sich wollüstig die Lippen. „Ich kann es kaum erwarten, den Sinnenfreuden Hongkongs auf den Grund zu gehen.“
„Ich auch nicht“, pflichtete Nicole ihm bei.
Oliver zuckte zusammen, als hätte er seine Braut vergessen. „Natürlich.“ Er blickte Holly an. „Hat Nicole dich überredet? Kommst du als Sekretärin mit, liebe Schwägerin?“
Aller Augen richteten sich auf Holly. „Wohl nicht …“, brachte sie verlegen hervor.
„Du darfst nicht nur an dich denken“, beharrte Oliver. „Ich komme ohne dich nicht aus. Wer soll jetzt alles für mich organisieren?“
„Außerdem könnte ich bald schwanger sein“, gab Nicole zu bedenken. „Wer kümmert sich um das Baby, wenn du nicht da bist, Holly?“
Der Schmerz in Hollys Kehle wurde stechend. Zusehen zu müssen, wie ihre Schwester ihr den Mann wegnahm, und auch noch auf die andere Seite des Globus umzuziehen war schon hart. Nicoles Vorschlag, bei ihnen zu leben und ihre Kinder aufzuziehen, war grausam.
Holly schwieg.
Gestern war sie siebenundzwanzig geworden … und immer noch Jungfrau. Für die anderen war sie eine tüchtige Sekretärin, die fürsorgliche Schwester – und möglichweise bald Tante. War das alles? Sollte da nicht mehr sein?
Sehnte sie sich nicht danach, Ehefrau eines Mannes zu sein, den sie liebte – der ebenso für sie empfand? Für den sie das Wichtigste auf der Welt war?
Mit siebenundzwanzig durfte sie wohl nicht zu viel erwarten. Seit dem Tod der Eltern hatte sie fast zehn Jahre lang Mutterersatz für ihre Schwester gespielt. Und die letzten drei Jahre Olivers unersetzliche Sekretärin – ohne die er angeblich nicht auskam. Sollte sie für den Rest ihres Lebens nur zusehen, wie andere glücklich waren?
Die Vorstellung war schmerzlich – geradezu brutal.
„Du...




