E-Book, Deutsch, Band 192020, 144 Seiten
Reihe: Julia
Lucas Heiße Leidenschaft in deinen Armen
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1442-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 192020, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1442-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sie trägt sein Kind unter dem Herzen! Graf Alex Falconeri ist schockiert, als die betörende Amerikanerin Rosalie mit dieser Nachricht in seinem Palazzo in Venedig auftaucht. Unmöglich, dass er sie wieder gehen lässt! Eine Hochzeit ist die einzige Möglichkeit für den stolzen Italiener, das Kind für sich zu beanspruchen. Seine Gefühle will der unnahbare Business-Tycoon sorgfältig unter Verschluss halten, nachdem er von seiner ersten Ehefrau schändlich betrogen wurde. Doch kann er Rosalies Sinnlichkeit auf Dauer widerstehen?
Jennie Lucas wuchs umringt von Büchern auf! Ihre Eltern betrieben einen kleinen Buchladen und so war es nicht weiter verwunderlich, dass auch Jennie bald deren Leidenschaft zum Lesen teilte. Am liebsten studierte sie Reiseführer und träumte davon, ferne Länder zu erkunden: Mit 17 buchte sie ihre erste Europarundreise, beendete die Schule, begann zu studieren und reiste weiter ... Erst mit 22, als sie ihrem zukünftigen Ehemann begegnete, verspürte sie das erste Mal den Wunsch, seßhaft zu werden. Heute schreibt sie von all den Ländern, die sie bereist hat (oder noch gerne mit ihrem Mann und den beiden Kindern bereisen würde) und lässt ihre Leserinnen so an ihren Träumen teilhaben. Danke, Jennie!
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1. KAPITEL
Panik, Angst, bittere Reue – das war es, was Rosalie Brown empfand, als sie an sich hinabsah. Sie war im siebten Monat schwanger, und der Babybauch war unübersehbar.
Sie atmete tief durch. Sie hatte geglaubt, als Leihmutter einem kinderlosen Ehepaar helfen zu können. Ernsthaft hatte sie sich eingeredet, sie würde es schaffen, das Baby nach neun Monaten freudig seinen wahren Eltern zu übergeben.
Wie dumm sie gewesen war.
Tränen brannten in ihren Augen, und sie schlang schützend die Arme um den Leib.
Sieben Monate trug sie das Kind nun schon unter dem Herzen, sie spürte seine Tritte und wie es sich bewegte. Sie hatte Ultraschalluntersuchungen gehabt und sich angewöhnt, während ihrer langen Spaziergänge entlang der San Francisco Bay mit dem Jungen zu sprechen, morgens und abends, bei Regen und bei Sonnenschein. Als der Winter die Bucht verlassen und der Frühling Einzug gehalten hatte, war die Liebe zu diesem Kind ins Unermessliche gewachsen.
Es war einfach passiert.
Ohne dass sie es gewollt hatte.
Mit einem Blinzeln versuchte Rosalie, die Tränen zu vertreiben. Als sie die Anzeige gesehen hatte, mit der das Kinderwunschzentrum Leihmütter suchte, war sie an einem Tiefpunkt gewesen. Nie wieder würde sie nach Hause zurückkehren können. Ihr war das Inserat wie ein Wunder erschienen, bot es ihr doch nicht nur die Möglichkeit, ihre Miete in den nächsten Monaten zahlen zu können, sondern auch, etwas wahrhaft Gutes zu tun. Es war ihr wie die beste Art – nein, die einzige – erschienen, über ihre quälenden Schuldgefühle und den furchtbaren Verlust hinwegzukommen.
Also hatte sie sich mit einer Klientin des Zentrums getroffen, einer eleganten, schönen Italienerin, die mit Tränen in den Augen erzählt hatte, wie sehr ihr Mann sich ein Kind wünschte. „Bitte“, hatte sie mit rauchiger Stimme und markantem Akzent geflüstert, „Sie sind die Einzige, die uns helfen kann.“ Zum ersten Mal seit Monaten hatte Rosalie nicht an ihre eigene Verzweiflung gedacht und den Leihmuttervertrag noch am selben Tag unterschrieben.
