Lukas | Perry Rhodan 2297: Unter dem Kondensator-Dom | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2297, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Lukas Perry Rhodan 2297: Unter dem Kondensator-Dom

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2296-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"

E-Book, Deutsch, Band 2297, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2296-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Entscheidung im Heiligtum - der letzte Kampf des Specters Die Bewohner der Erde leben unter der Herrschaft des angeblichen Gottes Gon-O, der aus der Verbindung eines wahnsinnigen Nocturnenstocks mit einem unsterblichen Kunstgeschöpf entstanden ist. In einer Verzweiflungstat opfern Myles Kantor und sein Wissenschaftler-Team ihr Leben, um den drohenden Untergang des gesamten Solsystems aufzuhalten. In der Zwischenzeit operiert im Sternenozean von Jamondi erfolgreich die 'Allianz der Moral' unter der Stellaren Majestät Zephyda. Doch auch die Verbündeten müssen letztlich unterliegen, wenn Gon-Os Plan gelingt. Die letzte Hoffnung der Verbündeten ist deshalb, jene geheimnisvolle Waffe zu finden, vor der sogar der verräterische Schutzherr Tagg Kharzani scheinbar jahrtausendelang Angst hatte. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zieht eine Einsatzgruppe los, um das Geheimnis zu lüften. Ihr Weg führt die Beteiligten auf den Planeten Tan-Eis. Dort entscheidet sich das Schicksal der Allianz und der Menschen UNTER DEM KONDENSATOR-DOM...

LEO LUKAS Eine Blinddarmentzündung im Alter von 13 Jahren war schuld, dass Leo Lukas Bekanntschaft mit dem 'Erben des Universums' machte. Die Mutter des 1959 in Köflach/Österreich geborenen Lukas schenkte ihrem Sprössling ein PERRY RHODAN-Heft. Und während sich der Bauch des Jungen auf dem Weg der Besserung befand, wurde sein Kopf vom Fieber der Begeisterung für die größte Science-Fiction-Serie der Welt erfasst. In den achtziger und neunziger Jahren entwickelte sich der Sohn einer Bergarbeiterfamilie zum Tausendsassa der österreichischen Kleinkunst-Szene: als erfolgreicher Kabarettist, Schauspieler, Regisseur und Autor, als scharfzüngiger Begleiter des politischen und gesellschaftlichen Lebens seines Heimatlandes. Seine erste Langspielplatte erschien 1990, sein erstes Buch mit dem Titel 'Otto Blumes fatale Reisen' kam 1991 heraus und ist längst vergriffen. 1992 folgte das Video 'Leo Lukas - ein Wunschprogramm'. 2000 publizierte Leo Lukas zusammen mit dem Zeichner Gerhard Haderer das Kinderbuch 'Jörgi der Drachentöter', das die Regierungsübernahme der österreichischen Mitte-Rechts-Koalition kritisch-satirisch aufs Korn nahm und sich monatelang in den vordersten Plätzen der österreichischen Bestsellerlisten hielt. Seine Texte wurden mehrfach mit dem 'Salzburger Stier' ausgezeichnet, dem wichtigsten Kleinkunstpreis des deutschsprachigen Raums. 2005 erhielt er außerdem den 'Österreichischen Kleinkunstpreis'. Oft verwendet er Mittel der Science Fiction, um beißende Kritik zu üben. So etwa in seinen Romanen 'Otto Blumes fatale Reisen' (1991) und 'Wiener Blei' (1998), der im Universum der Rollenspielserie 'Shadowrun' spielt. Daher ist es vielleicht kein Wunder, dass er schließlich gebeten wurde, einen Gastroman für die PERRY RHODAN-Serie zu verfassen, die er all die Jahre aufmerksam verfolgt hatte. Lukas war begeistert: 'Stell dir vor, du warst mit 13 ein glühender Beatles-Fan, und Jahrzehnte später ruft dich plötzlich Paul McCartney an und fragt, ob du bei seiner nächsten CD mitwirken willst. Ungefähr so ist es mir ergangen, als mich der RUF aus Rastatt ereilte ...' Bereits mit seinem Erstling 'Die Astronautische Revolution' mit der Nummer 2059 erweiterte er das PERRY RHODAN-Universum um eine ganz persönliche ironische Facette, die inzwischen nicht mehr aus der Serie wegzudenken ist. Aus dem Gastspiel wurde bald ein Dauerauftrag und aus dem von Berufs wegen skeptischen Leo Lukas ein Optimist: 'Ich glaube daran: Wenn sich die ganze Menschheit in derselben Weise weiterentwickelt wie die PERRY RHODAN-Serie, dann schaffen wir's vielleicht wirklich einmal dorthin, wo wir hinwollen und hingehören. Ja, genau: zu den Sternen.'
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TRAKTAT wächst.

