Lucas | Erobert von dem Prinzen der Wüste | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2162, 144 Seiten

Reihe: Julia

Lucas Erobert von dem Prinzen der Wüste


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0132-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2162, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-0132-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ich wünsche dir noch ein schönes Leben, Sharif! Scheich Sharif bin Nazih al-Aktoum ist fassungslos. Normalerweise sinken ihm die schönsten Frauen willenlos in die Arme. Aber Irene Taylor ist offensichtlich anders! Dabei versucht er seit 48 Stunden, sie zu verführen. Doch mit ihrer Absage ist sein männliches Interesse an dieser Traumfrau mit den aufregenden Kurven nicht gestorben. Im Gegenteil. Wenn er Irene nicht mit kostbaren Geschenken und seinem feurigem Charme locken kann, dann muss der Prinz der Wüste eben zu anderen Waffen greifen ...



Jennie Lucas wuchs umringt von Büchern auf! Ihre Eltern betrieben einen kleinen Buchladen und so war es nicht weiter verwunderlich, dass auch Jennie bald deren Leidenschaft zum Lesen teilte. Am liebsten studierte sie Reiseführer und träumte davon, ferne Länder zu erkunden: Mit 17 buchte sie ihre erste Europarundreise, beendete die Schule, begann zu studieren und reiste weiter ... Erst mit 22, als sie ihrem zukünftigen Ehemann begegnete, verspürte sie das erste Mal den Wunsch, seßhaft zu werden. Heute schreibt sie von all den Ländern, die sie bereist hat (oder noch gerne mit ihrem Mann und den beiden Kindern bereisen würde) und lässt ihre Leserinnen so an ihren Träumen teilhaben. Danke, Jennie!

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1. KAPITEL

Vom ersten Augenblick an war ihm klar, dass er sie haben musste!

Sharif bin Nazih al-Aktoum, Emir von Makhtar, hatte gerade noch über den Scherz eines Freundes gelacht, als er sich umdrehte und plötzlich diese Frau entdeckte. Sie stand ganz allein im Mondschein am Ufer des riesigen Comer Sees.

Ihr weißes Kleid leuchtete im silbrigen Licht der Novembernacht, und ihr pechschwarzes langes Haar fiel ihr in weichen Wellen über die Schultern. Sie hatte ein bildhübsches Gesicht, hielt die Augen jedoch fest geschlossen und formte mit ihren sinnlichen Lippen lautlose Worte.

Sein Gelächter verstummte. War sie ein Geist? Eine Traumerscheinung?

Vermutlich nur ein weiterer Hochzeitsgast! Nichts Besonderes jedenfalls. Andererseits …

Fasziniert starrte er sie an. Gerade eben hatte er sich noch über den Bräutigam lustig gemacht – einen notorischen Playboy, der den Fehler begangen hatte, seine Haushaltshilfe zu schwängern. Die frischgebackene Braut war zwar äußerst attraktiv und schien auch loyal und sehr nett zu sein. Trotzdem würde Sharif selbst sich niemals in eine solche Falle locken lassen. Nicht bis zum bitteren Ende, nicht bis …

Hastig brach er diesen Gedankengang ab und wies mit dem Kinn in Richtung Seeufer. „Wer ist das?“

„Wen meinst du?“

„Die Frau da am Wasser.“

Sein Freund, der Herzog von Alzacar, reckte den Hals. „Ich sehe dort niemanden.“

Zwischen ihnen beiden und der Unbekannten amüsierten sich unzählige Partygäste auf der Terrasse, tranken Champagner und genossen die milde Herbstluft. Die abendliche Hochzeitszeremonie war kurz zuvor in einer mittelalterlichen Kapelle abgehalten worden, und nun wartete man auf den Dinnerempfang.

Wieso konnte sein Freund den schwarzhaarigen Engel nicht entdecken?

„Bist du blind?“, fragte Sharif ungeduldig.

„Beschreib sie mir mal!“

Fast wäre Sharif dieser Aufforderung nachgekommen, aber er biss sich rechtzeitig auf die Zunge. Der spanische Herzog war als unverbesserlicher Schwerenöter verschrien, und Sharif hatte den plötzlichen Impuls, die Fremde vor anderen Männern beschützen zu wollen. Es kam ihm vor, als wäre sie nicht von dieser Welt. Irgendwie magisch … mystisch.