Erst nach einiger Zeit, als der Nebel ihrer Trauer sich zu lichten begonnen hatte, waren ihr Zweifel gekommen. Sie hatte begriffen, dass sie ihr eigenes Kind hergeben müsste, das sie nicht nur austragen würde, sondern dessen leibliche Mutter sie auch wäre. Sicher, sie würde das Kind in einer Klinik auf künstlichem Weg empfangen und hatte den Vater noch nicht kennengelernt, aber es wäre noch immer ihr Kind.
Nach der ersten Befruchtung hatte Rosalie erkannt, dass sie einen furchtbaren Fehler gemacht hatte. Niemals würde sie ihr Kind weggeben können.
Doch da war es bereits zu spät gewesen.
Sie war schwanger. Nach dem ersten Versuch. Und sie hatte einen Vertrag unterschrieben, der sie dazu zwang, sich nach der Geburt von ihrem Baby zu trennen.
Die vergangenen sieben Monate hatte Rosalie sich einzureden versucht, es sei nicht wirklich ihr Kind, sondern das von Chiara Falconeri und ihrem Mann Alex.
Doch alles in ihr – ihr Herz, ihr Körper und ihre Seele – rebellierte gegen diese Vorstellung, bis sie es nicht länger ausgehalten hatte. Und so hatte sie zum ersten Mal in ihrem Leben einen Reisepass beantragt, ihn letzte Woche abgeholt und einen Flug nach Europa gebucht.
In Venedig angekommen kam der Plan ihr allerdings reichlich verrückt vor. Wie sollte es ihr jemals gelingen, das italienische Ehepaar dazu zu bringen, den Vertrag aufzulösen und ihr das Kind zu überlassen?
„Signora?“
Sie sah zu dem lächelnden jungen Italiener auf, der ihr eine Hand hinhielt, um ihr beim Aussteigen aus dem Wasserbus zu helfen, der sie vom Flughafen Marco Polo über die Lagune hierhergebracht hatte. Dankend nahm sie seine Hilfe an. Ein warmer Windstoß blähte ihr gelbes Sommerkleid auf, das durch den vierzehn Stunden langen Flug, den sie eingequetscht auf einem Mittelplatz verbracht hatte, völlig zerknittert war.
Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend folgte Rosalie dem Touristenstrom, den der Wasserbus entlassen hatte, in die Stadt, vorbei an den Terrassen einladender Cafés und an kleinen Geschäften, in denen buntes Glas und venezianische Masken verkauft wurden. Sie nahm sich einen Moment Zeit, die Bilder auf sich wirken zu lassen – Venedig, Stadt der Träume, La Serenissima.
Sie selbst war auf einer kleinen Farm im Norden Kaliforniens aufgewachsen; später war sie ins nahe gelegene San Francisco gezogen, um dort zu arbeiten. Sie hätte nie gedacht, einmal ans andere Ende der Welt zu reisen, und war nun völlig überwältigt von den bezaubernden Renaissancebauten, den romantischen Balkonen und dem Wasser in den Kanälen, das in der warmen italienischen Sonne glitzerte.
Rosalie kniff die Augen zusammen und schüttelte seufzend den Kopf. Sie war nicht als Touristin hier, sondern einzig, um ein Ziel zu erreichen: Sie wollte ihr Baby behalten.
Es musste ihr gelingen, die beiden zu überzeugen. Alles andere war undenkbar. Entschlossen studierte sie den Stadtplan auf ihrem Smartphone, und während die Touristen in Richtung Süden zum Markusplatz strömten, bog Rosalie in eine kleine Gasse ein und überquerte den Anweisungen ihres Handys folgend eine schmale Brücke, bis sie schließlich die ruhige Piazza di Falconeri erreicht hatte.
Sie blieb vor einer hohen Steinmauer mit einem schmiedeeisernen Tor stehen und blickte in einen Hof voller blühender Topfpflanzen und üppig grüner Bäume. Fast verborgen lag dahinter ein alter Palazzo. Sie hatte ihr Ziel erreicht. Einen Moment lang wurden ihr die Knie weich, doch dann rückte sie entschlossen ihre Reisetasche zurecht und drückte auf den Klingelknopf.
Eine kühle Stimme drang aus der Gegensprechanlage. „Sì?“
„Äh … Ich würde gerne mit Mr. und Mrs. Falconeri sprechen.“
„Mr. Falconeri?“ Der Mann klang indigniert und sprach mit einem Akzent, der Rosalie an den Butler in der Fernsehserie Downton Abbey erinnerte. „Haben Sie einen Termin?“
„Nein, aber die beiden werden mich empfangen wollen.“ Das hoffte sie jedenfalls.
