E-Book, Deutsch, 225 Seiten
Lyncker Deutsche Sagen und Sitten aus Hessischen Gauen
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8496-0308-3
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 225 Seiten
ISBN: 978-3-8496-0308-3
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Erleben Sie die Märchen und Sagen aus aller Welt in dieser Serie 'Märchen der Welt'. Von den Ländern Europas über die Kontinente bis zu vergangenen Kulturen und noch heute existierenden Völkern: 'Märchen der Welt' bietet Ihnen stundenlange Abwechslung. Ein Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis dieses Buches: 1. Die Chatten. 2. Der Chatten und Hermunduren Streit um den heiligen Salzfluß. 3. Herkunft der Sachsen. 4. Wuodensberg und Odenberg. 5. Das durstende Heer. 6. König Karl und sein Heer im Odenberge. 7. Sieben Jahre im Odenberge. 8. Ein Kind im Odenberge. 9. Ein Hirt im Odenberge. 10. Ein Schmied sieht in den Odenberg. 11. Karl's Rast. 12. Die Geisterschlacht auf der Todtenhöhe. 13. Der Schwedengeneral. 14. Kriegsvolk im Berge. 15. Die Räderburg. 16. Das wilde Heer. 17. Der wilde Jäger. 18. Der gespenstige Jäger. 19. Frau Holle. 20. Frauhollenbad. 21. Frau Holle versetzt einen Felsen. 22. Frau Holle drückt ein Stein im Schuh. 23. Der Bechtelsberg. 24. Das Hexenlindchen. 25. Der feurige Drache. 26. Der Teufel. 27. Der Hahnhof. 28. Der Teufel als Baumeister. 29. Der Teufel baut eine Stadt. 30. Der Teufel trägt ein Dorf weg. 31. Der Teufel am Spieltisch. 32. Der Gehülfenberg. 33. Der hohe Stein. 34. Hünen. 35. Hünenburgen und Hünenbrinke. 36. Entstehung der Weserberge. 37. Der Sandbrink bei Fuhlen. 38. Die Hünenburg bei Hohenrode. 39. Die Hünen von Hohenrode und Deckbergen. 40. Die Hünen vom Deister und Bückeberg. 41. Der Scharfenstein. 42. Der Riese von Homberg. 43. Der Teufel schleudert einen Felsen. 44. Eine Riesin zu Homberg. 45. Der zornige Riese. 46. Ein Riese baut Spangenberg. 47. Riesen als Nachbarn. 48. Essel, der Riese vom Weißenstein. 49. Die Riesen von der Hunsburg. 50. Der Riesenstein bei Großenritte. 51. Der Riesin Spielzeug. 52. Versunkenes Riesenschloß. 53.
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43. Der Teufel schleudert einen Felsen.
Der Kirchbau zu Fritzlar erlitt der Anfeindungen mehrere. Der Teufel saß auf dem Madersteine, oder, wie Andere erzählen, auf dem Lammsberge bei Gudensberg und sah ergrimmt den Bau wachsen. Er brach einen Felsen aus dem Geklüft und wollte ihn nach Fritzlar hinunter schleudern, daß er das Werk und die Bauleute zerschmettere; aber der Felsblock blieb ihm im Aermel hängen und so fiel er seitwärts hinaus auf das Feld zwischen Obervorschütz und Maden. Bis auf die heutige Stunde sind noch die Spuren von den Händen und Krallen des Teufels daran zu sehen.1
Mündlich.
Fußnoten
1 Landau hält diesen merkwürdigen Stein, welcher 81/2' hoch aus der Erde hervorsteht, 11/2 – 2' breit und nur 4'' dick ist, für den Malstein des alten Gaugerichts von Maden. Vgl. dessen Ritterb. IV, 194. – Hier haben wir zugleich eine alte Riesensage, die auf den Teufel übertragen worden ist.
44. Eine Riesin zu Homberg.
Auch eine Riesin wohnte auf dem Schlosse zu Homberg. Zwei Stunden davon, in nordwestlicher Richtung, neben dem Dorfe Gombet, liegt ein Stein, den sie in einem Wurfe dahin schleuderte, und die Finger ihrer Hand sieht man dem Steine eingedrückt.
Grimm d.M. 513.
45. Der zornige Riese.
Als Graf Werner von Grüningen das Kloster Breitenau gebaut hatte, nahm ein Riese, der in der Gegend hauste, Aergerniß an den frommen Gesängen der Mönche, die früh und spät aus dem Thale heraufklangen. Zornig stieg er auf die Anhöhe über Breitenau und fing an Felsen loszubrechen und in das Thal hinab gegen das Kloster zu schleudern. Da unten standen aber mächtige Eichen, welche die herabkollernden Felsbrocken aufhielten und so das Kloster vom sichern Untergange retteten. Tief drangen die Steine in die Erde, so daß die Spuren noch jetzt zu sehen sind. Wie nun der Riese sah, daß sein Werfen nichts fruchtete, zog er sich grollend in die Wälder zurück und ließ die Mönche fortan in Ruh.
Nach einer andern Erzählung war es der Erzengel Michael, welcher unten stand und die Steine mit seinem Schilde auffing.
Mündlich.
46. Ein Riese baut Spangenberg.
Ein mächtiger Herr ließ zu Spangenberg ein Schloß bauen und hatte einen Riesen zum Baumeister angenommen. Als der Bau vollendet war, kam eines Tages der Herr, um ihn zu besehen und ward ärgerlich, als er bemerkte, daß in einem Zimmer noch ein Balken fehlte; darum schalt er den Baumeister aus. Der Riese lief sogleich nach dem Bromsberge, welcher Spangenberg im Rücken liegt, und riß einen Baum aus; den Stamm trug er auf der Schulter nach dem Schlosse und stieß ihn durch die Mauer, dahin, wo der Balken fehlte. Da liegt er noch immer an der Decke des s.g. Rittersaales.
