Lynn | Raw Need - Gegen den Verstand | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 386 Seiten

Reihe: LYX.digital

Lynn Raw Need - Gegen den Verstand


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7363-0894-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 386 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-0894-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Rockstar, der immer bekommt, was er will - eine Liebe, die er nicht haben kann

Zane Larson führt ein Leben auf der Überholspur: als Frontman der größten Rockband der USA hat er die Welt bereist, zerbrochenen Herzen mit seiner Musik geheilt und so viele Frauen in seinem Bett gehabt, dass er sie nicht mehr zählen kann. Dieses Leben - und die Musik, die ihn dieser Welt auch ab und an entfliehen lässt - ist alles, was er sich erträumt. Doch als er die hübsche Rowan kennenlernt, ist er sich da nicht mehr so sicher. Das erste Mal in seinem Leben, will er etwas anderes. Er will Rowan. Auch wenn sie die einzige Frau ist, die er niemals haben kann: Denn Zanes Bruder ist schuld am Tod von Rowans Ehemann ...

'Wunderschön! Zane hat mir das Herz gestohlen. Ich bin verrückt nach den Larson-Brüdern!' Wrapped Up in ReadinG

Band 2 der Larson-Brothers-Reihe von New-York-Times- und USA-Today-Bestseller-Autorin Cherrie Lynn

Lynn Raw Need - Gegen den Verstand jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1


Was zum Teufel sollte man anziehen, wenn man mit einem Rockstar ausging?

Als Rowan Dugas in die Tiefen ihres begehbaren Kleiderschranks starrte, fiel ihr auf, wie selten sie sich diese Frage stellte. Wäre sie ein Hollywood-Starlet, ein Model oder gar ein Pornostar, hätte sie vermutlich einen ganzen Schrank voll mit verführerischen Kleidchen, die zum jeweiligen Anlass passten. Dann wäre die Outfitfrage schnell gelöst. Aber Rowan war nichts dergleichen, sie war einfach nur ein Mädchen aus New Orleans. Eine Witwe. Und eine werdende Mutter in dem peinlichen Stadium, in dem man nicht genau sagen konnte, ob jemand schwanger war oder nur gerade eine riesige Pizza verschlungen hatte.

Abgesehen davon handelte es sich hier ja auch nicht um ein Date. Ehrlich gesagt wusste sie selbst nicht recht, wie sie es nennen sollte, sie wusste nur, dass Zane Larson angeboten hatte, mit ihr auszugehen, und dass sie in einer Art Schockzustand zugesagt hatte.

Zane war ihr Lieblingssänger. Absolut. Seine Musik, die Musik seiner Band August on Fire, hatte ihr über die schlimmsten Zeiten ihres Lebens hinweggeholfen, und durch eine unglaubliche Fügung des Schicksals waren sie Freunde geworden.

Allerdings hatte diese schicksalhafte Fügung mit dem Tod ihres Ehemannes begonnen.

Rowan wollte nicht hinsehen, konnte es aber nicht verhindern. Jedes Mal, wenn sie dieses Zimmer betrat, wurde sie mit Tommys Seite des Schranks konfrontiert, die exakt so aussah, wie er sie vor vier Monaten zurückgelassen hatte, nachdem er seine Sachen gepackt hatte, zu einem Kampf gefahren und niemals zurückgekehrt war. Der Anblick seiner achtlos auf einen Haufen geworfenen Schuhe wirkte immer noch wie ein Schlag in die Magengrube auf sie. Eines seiner Hemden hing nur halb auf dem Kleiderbügel. Tommy hatte das Hemd daneben einfach herausgezogen und sich nicht weiter um die Unordnung gekümmert. Der Drang, es richtig aufzuhängen, war so groß, dass Rowan die Zähne zusammenbiss, und dennoch brachte sie es nicht über sich.

Savannah hatte angeboten, vorbeizukommen und ihr zu helfen, sein Leben wegzuräumen, wenn Rowan bereit dazu war, aber sie wollte das ihrer Schwägerin nicht zumuten. Immerhin hatte Savannah mit Tommy ihren Bruder verloren.

