E-Book, Deutsch, Band 2210, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Lukas Perry Rhodan 2210: Der Ilt und der Maulwurf
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2209-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"
E-Book, Deutsch, Band 2210, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2209-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
LEO LUKAS Eine Blinddarmentzündung im Alter von 13 Jahren war schuld, dass Leo Lukas Bekanntschaft mit dem 'Erben des Universums' machte. Die Mutter des 1959 in Köflach/Österreich geborenen Lukas schenkte ihrem Sprössling ein PERRY RHODAN-Heft. Und während sich der Bauch des Jungen auf dem Weg der Besserung befand, wurde sein Kopf vom Fieber der Begeisterung für die größte Science-Fiction-Serie der Welt erfasst. In den achtziger und neunziger Jahren entwickelte sich der Sohn einer Bergarbeiterfamilie zum Tausendsassa der österreichischen Kleinkunst-Szene: als erfolgreicher Kabarettist, Schauspieler, Regisseur und Autor, als scharfzüngiger Begleiter des politischen und gesellschaftlichen Lebens seines Heimatlandes. Seine erste Langspielplatte erschien 1990, sein erstes Buch mit dem Titel 'Otto Blumes fatale Reisen' kam 1991 heraus und ist längst vergriffen. 1992 folgte das Video 'Leo Lukas - ein Wunschprogramm'. 2000 publizierte Leo Lukas zusammen mit dem Zeichner Gerhard Haderer das Kinderbuch 'Jörgi der Drachentöter', das die Regierungsübernahme der österreichischen Mitte-Rechts-Koalition kritisch-satirisch aufs Korn nahm und sich monatelang in den vordersten Plätzen der österreichischen Bestsellerlisten hielt. Seine Texte wurden mehrfach mit dem 'Salzburger Stier' ausgezeichnet, dem wichtigsten Kleinkunstpreis des deutschsprachigen Raums. 2005 erhielt er außerdem den 'Österreichischen Kleinkunstpreis'. Oft verwendet er Mittel der Science Fiction, um beißende Kritik zu üben. So etwa in seinen Romanen 'Otto Blumes fatale Reisen' (1991) und 'Wiener Blei' (1998), der im Universum der Rollenspielserie 'Shadowrun' spielt. Daher ist es vielleicht kein Wunder, dass er schließlich gebeten wurde, einen Gastroman für die PERRY RHODAN-Serie zu verfassen, die er all die Jahre aufmerksam verfolgt hatte. Lukas war begeistert: 'Stell dir vor, du warst mit 13 ein glühender Beatles-Fan, und Jahrzehnte später ruft dich plötzlich Paul McCartney an und fragt, ob du bei seiner nächsten CD mitwirken willst. Ungefähr so ist es mir ergangen, als mich der RUF aus Rastatt ereilte ...' Bereits mit seinem Erstling 'Die Astronautische Revolution' mit der Nummer 2059 erweiterte er das PERRY RHODAN-Universum um eine ganz persönliche ironische Facette, die inzwischen nicht mehr aus der Serie wegzudenken ist. Aus dem Gastspiel wurde bald ein Dauerauftrag und aus dem von Berufs wegen skeptischen Leo Lukas ein Optimist: 'Ich glaube daran: Wenn sich die ganze Menschheit in derselben Weise weiterentwickelt wie die PERRY RHODAN-Serie, dann schaffen wir's vielleicht wirklich einmal dorthin, wo wir hinwollen und hingehören. Ja, genau: zu den Sternen.'
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2.
Personelle Probleme
»Kantiran? Und wie noch?«
»Keine Ahnung. Der andere heißt Mal Detair.«
»Nie gehört.«
»Mir sagen die Namen ebenfalls nichts. Darum bin ich zu dir heruntergekommen, Mole.«
»Als ob mir sonst langweilig wäre!« Der Maulwurf schnaubte abfällig und wies auf die Monitore und Holokuben. »Der Hypersturm, vor dem ich seit Tagen warne, stellt wohl das größere Problem dar.«
»Mole ... bitte! Du weißt, wie sehr ich die Arbeit schätze, die du hier unten leistest. Deshalb gewähre ich dir ja auch alle Freiheiten. Lass die beiden Namen nur ganz schnell durch deine Zauberkisten laufen. Dann gebe ich sofort wieder Ruhe.«
»Könnt ihr das denn nicht selbst auf die Reihe kriegen?«
Der Maulwurf hasste es, wenn er in seinem Bau gestört wurde. Es gab so gut wie keinen Grund für die anderen Agenten, die achte, die unterste Ebene des SPEICHERS aufzusuchen. Hier befanden sich nur Aggregatblöcke, die praktisch nie der Wartung bedurften.
Und der mit unzähligen hochgezüchteten Geräten voll gestopfte Bunker, in dem Mole lebte und unermüdlich schuftete.
