E-Book, Deutsch, Band 2040, 144 Seiten
Reihe: Julia
Lucas Glaub an das Glück, Annabelle!
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86494-601-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2040, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86494-601-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Willkommen auf meiner Hazienda, Miss Wolfe.' Stefano Cortez' Worte sind wie ein Streicheln - als würden seine Lippen Annabelle zart liebkosen. Plötzlich fühlt die schöne Fotografin sich unglaublich ... weiblich. Und gefährlich verletzlich. Ihr Körper scheint in Flammen zu stehen. Aber nach dem, was sie durchgemacht hat, darf sie niemanden an sich heranlassen - schon gar nicht einen Playboy wie Stefano! Verzweifelt wünscht sie sich, die gefühllose Eisprinzessin zu sein, für die alle sie halten. Denn wenn Stefano ihr wahres Ich hinter der Maske entdeckt, ist sie verloren ...
Jennie Lucas wuchs umringt von Büchern auf! Ihre Eltern betrieben einen kleinen Buchladen und so war es nicht weiter verwunderlich, dass auch Jennie bald deren Leidenschaft zum Lesen teilte. Am liebsten studierte sie Reiseführer und träumte davon, ferne Länder zu erkunden: Mit 17 buchte sie ihre erste Europarundreise, beendete die Schule, begann zu studieren und reiste weiter ... Erst mit 22, als sie ihrem zukünftigen Ehemann begegnete, verspürte sie das erste Mal den Wunsch, seßhaft zu werden. Heute schreibt sie von all den Ländern, die sie bereist hat (oder noch gerne mit ihrem Mann und den beiden Kindern bereisen würde) und lässt ihre Leserinnen so an ihren Träumen teilhaben. Danke, Jennie!
Weitere Infos & Material
2. KAPITEL
Annabelle Wolfe zu verführen, würde nicht so einfach sein, wie er es sich vorgestellt hatte. Ist das nicht mit allen herausfordernden und lohnenden Dingen im Leben so? dachte Stefano mit einer Mischung aus Zynismus und Amüsement, während er mit seinem Gast im Gefolge die schattige Eingangshalle durchquerte. Abgesehen davon lohnte es sich ohnehin nur, um etwas zu kämpfen, das unerreichbar schien. Wo bliebe sonst der Reiz?
„Jeder von uns hat es versucht und ist gescheitert“, hatte Afonso Moreira ihm heute Morgen am Telefon entnervt gestanden. „Sie ist ein Eisberg!“
„Ihr habt einfach die falsche Taktik angewendet“, hatte Stefanos verächtliche Antwort gelautet.
„Von wegen! Ich habe ganz tief in meine Trickkiste gegriffen, aber diese Frau ist immun. Eine harte Nuss, die kein Mann knacken kann. Auch du nicht, Cortez.“
„Ich kriege jede Frau rum“, kam es arrogant zurück. „Das hast du selbst gesagt.“
Der ältere Pferdezüchter und Lebemann lachte rau. „Ich glaube, Annabelle Wolfe ist genau das, was du brauchst, mein Junge. Die Eiskönigin wird dich kalt abfahren lassen, Cortez, und ich werde auf deine Niederlage trinken!“
Um Stefanos Lippen spielte ein Siegerlächeln, als er über die Schulter zu der schönen englischen Fotografin schaute, die ihm stumm folgte und den Blick fest auf den Boden heftete. Offenbar hielt sie ganz bewusst Abstand, um jede zufällige Berührung von vornherein auszuschließen.
Nein, sie zu verführen, würde nicht einfach sein.
Die faszinierende Miss Wolfe war ein scheues Wild, das bereits ausgesprochen geschickten und ambitionierten Jägern entkommen war. Laut Hörensagen war es bisher nur wenigen Männern gelungen, sich den Weg in ihr Bett zu erkämpfen. Davon war ihr Tutor und Förderer, der prominente Fotograf Patrick Arbuthnot, der bekannteste. Vor einigen Jahren hatte Stefano ihn als Gast eines Charity Events auf Santo Castillo begrüßt. Damals hatte Arbuthnot sich großspurig als Eroberer der uneinnehmbaren Festung ausgegeben und in höchsten Tönen von Annabelles umwerfendem Körper und ihrer mitreißenden Leidenschaft geschwärmt.
