E-Book, Deutsch, Band 2544, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Lukas Perry Rhodan 2544: Gefangene des Handelssterns
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8453-2543-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Stardust"
E-Book, Deutsch, Band 2544, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2543-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
LEO LUKAS Eine Blinddarmentzündung im Alter von 13 Jahren war schuld, dass Leo Lukas Bekanntschaft mit dem 'Erben des Universums' machte. Die Mutter des 1959 in Köflach/Österreich geborenen Lukas schenkte ihrem Sprössling ein PERRY RHODAN-Heft. Und während sich der Bauch des Jungen auf dem Weg der Besserung befand, wurde sein Kopf vom Fieber der Begeisterung für die größte Science-Fiction-Serie der Welt erfasst. In den achtziger und neunziger Jahren entwickelte sich der Sohn einer Bergarbeiterfamilie zum Tausendsassa der österreichischen Kleinkunst-Szene: als erfolgreicher Kabarettist, Schauspieler, Regisseur und Autor, als scharfzüngiger Begleiter des politischen und gesellschaftlichen Lebens seines Heimatlandes. Seine erste Langspielplatte erschien 1990, sein erstes Buch mit dem Titel 'Otto Blumes fatale Reisen' kam 1991 heraus und ist längst vergriffen. 1992 folgte das Video 'Leo Lukas - ein Wunschprogramm'. 2000 publizierte Leo Lukas zusammen mit dem Zeichner Gerhard Haderer das Kinderbuch 'Jörgi der Drachentöter', das die Regierungsübernahme der österreichischen Mitte-Rechts-Koalition kritisch-satirisch aufs Korn nahm und sich monatelang in den vordersten Plätzen der österreichischen Bestsellerlisten hielt. Seine Texte wurden mehrfach mit dem 'Salzburger Stier' ausgezeichnet, dem wichtigsten Kleinkunstpreis des deutschsprachigen Raums. 2005 erhielt er außerdem den 'Österreichischen Kleinkunstpreis'. Oft verwendet er Mittel der Science Fiction, um beißende Kritik zu üben. So etwa in seinen Romanen 'Otto Blumes fatale Reisen' (1991) und 'Wiener Blei' (1998), der im Universum der Rollenspielserie 'Shadowrun' spielt. Daher ist es vielleicht kein Wunder, dass er schließlich gebeten wurde, einen Gastroman für die PERRY RHODAN-Serie zu verfassen, die er all die Jahre aufmerksam verfolgt hatte. Lukas war begeistert: 'Stell dir vor, du warst mit 13 ein glühender Beatles-Fan, und Jahrzehnte später ruft dich plötzlich Paul McCartney an und fragt, ob du bei seiner nächsten CD mitwirken willst. Ungefähr so ist es mir ergangen, als mich der RUF aus Rastatt ereilte ...' Bereits mit seinem Erstling 'Die Astronautische Revolution' mit der Nummer 2059 erweiterte er das PERRY RHODAN-Universum um eine ganz persönliche ironische Facette, die inzwischen nicht mehr aus der Serie wegzudenken ist. Aus dem Gastspiel wurde bald ein Dauerauftrag und aus dem von Berufs wegen skeptischen Leo Lukas ein Optimist: 'Ich glaube daran: Wenn sich die ganze Menschheit in derselben Weise weiterentwickelt wie die PERRY RHODAN-Serie, dann schaffen wir's vielleicht wirklich einmal dorthin, wo wir hinwollen und hingehören. Ja, genau: zu den Sternen.'
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Was ist Arglist, wenn nicht die klügere Schwester der Friedfertigkeit?
Genistos Befurisfagis
Prolog
Persönliches Logbuch von Atlan da Gonozal, 5. April 1463 NGZ
Es läuft nicht wie geplant.
Vor über einer Stunde sollte Perry den Handelsstern erreicht haben. Seit sein Schiff in die scheinbare Sonnenkorona eingetaucht und aus unserem Erfassungsbereich verschwunden ist, warten wir auf ein Lebenszeichen; bislang vergeblich.
Ein ums andere Mal suche ich mit dem Blick Shaline Pextrel, die Cheforterin der JULES VERNE. Ein ums andere Mal schüttelt sie den Kopf, die Lippen aufeinandergepresst.
Nichts passiert. Weder trifft das vereinbarte Signal zum Großangriff ein, noch ändert sich das optische oder energetische Erscheinungsbild des Handelssterns.
Was bedeutet: Die Hoffnung, Perry könne mit seinem B-Controller bereits beim Anflug die Sonnentarnungs- und Verteidigungssysteme der Gigantstation abschalten, hat sich zerschlagen.
Deswegen ist lange nicht gesagt, dass die Aktion als Ganzes gescheitert wäre. Allerdings wächst mit jeder verstrichenen Minute die Wahrscheinlichkeit, dass unser Einsatzkommando in Schwierigkeiten steckt.
