E-Book, Deutsch, Band 2204, 144 Seiten
Reihe: Julia
Lucas Gewagtes Spiel um deine Liebe
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0219-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2204, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0219-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Wenn ich gewinne, gehörst du mir. Solange, wie ich es will.' Fürst Wladimirs Worte lassen Bree erschauern. Vor zehn Jahren hat der ebenso attraktive wie skrupellose Milliardär ihr bereits das Herz gestohlen, in dieser Nacht in Las Vegas will er noch um ihre Unschuld spielen. Doch sie hat keine Wahl. Um ihre Schulden begleichen zu können, muss sie sich auf die größte Wette ihres Lebens einlassen: Ihr Körper gegen eine Million Dollar! Gegen ihren Willen erfasst sie heiße Erregung, als sie unter Wladimirs kaltem unergründlichen Blick alles auf eine Karte setzt ...
Jennie Lucas wuchs umringt von Büchern auf! Ihre Eltern betrieben einen kleinen Buchladen und so war es nicht weiter verwunderlich, dass auch Jennie bald deren Leidenschaft zum Lesen teilte. Am liebsten studierte sie Reiseführer und träumte davon, ferne Länder zu erkunden: Mit 17 buchte sie ihre erste Europarundreise, beendete die Schule, begann zu studieren und reiste weiter ... Erst mit 22, als sie ihrem zukünftigen Ehemann begegnete, verspürte sie das erste Mal den Wunsch, seßhaft zu werden. Heute schreibt sie von all den Ländern, die sie bereist hat (oder noch gerne mit ihrem Mann und den beiden Kindern bereisen würde) und lässt ihre Leserinnen so an ihren Träumen teilhaben. Danke, Jennie!
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
„Bree, wach auf!“
Bree Dalton wurde unsanft aus dem Schlaf gerüttelt. Sie schrak hoch und blinzelte in der Dunkelheit.
Ihre sechs Jahre jüngere Schwester Josie saß auf der Bettkante. Im Mondlicht glitzerten Tränen auf ihren blassen Wangen.
„Was ist los?“ Bree setzte die nackten Füße auf die kalten Bodenfliesen, sofort bereit, den Kampf mit jedem Menschen aufzunehmen, der ihre kleine Schwester zum Weinen gebracht hatte.
Josie holte tief Luft.
„Diesmal habe ich es gründlich vermasselt.“ Sie wischte die Tränen weg. „Aber bevor du jetzt durchdrehst, sollst du wissen, dass ich alles in Ordnung bringen werde. Ich weiß auch schon, wie.“
Doch anstatt sich von dieser Ankündigung beruhigen zu lassen, stieg nun erst recht Angst in Bree hoch. Ihre zweiundzwanzigjährige Schwester hatte ein Talent dafür, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Außerdem trug sie, wie Bree feststellen musste, anstelle der grauen Uniform der Zimmermädchen des hawaiianischen Luxusresorts Hale Ka’nani eines der sexy Minikleider, die den Cocktailkellnerinnen des Hotels vorbehalten waren.
„Hast du an der Bar gearbeitet?“, fragte Bree scharf.
„Hast du mal wieder Angst, dass mich jemand angebaggert hat?“ Josie lachte verbittert. „Ich wünschte, das wäre das Problem.“
„Was ist es dann?“
Josie fuhr sich mit der Hand über die Augen. „Ich bin es so leid, Bree“, flüsterte sie. „Du hast alles aufgegeben, damit du dich um mich kümmern kannst. Mit zwölf hatte ich das vielleicht nötig, aber mittlerweile möchte ich dir wirklich nicht mehr zur Last fallen …“
„Als Last habe ich dich nie empfunden“, erwiderte Bree verletzt.
Josie starrte auf ihre gefalteten Hände. „Ich dachte, dies sei meine Chance, unsere Schulden zurückzuzahlen, damit wir aufs Festland zurückkönnen. Ich habe heimlich geübt und gedacht, dass ich gewinnen würde.“
Ein eisiger Schauer lief Bree über den Rücken.
„Du hast gepokert?“, fragte sie tonlos.