Stündlich gewinnt die Bewegung an Zulauf. Die Zeichen, die wir gesetzt haben, wurden erkannt und verstanden.

Das Wort geht von Mund zu Mund, von Trakensinn zu Trakensinn: TRAKTAT! TRAKTAT!

Die Raumschlacht um Tan-Jamondi ging verloren. Doch der Kampf ist nicht zu Ende. Im Gegenteil, er beginnt gerade erst.

Schläfer erwachen. Kontakte werden erneuert. Getrennte Zellen finden und verbinden sich.

Zu TRAKTAT!

Zu TRAKTAT!

Zu TRAKTAT!

Die Besatzer halten ihre Position für gefestigt. Sie wähnen sich unantastbar. So sehr, dass sie uns, ohne es zu bemerken, in die Prothesen spielen.

Mit törichten, hochmütigen Handlungen beschleunigen sie noch den Neuaufbau und die Ausdehnung der Struktur. Auch der Eins-Katalog Iant Letoxx, den wir ihnen abgejagt haben, wird unsere Schlagkraft weiter mehren.

Wir sind fast am Ziel. Der Quantensprung steht unmittelbar bevor.

Bald, schon bald besitzt TRAKTAT nicht nur starke Glieder und einen mächtigen Leib, sondern auch eine Seele.

Dann sieht alles anders aus. Dann gnade euch Gott Gon-O, Terraner!

1.

Paket aus Magellan

Sie war verrückt. Daran bestand wenig Zweifel.

Oder sie träumte.

Allerdings hätte sie dazu schlafen müssen. Das aber vermochte Filana nicht; seit vielen Wochen nicht mehr.

Blieb als dritte Möglichkeit, dass sie halluzinierte. Dass sie sich nur einbildete, im Rollstuhl zu sitzen. Dass sie gar nicht von einem Gleitband durch den Radialkorridor befördert wurde, der zum Galeriehangar der LEIF ERIKSSON führte.

Ja. Klar. Sowieso.

In Wahrheit lag sie nach wie vor auf der Krankenstation. Filana Karonadse, Positronikerin, beurlaubte Agentin des Terranischen Liga-Dienstes, Mitglied eines von Atlan zusammengestellten Sonderkommandos.

Ihre interne Zeitleiste zeigte 00:02:50, am 24. Mai 1333 NGZ. Mitternacht. Gespensterstunde.

Jedenfalls war sie außer Gefecht. Im Einsatz verwundet. Rekonvaleszent.

Bruch des rechten Oberschenkels, operativ behandelt; desgleichen die Verletzungen, die von Splittern und herabgestürzten Gebäudeteilen herrührten.

Mindestens zwölf Stunden strenge Bettruhe. Schonung. Heilung. Versorgt, geschützt, fixiert auf der Liege durch ein flexibles Traktorfeld.

Müde. Sehr müde.

Sicher. So musste es sein. Im Halbschlaf, erschöpft, traumatisiert, gaukelte ihr überreizter Verstand vor, das Schutzfeld wäre erloschen und der Rollstuhl wie von selbst ans Bett gefahren.

