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Lukas | Perry Rhodan 2296: In der Hölle von Whocain | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2296, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Lukas Perry Rhodan 2296: In der Hölle von Whocain

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2295-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"

E-Book, Deutsch, Band 2296, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2295-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Einsatz in der Welt der Kyberneten - Atlan geht auf höchstes Risiko Die Bewohner der Erde leben unter der Herrschaft des angeblichen Gottes Gon-O, der aus der Verbindung eines wahnsinnigen Nocturnenstocks mit einem unsterblichen Kunstgeschöpf entstanden ist. In einer Verzweiflungstat opfern Myles Kantor und sein Wissenschaftler-Team ihr Leben, um den drohenden Untergang des gesamten Solsystems aufzuhalten. In der Zwischenzeit operiert im Sternenozean von Jamondi erfolgreich die 'Allianz der Moral' unter der Stellaren Majestät Zephyda. Doch auch die Verbündeten müssen letztlich unterliegen, wenn Gon-Os Plan gelingt. Die letzte Hoffnung der Alliierten ist deshalb, jene geheimnisvolle Waffe zu finden, vor der sogar der verräterische Schutzherr Tagg Kharzani scheinbar jahrtausendelang Angst hatte. Doch wer besitzt die Waffe oder Informationen darüber? Vielleicht die Kybb selbst? Atlan und seine Helfer vermuten des Rätsels Lösung IN DER HÖLLE VON WHOCAIN...

LEO LUKAS Eine Blinddarmentzündung im Alter von 13 Jahren war schuld, dass Leo Lukas Bekanntschaft mit dem 'Erben des Universums' machte. Die Mutter des 1959 in Köflach/Österreich geborenen Lukas schenkte ihrem Sprössling ein PERRY RHODAN-Heft. Und während sich der Bauch des Jungen auf dem Weg der Besserung befand, wurde sein Kopf vom Fieber der Begeisterung für die größte Science-Fiction-Serie der Welt erfasst. In den achtziger und neunziger Jahren entwickelte sich der Sohn einer Bergarbeiterfamilie zum Tausendsassa der österreichischen Kleinkunst-Szene: als erfolgreicher Kabarettist, Schauspieler, Regisseur und Autor, als scharfzüngiger Begleiter des politischen und gesellschaftlichen Lebens seines Heimatlandes. Seine erste Langspielplatte erschien 1990, sein erstes Buch mit dem Titel 'Otto Blumes fatale Reisen' kam 1991 heraus und ist längst vergriffen. 1992 folgte das Video 'Leo Lukas - ein Wunschprogramm'. 2000 publizierte Leo Lukas zusammen mit dem Zeichner Gerhard Haderer das Kinderbuch 'Jörgi der Drachentöter', das die Regierungsübernahme der österreichischen Mitte-Rechts-Koalition kritisch-satirisch aufs Korn nahm und sich monatelang in den vordersten Plätzen der österreichischen Bestsellerlisten hielt. Seine Texte wurden mehrfach mit dem 'Salzburger Stier' ausgezeichnet, dem wichtigsten Kleinkunstpreis des deutschsprachigen Raums. 2005 erhielt er außerdem den 'Österreichischen Kleinkunstpreis'. Oft verwendet er Mittel der Science Fiction, um beißende Kritik zu üben. So etwa in seinen Romanen 'Otto Blumes fatale Reisen' (1991) und 'Wiener Blei' (1998), der im Universum der Rollenspielserie 'Shadowrun' spielt. Daher ist es vielleicht kein Wunder, dass er schließlich gebeten wurde, einen Gastroman für die PERRY RHODAN-Serie zu verfassen, die er all die Jahre aufmerksam verfolgt hatte. Lukas war begeistert: 'Stell dir vor, du warst mit 13 ein glühender Beatles-Fan, und Jahrzehnte später ruft dich plötzlich Paul McCartney an und fragt, ob du bei seiner nächsten CD mitwirken willst. Ungefähr so ist es mir ergangen, als mich der RUF aus Rastatt ereilte ...' Bereits mit seinem Erstling 'Die Astronautische Revolution' mit der Nummer 2059 erweiterte er das PERRY RHODAN-Universum um eine ganz persönliche ironische Facette, die inzwischen nicht mehr aus der Serie wegzudenken ist. Aus dem Gastspiel wurde bald ein Dauerauftrag und aus dem von Berufs wegen skeptischen Leo Lukas ein Optimist: 'Ich glaube daran: Wenn sich die ganze Menschheit in derselben Weise weiterentwickelt wie die PERRY RHODAN-Serie, dann schaffen wir's vielleicht wirklich einmal dorthin, wo wir hinwollen und hingehören. Ja, genau: zu den Sternen.'
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»Alles ist, wie es war, nur passt es mit mir nicht mehr zusammen. Als trüge ich eine Brille, die alles einen halben Zentimeter nach links oder rechts verschiebt. Ich kann nichts mehr begreifen, der Tritt fasst die Stufe nicht mehr. Oder als seien die Oberflächen der Dinge leicht gebogen, als würde nichts mehr Halt finden, was ich hinstellen möchte. Welt und ich passen nicht mehr ...«

