E-Book, Deutsch, Band 303, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Lucas / Hannay / Parv Julia Extra Band 303
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-504-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wie ein Licht am Horizont / Wilde Küsse, weites Land / Zurück auf der Insel der Liebe / Heisser Karneval in Rio /
E-Book, Deutsch, Band 303, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-86295-504-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
WIE EIN LICHT AM HORIZONT von LAWRENCE, KIM
Wer ist die betörende Fremde, die in nur einer einzigen Liebesnacht das Dunkel seines Herzens erhellte? Cesare Brunelli befürchtet, es nie zu erfahren. Seit der Milliardär bei einem Unfall das Augenlicht verlor, lebt er völlig zurückgezogen. Wie soll er seine Geliebte je wiederfinden?
WILDE KÜSSE, WEITES LAND von HANNAY, BARBARA
Kate ist zurück in Australien! Jahre ist es her, dass Noah die schöne Engländerin zum letzten Mal sah - und zum ersten Mal küsste. Sofort sprühen wieder sinnliche Funken zwischen ihnen. Doch kann ausgerechnet eine Städterin wie sie ihm helfen, seine Farm im Outback zu retten?
ZURÜCK AUF DER INSEL DER LIEBE von PARV, VALERIE
Ein paradiesisches Inselreich im Pazifik: Hier begegnet die junge Kirsten zum ersten Mal dem faszinierenden Vicomte de Aragon. Wie magisch fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Dabei will sie ihn doch verabscheuen! Denn eiskalt brach der Playboy ihrer Schwester einst das Herz ...
HEISSER KARNEVAL IN RIO von LUCAS, JENNIE
Die hübsche Ellie wird entführt - von ihrem eigenen Boss. Nach einer leidenschaftlichen Affäre beim Karneval in Rio verlangt der gefährlich attraktive Geschäftsmann Diogo Serrador plötzlich von ihr: Heirate mich! Aber von Liebe spricht er nicht ...
Jennie Lucas wuchs umringt von Büchern auf! Ihre Eltern betrieben einen kleinen Buchladen und so war es nicht weiter verwunderlich, dass auch Jennie bald deren Leidenschaft zum Lesen teilte. Am liebsten studierte sie Reiseführer und träumte davon, ferne Länder zu erkunden: Mit 17 buchte sie ihre erste Europarundreise, beendete die Schule, begann zu studieren und reiste weiter ... Erst mit 22, als sie ihrem zukünftigen Ehemann begegnete, verspürte sie das erste Mal den Wunsch, seßhaft zu werden. Heute schreibt sie von all den Ländern, die sie bereist hat (oder noch gerne mit ihrem Mann und den beiden Kindern bereisen würde) und lässt ihre Leserinnen so an ihren Träumen teilhaben. Danke, Jennie!
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1. KAPITEL
Samantha ließ einen tiefen Seufzer hören. „Reiß dich jetzt bloß zusammen!“, ermahnte sie sich selbst, und steuerte entschlossen auf die junge Frau hinter dem gläsernen Empfangstresen zu, die mit ihrer platinblonden Mähne und den fraulichen Kurven genau der Typ war, von dem sich jeder Mann wie magisch angezogen fühlte.
Dagegen hatten rothaarige Kumpeltypen mit Sommersprossen natürlich nicht die geringste Chance – zumindest nach Sams Erfahrung. Obwohl sie eine Zeit lang wirklich geglaubt hatte, bei Will wäre das anders. Bis zu dem Tag, als sie nach Hause kam und ihren Verlobten mit einer dieser spektakulären Blondinen im Bett erwischte.
Normalerweise wurde Sam bei der Erinnerung daran von heftiger Übelkeit heimgesucht, wobei sich ihr sensibler Magen von innen nach außen zu stülpen drohte. Heute ausnahmsweise nicht. Allerdings nur, weil ihr Magen sich vor lauter Panik wie eine Faust zusammengeballt hatte.
Lange dichte Wimpern berührten ihre hohen Wangenknochen, als sie die Augen schloss und noch einmal tief durchatmete, um ihr wildes Herzklopfen zu mindern. Dann hob sie tapfer die Lider, reckte das Kinn vor und zwang sich zu einem Lächeln.
Mehrere Stunden lang hatte sie geübt, sich so zu verhalten, als sei es das Natürlichste auf der Welt, voller Dynamik in die Hauptzentrale eines multinationalen Konzerns zu rauschen und den Mann an der Spitze zu verlangen.
Ein flüchtiger Seitenblick auf ihr Konterfei, zurückgeworfen von einer deckenhohen Spiegelwand, belehrte sie eines Besseren. Sie hatte nicht die geringste Chance! Dennoch zwang sie das Lächeln energisch auf die Lippen zurück und räusperte sich.
