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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 170 Seiten

Reihe: Die Shatter-Me-Shorts

Mafi Believe Me

Band 6.5 der »Shatter Me«-Reihe
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-641-31767-6
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 6.5 der »Shatter Me«-Reihe

E-Book, Deutsch, Band 5, 170 Seiten

Reihe: Die Shatter-Me-Shorts

ISBN: 978-3-641-31767-6
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Für alle, die nach der letzten Seite noch immer nicht genug haben: das abschließende E-Short der TikTok-Sensation

Nach Imagine Me folgt ein letzter Einblick in die Shatter Me-Welt!

Juliette und Warner haben hart dafür gekämpft, das Reestablishment ein für alle Mal zu zerstören. Doch das Leben nach dem Sieg ist alles andere als einfach.

Dabei hat Warner andere Dinge als Politik im Kopf: Nach allem, was er und Juliette durchgemacht haben, um zusammen zu sein, kann er es kaum erwarten, sie zu heiraten. Endlich scheint ihre gemeinsame Zukunft in Reichweite, doch das Chaos dieser neuen Welt versucht immer wieder, ihr Glück zu verhindern. Können sie dem standhalten und endlich zusammen glücklich sein?

Für alle, die von Juliette und Warner nicht genug bekommen können: Die Novellen zu der TikTok Sensation

Alle Bände der »Shatter Me«-Reihe:
Shatter Me (Band 1)
Destroy Me (Band 1.5, E-Short)
Unravel Me (Band 2)
Fracture Me (Band 2.5, E-Short)
Ignite Me (Band 3)
Restore Me (Band 4)
Shadow Me (Band 4.5, E-Short)
Defy Me (Band 5)
Reveal Me (Band 5.5, E-Short)
Imagine Me (Band 6)
Believe Me (Band 6.5, E-Short)
Join Me (alle Shorts in einem Sammelband)

Tahereh Mafi ist die internationale Bestsellerautorin und »National Book Award«-nominierte Autorin von mehr als einem Dutzend Büchern, darunter die »Shatter Me«-Serie, die »Woven Kingdom«-Serie, »Wie du mich siehst« und »Wie ein leuchtender Stern«. Ihre Bücher wurden in über dreißig Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Autor Ransom Riggs, und ihrer Tochter in Südkalifornien. Die Autorin ist online unter taherehmafi.com zu finden.

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1


Die Wand ist außergewöhnlich weiß.

Weißer als andere Wände. Viele glauben, eine weiße Wand sei eine weiße Wand. Das stimmt aber nicht, sie wirkt nur so. Der Farbe der meisten weißen Wände wird ein Anteil Gelb hinzugefügt, damit sie nicht grellweiß sind, sondern eher eierschalen- oder elfenbeinfarben. Oder irgendwie cremeweiß. Zumindest gedämpft, wie Eiweiß. Reines Weiß ist als Farbe kaum erträglich.

Diese weiße Wand hier ist kein Angriff auf die Sehnerven, aber doch immerhin so weiß, dass ich darüber nachdenke. Was mir darüber hinweghilft, dass ich schon über eine halbe Stunde daraufstarre. Siebenunddreißig Minuten, um es genau zu sagen.

Ich werde mal wieder als Geisel gehalten. Man gewöhnt sich dran.

»Nur noch fünf Minuten«, sagt sie. »Versprochen.«

Ich höre das Rascheln von Stoff. Einen Reißverschluss. Ein zartes Rauschen –

»Ist das etwa Tüll?«

»Du sollst doch nicht hinhören!«

»Weißt du, Liebste, mir fällt gerade auf, dass ich schon weniger qualvolle Haftsituationen erlebt habe.«

»Okay, okay, ich hab’s ausgezogen. Und weggepackt. Ich muss mich jetzt nur schnell wieder anzie–«

»Nicht nötig.« Ich drehe mich um. »Dabei darf ich doch wohl zuschauen.«

Ich lehne mich an die außergewöhnlich weiße Wand und betrachte meine Liebste, die mich stirnrunzelnd und mit halb offenem Mund anschaut. Sie scheint vergessen zu haben, was sie sagen wollte.

»Mach ruhig weiter«, sage ich und nicke ihr zu. »Mit dem, was du gerade tun wolltest.«

Sie veranstaltet jetzt eine Show aus missbilligendem Stirnrunzeln und gespielter Empörung. Komplettiert das Theater, indem sie mit gespielter Schamhaftigkeit ein Kleidungsstück vor sich hält.

Was mich nicht davon abhält, meinen Blick über ihren hinreißenden Körper schweifen zu lassen. Ihr Haar ist in jeder Länge wunderschön, aber in letzter Zeit trägt sie es sehr lang. Seidig gleitet es über ihre Haut und – wenn ich Glück habe – bald auch über meine.