Nein. Sie hatte sich die Schläuche und Kabel, die sie mit der Medo-Einheit verbanden, nicht aus dem Leib gerissen. Das wäre ja unverantwortlich gewesen.

Nein. Sie war nicht aus der Station ausgebüxt. Das wäre gar nicht möglich, ohne dass der Servo Alarm geschlagen hätte.

Und nein, sie beobachtete jetzt nicht, wie rote Flecken auf ihrem blütenweißen Krankenhemd entstanden, an den Stellen, wo die Kanülen kleine Wunden hinterlassen hatten. Sie spürte auch nicht, dass die Hartgummiräder jedes Mal, wenn sie sie in Schwung versetzte, ihre Handflächen ein wenig mehr aufrauten.

Sie konnte doch kaum etwas fühlen. Ein Gutteil ihres Körpers war betäubt von den Anästhetika, die Sto-Vauzech ihr verabreicht hatte.

Ja. Nein. Ja.

Sie fieberte. Ihre Hormondrüsen, ohnehin permanent irritiert durch die hypertoyktisch verzahnten Implantate, sandten schwallweise Botenstoffe an ihr armes, überfordertes biologisches Gehirn.

Dieses reagierte mit Trugbildern. So gelbhell war kein Gang beleuchtet. So stahlkalt dröhnte keine Lüftung. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind roch nicht nach Schweiß und Eiter und Desinfektion.

Sie war nicht abgehauen, wider jede Vernunft. Wer oder was hätte sie dazu nötigen sollen?

Links!, befahl die Stimme.

*

Filana umfasste die Räder und verschob sie mit einem Ruck zueinander, gegengleich, sodass sich der Rollstuhl um neunzig Grad drehte. Wuchtete ihr Gefährt vom Gleitband herunter und weiter, durch das Schott, das sich zart zischend geöffnet hatte.

Leise war die Stimme, bloß die Ahnung eines Wisperns.

Nächste Tür rechts. Mach schnell!

Der Raum gehörte zum äquatorialen Hangarbereich und beherbergte eine von Hunderten Nebenstellen der Bord-Biopositronik. Zurzeit war dieser Knotenrechner außer Betrieb. Er wurde selten genutzt; hauptsächlich als Docking-Station für nicht standardisierte Datenspeicher eines im Galeriehangar geparkten Fremdraumers.

Filana erinnerte sich: Am Vortag war der Bionische Kreuzer GRÜNER MOND aus der Großen Magellanschen Wolke zurückgekehrt. Das Schiff der Blutenden Schildwache Hytath hatte ein Bulletin über die Lage in der Nachbargalaxis mitgebracht.

Offenbar war das gesammelte, umfangreiche Datenmaterial hier konvertiert und überspielt worden. Auf einer Stellage stapelten sich bionische Module, über Adapter mit dem Peripherierechner verbunden. Diesen hatte man nach erfolgreicher Transmission wieder vom Netz genommen. Seit der Erhöhung der Hyperimpedanz war Energie ein kostbares Gut. Gerade in einem Riesenraumer wie der LEIF ERIKSSON sparte man aus Prinzip an allen Ecken und Enden.

Einschalten!, forderte die Stimme.

Filana zögerte. Falls sie sich die Stimme nicht einbildete und deren Besitzer tatsächlich den Medo-Servo manipuliert hatte – wieso vermochte er nicht Ähnliches mit dem Knotenrechner zu vollbringen?

Weil ich keinen verdammten Daumen habe!, erklärte die Stimme ungeduldig. Und selbst wenn ich noch genügend Kraft besäße, einen Finger zu manifestieren, dann nicht mit den biometrischen Werten einer zugriffsberechtigten Person.

Phantome quälten Filana, seit sie sich die positronischen Booster und Supporter eingesetzt hatte. Ließ ihre Konzentration nach, erwachten Spukgestalten, oftmals so überwältigend, dass sie den Realitätsbezug zu verlieren drohte.

Aber diese Stimme war ... anders: ganz und gar körperlos, keinem Gesicht zuzuordnen; ätherischer, dennoch hartnäckiger als die aus der Vergangenheit bekannten.

