Mackay | Dornröschen und der Mettsommernachts-Traum | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 300 Seiten

Reihe: Hipster-Märchenreihe

Mackay Dornröschen und der Mettsommernachts-Traum


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-95991-988-3
Verlag: Drachenmond Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 4, 300 Seiten

Reihe: Hipster-Märchenreihe

ISBN: 978-3-95991-988-3
Verlag: Drachenmond Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was wollt ihr denn machen? Rap-Battle gegen Charming und die Dreizehnte Fee?Zwar ist das Verlorene Kind zurück und die Märchenwaldbewohner sind keine Zombies mehr, doch alle anderen Katastrophen konnten größtenteils nicht zufriedenstellend gelöst werden. Also macht sich Red auf, um eine List gegen Aladin ins Rollen zu bringen, während der Rest der Schneewittchen-Gang einen Plan entwickelt, der auch die Sieben Zwerge miteinbezieht. Können Letztere, obwohl sie mit den Vorbereitungen für ihre Mettsommer-Party bereits alle Zwergenhände voll zu tun haben, den Einmarsch der Truppen des Morgenlands verhindern? Werden Alice und der Hutmacher trotz Nicht-Verhochzeitungsfeier an der Seite von Red kämpfen? Und welchen wahnwitzigen Plan verfolgen die Prinzen?Der Abschluss-Band der Hipster-Märchen Reihe.

Nina MacKay pflegt eine ausgesprochene Abneigung gegen Kurzbiographien und konnte nur mit Gewalt zu den folgenden Angaben gebracht werden:Im realen Leben arbeitet sie angeblich als Marketing Managerin (wurde aber auch schon im Wonderwoman Kostüm im Südwesten Deutschlands gesichtet). Außerhalb ihrer Arbeitszeiten erträumt sie sich eigene Welten und führt imaginäre Interviews mit ihren Charakteren. Vorzugsweise mit literweise Kaffee im Gepäck. Gerüchten zufolge hat sie früher als Model gearbeitet und einige Misswahlen auf der ganzen Welt gewonnen. Schreiben ist und war allerdings immer ihr größtes Hobby, genauso wie der tägliche Austausch mit ihrem Jungautoren Verein und den zwei Betaleser Gruppen auf WhatsApp. Es lebe die moderne Technik und Pseudonyme, weswegen nichts von dieser Biographie irgendwo bewiesen werden kann.
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Kapitel 1


Ich sitze am Rand von Snows Swimmingpool und betrachte meine menschlichen Hände. Vor mir zieht Jaz seine Bahnen. Seine Morgenrunde, wie er es nennt.

Wasser spritzt, als er direkt vor mir eine Wende einlegt, sich abstößt, um dann zum gegenüberliegenden Rand zu kraulen.

Ich blinzle. Zwei Tage sind es noch bis Vollmond. Mir läuft die Zeit davon. Kurz denke ich zurück an den Moment vor etwas über einer Woche, als Ever mich aus Versehen gekratzt hat. Als er und Jaz sich geprügelt haben. Meine Nasenflügel blähen sich, als ich mit einem Daumennagel über die Falte am Knöchel meines Mittelfingers kratze. An diesem Tag muss es geschehen sein. Nach der Prügelei. Wie gebannt starre ich auf meinen Unterarm und die dort verheilenden drei roten Striemen. Der Schorf der Wunde bröckelt bereits. Ein Werwolf? Ich? Irgendwie fühlt sich dieser Gedanke fremd an. Unmöglich geradezu. Ich winkle auch mein zweites Knie an und lege meine Wange darauf ab. Und Ever, mein Ever liegt immer noch tot in Snows Glassarg. Auch ihm läuft die Zeit davon. Wenn wir es nicht bald schaffen, seine Seele aus der Hölle zurückzuholen, werden wir es nie mehr tun.

Hinter mir geht die Tür auf. An den Schritten und daran, dass sich mehrere Personen gegenseitig mit Handtüchern eins überziehen, während sie sich übereinander lustig machen, kann ich ohne mich umzudrehen erkennen, dass es die Ehemänner von Snow, Rose und Rapunzel sein müssen.

»Oh, wir stören wohl.« Prinz Cedrics Stimme. Jemand verpasst ihm einen Schlag mit einem Handtuchende.