„Es hat sich zufällig ergeben.“ Josie atmete hörbar aus. „Ich war gerade dabei, den Ballsaal aufzuräumen, als Mr Hudson mir über den Weg lief. Er bot mir Geld, wenn ich bei seiner privaten Pokerpartie Getränke reichen würde. Ich wusste, dass du dagegen wärst, aber ich dachte, nur dieses eine Mal …“
„Ich habe dir doch gesagt, dass man ihm nicht trauen kann!“
„Es tut mir so leid“, rief Josie. „Als er mich einlud, am Pokertisch Platz zu nehmen, konnte ich nicht Nein sagen!“
Bree fuhr sich mit den Händen durchs lange blonde Haar. „Und dann?“
„Ich habe gewonnen“, entgegnete Josie trotzig. Dann schluckte sie schwer. „Am Anfang zumindest. Dann fing ich an zu verlieren. Zuerst waren es nur die Chips, die ich gewonnen hatte, dann war es unser Haushaltsgeld und schließlich …“
„… hat Mr Hudson freundlicherweise angeboten, dir so viel zu leihen, wie du brauchst“, beendete Bree den Satz.
Josie blickte erstaunt drein. „Woher weißt du das?“
Woher? Bree kannte Typen wie Greg Hudson, die andere Menschen nur als Spielfiguren einsetzten. In ihrem früheren Leben war sie dieser Sorte Männer zuhauf begegnet – doch dieses Leben hatte sie schon vor zehn Jahren hinter sich gelassen. Nachdem sie sich verliebt hatte und ihr Leben in einem Scherbenhaufen geendet war. Nachdem der Mann, den sie liebte, sie den Wölfen zum Fraß vorgeworfen hatte: eine Achtzehnjährige, elternlos und ohne einen Penny, die für ihre zwölfjährige Schwester sorgen musste.
Bree schloss die Augen. Allein bei dem Gedanken an den Hotelmanager mit den kalten Augen, dem jovialen Grinsen und dem bunten Hawaiihemd, das sich über dem dicken Bauch spannte, wurde ihr übel. In den zwei Monaten, die vergangen waren, seit die Dalton-Schwestern nach Hawaii gekommen waren, hatte sich Bree mehr als einmal gefragt, warum Mr Hudson sich die Mühe gemacht hatte, sie extra aus Seattle einfliegen zu lassen. Er selbst hatte zwar behauptet, ihre Zeitarbeitsfirma habe sie empfohlen, doch das klang wenig überzeugend. Es musste in Honolulu doch etliche Frauen auf Jobsuche geben.
Josie hatte sie ausgelacht und damit aufgezogen, dass sie wieder einmal alles „schwarzsehen“ würde. Aber während Bree die Badezimmer und Fußböden des Luxusresorts geputzt hatte, hatte das Rätsel sie nicht mehr losgelassen. Und dabei war ihre böse Vorahnung nur noch gewachsen.
Doch die unschuldige, vertrauensselige Josie mit ihrem naiven Blick auf die Welt erkannte nun einmal nicht, wenn jemand ein böses Spiel mit ihr trieb. Und sie hatte nie begriffen, warum Bree nach dem Tod des Vaters vor zehn Jahren das Pokern aufgegeben und darauf bestanden hatte, schlecht bezahlte Jobs anzunehmen, um aus dem Blickfeld der skrupellosen Gangster zu verschwinden. Josie hatte keine Ahnung, wie böse es in der Welt zugehen konnte.
Bree wusste das nur allzu gut.
„Glücksspiel zahlt sich nicht aus“, sagte sie jetzt betont ruhig. „Das solltest du allmählich begriffen haben.“
„Oh, doch, das tut es!“, erwiderte Josie erbost. „Vor zehn Jahren hatten wir haufenweise Geld.“ Sie wandte den Kopf und blickte wehmütig aus dem Fenster. „Ich dachte, wenn ich nur ein klein wenig mehr von dir und Dad hätte …“
„Du hast dir uns zum Vorbild genommen? Hast du den Verstand verloren?“, fuhr Bree sie an. „Die letzten zehn Jahre habe ich versucht, dir ein anderes Leben zu zeigen!“
„Meinst du etwa, das weiß ich nicht?“, rief Josie. „Du hast alles für mich geopfert.“
Bree holte tief Luft. „Das habe ich nicht nur für dich getan.“ Sie stand auf. „Wie viel hast du verloren?“
Josie blickte schweigend zu Boden. Draußen hörte man Seevögel schreien. Nach einer Weile sagte sie leise: „Hundert.“
Eine Zentnerlast fiel von Bree. Beinahe hätte sie vor Freude aufgeschrien. Sie hatte mit weit mehr gerechnet. Versöhnlich legte sie die Hand auf Josies Schulter. „Das kriegen wir schon hin. Wir sparen diesen Monat am Essen, dann haben wir das Geld bald zusammen. Aber lass dir das eine Lehre sein …“
Josie saß noch immer reglos da.