Allein. Auf eigene Faust, doch nie aus Selbstzweck: Zuverlässig und regelmäßig teilte der Maulwurf den »Oberen« die für sie relevanten Ergebnisse seiner Forschungen und Datenrecherchen mit. Im Gegenzug sollten sie Mole so wenig wie möglich belästigen. Das war die Abmachung.
Jahrelang hatte dieses Arrangement zur beiderseitigen Zufriedenheit funktioniert. Bis vor kurzem. Denn seit einigen Tagen war im SPEICHER, dem geheimen Stützpunkt des Terranischen Liga-Dienstes auf Hayok, die Hölle los.
Die allgemeine Hektik schlug bis in den 250 Meter unter der Erde gelegenen Maulwurfsbau durch.
Leider.
»Ich verfüge über viel zu wenig Leute«, sagte Dario da Eshmale entschuldigend. »Ein gut Teil unserer Belegschaft ist, wie du sicher mitbekommen hast, im Pen'rakli-Gebirge zugange.«
»Sollen sie. Das interessiert mich nicht.«
»Darum beantwortest du auch keine Anfragen.«
»Ihr habt eure Kapazitäten, und ich habe meine. So war es ausgemacht, und alle sind gut damit gefahren.«
»Mole.« Der Leiter des Stützpunkts sprach langsam und eindringlich, mit noch sanfterer Stimme als sonst. »Dies ist ein Notfall. Eine Sondersituation. Wenn du so willst – der Ausnahmezustand.«
»Ich will nur in Ruhe arbeiten können, sonst gar nichts.«
»Komm schon, Mole. Dauert bloß ein paar Sekunden.«
Der Maulwurf blickte zu dem Mann auf, der sein Vorgesetzter war und Befehlsgewalt über ihn hatte, diese jedoch so gut wie nie ausübte. Dario hatte sein gewinnendstes Lächeln aufgesetzt, doch das verfing nicht.
Der Maulwurf mochte keine Arkoniden. Schon gar keine verfetteten mit Knollennase, Wulstlippen und Halbglatze. Der Maulwurf mochte überhaupt keine Männer. Eigentlich mochte er gar niemand, nicht einmal sich selbst.
»Ich muss vier meiner interessantesten Projekte unterbrechen, um die Rechnerleistung frei zu machen«, sagte Mole, zusehends wütender werdend. »Schaffen deine ach so tollen Spezialisten da oben denn keine simple Personenabfrage mehr?«
»Das versuche ich dir die ganze Zeit zu erklären: Bis auf die Orter und die Sicherheitswache sind alle meine ach so tollen Spezialisten außer Haus. Entweder im Pen'rakli-Massiv oder bei ihren Kontaktleuten. Schließlich haben wir Auftrag erhalten, diesen Kantiran und seinen Begleiter Mal Detair unter allen Umständen zu befreien. Und zwar am besten gestern.«
»Wieso?«
Dario da Eshmale breitete die fleischigen Arme aus. »Du kennst den TLD. ›Detaillierte Daten folgen.‹ Ich würde aber gern jetzt schon wissen, um wen es da geht. Welches Geheimnis dahinter steckt. Was diese beiden scheinbar ganz normalen Typen so bedeutungsvoll macht, verstehst du? Bekannt ist bislang nur, dass man ihnen einen Anschlag auf Ascari da Vivo zur Last legt.«
»Ist er geglückt?«
»Offenbar lebt sie noch.«
»Schade.«
Der Maulwurf mochte keine Frauen. Erst recht keine Arkonidinnen. Und Ascari da Vivo schon gar nicht.
Die Mascantin war ebenso schön wie verschlagen, ebenso machtgeil wie skrupellos. Dass dieser Kantiran und sein Kumpel ein Attentat auf Ascari verübt hatten, machte die beiden in den Augen des Maulwurfs beinahe sympathisch.
»Na schön«, brummte Mole, veränderte missmutig die Konfiguration seines Netzwerks, gab die beiden Namen ein.
Und stieß einen Pfiff aus, als eine halbe Sekunde später das Ergebnis aufschien.
*
»Die sind tot«, sagte der Maulwurf. »Zumindest offiziell. Und das ist auch schon alles. Sämtliche weiteren Einträge wurden von höchster Stelle gelöscht.«
»Nicht einmal Lebensläufe?«, fragte Dario verblüfft.
»Wenn ich sage, sämtliche Einträge, dann meine ich sämtliche Einträge.«
»Schon gut, Mole. Aber du kannst sicher Teile davon rekonstruieren?«
»Über Systemechos, ja. Das dauert allerdings. Meine Projekte ...«
»Agent Molinas«, sagte Dario leise, »ich komme dir nicht gerne so, doch du forderst es heraus: Tu es! Das war ein Befehl.«
Kommentarlos drehte sich der Maulwurf zur Seite und ging an die Arbeit.
Dario kaute auf seiner Unterlippe. Er hoffte, das eigenbrötlerische Genie nicht allzu sehr gekränkt zu haben. Üblicherweise ließ er Mole in Frieden, und der Maulwurf dankte es ihm mit spektakulären, wenn auch nicht immer unmittelbar in der Praxis verwertbaren Ergebnissen.
