MacAlister | Ein Vampir um jeden Preis | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 393 Seiten

Reihe: LYX.digital

MacAlister Ein Vampir um jeden Preis


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7363-0763-6
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 393 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-0763-6
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Liebe auf den zweiten Biss

Tempest Keyes will nur eins: einen echten Vampir kennenlernen! Die Chance dazu rückt in greifbare Nähe, als sie eine Einladung auf das Schloss von Christian Dante und dessen Frau Allie erhält. Und tatsächlich findet Tempest bereits in der ersten Nacht den Dunklen Merrick Simon bewusstlos vor den Toren liegend. Als sie ihn mit ihrem Blut vor dem Tod retten kann, sieht sie sich schon am Ziel ihrer Wünsche. Doch dann ist der verführerische Merrick am nächsten Morgen verschwunden, und Tempest versteht die Welt nicht mehr. So sollte ein Vampir seine Auserwählte doch nicht behandeln, oder?

'Ich liebe Ein Vampir um jeden Preis!' BTH Reviews

Band 11 der Dark-Ones-Reihe von Spiegel-Bestseller-Autorin Katie MacAlister



Katie MacAlister hat über dreißig Romane verfasst und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Insbesondere mit ihren Romantic-Fantasy-Romanen um Vampire und Drachen hat sie eine große Leserschaft gewonnen und landet regelmäßig auf den internationalen Bestsellerlisten. Weitere Informationen unter: www.katiemacalister.com
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Prolog


»Na, wenn das nicht Merrick ist.« Die beiden Männer, die aus einer Gasse aufgetaucht waren, blieben vor einem heruntergekommenen Gebäude stehen.

Der zweite Mann blickte in die Richtung, in die der erste gezeigt hatte. »Was? Wo? Ja, tatsächlich, das ist er. Und er scheint sich nicht gerade zu freuen, uns zu sehen.«

»Nein, kein bisschen. Warum eigentlich nicht?«, fragte der erste Mann. Er ließ den Zahnstocher sinken, mit dem er zwischen den Zähnen herumgestochert hatte, und verzog die Lippen zu einem Grinsen. Dabei enthüllte er schiefe, gelbe Zähne.

Auch der zweite Mann grinste. Genau wie bei seinem Kumpan war es kein angenehmes Grinsen. »Vampire sind seltsame Wesen, Henri. Äußerst seltsame Wesen. Aber wir könnten ihn ja fragen, warum er so ein böses Gesicht macht. Willst du, oder soll ich?«

»Ich würde es ja tun, Jens, aber wenn ich mich richtig erinnere, hat Merrick uns, als ich das letzte Mal mit ihm gesprochen habe, als Abschaum bezeichnet.« Henri, der Mann mit dem Zahnstocher, verzog verletzt sein unschönes Gesicht.

»Abschaum! Empörend!«, befand Jens kopfschüttelnd. »Es ist wirklich schockierend, wenn ein alter Freund wie Merrick so etwas zu uns sagt. So, als ob er uns nicht kennen würde!«

Merrick Simon blieb vor einem Wohnheim in einem heruntergekommenen Stadtteil von Prag stehen und bedachte beide Männer mit einem Blick. »Warum habt ihr mich hierherbestellt? Konntet ihr nicht eine Nachricht schicken?«

»Na, jetzt mach aber mal halblang, Merrick, alter Freund«, sagte Henri und zeigte mit seinem angekauten Zahnstocher auf Merrick. »Du hast uns doch selber gesagt, dass Geheimhaltung von äußerster Wichtigkeit ist.«

»Genau, das hat er gesagt, in der Tat.« Jens nickte und trat hinter Merrick, was ihm wohl, wie Merrick vermutete, ein falsches Gefühl von Sicherheit vermittelte. »Wir tun nur das, was du uns gesagt hast.«

»Und haben die Informationen für dich, die du haben wolltest«, fügte Henri schnell hinzu.

»Und jetzt guckst du uns böse an, weil wir unseren Job machen«, fügte Jens hinzu und lehnte sich nonchalant an ein Geländer. »Das ist wirklich traurig.«

»Na los, nun macht schon«, sagte Merrick, der langsam die Geduld verlor. »Was wollt ihr mir zeigen?«

»Du hast gesagt, du wolltest über jeden Schritt von diesem Mann informiert sein. Er hieß doch Rex, oder?«, fragte Henri.

