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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2627, 64 Seiten

Reihe: Fürsten-Roman

Maartens Fürsten-Roman 2627

Die Falkenprinzessin
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-1150-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Falkenprinzessin

E-Book, Deutsch, Band 2627, 64 Seiten

Reihe: Fürsten-Roman

ISBN: 978-3-7517-1150-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Christian Prinz von Hohenstedt wird Eulen-Pate! So hat es zumindest sein Vater für ihn bestimmt. Der Prinz soll sich im Namen der Fürstenfamilie für den Schutz bedrohter Vogelarten einsetzen. Doch Christian ist wenig begeistert von der Idee, sich mit der Aufzucht von Eulen und anderen Greifvögeln zu beschäftigen. Er ist ein Stadtmensch und beschäftigt sich selten mit Naturschutz. Seinem Vater zuliebe willigt er dennoch ein. Fürst Karl hat gute Kontakte zu einer Falknerei, die verletzte Greifvögel aufnimmt, verlassene Jungvögel aufpäppelt und sie anschließend auswildert.
Bei dem Besuch dieser Falknerei begegnet Christian der temperamentvollen Alexandra Prinzessin von Kronfeld. Die junge Biologin trägt einen zahmen großen Falken auf ihrem Arm. Christian ist beeindruckt von Alexandras sanftem und furchtlosem Umgang mit dem Raubvogel. Als der Prinz dann wenig später eine kleine Schleiereule in der Hand hält, ist es ganz um ihn geschehen - und das liegt nicht nur an dem niedlichen Jungtier ...

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Die Falkenprinzessin

Kann Prinz Christian ihr Herz erobern?

Von Gesa Maartens

Christian Prinz von Hohenstedt wird Eulen-Pate! So hat es zumindest sein Vater für ihn bestimmt. Der Prinz soll sich im Namen der Fürstenfamilie für den Schutz bedrohter Vogelarten einsetzen. Doch Christian ist wenig begeistert von der Idee, sich mit der Aufzucht von Eulen und anderen Greifvögeln zu beschäftigen. Er ist ein Stadtmensch und beschäftigt sich selten mit Naturschutz. Seinem Vater zuliebe willigt er dennoch ein. Fürst Karl hat gute Kontakte zu einer Falknerei, die verletzte Greifvögel aufnimmt, verlassene Jungvögel aufpäppelt und sie anschließend auswildert.

Bei dem Besuch dieser Falknerei begegnet Christian der temperamentvollen Alexandra Prinzessin von Kronfeld. Die junge Biologin trägt einen zahmen großen Falken auf ihrem Arm. Christian ist beeindruckt von Alexandras sanftem und furchtlosem Umgang mit dem Raubvogel. Als der Prinz dann wenig später eine kleine Schleiereule in der Hand hält, ist es ganz um ihn geschehen – und das liegt nicht nur an dem niedlichen Jungtier ...

»Ich kann dir nicht sagen, warum Vater mich auf dem Schloss sprechen will«, sagte Christian Prinz von Hohenstedt. »Ich werde sicher bald zurück in der Stadt sein, Ramona. Ja, wir sehen uns später. Bis dann.«

Genervt klappte der Prinz sein Handy zusammen und steckte es in seine Hosentasche.

Nachdenklich lehnte er an seinem Sportwagen und betrachtete die Frontseite von Schloss Hohenstedt. Es stammte aus der Zeit der Renaissance und war im Laufe der Jahrhunderte behutsam renoviert worden. Prinz Christian liebte das prächtige Gebäude. In seiner Kindheit hatte er mit seinen beiden älteren Brüdern jedes Zimmer erforscht. Sogar den gruseligen Keller des Schlosses hatten sie oft heimlich aufgesucht. Prinz Christian blickte auf eine glückliche Kindheit zurück.

Warum sollte er seinen Vater hier treffen? Was war so wichtig, dass man es nicht am Telefon besprechen konnte? Christian fragte sich besorgt, ob sein Vater Karl möglicherweise erkrankt war.