Jan Philipp Reemtsma, Aufzeichnungen über die Gefangenschaft

Vorwort

Sieger sehen anders aus

Perry, hier ist mein Bericht von den dramatischen Begebenheiten im Tan-Jamondi-System zwischen dem 19. und dem 26. Mai 1333 NGZ.

Unter uns: Dies ist eine sehr merkwürdige, ja mysteriöse Geschichte. Geschrieben von vier – oder, falls meine Vermutungen stimmen, fünf – Personen, wie sie gegensätzlicher kaum vorstellbar sind.

Deren Begegnung – besser: ihr Zusammenprall – kann durchaus als fatal bezeichnet werden. Mit gravierenden Auswirkungen auf das Schicksal Terras und des Solsystems ...

Doch der Reihe nach.

Am 19. Mai verlegte Zephyda offiziell ihr Hauptquartier von Tom Karthay zum Planeten Tan-Jamondi II. Damit wurde auch symbolisch der Machtwechsel vollzogen. Jahrtausende der Kybb-Herrschaft gehörten endgültig der Vergangenheit an.

Glaubten wir.

Die Stellare Majestät gab bekannt, künftig von den Gebäuden aus zu regieren, die rings um den Dom Rogan liegen. Mittlerweile hat sich dort eine kleine Stadt gebildet, in der gut zehntausend Motana leben.

Dem Anlass entsprechend, feierten wir ein großes Fest. Zephyda und ich versuchten nach Kräften, für kurze Zeit alle Sorgen beiseite zu schieben; doch es gelang uns schlecht.

Unser Verhältnis hat sich gewandelt.

Du, mein Freund, hattest es seit langem prophezeit: Nach der Kapitulation der Kybb sind wir nicht länger Kampfgefährten – sondern »nur noch« Liebende.

Wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, Seite an Seite einem absolut übermächtigen Feind trotzt, wird ganz automatisch das Gemeinsame betont. Ist der Gegner jedoch überwunden, so tritt das Trennende wieder mindestens ebenso stark in den Vordergrund.

Die bunt gemischte Menge jubelte uns zu. Motana, Terraner und Shoziden ließen uns als »Traumpaar« hochleben.

Pflichtbewusst lächelten wir um die Wette. Nach den Anstrengungen der letzten Monate hatten alle unsere Mitstreiter einige Stunden des Hochgefühls und der Heiterkeit verdient.

Die musikalischen und sonstigen künstlerischen Darbietungen wurden selbstverständlich auch an Bord der Raumschiffe übertragen, die das Tan-Jamondi-System sicherten. Vor Ort mitfeiern konnte nur ein kleiner Teil unserer Leute; die überwiegende Mehrheit versah ihren Dienst, in voller Mannschaftsstärke und ständiger Alarmbereitschaft.

