Lynn | Tempting Love – Homerun ins Glück | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 02, 283 Seiten

Reihe: Gamble Brothers

Lynn Tempting Love – Homerun ins Glück


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7363-0463-5
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 02, 283 Seiten

Reihe: Gamble Brothers

ISBN: 978-3-7363-0463-5
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Er liebt Spielchen - auf und jenseits des Spielfelds

Baseball-Star Chad Gamble hat den Ruf ein partyfreudiger Frauenheld zu sein. Doch als einmal zu oft Fotos von ihm und einer unbekannten Frau in der Presse auftauchen, setzt sein Manager ihm ein Ultimatum: Chad muss diese Frau als seine Freundin ausgeben oder sein Vertrag mit dem Baseballverein platzt ein für alle mal ...

Band 2 der Tempting-Love-Reihe von Spiegel-Bestseller-Autorin J. Lynn



J. Lynns Wunsch, Autorin zu werden, entstand schon in ihrer Schulzeit, als sie anfing, in den Mathestunden Kurzgeschichten zu schreiben. Heute ist sie eine bekannte Liebesroman-Autorin, die es mit ihren Romanen regelmäßig auf die New-York-Times- und Spiegel-Bestseller-Liste schafft. Unter ihrem Pseudonym Jennifer L. Armentrout schreibt sie sehr erfolgreich Young-Adult-Romane.
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1


Während Bridget Rodgers vor der alten Fleischverpackungsfabrik stand, tauchten immer wieder Bilder aus dem Film Hostel vor ihrem inneren Auge auf. Ihrer Freundin zufolge war der Leather and Lace Club, in den man nur auf Einladung kam und über den es tonnenweise Gerüchte gab, der beste Club der Stadt. Doch den zubetonierten Fenstern und den graffitibeschmierten Mauern nach zu urteilen – waren das Gangsymbole? –, hatte Bridget eher den Eindruck, dass die meisten Besucher dieses Clubs in Vermisstenanzeigen oder in den Abendnachrichten endeten. Die flackernde Straßenlaterne neben dem Gebäude tat ihr Übriges.

»Ich kann nicht fassen, dass ich mich hab überreden lassen, Shell. Spätestens um Mitternacht sind wir irgendeinem perversen reichen Mann zum Opfer gefallen.« Bridget rückte den breiten Ledergürtel zurecht, den sie um die Taille ihres Kleides trug. Der Gürtel war lila und das Strickkleid dunkelrot. Sie trug gern Knallbunt – immerhin würde das der Polizei später dabei helfen, ihre Leiche zu identifizieren.

Shell warf ihr einen belustigten Blick zu. »Du willst gar nicht wissen, was ich machen musste, um eine Einladung für diesen Club zu bekommen.« Sie wedelte mit dem visitenkartengroßen Stück Pappe vor Bridgets Gesicht herum. »Die Abwechslung wird uns guttun. Ich hab die Nase voll davon, immer in den gleichen langweiligen Läden rumzuhängen.«

Nach all dem Tamtam, das ums Leather and Lace gemacht wurde, hätte man allerdings eine Location mit weniger düsterem Industriecharme erwarten können. Bei dem Nebel, der hier jeden Abend aufzog, war es wenig glaubhaft, dass der Laden auf die Reichen und Schönen von Washington DC ausgerichtet war.

Der Club war eine Art Großstadtmythos geworden, und sein Name trug wahrscheinlich nicht unwesentlich dazu bei. Leather and Lace. Echt jetzt? Wer hatte das bitte für eine gute Idee gehalten? Angeblich war es ein Sexclub. Ein Ort, an dem man Leute mit »ähnlichen Interessen« finden konnte, eine Art Match.com für Freunde von wildem Sex oder so, aber Bridget glaubte eigentlich nicht daran. Und wenn doch, na und? In Wirklichkeit waren doch alle Clubs und Bars in gewisser Weise auf Sex ausgerichtet. Deshalb ging doch die Hälfte aller Singles am Wochenende aus.

Deshalb ging sie am Wochenende aus.