Bald, sagte Rowan zu sich selbst. Bald ist es so weit. Allerdings wusste sie nicht, was mit den Sachen passieren sollte, denn sie könnte niemals irgendetwas davon wegwerfen. Aber alles auf dem Speicher einzulagern, damit es Staub und Spinnweben ansetzte, fühlte sich auch nicht richtig an. Vielleicht würde sie irgendwann gegen den Anblick immun werden, aber sie hätte keine größere Summe darauf verwettet, dass das in absehbarer Zeit der Fall sein würde.

Rowan riss sich von dem Anblick los und konzentrierte sich auf ihre Schrankseite, die entschieden aufgeräumter war. Sie hatte die Kleidung nach Jahreszeiten geordnet, und die Schuhe standen in Reih und Glied in den Regalen, die Tommy für sie gebaut hatte. Eigentlich besaß sie genug anzuziehen – nur waren ihr zurzeit dank des kleinen Überraschungsgastes, der sich in ihrem Bauch bemerkbar gemacht hatte, ihre schicken Klamotten ein bis zwei Größen zu klein.

Also gut, einfach herumzustehen und in den Schrank zu glotzen, hatte wenig Sinn. Ihr blieben noch mehrere Stunden, bis Zane kam, aber die würde sie auch brauchen. In den vergangenen Tagen hatte sie über die Kleiderfrage nicht weiter nachgedacht, denn offen gesagt hatte sie die ganze Zeit damit gerechnet, dass er anrufen und absagen würde. Und das konnte ja auch immer noch passieren. Wer wusste schon, was sonst noch auf seinem Terminplan stand?

Aus dem Schlafzimmer meldete sich ihr Telefon mit dem Klingelton, den sie Savannah zugewiesen hatte. Ein paar Momente der Ablenkung von dem vor ihr liegenden Dilemma.

»Ich weiß nicht, was ich anziehen soll«, sagte Rowan anstelle einer Begrüßung. »Hilfe.«

»Aha, du weißt nicht, was du anziehen sollst«, erwiderte Savannah. Es war keine Frage, eher eine ungläubige Feststellung.

»Ich habe mir noch nichts Passendes für meine neue Figur gekauft. In letzter Zeit habe ich nur Yogahosen getragen, aber aus denen wachse ich auch schon heraus.«

»Darum kümmern wir uns demnächst,« versprach Savannah. Ihre gemeinsamen Shoppingzeiten hatten sich drastisch reduziert, seit Savannah mit Mike Larson, dem MMA-Weltmeister im Schwergewicht, zusammen war. Er war Zanes Halbbruder und Tommys Gegner bei dem Kampf gewesen, bei dem er auf tragische Weise ums Leben kam. Es war nicht Mikes Fehler gewesen. Rowan hatte sich langsam – sehr langsam – damit abgefunden, obwohl es an manchen Tagen immer noch sehr schwer für sie war. Aber Savannah war so glücklich. Jemand, der ihr ein solches Lächeln ins Gesicht zauberte, konnte kein schlechter Mensch sein. Und natürlich hätte sie ohne Mike auch niemals Zane kennengelernt, und es würde keine Verabredung mit ihm geben. Mike hatte sich sehr bemüht, etwas Nettes für Rowan und Savannah in ihrer Trauer zu tun, deshalb hatte er einen Ausflug nach Houston organisiert, damit sie eines von Zanes Konzerten besuchen konnten, mit Backstagepässen und allem Drum und Dran. Es war ein fantastischer Abend gewesen, den sie niemals vergessen würde.

»Schön. Ich weiß aber immer noch nicht, was ich heute Abend anziehen soll.«

»Etwas Lockeres, Leichtes und Kurzes. Es ist warm.«

»Ja.« Rowan schwitzte jetzt schon. Sie zupfte am Kragen ihres Bademantels herum und betrachtete sich in dem großen Spiegel am anderen Ende des Raumes. Sie war sich nicht sicher, ob ihr gefiel, was sie da sah. Ihre grünen Augen blickten traurig, und jeden Tag schien sie eine neue Falte in ihrem einstmals glatten Gesicht zu finden. Die Trauer war ihr deutlich anzusehen an den hängenden Mundwinkeln und den dunklen Schatten unter ihren Augen. Jedermann versicherte ihr, dass ihr die Schwangerschaft guttat und dass sie wunderschön und gesund aussah, aber sie fühlte sich nicht so. »Glaubst du, dass es in Ordnung ist, wenn ich das mache?«