Im Grunde genommen hatte Prinz Christian keine Zeit gehabt, um nach Schloss Hohenstedt zu fahren. Er besuchte seine Eltern selten, denn er widmete sich ganz der Arbeit. Als junger Architekt stand er noch am Anfang seiner Karriere und liebte es, den ganzen Tag an Bauplänen zu arbeiten. Er hoffte bei der nächsten Ausschreibung für ein Bauprojekt in Singapur mit frischen Ideen zu punkten. Außerdem verdiente er möglicherweise sehr gut an dem Projekt. Würde er den Zuschlag erhalten, wäre er für mindestens drei Jahre beschäftigt.

Christian ging zum Haupteingang des Schlosses. Im selben Moment öffnete sich die große schwere Flügeltür des Eingangs. Der Hausbutler Johann begrüßte den jungen Prinzen.

»Ich freue mich Sie zu sehen, Durchlaucht«, sagte er.

»Johann! Wie geht es meinem Vater?«, fragte Christian besorgt.

»Es geht ihm bestens, Durchlaucht. Er erwartet Sie im Arbeitzimmer. Wünschen Sie eine kleine Erfrischung? Ich werde dem Hausmädchen Bescheid geben.«

»Danke Johann. Eine Tasse Kaffee wäre jetzt nicht schlecht. Sicher möchte mein Vater auch etwas Kaffee zur Aufmunterung.«

»Sehr wohl, Durchlaucht«, erwiderte der Butler und entfernte sich in Richtung Schlossküche.

Prinz Christian durchschritt die große Eingangshalle und blieb vor der Tür zu Fürst Karl Arbeitszimmer stehen. Er atmete kurz durch. Sein Vater und er hatten in den letzten Jahren kein gutes Verhältnis zueinander gehabt. Christian hielt sich daher die meiste Zeit über in der nahe liegenden Großstadt München auf. Besuche auf Schloss Hohenstedt vermied er möglichst.

Zu seiner Mutter, Maria Fürstin von Hohenstedt, hatte er ein besseres Verhältnis. Um den Kontakt zu ihrem Sohn nicht zu verlieren, besuchte sie ihn häufig in München.

Christian klopfte an die Tür und trat ein. Er sah seinen Vater an dessen imposanten Schreibtisch sitzen. Offensichtlich hatte der Fürst ihn noch nicht bemerkt, denn er las mit ernster Miene einen Brief.

Prinz Christian sah sich im Arbeitszimmer um. Es hatte große Panoramafenster, die den Blick auf den Park freigaben. An der Rückseite des Zimmers befand sich ein kleiner Kamin, in dem ein wärmendes Feuer loderte. Jetzt im April waren die meisten Räume des Schlosses sehr kalt. Die Fürstenfamilie hielt sich daher nur in wenigen beheizten Räumen auf.

Der Prinz bemerkte vor dem Kamin ein neues Ledersofa und zwei bequeme Sessel, die um einen kleinen Beistelltisch standen. Offenbar empfang der Fürst in diesem Raum auch Gäste. Das Arbeitzimmer wirkte behaglich. Die Zimmerwände waren holzvertäfelt, und man konnte einige alte Familienporträts bewundern. Die Gemälde waren allerdings in den vergangenen dreihundert Jahren stark nachgedunkelt.

Christian räusperte sich leise. Ihm fiel auf, wie grauhaarig sein Vater geworden war. Dies gab ihm einen Stich ins Herz. Es war deutlich zu sehen, dass sein Vater langsam alt wurde.

Fürst Karl hob seinen Kopf und erkannte Christian. Sofort lächelte er erfreut und winkte seinen jüngsten Sohn zu sich.

»Sicher fragst du dich, warum ich dich hergebeten habe«, sagte er. »Ich bin froh, dass du hier bist. Mir geht seit längerer Zeit eine Idee im Kopf herum, und ich wollte dich um Rat fragen. Außerdem habe ich eine Bitte an dich.«

Christian wurde misstrauisch. Er kannte die spontanen Ideen seines Vaters. Um welchen Gefallen mag es gehen? Nervös nahm der Prinz vor dem Schreibtisch des Fürsten Platz.