Damit gelang es ihr endlich, die Aufmerksamkeit der rassigen Rezeptionistin auf sich zu ziehen. Allerdings nur eine Sekunde, weil sich in diesem Moment die gläsernen Fahrstuhltüren links neben ihnen öffneten und eine weitere atemberaubende Blondine in einem roten Minikleid den Lift verließ.
Das Mädchen hinter dem Glastisch starrte sie ebenso ungeniert an wie Sam und die Paparazzi, die plötzlich wie aus dem Nichts auftauchten und ein Foto nach dem anderen schossen. Die auffallende Schönheit schien völlig unbeeindruckt von dem Blitzlichtgewitter und der Fragenflut zu sein, mit denen die Reporter sie bombardierten. Sie präsentierte ihnen ihre strahlend weißen Zähne in einem hinreißenden Lächeln und ließ keinen Zweifel daran, dass sie ihr Handwerk immer noch perfekt beherrschte, auch wenn sie das Model-Leben inzwischen gegen eine Hollywoodkarriere eingetauscht hatte.
Begleitet wurde sie von zwei bulligen Bodyguards. Auf ihrem Weg durch das elegante Foyer blieb sie ab und zu stehen, um für die Fotografen zu posieren, während sie die am meisten gestellte Frage, ob Cesare und sie wieder zusammen seien, mit einem stereotypen „kein Kommentar“ beantwortete.
Während sich die gläserne, vollautomatische Eingangstür hinter dem Starlet und der Pressemeute schloss, hingen in der Luft immer noch der Duft ihres schweren Parfüms und die unbeantwortete Frage der Reporter.
Und Sam fühlte sich in ihrer bangen Ahnung bestätigt, dass sie sich keinen ungünstigeren Zeitpunkt für ihr Kommen hätte aussuchen können als diesen Moment.
Was sie Cesare Brunelli zu sagen hatte, würde jeden Mann schockieren. Aber dann auch noch zu einem Zeitpunkt, wo er sich gerade wieder mit der Liebe seines Lebens ausgesöhnt hatte …
Sam seufzte und versuchte, das Bild der attraktiven Schauspielerin aus ihrem Kopf zu verbannen. Sie hatte schließlich nicht die Absicht, mit ihr um die Aufmerksamkeit oder Gunst des Italieners zu konkurrieren. Und schon gar nicht interessierte sie sich für Cesares Liebesleben oder wollte etwa daran teilhaben! Das musste sie ihm als Allererstes klarmachen!
Sie würde ihm die Nachricht überbringen, auf dem Absatz umdrehen und gleich wieder gehen. Damit war der Ball übers Netz gespielt und auf seiner Seite. Und sollte Cesare Brunelli sich dafür entscheiden, ihn nicht anzunehmen … umso besser!
Also: Jetzt oder nie!
Sam verzog das Gesicht, als sich ihre neuen Designerschuhe schmerzhaft in Erinnerung brachten. Ein Schnäppchenkauf, aber bedauernswerterweise eine halbe Nummer zu klein. Doch das Selbstvertrauen, das ihr die mörderisch hohen Absätze verliehen, war nicht zu unterschätzen.
„Ich bin …“ Sie stockte bei dem Versuch, sich der betont kühl dreinschauenden Empfangsdame vorzustellen. Und schlagartig wurde ihr Selbstvertrauen von einer Panikwelle hinweggespült.
Ja, wie sollte sie überhaupt erklären, wer sie war?
Hallo, ich bin Sam. Aber das wird weder Ihnen noch Ihrem Boss etwas sagen, weil der meinen Namen auch nicht kennt. Er weiß vermutlich nicht einmal meine Augenfarbe oder dass ich von Sommersprossen förmlich übersät bin und mein Haar kupferrot ist. Aber angesichts der Umstände halte ich es zumindest für ein Gebot der Höflichkeit, ihm mitzuteilen, dass ich sein Kind unter dem Herzen trage …
Automatisch wurden Sam wieder einmal ihre unterschiedlichen Lebensumstände bewusst, die kaum krasser sein konnten.
Auf der einen Seite ein millionenschwerer italienischer Geschäftsmann, auf der anderen Seite ein junges Mädchen, das keinen Monat mit ihrem knappen Budget auskam. Wahrscheinlich hatte sie in ihrem ganzen bisherigen Leben nicht so viel verdient, wie Cesare Brunelli innerhalb von fünf Minuten. Doch zumindest beruflich ging es für Sam momentan steil bergauf.