Die Eisprinzessin …
Jetzt, da er sie live vor Augen hatte, verstand Stefano den Spitznamen noch weniger als zuvor. Zugegeben, auf den ersten Blick mochte sie kühl und unnahbar wirken, und wenn er eine Farbe für Annabelle Wolfe hätte wählen müssen, würde er sich für Grau entscheiden. Silbergrau, wie die Schatten an einem frühen Morgen oder das Zwielicht an einem frostigen Wintertag.
Doch aus der Nähe wirkte sie unglaublich lebendig und natürlich. Sie trug zwar Make-up, verzichtete aber auf Mascara und Lippenstift. Seltsam. Ihre Wimpern waren lang, seidig und blond wie die Augenbrauen und das üppige Haar, das weit über die Schultern reichte. Sie war groß, schlank und ausgesprochen attraktiv, ohne dass man hätte sagen können, worauf ihre ungewöhnliche Schönheit wirklich beruhte.
Aber eisig? Kalt? Niemals!
Kratzbürstig und anmaßend war Annabelle Wolfe. Obwohl ihr Körper …
Stefano verstand ihn ohne Worte. Ihm war weder die aufsteigende Röte am Hals und auf den Wangen der schönen Fotografin entgangen noch das verräterische Zittern, als er die Hand nach ihrer Tasche ausgestreckt hatte.
Die kühle Reserviertheit war nur vorgeschoben, und er konnte es kaum abwarten herauszufinden, wie heiß und wild Annabelle Wolfe wirklich war, wenn sie ihren Widerstand aufgab. Nach langer Zeit spürte Stefano endlich wieder so etwas wie Jagdfieber in sich aufsteigen. Möglicherweise würde diese spröde Schöne nicht gleich in dieser Nacht sein Bett teilen und auch nicht in der nächsten. Aber genau diese Aussicht reizte ihn.
Das ließ auf eine interessante kurzweilige Woche hoffen, was ihm sehr entgegenkam. Wie jedes Jahr überfiel ihn schon jetzt der Horror, sobald er an die Invasion dachte, die sein Anwesen in den nächsten Tagen heimsuchen und umkrempeln würde. Erst die Eventplaner, dann die versnobten oberen Zehntausend und ihre juwelenbehängten Begleiterinnen.
Dabei hielt Stefano das alljährliche Poloturnier mit anschließendem Festball an sich für eine gute Sache. Der Erlös diente dazu, die Armut und Not in den umliegenden Dörfern zu lindern. Trotzdem kostete es ihn immer wieder große Überwindung, Tür und Tor für die Celebrities zu öffnen.
Diesmal würde er einfach an Annabelle denken. Ihren reizvollen Körper im Halbschatten der weitläufigen Halle mit den Augen abzutasten, verschaffte ihm schon vorab einen nicht unbeträchtlichen Genuss und verursachte ein heftiges Ziehen in seinen Lenden, das ihm ein wölfisches Lächeln entlockte.
Stefano blieb stehen. „Was halten Sie von einer spontanen Besichtigungstour?“, fragte er seinen Gast.
Annabelle schaute ihn verwirrt an. „Während Sie mein ganzes Gepäck mit sich herumschleppen?“
Ihr Gastgeber zuckte nur lässig mit den Schultern. „Und?“
„Ihre Entscheidung“, erwiderte sie kühl. „Ich habe nichts dagegen. Allein um nicht in diesem Riesenhaus verloren zu gehen. Aber machen Sie’s kurz.“
Sein Lächeln wurde breiter. Ihr spröder Tonfall konnte ihn nicht täuschen. Er sah die steifen Schultern und das Zittern ihrer Hände. Unter der rauen Schale verbarg sich eine Sleeping Beauty, die darauf wartete, geweckt zu werden, dessen war er ganz sicher.
Um seine Annahme bestätigt zu sehen, legte er wie zufällig eine Hand auf ihren sehr geraden Rücken und registrierte zufrieden, wie sie scharf den Atem einsog und zur Seite auswich. Dann warf Annabelle Wolfe ihm einen wilden Blick aus silbergrauen Augen zu, der alles andere als kalt war.
Vielleicht würde er doch nicht bis morgen Nacht warten müssen.