„Hunderttausend, Bree“, flüsterte sie. „Ich schulde Mr Hudson einhunderttausend Dollar.“
Für einen Moment begriff Bree nicht, was Josie soeben gesagt hatte. Dann starrte sie ihre Schwester fassungslos an.
Einhunderttausend Dollar.
Bree stand auf und begann nervös im Zimmer auf und ab zu laufen. Ihr schlimmster Albtraum war wahr geworden. Verzweifelt suchte sie nach einer Lösung.
„Du musst dir keine Sorgen machen!“, rief Josie. „Ich habe bereits einen Plan.“
Abrupt blieb Bree stehen. „Und zwar?“
„Ich werde das Land verkaufen.“
Ungläubig riss Bree die Augen auf.
„Wir haben keine andere Wahl“, fügte Josie hinzu. „Wir verkaufen, begleichen unsere Schulden bei den Männern, die hinter uns her sind. Dann bist du endlich frei …“
„Das Land wird treuhänderisch für dich verwaltet“, erwiderte Bree energisch. „Es geht erst in deinen Besitz über, sobald du fünfundzwanzig oder verheiratet bist. Also, denk nicht einmal daran.“
Verzweifelt schüttelte Josie den Kopf. „Aber ich weiß schon, wie …“
„Selbst wenn du einen Weg finden würdest, würde ich es verhindern“, unterbrach sie Bree. „Dad hat das Land nicht ohne Grund dem Treuhandverwalter anvertraut.“
„Weil er geglaubt hat, ich könnte damit nicht umgehen.“
„Nein, weil du vom ersten Tag deines Lebens an jedem Menschen blindlings vertraut hast und von jedem nur das Beste erwartest.“
„Du hältst mich für dumm und naiv.“
Bree zwang sich, Ruhe zu bewahren. „Das ist eine gute Eigenschaft“, erklärte sie ruhig. „Ich wünschte, ich hätte mehr davon.“
Tatsächlich meinte Bree das auch so. Schon immer hatte Josie mehr an andere als an sich selbst gedacht. Als Fünfjährige in Alaska war sie einmal davongestiefelt, um im Schnee nach der verschwundenen Nachbarskatze zu suchen. Die elfjährige Bree und ihr vor Sorge völlig aufgelöster Vater hatten zusammen mit einem halben Dutzend Nachbarn stundenlang die Straßen nach ihr abgesucht, bis sie Josie völlig durchgefroren im Wald gefunden hatten.
Damals wäre Josie beinahe umgekommen, während die vermisste Katze die ganze Zeit über in einer warmen Scheune gedöst hatte.
Bree atmete tief ein. Im Herzen ihrer kleinen Schwester war Platz für die ganze Welt. Deshalb brauchte sie jemanden, der nicht ganz so großherzig und unschuldig war. „Läuft das Spiel noch?“
„Ja“, gab Josie kleinlaut zurück.
„Wer sitzt mit am Tisch?“
„Mr Hudson und ein paar von den Villenbesitzern: Texas-Hut, Silicon Valley und Belgien-Bob“, zählte Josie auf, wobei sie die Spitznamen benutzte, die unter den Hotelangestellten kursierten. Dann kniff sie die Augen zusammen. „Und noch ein Mann, den ich nicht kannte. Gutaussehend, arrogant. Er hat mich aus dem Spiel gekickt.“ Ihr Blick verfinsterte sich. „Die anderen hätten mich länger mitspielen lassen, aber …“
„Du hättest nur noch mehr verloren“, antwortete Bree sachlich. Sie ging zum Schrank, öffnete die Tür und streifte ihr Nachthemd über den Kopf. Dann zog sie einen BH und ein schlichtes schwarzes T-Shirt an. „Und wir würden ihm statt einhunderttausend Dollar eine Million schulden.“
„Was macht das für einen Unterschied“,...