Langsam lässt sie das T-Shirt sinken.

Ich richte mich auf.

»Das hier soll ich unter dem Kleid tragen«, murmelt sie und müht sich mit den Bändern einer Korsage ab, nachdem sie die Spitzenstrümpfe und den Strumpfbandgürtel zurechtgezupft hat. Sie weicht meinem Blick aus, ist plötzlich verlegen, und diesmal nicht gespielt.

Die unausgesprochene Frage steht im Raum.

Als Ella mich in diese Garderobe gebeten hat, hatte ich vermutet, dass ich nicht gefühlt stundenlang über die Weißschattierungen einer Wand nachdenken sollte. Sondern mir etwas anschauen.

Und zwar Ella.

Diese Vermutung erweist sich jetzt als zutreffend.

»Du bist so wunderschön«, sage ich, ohne das Staunen in meiner Stimme verbergen zu können. Ich bemerke die kindische Bewunderung selbst, und sie ist mir peinlicher, als sie sein müsste. Mir ist durchaus bewusst, dass ich mich meiner intensiven Gefühle nicht schämen sollte. Dass es mir gestattet ist, ergriffen zu sein.

Dennoch ist mir das irgendwie unangenehm.

Weil ich mir so jung dabei vorkomme.

Sie sagt leise: »Jetzt habe ich das Gefühl, die Überraschung verdorben zu haben. Du solltest das alles doch erst in der Hochzeitsnacht sehen.«

Mein Herz setzt einen Moment aus.

Ella tritt zu mir, schlingt die Arme um mich, erlöst mich aus meiner Starre. Mein Herz schlägt schneller, und obwohl ich nicht weiß, wie sie spüren konnte, dass ich diese Berührung jetzt gebraucht habe, bin ich dankbar dafür. Ich ziehe sie dicht an mich, und wir entspannen uns beide, als unsere Körper sich aneinander erinnern.

Ich drücke mein Gesicht in ihr Haar, atme den süßen Duft ihres Shampoos ein. Erst zwei Wochen sind vergangen seit dem Ende der alten Welt und dem Anfang der neuen.

Es kommt mir noch immer vor wie ein Traum.

»Ist das alles wirklich wahr?«, flüstere ich.

Ich zucke zusammen, weil jemand laut an die Tür klopft.

»Ja?«, ruft Ella stirnrunzelnd.

»Entschuldigen Sie, dass ich störe, aber hier ist ein Herr, der Mr Warner sprechen möchte.«

Ella und ich sehen uns an.

»Okay«, sagt sie rasch. »Reg dich jetzt bitte nicht auf.«

»Wieso sollte ich mich aufregen?«

Sie lehnt sich ein bisschen weiter zurück und schaut mich eindringlich an. Ihre schönen Augen schimmern, und ich sehe die Fürsorge in ihrem Blick. »Weil es Kenji ist.«

Ich muss mich so brutal zwingen, nicht auszurasten vor Wut, dass ich wahrscheinlich gleich einen Schlaganfall kriege. »Was macht der denn hier?«, knurre ich. »Woher weiß der, dass wir hier sind?«

Sie beißt sich auf die Lippe. »Wir haben ja Amir und Olivier dabei.«

»Verstehe.« Wir haben zwei Wachleute hierher mitgenommen. Das heißt, unser Ausflug wurde im Sicherheitsprotokoll vermerkt.

»Kenji war bei mir, kurz bevor wir beide aufgebrochen sind«, fügt Ella hinzu. »Er war beunruhigt, wollte wissen, warum wir in der ehemaligen Sperrzone unterwegs sind.«

Ich will mich gerade darüber ereifern, weshalb Kenji nicht intelligent genug ist, um sich das selbst zu erklären, nachdem es jede Menge Hinweise auf diese Antwort gibt – aber Ella hebt den Zeigefinger.

»Ich habe ihm gesagt«, erklärt sie, »dass wir jetzt Ersatzkleidung kaufen müssen und dass das vorerst nur in den alten Versorgungszentren möglich ist. Und er meinte, er wolle uns dort treffen, um uns behilflich zu sein.«

Der nächste Tobsuchtsanfall nähert sich. Ich starre Ella an. »Er hat gesagt, er wolle .«

Sie nickt.