Bisher hatte es keinerlei Attacken von Seiten der Kybb gegeben. Doch niemand vermochte zu sagen, wie lange das so bleiben würde.

In unseren Ansprachen gedachten wir ein weiteres Mal aller Gefallenen und lobten Mut und Einsatzbereitschaft der alliierten Truppen. Generell bemühten wir uns, Optimismus und Zukunftsglauben zu verbreiten, mehr noch: zu repräsentieren, desgleichen in den anschließenden, unzähligen ansonsten sinnlosen Smalltalks.

Ich bin bekanntlich kein Freund solcher gesellschaftlicher Anlässe. Doch machte ich gute Miene zum ebenso lästigen wie unerlässlichen Ritual.

Gerade in den Wochen nach einem Sieg, wenn Routine und scheinbare Tatenlosigkeit den Ton angeben, schleichen sich nur zu leicht Melancholie, posttriumphale Depression und in deren Folge ein gefährlicher Schlendrian ein.

Dem gegenzusteuern obliegt den Führungspersönlichkeiten. Das weißt du ebenso gut wie ich – und auch, dass mir die Rolle des Vorkämpfers oder Feldherrn weit mehr behagt.

Zephyda hingegen erfüllte, so schien es, ihre Funktion als Identifikationsfigur mit Freuden. Sie glühte vor Begeisterung und Zuversicht. Wo sie hinkam, wärmte sich die gesamte Umgebung an ihrem Charisma.

Eine wahre Majestät, stichelte mein Extrasinn. Während du als Stellarer Prinzgemahl nicht unbedingt die Idealbesetzung darstellst ...

Endlich zogen wir uns in Zephydas neue Privatgemächer zurück. Sie war, ungeachtet der fortgeschrittenen Stunde, immer noch aufgedreht, ungebrochen energiegeladen. Als sie sich in meine Arme warf, emanierte ihr jugendlicher Körper eine solche Hitze, dass ich mich umso ausgebrannter fühlte, trotz meines Aktivatorchips.

Dennoch wäre mir nicht im Traum eingefallen, sie abzuweisen. Wir liebten uns schließlich; und wir hatten uns keineswegs leichtfertig aufeinander eingelassen, sondern erst nach einigem Hin und Her.

»Atlan?«, flüsterte sie später, ihren Kopf auf meiner Brust.

»Ja?«

»Wie lange noch?«

Sie brauchte nicht näher auszuführen, was sie meinte. Von nun an fiel ein Schatten auf unsere Beziehung.

Zephyda war die junge Herrscherin der Motana im Sternenozean von Jamondi – ich ein uralter, biologisch unsterblicher, im Grunde heimatloser kosmopolitischer Vagabund.

Der Zeitpunkt war absehbar, an dem das Schicksal uns auseinander reißen würde.

»Ich weiß es nicht«, antwortete ich wahrheitsgemäß. »Man sagt, die Liebe könne alle Grenzen überwinden.«

»Auch diese?«

Ich schwieg. Sie hätte die Trauer, die mich plötzlich überwältigte, in meiner Stimme gehört.

Stattdessen streichelte ich ihr Haar, die so delikat geschwungene Halsbeuge und den seidigen, von feinen Schweißtröpfchen bedeckten Rücken. All meine Zuneigung legte ich in die Fingerkuppen, all meine Hoffnung ...

Wider besseres Wissen und die Erfahrung von Jahrzehntausenden. Und obwohl dir die Zeit unter den Nägeln brennt.

Ach, halt doch die Klappe!

»Du musst nicht in diesem Bett übernachten«, sagte sie nüchtern, ohne Bitternis. »Ich spüre die Unruhe in dir. Dein Herz mag hier bei mir sein; dein Kopf aber weilt im Solsystem. Es zieht dich auf dein Schiff. Geh, ich werde dir nicht böse sein.«

Und ich ging, bedrückt und entlastet zugleich.

In diesem Augenblick liebte ich Zephyda mehr denn je. Trotzdem verließ ich sie.