Es öffnete sich eine Seitentür, und Helene, das neue Hausmädchen, trat herein. Sie trug ein großes Tablett mit zwei Tassen und einer Kaffeekanne. Auf einer kleinen Etagere lagen frisch gebackene Plätzchen.

»Ah, Kaffee!«, rief der Fürst freudig aus und schuf ein wenig Platz auf seinem überfüllten Schreibtisch.

Schüchtern stellte das junge Hausmädchen ihr Tablett ab.

Erst jetzt bemerkte Prinz Christian, dass der Tisch übersäht war mit alten Folianten, Bildbänden und Manuskripten. Alle Bücher und Schriftstücke schienen sich mit dem Thema Vogelkunde und Naturschutz zu befassen.

»Was kann ich für dich tun, Vater?«, fragte Christian ungeduldig. Er wollte noch vor Anbruch der Nacht zurück in der Stadt sein. »Und was sind das für Bücher und Papiere, mit denen du dich beschäftigst?«

»Dies alles mein Sohn, gehört zu meiner neuen Idee«, antwortete der Fürst begeistert. »Erinnerst du dich noch an unser Waldstück unten am See?«, fragte er mit einem ironischen Unterton. »Du warst lange nicht zu Besuch.«

Prinz Christian ignorierte den leichten Seitenhieb.

»Ich weiß genau wovon du sprichst, Vater. Das Waldgebiet am See ist sehr idyllisch und einer meiner Lieblingsplätze. Was hast du vor? Willst du das Teilstück endlich bebauen?«

Der Fürst seufzte leise. »Du mit deinen Bauplänen! Gibt es denn nichts anderes, was dich interessiert?« Mit leichter Verärgerung sah er seinen Sohn an.

»Ich bin Architekt und liebe meinen Beruf. Was ist in deinen Augen so falsch daran? Du kannst mich natürlich mal wieder nicht verstehen«, antwortete Christian. »Also, was hast du mit dem Waldstück vor?«, fragte er mit ruhiger Stimme.

»Seit einiger Zeit bekomme ich E-Mails und Briefe von verschiedenen Tierschutz-Organisationen. Das Waldgebiet am See hat eine schützenswerte Flora und Fauna. Es gibt dort seltene Vogelarten. Ich habe mich bislang nie mit diesem Thema beschäftigt.«

Der Fürst machte eine Pause und nahm einen Schluck Kaffee zu sich.

Dann sprach er weiter: »Die Tierschützer bitten mich, das Gebiet am See in ein Naturschutzgebiet umzuwandeln. Ich habe mich in den letzten Tagen intensiv mit dem Thema Naturschutz beschäftigt und möchte der bitte nachgeben. Was hältst du davon?« Der Fürst deutete auf eine Karte, die vor ihm lag.

Christian zuckte mit den Schultern. Im Grunde genommen war es ihm egal, was mit dem Waldgebiet am See geschah. Während seines Studiums hatte er noch die Idee gehabt, dort ein Haus zu bauen. Doch diesen Plan konnte er auch an anderen Orten verwirklichen.

»Wenn es dich glücklich macht, dann verwandle das Waldstück in ein Naturschutzgebiet. Ich finde die Idee gut.«

Der Fürst zwinkerte seinen Sohn schalkhaft an.

»Das ist noch nicht alles«, erwiderte er.

Christian ahnte, dass sein Vater nun auf den Gefallen zu sprechen kam. Was heckte er aus?

»Das Thema Naturschutz ist sehr förderlich für unser Fürstenhaus, Christian. Wir haben in den letzten Jahrzehnten zu wenig dafür getan. In den Bildbänden und Fachbüchern hier auf dem Schreibtisch las ich interessante Dinge über den Vogelschutz. Und jetzt kommst du ins Spiel!« Behaglich lehnte sich der Fürst in seinem Lehnstuhl zurück. »Ich wünsche, dass du eine Vogel-Patenschaft in unserem Namen übernimmst. Genauer gesagt eine Eulen-Patenschaft!«

»Eine Eule?«, echote Prinz Christian ungläubig. »Aber dafür habe ich nun wirklich keine Zeit,...



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