Vier langweilige Jahre war sie bei der Lokalzeitung einer schottischen Kleinstadt, ihrem Geburtsort, angestellt gewesen und hatte literweise Tee für die gesamte Belegschaft kochen müssen, ehe sie die Sparte „Hochzeiten und Kirchenfeste“ journalistisch betreuen durfte.
Und jetzt war ihre harte Arbeit endlich belohnt worden: Seit Kurzem hatte sie einen Job bei einer bekannten Londoner Tageszeitung. Ein ziemlich untergeordneter Job, aber immerhin!
„Heute bieten sich einem als Frau ganz andere Chancen als in meiner Jugend“, hatte ihr eine etablierte ältere Journalistin wie ein Geheimnis anvertraut. „Und du besitzt Talent, mein Kind.“ Sam war vor Stolz rot angelaufen. „Aber du musst immer mindestens hundert Prozent geben, wenn die Leute dich ernst nehmen sollen, und so ehrenwert Skrupel auch sein mögen, ist es weit besser, sich relativ … flexibel zu zeigen, wenn du verstehst, was ich damit meine …“
Nicht ganz sicher, ob sie wirklich verstehen wollte, hatte Sam langsam genickt und auch noch den letzten Rat der älteren Kollegin aufmerksam entgegengenommen.
„Ach ja … und wenn dir etwas an deiner Karriere liegt, dann mach nicht den Fehler, laut herauszuposaunen, dass du dich nach einer dauerhaften Beziehung oder gar einer eigenen kleinen Familie sehnst. Das wäre beruflicher Selbstmord.“
Und was ist mit einem Baby?
Sam hatte sich noch immer nicht ganz an die bevorstehende, radikale Veränderung in ihrem Leben gewöhnt, wobei es ihr aber nie in den Sinn gekommen wäre, das Baby aus irgendeinem Grund nicht haben zu wollen. Neben Angst und Panik vor dem, was auf sie zukommen würde, fühlte sich alles irgendwie richtig an.
Ein Gefühl, das der werdende Vater möglicherweise nicht mit ihr teilen würde … Doch egal, ob er sich für oder gegen das Baby entschied, er hatte ein Recht darauf, von ihrer Schwangerschaft zu erfahren. Sie selbst wusste auch erst seit zwei Wochen davon. Eine ziemlich kurze Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, bald Mutter zu sein. Irgendwie hatte die ganze Situation etwas Unwirkliches an sich.
Wahrscheinlich wurde es besser, wenn man erst das neue Leben in sich spüren konnte.
Gegen mögliche Schwierigkeiten von Cesare Brunellis Seite war Sam bereits gestählt. Egal, ob ihn vorrangig Ärger, Misstrauen oder Ablehnung bewegen würden, in ihrem Innern hatte sich eine gewisse Gelassenheit ausgebreitet, von der sie bisher nicht wusste, dass sie dazu überhaupt fähig war. Vielleicht war es ja auch nur eine Art Schocksyndrom? Egal, heute würde es ihr in jedem Fall helfen.
Die blonde Rezeptionistin schien den furiosen Abgang der Hollywood-Diva endlich einigermaßen verdaut zu haben, und räusperte sich nun ihrerseits, womit sie Sam aus ihren Tagträumen riss.
„Miss …?
„Ich bin … Samantha Muir und …“
„Achter Stock, erste Tür links.“
Sam runzelte verwirrt die Stirn. „Bitte?“
„Achter … erste links …“, wiederholte die Blondine akzentuierter, ohne Augenkontakt mit ihr aufzunehmen.
„Achter, erste links?“, echote Sam einigermaßen geschockt, weil sie sich weder ausweisen, noch einen Grund für ihren Besuch angeben musste. Die Frau wollte offensichtlich, dass sie einfach so, ohne Voranmeldung in das Büro des Chefs reinplatzen sollte. Was hielt sie also davon zurück?
Mit einem Anflug von Ungeduld wedelte die Rezeptionistin mit ihren blutrot lackierten Nägeln in Richtung der Fahrstühle und wandte sich dann dem Telefon zu, das in diesem Moment klingelte.
Das ist zu einfach! schoss es Sam durch den Kopf. Aber warum sollte sie zur Abwechslung nicht auch einmal Glück haben? Also hob sie das Kinn, zauberte erneut ein Lächeln auf ihr blasses Gesicht, schwebte mit dem Luxuslift lautlos zum achten Stock empor und marschierte, ohne anzuklopfen, durch die avisierte Tür.
Der Raum dahinter war viel kleiner als erwartet und ziemlich spärlich eingerichtet. Das einzige echte Büromöbel war ein schmaler Schreibtisch, der...




