Luceno | Star Wars. Schleier der Täuschung | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Luceno Star Wars. Schleier der Täuschung


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-641-07775-4
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

ISBN: 978-3-641-07775-4
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die dunkle Seite der Macht erhebt ihr schreckliches Haupt

Kanzler Valorum ist der Einzige, der die Republik zusammenhalten und der immer mächtiger werdenden Handelsföderation Einhalt gebieten kann. Daher atmen alle auf, als der Jedi-Meister Qui-Gon Jinn und sein Schüler Obi-Wan Kenobi ein Attentat auf den Kanzler vereiteln können. Doch Valorum kann keinem Gegner gegenübertreten, den er nicht kennt, und der größte Feind der Republik ist noch nicht einmal aus den Schatten getreten – Darth Sidious, der mächtigste der Sith-Lords!

James Luceno ist Drehbuchautor der Filme Die Maske des Zorro und der Kult-TV-Serie Robotech und hat bereits mehrere besonders erfolgreiche Star-Wars-Romane geschrieben. Derzeit lebt er in Annapolis, Maryland.
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1. Kapitel

Im unsterblichen Licht der Sterne badend hing die Rendite am Rande von Dorvallas alabasterfarbenem Wolkenschleier.

Sie unterschied sich durch nichts von den unzähligen anderen Frachtern der Handelsföderation: eine riesige Untertasse, deren Kern herausgeschnitten worden zu sein schien, um zwei gewaltige Hangarflügelarme zu schaffen, das Loch in der Mitte gefüllt mit einer stachelbewehrten Sphäre, die die Hyperantriebsreaktoren des gewaltigen Schiffes beherbergte. Vorne klaffte eine Lücke zwischen den geschwungenen Armen, als wäre es den Erbauern nicht gelungen, den Kreis zu schließen. Natürlich war diese Lücke so vorgesehen, denn die beiden Arme liefen dort in riesigen Andockklauen und klaffenden Hangartoren aus.

Die Frachter der Handelsföderation schienen ihre Ladung nicht aufzunehmen, sondern zu verschlingen wie nimmersatte Bestien. Seit nun beinahe drei Standardstunden weidete die Rendite sich an Dorvalla.

Der abgelegene Planet verfügte über reiche Vorkommen an Lommiterz, einem Material, das bei der Herstellung von Transparistahlscheiben und Cockpithauben für Sternenjäger von großer Bedeutung war. Klobige Transporter karrten das abgebaute Erz in den hohen Orbit hinauf, wo die Fracht an eine Flotte selbstgesteuerter Barkassen, Tender und Frachtkapseln übergeben wurde, von denen viele die Größe von Shuttles besaßen. Alle trugen sie das Flammenkugel-Symbol der Handelsföderation.

Zu Hunderten pendelten die unbemannten Vehikel zwischen den dorvallanischen Transportern und dem ringförmigen Frachter hin und her. Bei der Rendite angelangt wurden sie durch mächtige Traktorstrahlen in die Lücke zwischen den geschwungenen Armen hineingesaugt, bevor die Andockklauen sie durch das magnetische Eindämmungsfeld bugsierten, welches die kantigen Mäuler der Hangars versiegelte.

Um diese Herde vor Angriffen durch Piraten oder andere Räuber zu schützen, patrouillierten spitznasige Sternenjäger mit Vierlingstriebwerken über Dorvalla. Sie hatten zwar nur schwache Schilde, dafür aber starke Schnellfeuerlaserkanonen. Die Droiden, die diese Jäger steuerten, gehorchten den Befehlen des zentralen Kontrollcomputers, welcher im kugelförmigen Kernschiff des Frachters untergebracht war.

Auf der Rückseite dieser gewaltigen Sphäre ragte ein Kontrollturm auf, dessen Spitze die Brücke beherbergte. Dort ging eine Gestalt in Robe nervös vor mehreren, nach innen gewölbten Sichtfenstern auf und ab, die einen lückenhaften Blick auf die Enden der Hangarflügelarme und den gleichmäßig dahinfließenden Strom der Kapseln boten. Jenseits davon, unterhalb der Arme, unterhalb der rostbraunen Frachtkapseln, deren Rücken im Licht der Sonne glühten, drehte sich Dorvalla in seiner durchscheinend weißen Wolkendecke.