»Unfassbar.« An meiner Wange zuckt ein Muskel. »Und wirklich bemerkenswert, weil Kenji ja schon so ungeheuer war – indem er zum Beispiel gestern Abend meinen Anzug und dein Kleid ruiniert hat, weshalb wir jetzt«, ich wedle aufgebracht mit den Händen, »neue Kleidung in einem gewöhnlichen kaufen müssen – und das wirklich und wahrhaftig .«

»Aaron«, flüstert Ella und legt mir die Hand auf die Brust. »Kenji ist völlig fertig deshalb.«

»Und du?«, erwidere ich und betrachte sie forschend. »Bist du deshalb nicht auch völlig fertig? Alia und Winston haben so hart dafür gearbeitet, ein ganz besonders schönes Kleid anzufertigen, eigens für dich entworfen –«

»Nicht so wichtig«, sagt sie und zuckt mit den Schultern. »Ist nur ein Kleid.«

»Aber es sollte dein Hochzeitskleid sein«, sage ich, und meine Stimme bricht.

Ella seufzt, und ich spüre, dass sie mich viel mehr bemitleidet als sich selbst. Sie dreht sich um und öffnet den Reißverschluss an dem großen Kleidersack, der an einem Haken hängt.

»Eigentlich solltest du das Kleid ja nicht vor der Trauung sehen«, sagt sie noch mal, während sie meterweise Tüll aus der Hülle zieht, »aber ich glaube, dir bedeutet es mehr als mir, deshalb«, sie dreht sich lächelnd um, »darfst du mitentscheiden, was ich heute Abend anziehe.«

Ich stöhne beinahe, als sie mich an den Zeitpunkt erinnert.

Eine Trauung am Abend. Wer heiratet denn schon abends? Nur Pechvögel. Zu denen wir jetzt wohl zählen.

Statt den gesamten Termin zu verschieben, haben wir die Zeremonie ein paar Stunden nach hinten verlegt, damit wir neue Kleidung anschaffen können. Ich habe natürlich Anzüge. Und so übertrieben wichtig ist mir meine Kleidung bei diesem Anlass auch nicht.

Aber ihr Kleid. Kenji, dieses Monster, hat am Abend vor unserer Hochzeit Ellas Hochzeitskleid ruiniert.

Ich habe die feste Absicht, ihn umzubringen.

»Du wirst ihn nicht umbringen«, bemerkt Ella.

»Ich bin mir ganz sicher, dass ich das gerade nicht gesagt habe.«

»Nein, aber gedacht, oder?«

»In der Tat.«

»Du wirst ihn nicht umbringen«, wiederholt Ella fest. »Jetzt nicht und überhaupt nie.«

Ich seufze.

Sie ringt immer noch mit den Stoffmassen.

»Verzeih mir bitte, Liebste, aber wenn all das hier«, ich weise mit dem Kopf auf die Tüllexplosion, »zu einem einzigen Kleid gehört, weiß ich leider schon, wie ich es finden werde.«

Ella hört auf zu zupfen, fährt herum und starrt mich mit großen Augen an. »Du meinst, es gefällt dir nicht? Aber du hast es doch noch gar nicht –«

»Ich habe genug gesehen, um zu wissen, dass das da kein Kleid ist.« Ich beuge mich vor, betaste den Stoff. »Sondern eine würdelose Polyesterhülle. Haben die keinen Seidentüll? Vielleicht können wir mal mit der Schneiderin reden.«

»Hier gibt es keine Schneiderin.«

»Aber es ist doch ein Bekleidungsgeschäft.« Ich beäuge die Nähte am Oberteil des Kleides. »Da muss es doch eine Person geben, die schneidert. Sicher keine besonders gute, aber –«

»Diese Kleider werden in einer Fabrik hergestellt«, sagt Ella. »Von Maschinen.«

Ich sehe sie schockiert an.

»Weißt du, die meisten Menschen sind nicht mit Privatschneidern aufgewachsen«, sagt Ella mit einem kleinen Lächeln, »sondern müssen sich ihre Kleider von der Stange kaufen. Auch schlecht sitzende.«

»Ja«, sage ich betreten, fühle mich miserabel. »Natürlich. Verzeih mir. Das Kleid ist sehr hübsch. Ich sollte warten, bis du es angezogen hast. Habe mir ein vorschnelles Urteil gebildet.«

Aus unerfindlichen Gründen verschlimmert meine Bemerkung die Lage.

Ella stöhnt und wirft mir...


Mafi, Tahereh
Tahereh Mafi ist die internationale Bestsellerautorin und »National Book Award«-nominierte Autorin von mehr als einem Dutzend Büchern, darunter die »Shatter Me«-Serie, die »Woven Kingdom«-Serie, »Wie du mich siehst« und »Wie ein leuchtender Stern«. Ihre Bücher wurden in über dreißig Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Autor Ransom Riggs, und ihrer Tochter in Südkalifornien. Die Autorin ist online unter taherehmafi.com zu finden.



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