Maggs | Star Wars: Crimson Climb - Aufstieg bei Crimson Dawn | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Reihe: Star Wars: Crimson Climb - Aufstieg bei Crimson Dawn

Maggs Star Wars: Crimson Climb - Aufstieg bei Crimson Dawn


Neuauflage 2024
ISBN: 978-3-7569-9974-3
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Reihe: Star Wars: Crimson Climb - Aufstieg bei Crimson Dawn

ISBN: 978-3-7569-9974-3
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nicht jeder kann ein Held sein. Einst ließ sich Qi'ra von den Träumen und Versprechungen eines Jungen mit betörendem Lächeln bezaubern, nur um ihm dann brutal entrissen und zu den Weißwürmern zurückgebracht zu werden, während Han Solo seinen Weg in die Freiheit fand. Jetzt ist Freiheit ein Luxus, den sie sich nicht leisten kann, während sie sich aufs Überleben konzentriert und verzweifelt versucht, Corellia zu verlassen. Doch ihr Schicksal scheint sich zu wenden, als ein Vertreter des Verbrechersyndikats Crimson Dawn Qi'ra aus der Gefangenschaft befreit und sie zum Anführer des Syndikats bringt - dem geheimnisvollen und wankelmütigen Dryden Vos. Vos bietet Qi 'ra eine Chance an, die sie noch nie zuvor hatte: die Möglichkeit, sich ein einigermaßen angenehmes Leben aufzubauen, wenn sie ihren Wert für seine Organisation unter Beweis stellen kann. Da ein Scheitern den sicheren Tod bedeutet, weiß Qi'ra, dass sie in die gnadenlose, mörderische Welt von Crimson Dawn eintauchen muss. Was sie noch nicht weiß, ist, wer sie sein wird, falls sie das alles überleben sollte ...

Emily Kate Jonston ist die Autorin von Star Wars: Ahsoka; Star Wars: Schatten der Königin, Tausend Nächte aus Sand und Feuer, Exit - Pursued by a Bear und Prairie #Fire. Bevor sie mit dem Schreiben begann, war sie u. a. als Buchhändlerin und Archäologin tätig. Ihr großes Ziel ist es, irgendwann die echte Welt zu verstehen. Bis es aber soweit ist, verbringt sie ihre Zeit lieber in anderen, fiktiven Welten. Wer mehr über Emily wissen will, wird bei Twitter (@ek_johnston) oder Tumblr (ekjohnston) fündig.
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1. KAPITEL

Nachdem Moloch Qi’ra vom corellianischen Raumhafen zurückgeschleift hatte, brauchte Lady Proxima nicht mal eine Stunde, um zu entscheiden, wie sie mit ihr verfahren würde. Vermutlich hatte sie einen Teil dieser Zeit bereits genutzt, um die Wachen zu bestrafen, die Han hatten entkommen lassen. Das Mädchen versuchte, nicht zu viel darüber nachzudenken – weder über ihre Strafe noch über Han. Beide Gedanken waren auf ihre eigene Weise schmerzhaft, und sie hatte schon immer versucht, Schmerzen zu vermeiden.

Diesmal würde es aber nicht funktionieren.

Während sie allein in ihrer Zelle saß – in der heruntergekommensten Ecke, die das Hauptquartier der Weißwürmer zu bieten hatte – blieb ihr viel zu viel Zeit, um nachzudenken. Sie konnte nicht aufhören, Pläne zu schmieden, nach Möglichkeiten zu suchen, nach einem Ausweg. Natürlich gab es keinen. Das war ihr bereits in dem Moment klar gewesen, als sich Molochs zangengleiche Hand um ihren Arm gelegt und sie von der Barriere des Raumhafens fortgezerrt hatte. Aber sie konnte einfach nicht anders, als danach zu suchen.

Sie hatte durchgehalten, indem sie sich einredete, dass sie eine Überlebenskünstlerin war, und bis zu einem gewissen Grad stimmte das sogar. Diese Zelle war nicht mal ansatzweise der schlimmste Ort, an dem sie sich in ihren Leben schon wiedergefunden hatte. Qi’ra hatte weniger als nichts gehabt – woran Proxima sie nur zu gern erinnerte –, und sie wollte glauben, dass es sie stärker gemacht hatte. Sie war immer hungrig gewesen, hatte immer Pläne geschmiedet, immer nach dem nächsten Ziel, der nächsten Beute gesucht. Und nun hatte sich der Kreis geschlossen, denn einmal mehr hatte sie weniger als nichts.