»Status«, zischte die Gestalt in der prachtvollen Robe.

Der neimoidianische Steuermann der Rendite antwortete von seinem thronähnlichen Sitz unterhalb des polierten Mittelgangs aus. »Die letzten Frachtkapseln werden gerade an Bord geholt, Commander Dofine.« Die neimoidianische Sprache hatte einen säuselnden Rhythmus, mit Betonung auf den ersten Silben und langgezogenen Worten.

»Nun gut«, sagte Dofine. »Ruft die Sternenjäger zurück!«

Der Steuermann drehte den Stuhl herum und blickte zum Mittelgang hoch. »Jetzt schon, Commander?«

Dofine hielt in seinem rastlosen Auf- und Abschreiten inne, um dem Untergebenen einen argwöhnischen Blick zuzuwerfen. Die vielen Monate in den Tiefen des Alls hatten sein natürliches Misstrauen so übersteigert, dass er nun selbst die Absichten seines Navigators hinterfragte. Stellte er seine Führung infrage, weil er hoffte, so selbst an Status zu gewinnen, oder gab es wirklich einen guten Grund, die Sternenjäger noch nicht zurückzurufen? Es fiel Dofine nicht leicht, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Falls er seinen Verdacht jedoch aussprach und er sich als falsch erwies, lief er Gefahr, sein Gesicht zu verlieren. Also entschied er letztendlich, dass nur Besorgnis und keine unterschwelligen Herausforderungen hinter dieser Frage steckten.

»Ich will, dass die Sternenjäger zurück an Bord kommen. Je früher wir Dorvalla verlassen, desto besser.«

Der Steuermann nickte. »Selbstverständlich, Commander.«

Die Rendite war nur mit einer Rumpfmannschaft lebender Wesen besetzt. Ihr Kommandant, Dofine, hatte ovale, rote Augen und einen markanten Mund mit fischartigen Lippen. Venen und Arterien pulsierten sichtbar unter seiner von Falten ebenso wie von Flecken überzogenen blassgrünen Haut. Für einen seiner Spezies war er klein – der Kümmerling seines Stocks, wie ihn manche hinter dem Rücken nannten. Seine schmächtige Gestalt steckte in einem blauen Gewand, und der üppige Überwurf mit Schulterpolstern erinnerte eher an den eines Geistlichen denn an den eines Schiffskommandanten. Selbst die Kopfbedeckung, eine große Mitra aus schwarzem Stoff, kündete von Wohlstand und einem hohen Amt.

Der Steuermann trug eine ähnliche Robe und Kopfbedeckung, wenngleich seine Kleidung durchgehend schwarz und von einem schlichteren Muster war. Er bediente die Instrumente, die kreisförmig vor dem Pilotensitz arrangiert waren, mittels einer Datenbrille, die seine Augen bedeckte, und einem Komlink, das über den Mund gestülpt war.

Der Kommunikationstechniker der Rendite war ein Sullustaner mit hängenden Wangenlappen und klaren Augen, und bei dem Offizier, der mit dem Zentralcomputer in Verbindung stand, handelte es sich um einen Gran mit drei Augen und ziegenartigem Gesicht. Der schiffseigene Hilfsschatzmeister indes war ein Ishi Tib mit grüner Haut und Schnabel.

Dofine hasste es, andere Spezies auf seiner Brücke dulden zu müssen, aber er hatte keine andere Wahl. Es war ein Zugeständnis an die übrigen Transportunternehmen, die sich der Handelsföderation angeschlossen hatten – kleine Konzerne wie Viraxo Frachtdienste und mächtige Schiffsbauer wie die Tagge-Gesellschaft und Hoersch-Kessel.

Droiden von humanoider Gestalt kümmerten sich um alle anderen Aufgaben auf der Brücke.

