Macleod | Boston Tea Crimes - Der Rauchsalon | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2, 284 Seiten

Reihe: Ein Fall für Kelling und Bittersohn

Macleod Boston Tea Crimes - Der Rauchsalon

Kriminalroman - Ein Fall für Kelling und Bittersohn 2 - humorvolle Krimiunterhaltung
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-559-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kriminalroman - Ein Fall für Kelling und Bittersohn 2 - humorvolle Krimiunterhaltung

E-Book, Deutsch, Band 2, 284 Seiten

Reihe: Ein Fall für Kelling und Bittersohn

ISBN: 978-3-98952-559-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Illustre Gäste, ein verfluchter Salon und mysteriöse Todesfälle ... Sarah Kelling braucht Geld - es ist immerhin nicht billig, eine Erbin zu sein, wenn man an besagtes Erbe nicht rankommt! Allein in dem altehrwürdigen Herrenhaus ihrer Familie beschließt sie daher, eine Pension zu eröffnen (für die sie heimlich selbst als Köchin fungiert). Dazu kommen Zimmermädchen Mariposa und deren Freund Charles - ein arbeitsloser Schauspieler, der in seiner Rolle als Butler voll aufgeht und das Bühnenbild für die illustren Gäste abrundet. Doch leider sterben diese Sarah einer nach dem anderen weg. Um dem angeblichen Fluch auf den Grund zu gehen, muss sich erneut mit Max Bittersohn zusammentun - seines Zeichens Detektiv, Kunstexperte und ausgerechnet auch noch einer der besagten Gäste ... Cozy Crime für Fans von Agatha Christie - mit einer guten Prise dunklem Humor!

Charlotte MacLeod (1922-2005) wurde in Kanada geboren und wuchs in Massachusetts auf. Sie besuchte das Boston Art Institute und arbeitete als Bibliothekarin und Werbetexterin. Ende der 1970er veröffentlichte sie ihre ersten Kriminalromane und zementierte ihren Ruf als Grande Dame des Genres. Für ihr Lebenswerk wurde sie unter anderem mit fünf American Mystery Awards und dem Malice Domestic Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre »Boston Tea Crimes«-Reihe, beginnend mit »Die Familiengruft«.
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Kapitel 1


»Verdammt nochmal, Sarah, das kannst du doch nicht machen! Was wird die Familie dazu sagen?« Cousin Dolphs Gesicht verfärbte sich purpurrot, und seine Wangen begannen vor Wut zu zittern. Wenn Dolph wütend wurde, dann geriet er wirklich außer sich.

»Wen interessiert denn schon, was die Familie dazu sagt?« brüllte Onkel Jem zurück. Jeremy Kelling war lediglich fünf Jahre älter als sein Neffe Adolphus, was für die komplizierten Familienverhältnisse der Kellings durchaus nicht ungewöhnlich war. »Mein Lebtag habe ich auf keinen von denen gehört, und ich möchte verdammt nochmal wetten, daß ich ein verdammt angenehmeres Leben geführt habe als ihr alle zusammen.«

»Pah! Du redest und redest, aber was hast du je erreicht? Wenn ich fünf Cent bekäme für jede Frau, die du –« Dolph erinnerte sich rechtzeitig, daß Sarah anwesend war, die in seinen Augen noch ein unschuldiges Kind war, trotz der Tatsache, daß sie verheiratet gewesen und inzwischen bereits verwitwet war. »Jedenfalls wäre ich dann heute bestimmt keinen Pfifferling reicher, als ich es sowieso schon bin.«

»Zum Teufel mit dir! Wenn du so stinkreich bist, warum blechst du dann nicht für Sarahs Hypothek?«

Das Purpurrot auf Adolphus Kellings Zügen vertiefte sich. »Ausgerechnet du mußt große Töne spucken! Warum läßt du denn nicht selbst was springen?«

»Weil ich den Zaster vom alten Onkel Fred schließlich nicht geerbt habe, sondern du ihn kriegst. Ich habe mein ganzes Vermögen unter die Leute gebracht, so schnell ich konnte, verpraßt und verzecht, wie es jeder vernünftige Mann machen sollte. Ich habe selber Schulden am Hals, und du brauchst gar nicht so herumzubrüllen, weil es mir sowieso schnurzegal ist. Das heißt, es wäre mir schnurzegal, wenn es dabei nicht um diese Schweinerei mit den Hypotheken ginge. Sarah weiß, daß ich die Piepen auf der Stelle locker machen würde, wenn ich sie bloß hätte.«