Sind unsere Leute aufgeflogen, trotz der Verkleidung sowohl des Obeliskenschiffs als auch der Besatzung?
Wurden sie gefangen genommen? Werden sie vielleicht just in diesem Augenblick verhört, gefoltert, einer nach dem anderen exekutiert? Es wäre nicht das erste Mal – Michael Rhodan war dies schon so ergangen in den Fängen der Terminalen Kolonne ...
Mach dich nicht verrückt, Narr!, mahnt mein Extrasinn.
Ihr könnt jederzeit losschlagen. Es liegt in deiner Hand. Ein knapper Befehl von dir genügt.
Das stimmt. Die Flotten der Alliierten haben ihre Positionen bezogen.
20.000 Maahkwalzen und 5000 kugelförmige tefrodische Schlachtschiffe sowie 15.000 Fragmentraumer der Posbis sind einsatzbereit. Sie alle fliegen mit ausreichender Geschwindigkeit, um augenblicklich für den Zielanflug in den Linearraum wechseln zu können.
Auch die JULES VERNE duckt sich gleichsam zum Sprung. Ein Wort von mir an Saaroon, den Ersten Piloten, und die 409 Lichtjahre, die uns vom Handelsstern trennen, wären im Nu überwunden.
Aber dann ... Dann stünden wir einem mehr als zweitausend Kilometer durchmessenden Moloch gegenüber, über dessen defensive und offensive Kapazitäten wir so gut wie nichts wissen.
Was, wenn dagegen unsere geballte Feuerkraft nichts ausrichtete? Wenn wir erfolglos anstürmten?
Eine derart schwere Schlappe würde das eben erst geschmiedete Bündnis der Völker aus Andromeda und der Milchstraße wohl kaum verkraften. Nur deshalb zögere ich, sofort dem Freund zu Hilfe zu eilen und auf diese verfluchte Pseudo-Sonne einzuprügeln mit allem, was wir haben.
Falls sich der Holzhammer als zu weich und wirkungslos erwiese ...
Genau so hat Rhodan argumentiert: Hier sei stattdessen die feine Klinge gefragt, das heimlich im Stiefelabsatz eingeschmuggelte Skalpell.
Außerdem sollten wir anstreben, den Handelsstern unbeschädigt zu erobern. Schließlich möchten wir sein wertvolles Transportpotenzial nutzen.
»Die Chance, dass wir ihn uns unversehrt unter den Nagel reißen, ist größer, wenn du mich gewähren lässt. Auch wenn meine Begleiter und ich dazu den risikoreicheren Weg beschreiten müssen.«
Die klassische terranische Methode: tarnen und täuschen. Klammheimlich einschleichen, ruck, zuck rein ins Vergnügen, den Löwen in seiner eigenen Höhle hinterrücks erdrosseln, am besten mit bloßen Händen, spöttelt der Extrasinn.
Perry hat damit nicht die schlechtesten Erfahrungen gemacht, erwidere ich.
Man kann das Glück immer nur einmal zu oft herausfordern. Statistisch gesehen findet irgendwann jeder seinen Meister.
Ich erspare mir, darauf hinzuweisen, welche übermächtigen Feinde wir auf diese Weise schon besiegt oder zumindest zur Flucht getrieben haben. All unsere Hoffnung basiert darauf, dass unsere Feinde nicht mit Mutanten rechnen.
Der Kommentar meines Logiksektors trieft vor Hohn. Genial. Wie kämen sie bloß auf die Idee, wir könnten Psi-Begabte in unseren Reihen haben? Hoppla – da war doch was. Sind die Frequenzfolger aus dem Volk der Vatrox nicht selbst Para-Schleicher und telepathisch oder telekinetisch nicht erfassbar? Aber nein, keine Sorge, wieso sollten sie ähnliche Fähigkeiten bei anderen einkalkulieren?
Wie immer streut der Lästersinn Salz in die offene Wunde. Gnadenlos spricht er jene Bedenken an, die mich sowieso quälen und die ich liebend gern verdrängen würde.
Und sie haben auch sicher nicht recherchiert und hochmütig versäumt, sich mit der Geschichte dieser Galaxis zu befassen, setzt er fort. Worin beispielsweise Gucky prominent vertreten ist, um nicht zu sagen: eine Berühmtheit. Wer hat ihm noch gleich den Titel ›Überall-zugleich-Töter‹ verliehen, dessen er sich so gerne rühmt? Oh! Maahks. Andere Mutanten, Zellaktivatorträger oder gar Perry Rhodan und du werden natürlich ebenfalls nirgends erwähnt.
Die Frequenz-Monarchie, entgegne ich lahm, verfolgt bisher recht strikt und stur ihre Agenda. Oberste Priorität besitzen für sie das Polyport-Netz und die Suche nach dem PARALOX-ARSENAL. Für uns interessiert sie sich, so unschmeichelhaft das klingen mag, höchstens am Rande.