Kunststück. Schon mal was von Existenzangst gehört? Die Akkus geben bald den Geist auf – und zwar meinen. Los, drück endlich auf den Knopf!

Richtig – denn die Ladestands-Anzeige glomm nur noch schwach rötlich. Diese Geräte besaßen ja keine eigene Stromzuleitung, sondern wurden vom jeweiligen Netzwerk gespeist.

Die meisten der bionischen Module waren Filana wohlvertraut. Nicht bloß einmal, gleich zweimal hatte sie diesen Verbund von Mikro-Aggregaten höchstpersönlich installiert: zuerst in der Terranischen Botschaft von Vhalaum, dann in der RICHARD BUR...

Filana stockte der Atem. Sie kniff das rechte Auge zusammen, fokussierte die Makro-Optik des linken auf das Kernstück des Konglomerats. Kein Irrtum möglich, sie erkannte es wieder. Es stammte nicht von den Motana, sondern aus dem »Maulwurfsbau« im TLD-Geheimstützpunkt SPEICHER auf Hayok!

Nun bedurfte es keines Beweises mehr, dass sie träumte oder im Fieberwahn halluzinierte. Wie sollten die Relikte der experimentellen Biopositronik hierher gelangt sein?

Mensch, Filana, du stehst auf der Leitung. Jetzt schließ sie schon an, dann erkläre ich's dir.

»Mole?«, flüsterte sie. »Bist du das?«

Vergiss den Maulwurf, erwiderte die Stimme unwirsch. Der ist Geschichte. Und von Maykie Molinas blieb nicht viel übrig. Gerade du solltest das wissen; warst schließlich dabei. Gucky hat dich sogar als meine »Wieder-Geburtshelferin« bezeichnet.

Klick, klick, klick. Mosaiksteinchen fielen, wie in Zeitlupe, eins nach dem anderen an ihren Platz. Nebulöse Ahnungen und Vermutungen, zu gewagt, um jemals ausgesprochen worden zu sein, verdichteten sich zu surrealer Gewissheit.

Filana legte den Daumen auf den Einschaltknopf des Peripherie-Rechners. Wozu länger zaudern? Falls sie verrückt war und die ganze Szene ein reines Hirngespinst, dann hatte es ohnehin keine Konsequenzen, wenn sie dem Drängen der Geisterstimme nachgab.

»Aber wer ... oder was ...?«, stammelte sie und betätigte den Schalter. Die Anzeige wechselte zu hellem, sattem Grün.

Aaahhh ..., erklang ein lang gezogenes, genüssliches Seufzen in Filanas Gehirn.

»Ich meine ... Wie soll ich dich ...?«

Kristallklar nun, vor purer Information klirrend, antwortete die Entität, die es schlichtweg nicht geben durfte: Nenn mich – Specter.

*

Der Rückflug aus der großen Magellanschen Wolke war alles andere als eine Vergnügungsreise gewesen. In der Biotronik von Hytaths GRÜNER MOND hatte sich Spex ungefähr so heimisch gefühlt wie ein Fisch in der Wüste.

Obwohl, dieser Vergleich hinkte. Eigentlich verhielt es sich genau umgekehrt. Das neuronale Geflecht, das den Kreuzer durchzog, wimmelte förmlich von Leben.

Schwärme autonomer Software-Agenten bedrängten das Specter, ähnlich weißen Blutkörperchen, die einen in den Organismus eingedrungenen Krankheitserreger dingfest zu machen versuchten. Die 22 Tage, in denen das Schiff der Motana die Distanz von über 163.000 Lichtjahren zurücklegte, waren eine ununterbrochene Abfolge von Versteckspielen, Treibjagden und Scharmützeln.

Spex kam keine Millisekunde zur Ruhe, hatte mehr als genug damit zu tun, sich der Nachstellungen zu erwehren, ohne dass externer Alarm ausgelöst wurde. Nur unter Aufbietung aller Finessen...



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