Mole ...
Mayk Molinas – sehr klein, sehr drahtig, sehr blasses Rattengesicht unter kohlrabenschwarzem Haarschopf – war schon dabei gewesen, als der SPEICHER angelegt worden war. Also unmittelbar nach der Besetzung des Planeten durch die Arkoniden. Während der Zeit, die von den neuen Herren des Hayok-Archipels benötigt worden war, um ihre Überwachung aufzubauen, hatte der TLD heimlich, still und leise die tief unter der Oberfläche gelegene, sechzig Meter durchmessende Kugelzelle installiert.
Dario da Eshmale selbst war erst später nach Hayok gekommen, als die ursprünglich auf Arkon ansässige »Gesellschaft zum Nutzen arkonidischen Kulturgutes« das Gelände erwarb. Darauf wurde ein trichterförmiger, 222 Meter hoher, an der Oberkante 490 Meter durchmessender Prachtbau errichtet: die nunmehrige offizielle Zentrale der Gesellschaft.
Nach außen hin förderte man von hier aus, wie der Name schon sagte, die Verbreitung der arkonidischen Kultur – angeblich im Auftrag vermögender, anonym bleiben wollender Adelsfamilien. Das klang keineswegs unglaubwürdig. Immerhin hatten der Sternenarchipel und sein gleichnamiger Hauptplanet vor nicht allzu langer Zeit noch zur Liga Freier Terraner gehört.
In Wahrheit diente die Gesellschaft als Deckmantel für die Aktivitäten im Untergrund. Buchstäblich: Seit der SPEICHER in Betrieb war, rühmte sich dessen Besatzung, die größte fremde Geheimdienstzentrale auf kristallimperialem Gebiet zu unterhalten.
Mit der Zeit waren immer mehr terranische Agenten durch gebürtige Arkoniden ersetzt worden. Diese konnten sich in gewissen Vierteln der Hauptstadt Vhalaum einfach unauffälliger bewegen.
Mole hingegen war geblieben. Von vornherein nicht gerade leutselig, hatte sich der Maulwurf immer tiefer im SPEICHER vergraben und schließlich ganz unten seinen »Bau« eingerichtet.
Seither waren fast zwei Jahrzehnte vergangen, in denen Dario da Eshmale den Maulwurf nicht viel öfter als ein Dutzend Mal persönlich zu Gesicht bekommen hatte.
Äußerlich hatte sich Mayk Molinas in dieser Zeit kaum verändert. Stets trug Mole dieselbe ausgebeulte Standard-Kombi und darüber denselben fleckigen, abgewetzten, graubraunen Arbeitsmantel.
Auf der Stirn saß wie angewachsen eine dicke Spezialbrille, die Mole selbst entworfen, angefertigt und im Lauf der Jahre mit allerlei Sonderfunktionen ausgestattet hatte.
An der nestelte der Maulwurf nun herum, dann schnalzte er mit der Zunge und sagte: »Über den einen hab ich was gefunden.«
*
Mal Detair, 52, Kolonialarkonide vom Planeten Fuerto, Sohn eines dort ansässigen Tierarztes.
Vom achtzehnten bis achtundzwanzigsten Lebensjahr (also 1297 NGZ bis 1307 NGZ) Dienst in der Imperialen Flotte. Kampfausbildung, Waffenschulung et cetera, ausgemustert im Rang eines Orbtons der Landetruppen.
Danach zwölf Jahre (bis 1319 NGZ) Aufenthalt auf der abgelegenen, unbedeutenden und nahezu unbekannten Dschungelwelt Paschan, fast 24.000 Lichtjahre von Arkon entfernt. Anschließend Ausbildung zum Tierarzt an einer Akademie auf Arkon II (1321 NGZ aus unbekannten Gründen abgebrochen).
Letzte registrierte Tätigkeit: »Tierheiler« mit eigenem veterinärmedizinischem Hospital im Dunstkreis des Kristallpalastes.
Über zwei Meter groß, kräftig gebaut, kupferrote, zottelige Haare, meist zu einem langen Zopf gebunden.
*
»Die Beschreibung kommt hin«, sagte Dario da Eshmale, nachdem der Maulwurf geendet hatte. »Hm. Ein Tierheiler, was immer das bedeuten soll. Und so jemand verübt aus heiterem Himmel einen Anschlag auf eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Kristallimperiums? Da ist was faul.«
»Die Daten dürften authentisch sein. Stammen nämlich vom Arkonidischen Flottenkommando.«
»Eine besonders raffinierte Tarnexistenz?«
»Unwahrscheinlich. So etwas ist nicht ihr Stil.«
Dario trommelte mit den Fingern auf seinem dicken Bauch. »Wenn Detair ›Schläfer‹ einer anderen Machtgruppe war, hat er jedenfalls sehr lange geschlafen. – Und der zweite, dieser...