»Du hast es verdient, mal auszugehen, Ro. Amüsier dich. Das ist völlig in Ordnung.«

»Wetten, deine Mutter würde das anders sehen?«

»Dann sag’s ihr einfach nicht.«

»Ja, aber das ist irgendwie … so unehrlich.«

»Ist es nicht. Wo steht geschrieben, dass sie alles wissen muss, was du tust?«

Nirgendwo natürlich. Aber Regina Dugas hatte sich ihr gegenüber wunderbar verhalten. Ohne Tommys Familie hätte Rowan die größte Tragödie ihres Lebens nicht überstanden. Es wäre für sie unerträglich, wenn sie ihr Missfallen erregen würde, aber wie Savannah bereits gesagt hatte: Was war so schlimm an einem netten Abend? Sie würde sich weder betrinken noch Drogen nehmen noch Sex haben. Allein der Gedanke daran kam ihr lächerlich vor – Zane ging vermutlich aus purem Mitleid mit ihr aus. Wahrscheinlich hatten Mike oder Savannah ihn dazu angestiftet. Komm schon, Mann, opfere dich und muntere die traurige schwangere Witwe ein bisschen auf!

Vielleicht sollte sie das Ganze einfach absagen.

»Wenn dir wirklich nicht danach ist, dann lass es«, sagte Savannah, und Rowan fragte sich nicht zum ersten Mal, ob Savvy Gedanken lesen konnte. »Aber wenn es nur darum geht, was Mom oder Tommy von dir denken würden, dann geh hin. Mom ist manchmal ein Kontrollfreak, und das hätte Tommy dir bestimmt nicht gewünscht.«

Savannah wusste wahrscheinlich nicht, wie eifersüchtig ihr älterer Bruder gewesen war. Nicht auf bedrohliche Weise – jedenfalls nicht für Rowan –, aber er hatte es nie leiden können, wenn ihr ein anderer Mann Aufmerksamkeit schenkte.

»Oder willst du kneifen?«, neckte Savannah sie.

»Willst du mich etwa herausfordern?«, fragte Rowan grinsend.

»Wenn du es so sehen willst, bitte. Dann fordere ich dich eben heraus, heute Abend auszugehen. Ich fordere dich heraus, dich zu amüsieren.«

Auf einmal, wie aus dem Nichts, musste sie an das Kleid denken, das sie in Houston nach dem Konzert von August on Fire gekauft hatte. Ein Etuikleid mit hoher Taille, das um den Bauch herum weit genug war, um ihr noch zu passen. An jenem Tag hatte sie sich eigentlich recht gut gefühlt, doch dann hatte sie plötzlich den schlimmsten Zusammenbruch seit Tommys Tod erlitten. Es hatte Wochen gedauert, aus diesem Loch wieder herauszukommen, und an manchen Tagen rutschte sie immer noch ein Stück weit hinein. »Ich glaube, ich weiß, was ich anziehen werde.«

»Gut.«

»Danke, dass du das alles so locker siehst.«

»Alles, was dich glücklich macht, ist für mich in Ordnung. Und bald gehen wir shoppen, versprochen.«

Nachdem sie aufgelegt hatte, ging Rowan in das noch unfertige Kinderzimmer und fing an aufzuräumen, obwohl es dort überhaupt nicht unordentlich war. Die Einsamkeit lag wie eine schwere Decke über ihrem Kopf, und ihr gefiel der Gedanke, dass die Stille nicht mehr so betäubend sein würde, wenn das Baby erst da war. Sie brauchte diesen Abend wirklich … sie brauchte ihn sehr. Angesichts einer solchen Gelegenheit hätte sie eigentlich überwältigt sein sollen vor Freude. Vielleicht war sie das auch, irgendwo tief in ihrem Herzen, wo Trauer und Gefühllosigkeit jedoch so stark waren, dass sie alles andere unterdrückten. An der Oberfläche schien dieser Abend aber nur eine weitere Aufgabe zu sein, die sie hinter sich bringen musste und bei der die Gefahr groß war, dass sie in einer Katastrophe endete. Sie würde Zane Larson zu Tode langweilen. Es gab nichts, worüber sie mit ihm reden...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.