»Victor«, korrigierte Merrick. Er war sich der Tatsache, dass Jens hinter ihm stand, absolut bewusst. Er war kein Narr – er traute den beiden nicht über den Weg, aber wenn sie wirklich Informationen für ihn hatten, konnten sie ihm nützlich sein.

»Genau, Victor.« Henri riss die Augen auf. »Anscheinend ist sein Assistent vor zwei Tagen nach Prag gereist und wohl immer noch dort.«

»Sein Assistent?« Merrick runzelte die Stirn. Er hatte noch nie davon gehört, dass sein ärgster Feind einen Assistenten hatte. »Wer soll das denn sein?«

»Ich weiß seinen Namen nicht«, sagte Henri und stocherte erneut mit seinem Zahnstocher zwischen den Zähnen herum. »Wir haben Gerüchte gehört, dass er Arbeiten für Rex erledigt.«

»Für Victor«, korrigierte Jens.

Merrick warf einen Blick auf das Haus. Er wusste nicht genau, ob er den beiden Männern Glauben schenken sollte. »Von wem habt ihr diese Information?«

Entgegenkommend hielt Henri ihm sein Handy hin. »Du kannst den Text gerne lesen.«

Und Merrick las. Als er den Namen des Absenders sah, runzelte er die Stirn. »Das ist Nicos Informant. Der, von dem er die Flughäfen beobachten lässt.«

»Er hat es uns gesagt, und wir haben es an dich weitergegeben«, sagte Henri geschmeidig. »Wir dachten uns, wenn jemand, der für die Vier Reiter arbeitet, etwas von sich gibt, dann muss es ja stimmen.«

»Der Assistent ist da drinnen«, fügte Jens hinzu. Er zog ein kleines Taschenmesser aus der Tasche und reinigte sich die Fingernägel. »Oberste Etage. Erste Tür rechts. Wir dachten uns, es lohnt sich, dafür hierherzukommen.«

»Ja, in der Tat«, bestätigte Merrick und nickte ihnen zu. Irgendwas an der Sache schien ihm faul zu sein, aber der Text, den Henri ihm gezeigt hatte, war in Ordnung.

Henri wies mit dem Kopf auf die blaue Tür. »Gehst du hinein?«

»Ja.« Merrick verlagerte sein Gewicht und bedachte Henri mit einem Blick, als ob er keine Ahnung hätte, was hinter seinem Rücken vor sich ging.

»Alleine?«, fragte Henri.

»Willst du etwa mitkommen?«

»Du weißt doch, dass wir uns gerne bedeckt halten«, sagte Jens und klappte sein Messer zu.

»Langsam sollte er uns kennen«, sagte Henri im Plauderton. Mehr Warnung brauchte Merrick nicht. »Er sollte wissen, dass wir nicht gerne in diese kleinen Auseinandersetzungen verwickelt werden.«

Merrick spürte, wie sich hinter ihm die Luft bewegte. Er wirbelte herum und packte Jens, der auf ihn zusprang, um ihm das offene Messer in den Rücken zu rammen. Merrick schleuderte Jens gegen die Wand und wirbelte erneut herum, um einen Tritt auf Henris Brust zu landen. Ein scharfer Schmerz zuckte durch seinen linken Arm, als Henri zwei Schüsse aus seiner Pistole abgab.

Henri flog ein paar Meter zurück und knallte gegen eine Mülltonne. Die Pistole entglitt seiner Hand und rutschte über den Bürgersteig bis vor Merricks Fuß.

Finster blickte Merrick auf das Blut, das aus seinem Arm quoll, aber er ignorierte den Schmerz und bückte sich, um die Pistole aufzuheben. »Wenn ihr mich jemals wieder angreift, sind wir uns zum letzten Mal begegnet, das verspreche ich euch. Die Rechnung für die Schusswunde schicke ich euch«, fügte er an Henri gewandt hinzu. Dann leerte er das Magazin der Pistole und warf sie in die Mülltonne.

Jens lag mit ausgebreiteten Armen an der Mauer. Wo er an den Steinen entlanggeglitten war, verlief ein blutiger Streifen. Er stöhnte und zuckte leicht, also war er wohl nicht tot. Merrick war beruhigt. Er wollte nicht noch einen Toten auf dem Gewissen haben, auch wenn dieser Mann ihn durch seine Taten geradezu dazu herausgefordert hatte. Merrick schob die Gedanken beiseite und betrat das Wohnheim.