»Na los, jetzt zieh nicht so eine Fresse«, sagte Shell. »Du brauchst Spaß, was Neues. Du musst dich entspannen.«

»Mich betrinken …«

»Und hoffentlich flachgelegt werden«, fügte Shell anzüglich grinsend hinzu.

Bridgets Lachen formte sich zu kleinen weißen Wölkchen in der Luft. »Das löst meine Probleme auch nicht.«

»Stimmt, aber immerhin lenkt es dich ab.«

Sie musste dringend Stress abbauen. So sehr sie ihren Job auch liebte und sich bei dem Gedanken, sich was anderes suchen zu müssen, am liebsten heulend in einer Ecke verkrochen hätte, konnte sie mit ihm doch ihre Rechnungen – den Studienkredit –, die einen großen Anteil ihres Monatslohns auffraßen, nicht bezahlen. Sie hasste es, wenn ihr Telefon klingelte und wieder eine 800er-Nummer auf dem Display erschien, was hieß, dass sie die Telefongebühren zahlte.

Die Bank, bei der sie den Studienkredit aufgenommen hatte, war der reinste Aasgeier.

Seufzend blickte sie wieder auf das Gebäude. Das war auf jeden Fall ein Gangsymbol! »Und wie bist du an eine Einladung für diesen Schuppen gekommen?«

»So aufregend ist das gar nicht«, sagte Shell und blickte finster auf die Karte in ihrer Hand.

»Okay«, sagte Bridget, straffte die Schultern und wandte sich ihrer Freundin zu. Sie war kleiner als sie und zitterte in ihrem hautengen schwarzen Minikleid. Bridget konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Manchmal hatte es durchaus Vorteile, ein bisschen besser gepolstert zu sein. Die Oktoberluft war kühl, aber ihr schlotterten nicht die Knie. »Wenn der Laden langweilig ist oder mir irgendwer ein Auge ausstechen will, hauen wir sofort ab.«

Shell nickte feierlich. »Versprochen.«

Ihre Absätze klackerten auf dem rissigen Asphalt, als sie auf etwas zueilten, was aussah wie der Eingang. Sobald sie in Sichtweite des winzigen quadratischen Fensters in der Tür waren, schwang diese auf, und vor ihnen stand ein schwarzgekleideter Mann im Format eines Profi-Wrestlers.

»Einladung«, schnauzte er.

Shell trat vor und hielt ihm die Karte hin. Der Türsteher nahm sie, warf einen kurzen Blick darauf und fragte dann nach ihren Ausweisen, die er ebenfalls kurz musterte und sie ihnen dann zurückgab. Dann hielt er ihnen die Tür auf – anscheinend hatten sie die Alters- und Gesichtskontrolle bestanden.

Allerdings gingen sie auch beide hart auf die dreißig zu und wurden längst nicht mehr für minderjährig gehalten. Seufz. Alt werden war scheiße.

Der Eingang des Clubs war ein enger Flur mit Neonbeleuchtung. Die Wände waren schwarz. Die Decke war schwarz. Die Tür vor ihnen war schwarz. Das Fehlen eines Farbtupfers gefiel Bridget überhaupt nicht.

Als sie zur zweiten Tür kamen, öffnete sich auch diese. Dahinter tauchte ein weiterer breitschultriger Kerl auf … im schwarzen T-Shirt. Bridget hatte allmählich den Eindruck, dass das kein Zufall war. Shell stieß einen kleinen Quietscher aus, als sie sich am zweiten Türsteher vorbeidrückte und ihm einen langen Blick zuwarf, der dreimal so lang erwidert wurde.

Bridget ließ ihren Blick über den Main Floor des Clubs schweifen und war beeindruckt. Wer auch immer diesen Laden entworfen hatte, hatte ganze Arbeit geleistet. Im Inneren war nicht einmal annähernd erkennbar, dass dies früher ein Fabrikgebäude gewesen war.

Das Licht war gedimmt, aber es war nicht die Art von düsterer Beleuchtung, in der um drei Uhr nachts jeder gut aussah. Was das anging, brauchte man ja auch mal eine Verschnaufpause. Mehrere große Tische waren um eine erhöhte Tanzfläche herum angeordnet, die betrunken verdammt schwer zu erklimmen sein würde, die im Moment aber brechend voll mit tanzenden Leibern war. Große, lange Sofas säumten die blutrot gestrichenen Wände. Eine Wendeltreppe führte zum zweiten Floor, doch der oberste Treppenabsatz wurde von Türstehern blockiert.