Unsichtbar, unhörbar entstand ein haarfeiner Riss: eine scharfe, schmerzhaft heiße Linie, entlang der viel zu bald zerbrechen würde, was viel zu kurz und viel zu schön gewesen war.

*

An Schlaf war nicht zu denken. Ich lenkte mich mit Arbeit ab.

Das kennst du gut, nicht wahr, Perry?

Seit der Umgruppierung unserer Streitkräfte diente mir die LEIF ERIKSSON als Flaggschiff und Hauptquartier. Der von Hayok abkommandierte ENTDECKER stand ziemlich genau in der Mitte zwischen dem zweiten und dem dritten Planeten des Systems. Ein VESTA-Kreuzer, der von zwei weiteren Hundert-Meter-Beibooten eskortiert wurde, brachte mich hin. Standardprozedur; wir flogen grundsätzlich nicht allein oder in kleineren Einheiten.

In der Hauptzentrale angekommen, grüßte ich die Nachtschicht und verschaffte mir einen raschen Überblick. Alles ruhig, alles unter Kontrolle.

Scheinbar.

250 ENTDECKER Typ II und 5000 LFT-BOXEN waren, strategisch verteilt, im System Tan-Jamondi stationiert. Das Gros der terranischen Flotte, die am Sturz der Kybb mitgewirkt hatte, war zur Wega verlegt worden, nachdem Entsatz von Hayok und Brocken-44 eingetroffen war.

Die Motana stellten 5500 Schlachtschiffe. Die restlichen 2500 Raumer der Todbringer-Flotte waren zwar komplett geborgen worden, jedoch noch unbemannt beziehungsweise nicht mit funktionstüchtigen Vernetzern ausgestattet. Hinzu kamen die Bionischen Kreuzer inklusive Zephydas SCHWERT.

Genug, um die Kyberneten nicht auf dumm-heroische Gedanken kommen zu lassen. Zumal sie über so gut wie keine flugfähigen Schlacht-Traponder oder Cranar-Würfel mehr verfügten. Ihre Sektor-Wächter waren von PRAETORIA und den LFT-BOXEN ausgeschaltet worden, ihre Werften, die Forts im Orbit sowie die Hälfte der SPURHÖFE zerstört.

Zum Glück für uns hatten die hundert gewaltigen, aber gerade wegen ihrer Größe nicht einsatzklaren Trakischen Verheerer keine Rolle gespielt. Nachdem die LFT-Flotte sämtliche 298 Trägerschiffe der gefürchteten Kyber-Neutros restlos vernichtet und die gegnerische Streitmacht somit ihres Schutzes gegen die Motana-Raumer entblößt hatte, war die Schlacht um Jamondi entschieden gewesen.

Die Planeten und die restlichen SPURHÖFE hatten sich bald darauf ergeben. Zu meiner großen Erleichterung hatte Zephyda der Verlockung widerstanden, die Totalvernichtung sämtlicher verbliebener Feind-Bastionen zu befehlen.

Dabei besaßen die Motana reichlich Motive für Rachegelüste – waren sie doch über so viele Generationen von den Kybb-Völkern brutal unterdrückt und ausgebeutet worden.

In meinen Augen zählte dieser Sieg Zephydas über sich selbst langfristig mindestens gleich viel wie der über die verhassten Peiniger.

Oh ja. Alles schön, gut und moralisch korrekt, ätzte mein Extrasinn, »arkonidisch«-pragmatischer als ich selbst: Zum Preis dafür dürft ihr jetzt Milliarden kriegerischer, buchstäblich bis an die Zähne bewaffneter, auch sonst nach wie vor über beträchtliche Ressourcen gebietender Individuen im Zaum halten. Falls ihr das überhaupt zustande bringt.

Salz in eine offene Wunde. Die Oberflächen der dicht besiedelten Planeten und große Teile des Inneren der acht noch intakten, riesigen SPURHÖFE entzogen sich de facto unserem Zugriff.

Woher sollte das Personal kommen, um eine vor Leben berstende Welt wie Tan-Eis zu überwachen?

Die Motana...



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