„Hier entlang, Miss Wolfe“, murmelte er mit Unschuldsmiene.
Wieder rückte sie ihre Kameratasche auf der Schulter zurecht. „Sie sind der Tour-Guide, also gehen Sie auch vor.“
Keine Frage, dass sie jeder noch so flüchtigen Berührung ausweichen wollte. Selbst der kühle Businessanzug wirkte irgendwie abweisend, doch das war alles nur Tarnung. Nie zuvor hatte Stefano eine Frau gesehen, die dringender geküsst werden musste als Annabelle Wolfe.
Er wollte … nein, er musste sie haben!
Doch leicht würde es nicht sein, da gab er Afonso Moreira innerlich recht. Diese Frau würde sich nicht widerstandslos ergeben, dafür war sie viel zu sehr auf der Hut. Ging er zu offensiv vor, schlug er sie unter Garantie in die Flucht. Darum der Trick mit dem angeblichen Desinteresse von seiner Seite.
Sie entsprechen einfach nicht meinem bevorzugten Beuteschema …
Das war nicht einmal eine Lüge gewesen. Der von ihm favorisierte Frauentyp war in drei Worten zu beschreiben: attraktiv, unkompliziert und willig. Eine hübsche Touristin, die ihm auf dem Markplatz des Nachbarorts über den Weg lief. Eine französische Charity-Lady oder New Yorker Debütantin, die er höchstens einmal im Jahr oder noch besser nie wiedersah.
Annabelle Wolfe hingegen war ein Solitär. Er musste sie einfach haben!
„Dies ist der große Salon“, erklärte er im Ton eines Reiseführers und genoss das helle Klack-Klack ihrer High Heels in seinem Rücken, als sie eine offene Doppelflügeltür passierten. „Gleich dahinter schließt sich die Bibliothek an, und durch den Gang auf der anderen Seite gelangt man in den Küchentrakt.“
„Ich bin beeindruckt“, murmelte sie nicht ohne eine Spur Sarkasmus in der Stimme. „Werde ich einen Lageplan brauchen?“
Stefano wandte sich ihr zu und betrachtete sie aufmerksam. „Ich glaube nicht“, erwiderte er völlig ernst. „Sie reisen doch viel und haben sicher schon beeindruckendere Anwesen gesehen.“
„Das stimmt allerdings“, gab sie zu.
„Haben Sie auch ein Zuhause?“
„London.“ Es hörte sich an, als widerstrebe es ihr zutiefst, ihm auch nur einen winzigen Einblick in ihr Privatleben zu geben, was Stefano natürlich reizte.
„Und wie oft sind Sie zu Hause?“
„Für mich ist die ganze Welt mein Zuhause.“
Er seufzte theatralisch. „Wie traurig sich das anhört …“
Ihre grauen Augen glitzerten. „In den letzten Monaten bin ich durch ganz Europa gereist und habe die größten Gestüte besucht“, informierte sie ihn nüchtern. „Auf Ihr Anwesen war ich besonders neugierig, weil man es mir als das größte und eindrucksvollste beschrieben hat. Bisher habe ich davon nur leider noch nicht viel gesehen.“
Der Pfeil traf ins Schwarze, und das war auch ihre Absicht gewesen. Sie hasste es, ausgefragt zu werden, und hatte sich angewöhnt, den Spieß einfach umzudrehen, wenn ihre Privatsphäre auch nur im Leisesten bedroht schien.
Ihre Blicke trafen sich, und sie fuhr unbeirrt fort. „Im Vergleich zu Ihren Konkurrenten verlangen Sie für Ihre Tiere das Doppelte, wie ich gehört habe. Oft verweigern Sie interessierten Kunden einen Kauf auch ganz. Offenbar gefällt es Ihnen, potenzielle Käufer durch brennende Reifen springen zu lassen.“
„Meine Pferde sind im Grunde genommen unbezahlbar. Wer sie besitzen will, muss sich dafür qualifizieren. Und das ist keine Frage des Geldes.“
Annabelle lachte leise. „Trotzdem verlangen Sie ein Vermögen. Vielleicht sind sie es ja tatsächlich wert …“
„Oder?“, fragte er scharf.
„Oder Sie sind ein brillanter Spieler, der den Trick raushat,...