Bridget meinte, dort oben private Nischen zu erkennen. Sie hätte wetten können, dass in den schattigen Eckchen so einiges abging.

Hinter der Treppe erstreckte sich eine ausladende Bar mit acht Barkeepern. Sie hatte noch nie so viele Menschen gleichzeitig hinter einer Bar arbeiten sehen. Vier Männer, vier Frauen. Alle waren ganz in Schwarz, mixten Drinks und unterhielten sich mit den Gästen.

Der Laden war voll, aber nicht so übervoll wie die meisten anderen Clubs der Stadt. Und statt abgestandenem Zigarettenrauch, Bier und Körpergerüchen lag ein nelkenartiger Duft in der Luft.

Der Club war echt nicht schlecht.

Shell wirbelte mit ihrer schwarzen Clutch in der Hand zu ihr herum. »Das wird eine denkwürdige Nacht. Wetten?«

Bridget lächelte.

Ein weiterer Shot wanderte von Chad Gambles Hand in seinen Mund. Der beißende Alkohol trieb ihm die Tränen in die Augen, aber wenn man eine waschechte Alkoholikerin in der Familie hatte, brauchte man wohl ein ganzes Fass von diesem Zeug, um betrunken zu werden.

Und den Leuten hier im Club nach zu urteilen, wurde es immer wahrscheinlicher, dass der Abend darauf hinauslaufen würde, sich zu betrinken, statt jemanden flachzulegen. Ihm war noch keine einzige Frau ins Auge gestochen. Natürlich hatten sich schon einige hübsche Frauen an ihn und seinen Freund Tony rangemacht.

Aber Chad hatte kein Interesse.

Und Tony war viel zu sehr damit beschäftigt, Chad eine Predigt zu halten. »Mann, du musst langsam mal die Füße stillhalten. Wenn du weiter ständig in den Schlagzeilen landest, reißt der Club dir den Arsch auf.«

Chad stöhnte, beugte sich vor und winkte dem Barkeeper Jim. Er wusste nicht, ob er wirklich so hieß, aber das war ihm auch egal, er nannte den Mann jetzt seit zwei Jahren so, und der hatte ihm nie widersprochen.

»Noch einen?«, fragte Barkeeper Jim.

Chad warf Tony einen Blick zu und seufzte. »Mach zwei draus.«

Der Barkeeper lachte leise, griff nach unten und holte eine Flasche Grey Goose hervor. »Da muss ich Tony zustimmen. Wenn du einen Vertrag mit den Yankees unterschreibst, bist du für die halbe Welt ein Verräter.«

Chad verdrehte die Augen. »Oder aber ich bin clever und unglaublich karriereorientiert?«

»Oder aber dein Agent ist ein gieriges Arschloch«, erwiderte Tony und trommelte mit den Fingern auf der Bar herum. »Wir wissen beide, dass die Nationals dir genug bezahlen.«

Barkeeper Jim prustete los.

Die Nationals zahlten ihm mehr als genug – so viel, dass er sehr gut dastehen würde, wenn er zu alt zum Spielen war. Er hatte ja jetzt schon mehr Geld, als er ausgeben konnte, aber mit seinen dreißig blieben ihm noch sechs weitere Jahre als Pitcher, vielleicht sogar mehr. Er war noch immer auf dem Höhepunkt seiner Karriere. In ihm vereinte sich alles: einzigartiges Talent mit einem wahnsinnigen Fastball und einem präzisen Auge, Spielerfahrung und – wie sein Agent das ausdrückte – ein Gesicht, das sogar Frauen zu den Baseballspielen lockte.

Aber das Geld und die anderen Vertragsangebote waren nicht das Problem im Hinblick auf die Nationals.

Chad war das Problem – oder sein »harter Party-Lifestyle«, wie die Klatschspalten es nannten. Der Post zufolge hatte Chad jeden Abend eine andere Frau, und obwohl das verdammt...



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