Es war Hans Schuld. Sie war unvorsichtig geworden, aber Han hatte sie dazu gebracht. Seit er ihr das erste Mal ins Auge gestochen war, hatte sie ihn ständig unterschätzt … Halt, nicht ihn. Seinen Effekt auf sie. Sein müheloser Charme und sein hartnäckiger Optimismus waren wie Sirenengesang – sie lullten Qi’ra in ein falsches Gefühl von Sicherheit ein. Es war während der Droiden-Zwischenfalls passiert, als er ihr beinahe den Posten der ersten Straßenratte unter der Nase weggeschnappt hätte. Da man aber letztlich doch sie ausgewählt hatte, hatte Qi’ra ihn weiter in ihrer Nähe geduldet. Er war nützlich. Er war loyal. Er würde ihr helfen.

Und dann hatte er sie zurückgelassen! Na schön, sie hatte ihn dazu aufgefordert – und sie hatte es auch ernst gemeint – aber das war in der Hitze des Moments passiert, als sie geglaubt hatte, sie könnte es sich leisten, an jemand anderen außer sich selbst zu denken. Inzwischen hatte die grimmige Realität sie eingeholt. Nun, einen kleinen Trost gab es zumindest: Sie hatte Hans Freiheit gesichert. Er war entkommen … und trotz alldem, was sie in den Abwasserkanälen von Coronet über die brutalen Fakten des Lebens gelernt hatten, hatte er versprochen, dass er eines Tages zurückkommen würde, um sie zu befreien. Das Schlimmste daran war, dass sie ihm glaubte. Ja, er würde eines Tages zurückkommen, sofern ihn vorher nicht irgendein Halunke mit einem Blaster durchlöcherte, weil er einen vorlauten Spruch zu viel gemacht hatte. Was keiner von ihnen in der schrecklichen Anspannung des Raumhafens bedacht hatte, war aber die Zeit, die zwischen heute und diesem Tag lag – und wie Qi’ra sie verbringen würde. Sie war nämlich sicher, dass es verdammt viel Zeit sein würde, und in ihrer aktuellen Situation standen ihr nicht gerade viele Optionen offen.

Sie könnte sich an der Hoffnung auf Hans triumphale Rückkehr festklammern, daran, dass er sie vor ihrer – zweifelsohne schrecklichen – Zukunft retten würde. Nicht einmal Proxima wäre in der Lage, ihr diese Hoffnung wegzunehmen. Es könnte ihr Licht am Ende des Tunnels sein. Qi’ra könnte auf ihn warten und Schmerz und Leid ertragen, indem sie sich das Leben ausmalte, das sie haben würden. Wären die Rollen vertauscht, hätte Han genau das getan, da war sie sich sicher.

Aber sie würde nicht warten. Hoffnung war etwas für Narren, und sie konnte ihre Vorstellungskraft nicht an Träume von einer hübschen Zukunft verschwenden, die womöglich niemals eintreten würde. Entweder sie würde hier sterben, weil Proxima es befahl, oder sie würde aus exakt demselben Grund leben. Sie hatte keinen Einfluss, keine Wahl. Für sie gab es nur die unausweichliche Gewissheit, dass diese Zellentür sich irgendwann öffnen würde und dass sie akzeptieren musste, was immer dahinter auf sie wartete.

Sie hielt noch immer Hans Würfel in ihrer Hand. Sie waren alles, was ihr geblieben war, und sie waren praktisch nutzlos – nicht wertvoll genug, um jemanden damit zu bestechen, und erst recht nicht wertvoll genug, um das gestohlene Coaxium abzubezahlen. Nur zwei kleine Würfel an einer Kette, die Han von seinem Vater bekommen hatte. Er hielt sie für eine Art Glücksbringer, aber Qi’ra wusste es besser. Trotzdem brachte sie es nicht übers Herz, sie wegzuwerfen. Mehr noch, der Gedanke, dass man sie ihr bald wegnehmen würde, machte sie wütend.

Das war es, die eine Sache, die sie durch diese Situation bringen könnte. Falls es ihr gelang, diesen Zorn zu nutzen, ihn in Entschlossenheit zu verwandeln, könnte es ihr vielleicht gelingen, den Kopf zu bewahren – im übertragenen ebenso wie im wörtlichen Sinn. Proxima war rachsüchtig, aber nicht dumm. Auch, wenn Qi’ra nicht länger ein vertrauenswürdiges Mitglied der Bande sein mochte, konnte sie den Weißwürmern noch immer von Nutzen sein. Sie zu töten, bedeutete, eine Investition wegzuwerfen. Das wusste Proxima sicher ebenfalls. Und falls nicht, würde Qi’ra sie daran erinnern. Nicht, weil sie auf Han wartete, sondern, weil sie verdammt noch mal überleben würde, mit ihm oder ohne ihn.