Sarah Kelling, wenn auch um ein beträchtliches jünger und sehr viel kleiner als die beiden Kampfhähne, schaffte es, mit ihrer Stimme den Tumult zu übertönen. »Jetzt haltet endlich beide den Mund! Ich will von niemandem Geld haben. Es ist mein Problem, nicht eures. Ich – ich bin bloß dankbar, daß Alexander das alles hier nicht miterleben muß.«

So ganz entsprach das nicht der Wahrheit, und Sarahs Stimme klang auch nicht sehr überzeugend, als sie den Satz beendete. Alexander wäre bestimmt außer sich gewesen, wenn er erfahren hätte, daß seine junge Gattin, die er gut versorgt geglaubt hatte, nicht einmal mehr ein richtiges Dach über dem Kopf hatte. Daß sie ihn so plötzlich und auf so schreckliche Weise verloren hatte, war ein Schock, den sie noch immer nicht verwunden hatte und wahrscheinlich nie verwinden würde.

Eigentlich konnte Sarah selbst nicht verstehen, warum sie sich überhaupt die Mühe machte, Dolph und Onkel Jem in ihr Vorhaben einzuweihen. Es war im Grunde sehr viel einfacher, den ganzen Plan aufzugeben, die Hypotheken von den Banken für verfallen erklären zu lassen und sowohl das große Stadthaus in der Tulip Street als auch das viel zu große Sommerhaus in Ireson’s Landing, das 20 Meilen nördlich von Boston lag, zwangsversteigern zu lassen. Dann bliebe es ihr wenigstens erspart, jeden Morgen mutterseelenallein dort aufzuwachen.

Völlig mittellos würde sie jedenfalls nicht dastehen. Sarah verfügte immer noch über das spärliche Einkommen aus dem Vermögen, das ihr der Vater hinterlassen hatte. Aber bald war sie 27 Jahre alt und in der Lage, über die ganze Summe zu verfügen, die nach der Plünderung des Kelling-Vermögens übriggeblieben war, die ihren Vater das Leben gekostet hatte. So einfach kampflos die Segel zu streichen, erschien ihr zu sehr wie ein Vertrauensbruch gegenüber Alexander und dem langen, einsamen Kampf, den er geführt hatte, um einen Teil des Vermögens für sie zu retten.

Sie hatte daher die Angelegenheit gründlich überdacht, alle Vor- und Nachteile abgewogen, und war schließlich zu einer, wie sie glaubte, klaren, vernünftigen Lösung für ihr augenblickliches Problem gekommen. Eigentlich hätte sie wissen müssen, daß jeder Vorschlag von ihr heftige Proteste in der Familie zur Folge haben würde.

»Von Finanzen verstehst du genausowenig wie ein gottverdammter Straßenkater«, informierte Dolph gerade Jem. Keiner von beiden hatte Sarah auch nur beachtet. »Du solltest eigentlich wissen, daß ich von Onkel Freds Geld mindestens ein Jahr lang keinen Penny anrühren kann, und dann muß ich mich auch noch mit den ganzen Legaten an wohltätige Organisationen herumplagen. Wenn ich erst die Erbschaftssteuer bezahlt habe und die Spendengelder für 57 verschiedene Vereinigungen und weiß Gott was sonst noch alles lockergemacht habe, bin ich höchstwahrscheinlich verflucht viel ärmer, als ich es jetzt bin.«

Er erschrak über seine eigenen Worte. Der Gedanke daran, in die eigene Tasche greifen zu müssen, war für Dolph immer besonders schmerzhaft. »Heutzutage ist Geld sowieso verflucht wenig wert«, schloß er beleidigt.

»Eine Tatsache, die dich zur Vernunft bringen sollte, wenn du überhaupt vernünftig sein kannst, weil sie beweist, wie viel klüger ich doch war, meine Piepen rechtzeitig auszugeben, statt wie du auf dem Hintern zu hocken und ein faules Ei auszubrüten«, sagte Jeremy Kelling.

»Pah! Und was hat dir all deine Zecherei eingebracht? Bloß Leberzirrhose und eine Schwanzfeder von einem von Ann Carios Täubchen.«

»Und die fluoreszierende Quaste von Sally Keiths linker Pobacke«, fügte der Lebemann im Ruhestand sanft hinzu. »Ach, was waren das noch Zeiten, damals am Tresen im guten alten Crawford House, auf dem Sally sich wand und drehte! Da saßest du mit einer Schüssel Knabberzeug und einem Kaffee mit Cognac vor dir. Ich meine natürlich nicht dich, du vollgefressene Laus. Habe ich dir eigentlich schon von dieser Milly erzählt, die –«