»Sorry, Red«, sagt Prinz Philip. »Wir brauchten mal eine Auszeit von den Mädels und ihrer strategischen Kriegsführung.«

Nachvollziehbar. Ich streiche mir die Haare aus der Stirn. »Schon gut. Ihr habt auch eine Pause verdient.« So wie Jaz und ich. Weil die Prinzen sich nicht bewegen und nur dumm rumstehen, seufze ich und frage: »Wie viele Stunden sind es noch bis zum Ultimatum von Charming?«

Prinz Adrian geht neben mir in die Hocke. Er riecht nach Bier und Buttercremetörtchen. »Noch dreieinhalb Stunden etwa.«

Eigentlich sind es drei Stunden und dreizehn Minuten, aber ich korrigiere ihn nicht. Immerhin stehen sie nun nicht mehr so steif hinter mir. Drei Stunden und dreizehn Minuten. Wie könnte ich das vergessen? Drei Tage ist es her, dass Cinder ihren Ex, Prinz Charming, dazu überreden konnte, uns einen Aufschub zu gewähren. Bevor er und die Dreizehnte Fee meine Großmutter töten. Charming hat zugestimmt. Unter der Bedingung, dass Cinder nach drei Tagen spätestens um zwölf Uhr mittags zu ihm zurückkehrt. Ansonsten wird er meine Großmutter ertränken. Genau wie wir es mit der Dreizehnten Fee getan haben. Noch drei Stunden und zwölf Minuten. Und wir haben immer noch keine zufriedenstellende Alternative. Entweder Cinder geht zu Charming zurück oder meine Großmutter stirbt. Uns läuft die Zeit davon.

Jaz taucht direkt vor uns aus dem Wasser auf, was Prinz Adrian zusammenschrecken lässt.

Wie in einem Werbespot stemmt er sich am Rand aus dem Becken, schüttelt seine dunklen Haare. Das Wasser läuft ihm in Strömen über den durchtrainierten Oberkörper, während ihn von hinten die Sonne anstrahlt, sodass die Wassertröpfchen in seinen Haaren wie Diamanten glitzern. Sein ganzer Körper scheint zu leuchten. Auf einmal kann ich nachvollziehen, dass den Meermädchen in Neverland der Speichel aus den Mundwinkeln läuft, sobald sie ihn ins Wasser springen sehen.

Zu spät bemerke ich, dass ich ihn anstarre, weswegen ich hastig den Kopf senke.

Irgendwo höre ich Spieglein nach Luft schnappen, was mich kein bisschen wundert. Snows Spiegel stalkt Jaz praktisch in jeder freien Minute und aus jeder sich spiegelnden Oberfläche heraus.

Jaz, wunderbarer Jaz. Schon fast ein wenig zu perfekt. Ich beiße mir auf die Unterlippe. Aber er ist nicht Ever.

Natürlich verschlucke ich mich trotzdem bei seinem Anblick. Weil ich nicht lange genug wegschauen kann. Und kurz darauf schüttelt mich ein Hickser. Schluckauf. Auch das noch.

Mit einem breiten Lächeln im Gesicht gleitet Jaz neben mich auf die Fliesen. Er mustert mich, klopft mir dann auf den Rücken, während ich erstickt huste.

»Vielleicht nicht gerade jetzt sterben, Red. Eben ist mir eine Idee gekommen.« Mit seinem Knie stößt er mich sanft an. »Es war gut, mal den Kopf frei zu bekommen.«

Obwohl es mir unter all dem Druck schwerfällt, lächle ich zurück und reiche ihm sein Handtuch. »Was für eine Idee?«

Er rubbelt sich zunächst die Haare trocken, dann die Arme und danach den Oberkörper.

Als er bei seinem Bauchnabel angekommen ist, springen drei Prinzen rechts von uns ins Wasser.

»Arschbombe!«, kreischt Prinz Philip.

Schneller, als ich selbst eine Hand heben kann, um mich vor der Flut an Wasserspritzern zu schützen, beugt sich Jaz vor mich, das Handtuch so ausgebreitet, dass es wie ein Vorhang vor meinem Gesicht hängt.

Ich starre ihn an.

Er starrt mich an.

Wir schweigen, ermahnen nicht mal die nichtsnutzigen Prinzen, die vor uns kreischen wie Mädchen. Mein Herz klopft schneller. Wie nah er mir ist. So nah, dass ich seinen Atem auf meiner Wange spüren kann. Etwas blitzt in seinen Augen, während er mich ansieht, als wäre ich sein Happy End.

Meine Fingernägel krallen sich in die Fugen der Fliesen. Jaz ist perfekt. Ein Traum von einem Mann. Und doch ist er nicht Ever.