Eine Woge von Gerüchen überfiel ihn in der nur schwach beleuchteten Eingangsdiele – gekochter Kohl vermischt mit Urin, Mäusekot und frisch geschlachteten Säugetieren.

Er blieb nicht stehen, um darüber zu sinnieren, wie man in so einem entsetzlichen Gestank leben konnte, sondern lief mit geschärften Sinnen sofort die Treppe zum dritten Stock hinauf. Es war nicht auszuschließen, dass seine beiden sogenannten Informanten ihm eine Falle gestellt hatten.

Im obersten Stockwerk blieb er vor der ersten Tür rechts stehen und lauschte, aber außer der Musik aus einem Radio, das irgendwo im zweiten Stock vor sich hin dudelte, hörte er nichts.

Er rümpfte die Nase. Hier roch es noch stärker nach Schlachthof, was ihm einen solchen Adrenalinstoß verpasste, dass er kurz entschlossen handelte. Ohne zu klopfen, trat er die Tür auf und stürmte hinein, wobei er sich insgeheim vor dem Anblick fürchtete, der ihn wohl erwartete.

Mitten im Zimmer blieb er stehen, erleichtert, weil keine dunklen Wesen getötet wurden. Das Zimmer schien leer zu sein. Verwirrt runzelte er die Stirn. Er hatte nie davon gehört, dass Victor einen Assistenten hatte. Hatte er sich jemanden zu Hilfe geholt?

Die Haare in seinem Nacken richteten sich auf, aber dieses Mal war er nicht schnell genug. Zwei Männer tauchten aus den Schatten auf und griffen ihn an. Einer von ihnen schlug ihm mit einem Kricketschläger auf den Kopf.

Wie aus der Ferne hörte er einen der Männer sagen, es sei schade, dass sie ihn töten müssten. Aber noch bevor die Worte in sein Bewusstsein drangen, zog ihn der Abgrund mit schwarzen Fingern in seine Tiefen.

Nach einer Zeit schien die Schwärze aufzureißen. Waren es Stunden gewesen? Tage? Merrick war durch Schichten der Bewusstlosigkeit gesunken, sein Körper war matt und müde. Er wusste, dass er im Begriff war zu sterben. Es war eine zu große Kraftanstrengung, um sein Leben zu kämpfen, und er ließ sich immer tiefer sinken, wobei er hoffte, der Mann, der seinen Platz bei den Vier Reitern einnahm, würde mehr Glück haben.

Erst da stellte er fest, dass er nicht alleine in den Tod trieb. Es war noch jemand anderer da, jemand, der einen rotgoldenen Schimmer warf, der in der Ferne begann und immer stärker wurde, bis er die Gestalt einer Frau annahm. Der Schimmer schien mehr als nur Licht zu sein, da er in sein ganzes Sein eindrang, während er über ihn hinwegglitt. Ihr Gesicht war das einer Göttin, mit weit auseinanderliegenden grauen Augen, einer kleinen Stupsnase und einem runden Kinn, das aus irgendeinem Grund in ihm den Wunsch weckte zu lächeln.

Sein Körper hatte jedoch andere Vorstellungen, und als sie sich über ihn beugte, verspürte er das dringende Bedürfnis, sie auf sich zu ziehen.

»Nicht«, wisperte sie. Ihre Stimme war nur der Hauch eines Flüsterns, eher ein Gedanke als ein Klang. »Jetzt ist nicht deine Zeit.«

Verwirrt von ihren Worten runzelte er die Stirn. Von einer Göttin hätte er mehr erwartet. »Wie meinst du das?«

Ihre Haare, ein Vorhang aus wilden roten Locken, glitten über sein Gesicht und erfüllten seinen Geist mit dem Duft von Wildblumen, von der Nachmittagssonne gewärmt. »Du darfst nicht sterben.«

Ihre Lippen berührten seine, als sie sprach, ihr Atem war sanft und warm.

»Ich kann nicht anders«, sagte er entschuldigend und schlang die Arme um sie, um sie an seine Brust zu ziehen. Sie war überall...



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