»Commander, die Dorvalla-Minengesellschaft meldet, dass die Zahlung, die sie erhalten hat, nicht der vereinbarten Summe entspricht. Es fehlen einhunderttausend republikanische Credits.«

Dofine machte eine abtuende Handbewegung mit der langfingrigen Hand. »Sag ihnen, sie sollen die Zahlen noch einmal überprüfen.«

Der Sullustaner leitete die Worte weiter, dann lauschte er der Antwort. »Angeblich habt Ihr dasselbe schon bei Eurem letzten Besuch gesagt.«

Dofine stieß mit einem theatralischen Seufzen den Atem aus und deutete auf den großen, runden Bildschirm im hinteren Teil der Brücke. »Auf den Schirm!«

Noch während er hinüberstapfte, erschien auf der Darstellungsfläche das vergrößerte Gesicht einer rothaarigen, sommersprossigen Menschenfrau.

»Ich weiß nichts von irgendwelchen fehlenden Credits«, erklärte Dofine ohne jegliche Umschweife.

Die blauen Augen der Frau blitzten. »Keine weiteren Lügen mehr, Dofine! Beim ersten Mal fehlten zwanzigtausend, dann waren es fünfzig, und jetzt einhundert. Wie viel werden wir beim nächsten Mal einbüßen, wenn die Handelsföderation uns einen Besuch abstattet?«

Dofine warf dem Ishi Tib einen wissenden Blick zu und erntete dafür ein schmales Lächeln. »Diese Welt liegt weit abseits der gängigen Raumstraßen«, sagte er dann leise in Richtung des Schirms. »Sie ist ebenso weit von der Rimma-Handelsroute entfernt wie von der Corellianischen Handelsstraße. Die Reise zu diesem Planeten ist für uns daher mit zusätzlichen Kosten verbunden. Falls Ihnen das nicht gefällt, steht es Ihnen natürlich frei, mit einem anderen Konzern Geschäfte zu machen.«

Die Frau stieß ein schnaubendes, reuevolles Lachen aus. »Ein anderer Konzern? Die Handelsföderation hat sich alle anderen Konzerne einverleibt!«

Dofine breitete seine langen Arme aus. »Was sind dann schon einhunderttausend Credits hin oder her?«

»Das ist Erpressung!«

Der säuerliche Ausdruck legte sich wie von selbst auf Dofines schlaffe Züge. »Ich schlage vor, Sie reichen eine Beschwerde bei der Handelskommission auf Coruscant ein.«

Die Frau starrte ihn wütend an. Ihre Nasenflügel zuckten, und ihre Wangen röteten sich. »Diese Sache ist noch nicht vorbei, Dofine!«

Sein Mund verzog sich zu etwas, das man als Lächeln bezeichnen konnte. »Ich fürchte, Sie irren sich schon wieder.« Ohne ein weiteres Wort unterbrach er die Verbindung, dann wandte er sich an den anderen Neimoidianer. »Ich möchte unterrichtet werden, sobald die Fracht vollständig verladen ist.«

Tief im Innern der Hangarflügel überwachten Droiden auf einer Kontrollstation hoch über dem Boden die Entladung der Frachtkapseln. Mit ihren Buckeln und runden Bugnasen wirkten sie beinahe lebendig, als sie auf ihren Repulsorlifts durch die Kraftfelder der Hangars hereinschwebten und dann, je nach Ladung und den auf die Hülle gestanzten Zielplaneten, weitergeleitet wurden. Jeder Hangarflügel war durch bewegliche Trennwände in drei Zonen unterteilt, von denen jede zwanzig Stockwerke umfasste. Zone drei, die dem runden Kernschiff des Frachters am nächsten war, wurde normalerweise zuerst gefüllt, doch diesmal wurden alle Kapseln, die nicht für Coruscant oder andere Kernwelten bestimmt waren, sofort in die Anlegebuchten der Zonen eins und zwei geleitet, ganz gleich, wann sie an Bord kamen.

Über die Hangars verteilt standen Sicherheitsdroiden Wache, in den Händen modifizierte BlasTech-Blastergewehre mit austauschbarem Lauf. Während es sich...


Luceno, James
James Luceno ist Drehbuchautor der Filme Die Maske des Zorro und der Kult-TV-Serie Robotech und hat bereits mehrere besonders erfolgreiche Star-Wars-Romane geschrieben. Derzeit lebt er in Annapolis, Maryland.

Kasprzak, Andreas
Andreas Kasprzak, Jahrgang 1972, arbeitet seit dem Abschluss seiner Buchhändlerlehre als Autor und Übersetzer, u. a. von »Star Wars«, »Warcraft«, »Minecraft« und »Assassin´s Creed«.



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