Zwischendurch sehe ich zu Shaline Pextrel hinunter. Sie zuckt bedauernd die Achseln.
Ich zerkaue einen Fluch. Alles wie gehabt. Kein Pieps von Perry. Nicht die geringste Veränderung bei der Scheinsonne, deren Holo-Darstellung die gesamte Zentrale-Crew anstarrt wie ein grausames Wunder, bang auf ein Zeichen hoffend.
Auch das kurzzeitig beobachtete Flackern der Korona ist nicht mehr aufgetreten. Als hätte es seinen Zweck erfüllt, Rhodan zu diesem Himmelfahrtskommando zu verlocken ...
Spätestens seit dem Fanal von Sicatemo nimmt mein Logiksektor den Faden wieder auf, sollte bewiesen sein, dass die Frequenzfolger sehr wohl auf unsere Präsenz reagieren. Sie haben eine Supernova ausgelöst, einfach so, binnen ein paar Stunden ein ganzes Sonnensystem mitsamt hundert Millionen Tefrodern zum Untergang verdammt.
Brutal ausgelöscht. Verbrannt durch eine mörderisch sengende Fackel, die noch lange weithin sichtbar leuchten wird.
Spielt nicht mit uns, lautet die Botschaft. Bis hierher und nicht weiter. Stellt eure lästigen Störversuche ein! Widrigenfalls klopfen wir euch nicht auf die Finger, sondern fräsen euren Arm ab, bis hinauf zum Schlüsselbein.
Mangelnde Konsequenz ist ihnen nicht vorzuwerfen. Skrupel kennen sie genauso wenig. Kollateralschäden nehmen sie leichthin in Kauf.
Sie ziehen ihr Ding durch, ohne Rücksicht auf Verluste.
Erkenne ich da eine gewisse Sympathie, Kristallprinz?, höhnt der Extrasinn. Wir reden über ur-arkonidische Tugenden – oder etwa nicht?
Auf die Schnelle fällt mir keine Antwort ein. »Ich bin ein Terraner«, klänge schal, abgeschmackt. Darum verzichte ich auf das allzu oft strapazierte Zitat.
Was wirst tu tun – und vor allem: wann endlich?
Wir haben uns keine Frist gesetzt, Perry Rhodan und ich. Zu unabwägbar waren die Faktoren.
Der terranische Barbar hat sich entschlossen, mit einer läppisch kleinen Schar ins Ungewisse zu fliegen, und ich ... muss abwarten, mag der Logiksektor noch so sehr drängen. Noch kann ich keinerlei Rückschlüsse ziehen, was dort drüben, im Handelsstern, vor sich geht.
Geduld ist das Gebot der Stunde und der nächsten, quälend langsam vertickenden Minuten. Geduld!
Ich hasse es.
Ich hasse es, buchstäblich außen vor zu sein. Könnte ich doch selbst das Risikokommando anführen oder meinetwegen zusammen, gleichberechtigt mit Perry!
Aber nein, ich bin zur nervtötenden Passivität verpflichtet. Er dort – ich hier. So war es ausgemacht und nicht zuletzt von den Verbündeten gewünscht.
*
Vor drei Tagen, am 2. April 1463 NGZ, besiegelten wir formell den Pakt der Völker.
Cerdo Perisa und Daore Hapho von den Gaid-Rebellen. Admiral Meruv Tatur, autorisiert durch seinen Virth, für die Tefroder. Der Schattenmaahk Grek 1/Pral als Sprecher seiner von den eigenen Artgenossen verfolgten Minderheit. Nicht zuletzt Grek 11, offizieller Vertreter der »Dezentralen Überwachungsinstanz« und somit der extrem zurückgezogen agierenden, lange vermissten, mit viel Glück aufgespürten »fundamentalistischen« Andromeda-Maahks.
Eine labile Zweckgemeinschaft, gestiftet einzig durch die äußere Bedrohung. Wiewohl die Frequenz-Monarchie, streng genommen, von innerhalb Hathorjans aus ihren Feldzug gestartet hat.
Die Vatrox sind vermutlich in dieser Galaxis mindestens so alteingesessen wie wir ... Erheben sie zu Recht Anspruch auf das Polyport-Netz, dessen sie sich schon vor zehn Millionen Jahren bedient haben?
Nein. Nach allem, was wir wissen, sind sie bloß frühere Nutznießer. Sie haben die Anthurianer, die Schöpfer jenes Galaxien verbindenden Transportsystems, ebenso beraubt wie später zahlreiche andere Völker und Sternreiche; die Gaids sind ihr vorläufig jüngstes Opfer.
Die Vatrox spielen mit gezinkten Karten. Stets haben sie ihren angeblichen Partnern essenzielles Wissen vorenthalten und sie, wenn es darauf ankam, nach Strich und Faden betrogen und schamlos ausgenutzt. Ihre Trümpfe, die seelenwandlerische Wiedergeburt sowie die von den Anthurianern gelernte Handhabung...