~Rose~

Neben ihr sprüht Rapunzel ihren Mettigel mit Kühlspray ein. Mettigel Herbert sitzt in seiner Tupperdose und schaut genauso traurig drein wie seine Besitzerin. Die Olivenaugen hängen ein wenig.

Nicht weit entfernt hinter der großen Tafel, an der Wand mit dem Geheimfach, übt Gretel mit den Hexen Rexia und Pain Bogenschießen. Die Herzkönigin ist ebenfalls mit von der Partie, misst mit ihren Minibeinchen den Abstand zwischen Zielscheibe vorbei an einem Bild von Snow bis zu Gretels Position. Die beiden grinsen sich an, dann fährt sich Gretel mit der Hand über die kurzen Haare, was Rose an eins ihrer Meerschweinchen erinnert.

Gerade ist Rexia am Zug, streicht sich die rotbraunen Locken über die Schulter und nimmt den Bogen von Gretel entgegen, die sie mit zusammengekniffenen Augen beäugt. Noch hat die Hexe nicht den Moment der kompletten Vergebung gegenüber ihrer ehemaligen Erzfeindin erreicht. Zugegeben, Gretels Tage in der Lebkuchenhütte müssen überaus einprägsam gewesen sein.

»Cinder, beruhige dich. Wir lassen das nicht zu«, sagt Pan zum gefühlt hundertsten Mal.

Doch Cinder schluchzt weiter. Sie hat ihre Arme auf der Ebenholztischplatte verschränkt und ihren Kopf zwischen ihnen vergraben. »Ich mache es, das schwöre ich. Damit dieser Albtraum aufhört. Wir finden ja keine andere Lösung.«

»Nur über meine Leiche.« Pan tätschelt ihr den Hinterkopf.

»O doch! Zumindest vorübergehend gehe ich zu Charming zurück.«

Das übliche Hin und Her seit vorgestern.

Rose tippt auf die Landkarte vor ihr. »Wie lange brauchen die Tinker, bis sie mit ihrer Golem-Armee bei uns sein können?«

»Das ist nicht sicher. Tinkerneat sagte, sie haben einige Probleme mit der Golem-Herstellung. Der Feenstaub geht zur Neige.« Pan wirft ihr einen bedauernden Blick zu.

Hinter ihm spielt Snow mit ihrem neuen Wurfmesser. Es blitzt im Licht der Morgensonne. Wahrscheinlich hat Charming sie inspiriert, als er sein Schwert nach Jasemin geworfen hat. Jasemin, die nun mausetot ist.

Rose schluckt, zieht dann den Haargummi aus ihrem Zopf, um ihre Haare zu einem festen Dutt zu drehen. Sie muss nachdenken. In den letzten Tagen ist einfach so verdammt viel passiert. Und sie ist verdammt müde. Aber gerade ist keine Zeit zum Schlafen. Nicht, wenn Aladin geschworen hat, sich an ihnen zu rächen. Genau wie die Dreizehnte Fee, die Reds Großmutter gekidnappt hat. Dieses Neon tragende Miststück.

Snow dreht das Messer schneller und schneller zwischen ihren Fingern.

»Wir sollten den Kerker werwolfsicher machen. Verstärkte Gitter, doppelt dicke Hand- und Fußfesseln … So etwas. Besser für zwei Werwölfe als nur für einen. Reine Vorsichtsmaßnahme. Falls wir bei Vollmond sowohl Ever als auch Red dort unterbringen müssen«, sagt Snow sachlich. »Könnte doch sein, dass Red sich so dumm anstellt und Ever rettet, aber nicht an ihr eigenes Schicksal denkt.«

Daraufhin kassiert sie von Rapunzel einen scharfen Blick. »Dein Herz ist wirklich aus Eis, oder nicht?«

Snow betrachtet sie, dann Herbert, der liebevoll von Rapunzel gestreichelt wird und heute bereits zwei Auftritte auf Instagram hatte. Einmal auf einem Salatblatt und einmal beim Stricken. Seine Followeranzahl steigt in letzter Zeit schneller als Snows Blutdruck.

»Wenigstens schlägt mein Herz nicht für einen lausigen Mettigel. Bei allen Hexen des Märchenwalds. Das ist kein Haustier, Rappienz.«

Rapunzel wirft den Kopf in den Nacken, tut dann so, als würde sie Herbert die Ohren zuhalten. »Wenn du deine Freunde, die Sieben Zwerge, fragst, werden sie das Gegenteil behaupten.«

Rexia und Pain nicken zustimmend.

Nur Snow äfft ihre letzten drei Worte lautlos nach, wobei sie ihren...



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