»Hört endlich auf damit!« schrie seine entnervte Nichte. »Ich will nichts mehr hören von vergeudeten oder ungenutzten Jugendjahren, sondern ich möchte, daß ihr mir dabei helft, eine Fremdenpension einzurichten. Und hört gefälligst auf, mir ständig einzureden, daß ich das nicht kann, denn ich werde es trotzdem tun. Brauche ich etwa eine offizielle Genehmigung dazu oder so etwas? Dolph, du kennst doch jeden im Rathaus. Kannst du nicht deine Beziehungen spielen lassen?«

»Ja, Dolph, laß doch deine Beziehungen spielen«, sagte Jem. »Beziehungen kosten schließlich nichts. Bestechen kommt für dich ja sowieso nicht in Frage, weil du dazu verdammt zu geizig bist.«

Sein Neffe starrte ihn wütend an und beschloß, seinen Zorn hinter einer hochmütigen Miene zu verbergen. »Ich darf wohl behaupten, daß ich sehr wohl in der Lage bin, diese Formalitäten zu erledigen, wenn Sarah wirklich vorhat, diese hirnverbrannte Idee zu realisieren.«

»Es wäre wohl noch bedeutend hirnverbrannter, wenn ich der High-Street-Bank kampflos mein Geld überlassen würde, oder etwa nicht?« Immerhin war Sarah auch eine Kelling, und zwar sowohl eine gebürtige als auch eine angeheiratete, da sie einen Cousin fünften Grades geehelicht hatte. »Was soll denn so hirnverbrannt an einer Pension sein? Eine Menge ehrbarer Leute haben das gleiche getan. Zum Beispiel Mrs. Craigie.«

»Mhm. Mrs. Craigie hatte ich allerdings völlig vergessen. Das war doch die Dame aus Cambridge, nicht wahr? Und dieser Longfellow hat bei ihr gewohnt. Hat zwar bloß Gedichte verfaßt, aber seine Familie war in Ordnung, und er hat schließlich eine Appleton geheiratet. Nun ja, ich nehme an, wenn du darauf achtest, daß du die richtigen Leute –«

»Zur Hölle damit«, sagte Jeremy Kelling. »Pick dir am besten die Leute raus, die kein großes Trara um ihr Geld machen. Und dann nimm sie ordentlich aus, Sarah. Laß die Einfaltspinsel ruhig zahlen, bis sie pleite sind, für das Privileg, in einem richtigen vornehmen Herrenhaus in einer geschichtsträchtigen schönen Gegend wohnen zu dürfen und all den Mist. Trag ruhig dick auf. Ich komm’ dann vorbei und spiel’ den Aristokraten am Frühstückstisch.«

»Du wärst mir ein verdammt schöner Aristokrat«, höhnte Dolph. »Und was meinst du mit Frühstückstisch? Du wälzt deinen rumgetränkten Kadaver doch noch nicht einmal vor dem Mittagessen aus dem Bett. Degenerierter alter Saufsack!«

»Nie habe ich ein wahreres Wort gehört, und ich muß zugeben, daß es eine herzerfrischende Abwechslung ist, daß du mal endlich die Wahrheit sagst«, erwiderte sein Onkel mit der ausgesprochenen Höflichkeit, für die der Kelling-Clan berühmt war. »Um auf diese Pensionsgeschichte zurückzukommen, Sarah, hast du etwa tatsächlich vor, Mahlzeiten zu servieren?«

»Ich hatte eigentlich nur an Frühstück und Abendessen gedacht. Auf diese Weise kann ich bedeutend mehr Miete verlangen, und da ich sowieso daran gewöhnt bin, für eine Familie zu kochen, müßte ich es eigentlich ohne größere Schwierigkeiten schaffen.«

»Ich habe immer geglaubt, Edith hätte sich darum gekümmert«, sagte Dolph.

»Alles, was Edith jemals getan hat, war, herumzusitzen und ihre Hühneraugen zu begutachten oder sich zu beklagen, daß sie überlastet wäre.«

Die Tatsache, daß Sarah die ehemalige Hausangestellte ihrer Schwiegermutter gefeuert hatte, auch wenn es sie leider einen ganzen Monatslohn gekostet hatte, was sie sich eigentlich nicht leisten konnte, war bisher die einzige gute Seite ihrer Witwenschaft gewesen.

»Ich habe stattdessen Mariposa Fergus eingestellt. Ihr erinnert euch doch noch an diese bezaubernde junge Frau, die mir so eine Stütze und Hilfe bei der Beerdigung war? Sie und Charles werden unten in der alten Küche wohnen.«

»Und wer ist Charles?«

»Der...



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