„Egal“, brummte er. „Entschuldige mich.“ Entschlossen steuerte er auf den Pfad zu, der hinunter zum Ufer führte.

„Lass dich nicht vom Mondschein verhexen, mein Freund!“, rief ihm der Herzog von Alzacar lachend hinterher. „Sonst werde ich beim nächsten Mal noch zu deiner Vermählung eingeladen!“

Sharif ignorierte diese Spitze. Mit einer erhobenen Hand gab er seinen Leibwächtern zu verstehen, dass sie sich im Hintergrund halten sollten. Wo war seine geheimnisvolle Elfe geblieben? Hatte er sie schon verloren? Oder sich alles nur eingebildet?

Da bemerkte er direkt vor sich eine Bewegung und atmete erleichtert aus. Sie war nur ein Stück weiter am Ufer entlanggegangen, und er folgte ihr lautlos. Ihr Gang war geschmeidig und elegant. Als er sie fast erreicht hatte, trat er versehentlich auf einen Ast, und sie fuhr erschrocken herum.

Schweigend sahen sie sich an.

Sie war nicht – wie er – in Weiß gekleidet, obwohl er das von Weitem angenommen hatte. Ihr Kleid war zartrosa, genau wie ihre Wangen, die einen starken Kontrast zu dem schwarzen Haar bildeten.

Sharif schätzte die junge Frau auf Anfang zwanzig, und aus der Nähe wirkte ihr Gesicht nicht im herkömmlichen Sinne hübsch, sondern eher markant und ausdrucksstark. Nur ihre Lippen waren weich und voll, und in ihren großen braunen Augen lag eine unbestimmte Weisheit, die er nicht richtig einordnen konnte.

Außerdem schwammen sie in Tränen.

„Wer sind Sie?“, wollte sie wissen.

Sharif blinzelte und zog die Stirn in Falten. „Sie kennen mich nicht?“

Sie schüttelte den Kopf. „Müsste ich das denn?“

Diese Frau stammte wirklich aus einer anderen Welt. Schließlich war der Emir von Makhtar – steinreicher Scheich und betörender Frauenheld – praktisch weltberühmt. Schon häufiger hatte Sharif mit seinem Gefolge an einem einzigen Abend in der Öffentlichkeit siebenstellige Summen ausgegeben, und er machte regelmäßig Bekanntschaft mit den schönsten Frauen dieser Erde. Nicht weniger als sechs Leibwächter hielten sich zu seinem Schutz permanent in seiner Nähe auf, und es kursierten die wahnwitzigsten Gerüchte über ihn.

Wusste sie tatsächlich nicht, mit wem sie es zu tun hatte? Oder gab sie das bloß vor, um sich wichtig zu machen? Misstrauisch kniff er die Augen zusammen und zuckte mit den Achseln. „Ich bin Gast auf dieser Hochzeit.“

„Ach so. Genau wie ich.“

„Wieso weinen Sie?“

„Tu ich nicht.“ Eine einsame Träne lief ihr über die Wange.

„Ach, nein?“

„Nein.“

Er legte den Kopf schief. „Sind Sie vielleicht in den Bräutigam verliebt? Weinen Sie deshalb?“

„Nein!“

„Viele Frauen sind es. Man erzählt sich, halb London war außer sich vor Liebeskummer, nachdem Cesare Falconeri seine Verlobung mit der Haushälterin bekannt gegeben hatte.“

„Emma ist meine Freundin!“

„Dann planen Sie also, sie zu hintergehen und ihn zu verführen, sobald die Flitterwochen vorbei sind?“

Sie starrte ihn an, als wäre er verrückt geworden. „Mit welcher Sorte Frau umgeben Sie sich eigentlich? Ich würde niemals … Ich könnte nie und nimmer …“ Kopfschüttelnd wischte sie sich die Tränen aus den Augen. „Ich freue mich für die beiden. Sie sind füreinander bestimmt.“

„Aha.“ Solche Statements langweilten ihn zu Tode. „Es geht demnach nicht um den Bräutigam. Sie weinen um einen anderen Mann.“

Er sah, wie sie die Zähne zusammenbiss.