Mündlich.
47. Riesen als Nachbarn.
Ueberall auf den Höhen um Marburg bis herunter nach Wetter hausten Riesen: auf der Hunsburg bei Oberrosphe, auf dem Heppersberge, auf dem nicht mehr bekannten Schlosse Rothenstein (vielleicht auf dem Rothenberge) bei Marburg, auch auf dem Schlosse Weißenstein bei Wehrda. Auf diesem und dem Rimberge bei Caldern wohnten zwei Riesen, die besonders gute Nachbarschaft unterhielten; sie hatten gemeinschaftlich einen Backofen, welcher mitten im Felde lag. Wenn sie nun Teig kneteten, warfen sie einander Steine zu; auf dies Zeichen sollte Holz zum Ofenheizen von des Nachbars Burg gebracht werden. Einmal geschah's, daß Beide zu gleicher Zeit warfen und die Steine in der Luft zusammenfuhren; die liegen noch heutiges Tages mitten im Felde, oberhalb Michelbach; jedem ist eine große Riesenhand eingedrückt. Ein anderes Zeichen gab der Riese dadurch, daß er sich am Leibe kratzte; es war so laut, daß man es jenseits deutlich hörte.
Grimm d.M. 510.
48. Essel, der Riese vom Weißenstein.
Der Riese auf dem Weißenstein hieß Essel, und die Wiese an der Stelle, wo er beim Untergange der Burg, die auf dem Berge stand, die goldne Thür derselben in die Lahn versenkte, heißt noch jetzt der Esselswerd und das daranstoßende Feld das Esselsfeld. Die Bauern von Wehrda tödteten ihn, als sie einmal auf der Wiese einen Tanz hielten.
Grimm d.M. 1218. – Mündlich.
49. Die Riesen von der Hunsburg.
Von der Hunsburg, einem Berge bei Oberrosphe im Burgwald, erzählt man in der Gegend, daß die Riesen, die droben wohnten, oft in die Thäler herabkamen und den Landleuten Pflugscharen und Sensen zerbrachen.
Justi Vorzeit 1839 S. 141.
50. Der Riesenstein bei Großenritte.
Vor dem Dorfe Großenritte, rechts von dem Wege, der von Altenbauna dorthin führt, ragt ein hoher, schmaler Felsblock, der Riesenstein (Riesstein) genannt, aus der Erde. Die Bauern erzählen, ein Riese habe ihn vom Hirschstein bei Elgershausen losgerissen, um damit den Kirchthurm von Kirchbauna zu zerschmettern, aber der Stein sei ihm zu früh aus der Hand gefahren, eine Stunde weit geflogen und dann bei Großenritte in's Ackerland niedergefallen. Er liegt noch an derselben Stelle und ragt zur Sommerzeit hoch über die Getreidehalme hinaus. Auch sind daran noch die Eindrücke von den fünf Fingern des Riesen zu sehen. Der Eigenthümer des Landes hat niemals Contribution davon zu zahlen gehabt, eine Freiheit, welche jedoch aufhörte, wenn es demselben einfiele, den Felsblock zu zerschlagen und auszugraben.
Mündlich.
51. Der Riesin Spielzeug.
Auf dem Heppersberge zwischen Sarnau und Wehrda in Oberhessen wohnte ein Riese mit seiner Tochter. Diese kam einst von der Burg herunter und sah im Felde die Bauern mit Pflug und Egge arbeiten. Sie fand an den winzig kleinen Geschöpfen ein so großes Wohlgefallen, daß sie einige in ihre Schürze zusammenlas, mit nach Hause nahm und vergnügt ihrem Vater als gefundenes Spielzeug wies. Der alte Riese aber ward sehr zornig darüber, schalt der Tochter Unbesonnenheit, nahm ihr das vermeintliche Spielzeug weg und ließ die Bauern wieder ruhig an ihren Acker ziehen.
Mündlich. – Grimm Myth. 506.
52. Versunkenes Riesenschloß.
Zwischen den Dörfern Hellstein und Udenhain, unfern von Birstein, liegen auf einer waldigen Höhe der Alsee und der Hunstein. Die Sage erzählt, daß hier vor langer Zeit ein Riesenschloß versunken sei, zu dessen Rettung die letzte Besitzerin vergebens jenen Felsblock herbeigetragen habe.
Pfister, 271.
53. Die Riesenprinzessinnen.
Vor sehr langer Zeit lebte im Reinhardswalde ein mächtiger König, der hatte drei Riesinnen zu Töchtern, wovon die eine Saba, die andere Trenda und die dritte Bramba hieß1. Der Vater baute einer jeden ein Schloß, für Saba die Sababurg, für Trenda die Trendenburg (jetzt Trendelburg), und für Bramba die Bramburg; da wohnten sie und pflegten sich die Tage zu verkürzen, indem sie durch Sprachröhre von ihren Schlössern aus mit einander plauderten. Lange nachher zeigte man noch zu Sababurg das große Bette der Saba, ihre Betstube, den Brunnen und den Becher, woraus sie getrunken haben soll. Ihre Rippen, die man später wieder fand, kamen (nach Winkelmann) in die fürstliche Kunstkammer zu Cassel, wo sie als Merkwürdigkeit aufbewahrt wurden. Das Holz an der Bettspanne war fast ganz zerschnitzt. Jeder Besucher nahm sich einen Spahn zum Zahnstecher davon mit, denn man glaubte, daß durch bloße Berührung eines kranken Zahnes mit dem Holze augenblicklich die Schmerzen vergingen.
Mündlich.
Fußnoten
1 Seitdem man auf die...