Als sich die Zellentür mit einem Quietschen öffnete, ließ das hereinfallende Licht sie unwillkürlich zusammenzucken, aber sie war bereit. So bereit, wie sie nur sein konnte. Sie hatte die Hunde bereits aus der Ferne gehört, darum stand sie nun hoch aufgerichtet da, ihre Jacke und ihren Rock halbwegs sauber geklopft, ihr zerzaustes Haar mit den Fingern glatt gestrichen. Egal, was sie sonst verloren haben mochte, ihr Würde wollte sie sich nicht nehmen lassen. Sie hatte sich ihren Platz hier hart erarbeitet, und sie würde dafür sorgen, dass die Weißwürmer das nicht vergaßen. Aus einem Impuls heraus steckte sie Hans Würfel im allerletzten Moment in ihren Mund. Es fühlte sich dumm an, und beinahe hätte sie sie wieder ausgespuckt, aber da hatte sich die Tür bereits vollends geöffnet und sie musste sich konzentrieren.

Die corellianischen Hunde scharrten mit ihren langen Krallen über den Boden und zerrten winselnd an ihren Ketten, während sie warteten. Moloch war der Einzige, der keine Leine in der Hand hielt, dafür trug er einen Schockstab, bei dessen Anblick Qi’ra aller Selbstbeherrschung zum Trotz zurückschreckte. Sie wusste, dass sie nicht der einzige Weißwurm war, der Albträume wegen dieser Waffen hatte, und es sah ganz so aus, als würden diese Albträume nun Realität werden. Wäre Moloch in der Lage gewesen, grausam zu lächeln, hätte er es sicher getan. So trat er nur zur Seite und ließ die Hunde in die Zelle.

Rebolt und Syke konnten die Tiere zurückhalten, wenn sie wollten – Qi’ra wusste, dass sie kräftig genug waren. Die beiden Jungen waren ungefähr im selben Alter wie sie, aber groß und breitschultrig, zumindest für die Verhältnisse von Straßenratten, die ihr ganzes Leben nur weggeworfenen Krümeln hinterherjagten. Ein verächtliches Grinsen teilte Rebolts krumme Lippen, und seine Wangen waren vor Freude über einen Triumph gerötet, den er nicht errungen hatte und von dem er auch nicht profitieren würde. Skye sah zumindest so aus, als würde er versuchen, seinen Hund unter Kontrolle zu halten. Er blickte Qi’ra nicht an, sondern hielt die Augen fest auf den Boden gerichtet und die Kette fest mit beiden Händen umschlossen. Rebolt war weniger gnädig: Er ließ seinen Hund nahe genug heran, dass er sie beißen könnte, falls er wollte.

„Genug“, sagte Moloch. Rebolt und Skye übersetzten den Befehl instinktiv in Basic und zerrten an ihren Leinen. „Wir sind nicht zum Spaß hier, sondern, um sie zu Lady Proxima zu bringen.“

Anschließend packte Moloch sie, genauso, wie er es am Raumhafen getan hatte. Damals hatte Qi’ra Widerstand geleistet – gerade lange genug, um Han zuzurufen, dass er fliehen sollte. Seitdem war die Erkenntnis eingesickert, dass sie verloren war und es keinen Grund mehr gab zu kämpfen. Diesmal wehrte sie sich also nicht. Sie gab ihm keinen Vorwand, grausam zu sein, aber er fand trotzdem einen. Am Raumhafen hatte er nur grob ihren Arm gepackt und sie zu Boden geschleudert, bevor er sie fortgetragen hatte; jetzt waren sie nicht in der Öffentlichkeit, und er konnte ein wenig kreativer sein.

Der Schockstab berührte sie ganz leicht und jagte eine schmerzhafte Entladung durch ihren Körper. Qi’ra wollte schreien, aber sie hatte die Würfel im Mund, und so drang nur ein schrilles Wimmern zwischen ihren geschlossenen Lippen hervor. Moloch lachte sein gurgelndes Lachen, das mehr wie ein Knurren klang.

„Das ist die niedrigste Einstellung“, erklärte er. Qi’ra konzentrierte sich darauf, die Worte zu verstehen. Sie im Kopf zu übersetzen, war eine kurze Ablenkung von den Schmerzen. „Mal sehen, wie hoch ich die Spannung stellen muss, damit du schreist.“

Qi’ra wusste, dass das keine leere Drohung war.

Moloch zerrte sie durch die Tunnel, zu schnell, als dass sie mit seinen Bewegungen mithalten konnte. Sie stolperte, stieß sich...



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