„Nein.“

„Was ist es dann?“

„Das geht Sie überhaupt nichts an!“

Jetzt machte er einen Schritt auf sie zu und hörte, wie sie scharf den Atem einsog, während sie zurückwich. Gut so. Sie reagierte demnach genauso empfindsam auf ihn, wie er auf sie – trotz ihres vorlauten Mundwerks.

In ihrem Blick lag eine bemerkenswerte Tiefe, von der Sharif sich magisch angezogen fühlte. Als würden sich darin Geheimnisse verbergen, die es sich zu entdecken lohnte. Er wollte die Wärme ihrer Haut spüren … diese Frau bot ihm genau die Abwechslung, die er jetzt gerade brauchte.

Gekonnt setzte er sein gewinnendstes Lächeln auf. „Verraten Sie mir doch bitte, weshalb Sie Ihre kostbaren Tränen vergießen, Signorina“, bat er mit sanfter Stimme. „Verraten Sie mir, wieso Sie hier ganz allein am Ufer stehen!“

Sie öffnete den Mund und schloss ihn gleich wieder. Dann sah sie zur Seite. „Ich habe doch schon gesagt, ich weine nicht.“

„Und Sie haben behauptet, mich nicht zu kennen.“

„Korrekt.“

Nach der ersten Lüge fiel ihr die zweite offenbar nicht schwer. Gut zu wissen! Nachdenklich betrachtete er ihre aufregend kurvige Erscheinung. Das rosafarbene Kleid lag eng am Körper und brachte ihre Reize gut zur Geltung.

Die junge Frau errötete unter seinen Blicken, was sie noch begehrenswerter machte. Für Sharif stand fest, dass er sie erobern musste. Nicht nur, um sich von diesem Hochzeitszirkus abzulenken, sondern weil ihm schon seit etlichen Monaten eine gewisse Aufregung im Leben fehlte!

Ob sie nun wusste, wer er war, oder nicht. Mit ihr konnte man sich bestimmt hervorragend amüsieren, auch wenn sie optisch etwas von seinem gewöhnlichen Beuteschema abwich. Normalerweise verabredete er sich bevorzugt mit großen Blondinen. Aber diese unbekannte Schönheit am Seeufer stellte für ihn eine ganz besondere Verlockung dar.

„Es wird allmählich kühl“, bemerkte er und bot ihr seinen Arm an. „Lassen Sie uns zur Villa zurückkehren. Dann können wir unser Gespräch bei einem Glas Champagner fortsetzen.“

„Ich soll mit Ihnen zusammen etwas trinken?“

„Sie sind doch nicht etwa verlobt?“

Sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich bin nicht verlobt.“

„Das hätte ich auch nicht vermutet.“

Ihre Augen wurden schmal. „Wieso?“

„Dafür sind Sie nicht der Typ“, entgegnete er lächelnd.

Zu seiner Verwunderung machte sie diese Bemerkung wütend. Offenbar fühlte sie sich ernsthaft beleidigt.

„Und warum nicht?“, zischte sie gereizt.

Die Unterhaltung nahm eine Wendung, die ihm nicht passte. Schließlich wollte er seine kleine Elfe nach allen Regeln der Kunst verführen. Da war es strategisch unklug, sie vorher gegen sich aufzubringen.

Er runzelte die Stirn. „Warum regen Sie sich denn so auf? Habe ich etwas Falsches … ach, ich verstehe schon!“

„Ach ja?“

„Na, ich kenne zumindest den Grund, weshalb Sie hier am See allein sein wollten.“ Selbstsicher zog er die Augenbrauen hoch und nickte. „Ich hatte ganz vergessen, wie sensibel Frauen auf Hochzeitsfeiern reagieren. Wahrscheinlich haben Sie schon vorhin während der Zeremonie im Kerzenschein heimlich Tränen vergossen und vom Wunder der Liebe geträumt?“ Bei dem Wort Liebe bleckte er die Zähne, als hätte er einen bitteren Geschmack auf der Zunge. „Und zu Hause wartet wohl ein netter Bursche, von dem Sie sich einen Antrag erhoffen? Sie fühlen sich einsam, und das macht Sie gleichzeitig traurig und wütend. Sie sind es leid, auf Ihr Glück zu warten.“

Ruckartig drehte sie den Kopf zur Seite, als hätte er ihr eine Ohrfeige verpasst. „Sie irren sich, sogar...



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