Sie vernahm ein Schnauben. „Und wer sind Sie?“
„Ich heiße … Ich heiße Rosalie Brown. Ich bin die Leihmutter der beiden. Ich trage ihr Kind in mir.“
Am anderen Ende der Sprechanlage herrschte tiefstes Schweigen.
„Hallo?“, versuchte Rosalie es schließlich. „Ist da jemand?“ Keine Antwort. „Bitte! Ich bin extra aus Kalifornien hierhergekommen. Fragen Sie doch bitte Mrs. Falconeri. Sie kann alles erklären …“
Ein Summen ertönte, und das Tor sprang auf. Rosalie schluckte und trat ein.
Ruhig und sattgrün, schien der Hof meilenweit von der belebten, baumlosen Stadt entfernt zu sein. Vögel sangen, während sie zu einer kunstvoll gearbeiteten Haustür ging, die im selben Moment, als sie anklopfen wollte, geöffnet wurde. Ein weißhaariger, überheblich wirkender Mann, der mit seiner gebeugten Haltung aussah, als wäre er mindestens hundert Jahre alt, blickte zu ihr auf.
„Treten Sie bitte ein.“ Er sprach mit zittriger Stimme und britischem Akzent und zog die buschigen weißen Augenbrauen hoch, als er auf ihren Bauch sah.
„Äh, danke.“ Nervös trat Rosalie ins Foyer und stellte erleichtert fest, dass es hier eine Klimaanlage gab, die ihrer erhitzten Haut Abkühlung schenkte. Sie biss sich auf die Lippe, bevor sie zögerlich fragte: „Sind Sie Mr. Falconeri?“
„Ich?“ Der alte Mann hüstelte. „Ich bin Collins, der Butler. Ich arbeite für den Conte.“
„Conte?“, echote Rosalie verwirrt.
„Alexander Falconeri ist der Conte di Rialto, ein Graf. Merkwürdig, dass Sie nicht wissen, wer er ist, wenn Sie doch ein Kind von ihm erwarten.“ Der Klang seiner Stimme verriet, wie wenig der Butler von ihrer Geschichte hielt.
„Oh.“ Diese Information trug kaum dazu bei, Rosalies Selbstvertrauen zu stärken.
„Hier entlang, Miss Brown.“ Der Butler führte sie vorbei an einer geschwungenen Treppe einen breiten Korridor entlang, bis sie durch eine hohe Flügeltür einen goldglänzenden Salon betraten. Staunend besah Rosalie die antiken Möbel, das Ölgemälde über dem Kamin und die großen Fenster mit Blick auf einen Kanal. „Bitte warten Sie hier.“
Nachdem der Butler gegangen war, lief sie nervös auf und ab. Sie wusste nicht, wo sie sitzen, stehen oder wohin sie schauen sollte. Ein Palast wie dieser war ihr völlig fremd, nicht einmal annähernd zu vergleichen mit der winzigen Wohnung, die sie sich in San Francisco mit drei Mitbewohnerinnen teilte, oder dem alten Farmhaus ihrer Familie, vollgestopft mit Antiquitäten, die nicht zueinander passten.
Und die, wie sich herausgestellt hatte, sehr leicht brennbar gewesen waren …
Sie verdrängte den beklemmenden Gedanken und versuchte, sich ausschließlich auf den Raum, in dem sie sich befand, zu konzentrieren. Auch diese Möbel sahen aus, als seien sie von Generation zu Generation weitergereicht worden, wenn auch ganz anders als die in ihrem gemütlichen Elternhaus. Hier wirkte jeder Stuhl, jeder Tisch, als sei er unbezahlbar – und äußerst unbequem.
Sie stieß einen Seufzer aus und widmete ihre Aufmerksamkeit dem Porträt über dem Marmorkamin. Der Mann auf dem Gemälde, zweifellos ein längst verstorbener Ahnherr der Falconeris, blickte noch verächtlicher auf sie herab, als der Butler es getan hatte. Du gehörst nicht hierher, schien er zu sagen. Schaudernd gab Rosalie ihm innerlich recht. Das tat sie...




