Maharaj / Wolff / Drexhage | Von der Illusion zur Wirklichkeit | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 198 Seiten

Maharaj / Wolff / Drexhage Von der Illusion zur Wirklichkeit

Dialoge mit Shri Ranjit Maharaj über den zustandslosen Zustand
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-7472-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Dialoge mit Shri Ranjit Maharaj über den zustandslosen Zustand

E-Book, Deutsch, 198 Seiten

ISBN: 978-3-6951-7472-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Shri Ranjit Maharaj ist ein indischer Meister aus der non-dualistischen Advaita-Vedanta-Tradition. Er war ein Zeitgenosse von Shri Nisargadatta Maharaj, der weltweit bekannt wurde durch den spirituellen Klassiker "I am That". Beide wurden vom selben Meister, Shri Siddharameshwar Maharaj, unterrichtet. Im Zentrum der Lehre Shri Ranjit Maharajs steht das Verstehen als Weg zur Selbstrealisation, das ausführlich in den in diesem Buch präsentierten Gesprächen behandelt wird. Der Haupt-Hinderungsgrund zur Realisation ist die Ichhaftigkeit, und Maharaj nutzt jede Möglichkeit, seinem Zuhörer dies deutlich vor Augen zu führen.

Shri Ranjit Maharaj wurde am 4. Januar 1913 in Mumbai, Indien geboren. Im zwölften Lebensjahr lernte er seinen Meister, Shri Siddharameshwar Maharaj, kennen, und folgte ihm in allen Lebensbereichen konsequent. Im Alter von 70 Jahren - auf Drängen von Mitschülern - übernahm er die Meisterschaft und begann offiziell, spirituelle Unterweisungen zu geben, Schüler anzunehmen, sowie ab 1996 nach Europa und Amerika zu reisen. Mit großer innerer Überzeugungskraft stellte er mit glasklaren Beispielen die Vedanta-Lehre dar. Shri Ranjit Maharaj verließ seinen Körper am 15. November 2000 in Mumbai und lehrte bis zu diesem Zeitpunkt.
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Juni 1996


Frage: Wenn ich über meine wahre Natur, das ICH BIN meditiere, durchdringt mich ein Gefühl der Liebe, das keine erkennbare Ursache hat. Ist dieses Gefühl richtig oder immer noch eine Illusion?

Maharaj: Es ist die Glückseligkeit des Selbst. Du fühlst die Gegenwart des ICH BIN. Du vergisst alles, die Konzepte und die Illusion. Es ist ein Zustand, der durch nichts bedingt ist. Du empfindest diese Glückseligkeit selbst dann, wenn du die Objekte vergisst, aber in der Glückseligkeit ist immer noch eine kleine Spur von Ego enthalten, da es sich dabei um ein Konzept handelt. Wenn du der äußeren Welt überdrüssig geworden bist, möchtest du alleine sein, um in deinem Selbst zu ruhen. Das ist zwar die Erfahrung eines höheren Zustandes, aber nach wie vor die des Verstandes. Das Selbst kennt weder Vergnügen noch Missfallen, es ist ohne Ich-Empfinden. Das vollkommene Vergessen der Illusion bedeutet, dass nichts ist, nichts existiert. Die Illusion ist zwar da, aber für dich ist sie nicht mehr real. Das bezeichnet man als Verwirklichung oder Selbst-Erkenntnis. Es ist die Verwirklichung des Selbst ohne dich selbst.

Wenn dich jemand ruft, antwortest du: `Ich bin hier.`. Aber bevor du das sagst, bist du bereits. Die Illusion kann der Realität nichts hinzufügen, weil die Realität die Basis für alles Existierende ist. Alles was existiert, alles was du siehst, die Objekte deiner Wahrnehmung, all das gibt es nur, weil es die Realität gibt. Unwissenheit und Wissen existieren darin nicht, es gibt sie nicht. Wie kannst du sie dann in Worte fassen?

Wenn du etwas in Worte fasst, dann heißt das, dass du etwas erfahren hast. Solange du noch das geringste Empfinden hast, dass etwas existiert, ist das nach wie vor Unwissenheit, und du bist vom Selbst getrennt. Du fühlst vielleicht Liebe, das ist in Ordnung. Aber trotz allem ist Liebe ein Zustand, und ein Zustand ist immer durch etwas bedingt. Das Nicht-Bedingte ist zustandslos. Es ist die Erfahrung der Nicht-Existenz der Illusion. Das ist sehr subtil; Unwissenheit und Wissen sind beide sehr subtil. Das ist zwar schwierig zu verstehen, aber wenn du wirklich danach forschst, kannst du diesen Zustand erreichen. Er ist und ist immer gewesen, aber du weißt das nicht, und darin liegt die Schwierigkeit. Es gibt keinen einzigen Punkt, wo die Realität nicht ist. Du erfährst ihre Existenz durch Objekte, aber die gibt es nicht. Die Realität ist überall gegenwärtig, aber du kannst sie nicht sehen. Warum? Weil du die Realität selbst bist. Wie kannst du dich selbst sehen? Um dein Gesicht zu sehen, brauchst du einen Spiegel.

Wirkliches Glück ist in und nicht außerhalb von dir. Im Tiefschlaf bist du glücklich. Du vergisst die Welt. Deshalb liegt das Glück im Vergessen der Welt. Lasse die Welt so sein wie sie ist, zerstöre sie nicht, aber sei dir bewusst, dass sie nicht existiert. Tue alles, was du tun musst, aber sei dadurch, dass du verstehst und erkennst, ungebunden, denn alles, was du fühlst, wahrnimmst und erreichst, ist Illusion. Es existiert nicht, und dein Verstand muss das akzeptieren.

Die Heiligen fragen dich: `Wenn alles Nichts ist, wie kann dieses Nichts dich dann beeinflussen oder berühren?` Die Antwort lautet: Was dein Verstand sagt, beeinflusst und berührt dich. Der Verstand ist nichts weiter als Wissen. Die Menschen unterscheiden den Verstand vom Wissen, aber das ist nicht richtig. Es gibt nichts in der Welt, da sie Illusion ist. Nur die Realität ist, und wenn du verstehst, dass die Illusion wirklich nur Illusion ist, wie kann sie dich dann beeinflussen? Wie kannst du dann überhaupt fühlen, dass sie dich berührt? Das Blatt der Lotusblume lebt im Wasser, trinkt Wasser, aber es fühlt sich nicht wie Wasser an. Wenn du Wasser darüber gießt, perlt es ab. Das Blatt bleibt davon unberührt.

Wenn du verstehst, dass nichts Bestand hat, dann taucht die Frage nach Liebe gar nicht mehr auf. Die Glückseligkeit des Selbst, die du fühlst, ist immer noch die Freude des Wissens. Zuerst muss dir etwas bewusst sein, dann wirst du selbst zur Realität, weil du Er bist. Deshalb schadet es nichts, in der Illusion der Welt zu leben. Da sie nicht existiert, wirst du auch nicht davon berührt. Der Lotus lebt im Wasser, kümmert sich aber nicht darum.

Auf diese Weise musst du deine wahre Natur erfahren. Ich spreche zwar von erfahren, aber es gibt keine Worte dafür, weil sich die Realität jenseits von Raum und Null befindet. Worte können dorthin nicht vordringen, sie enden dort. In der Bhagavad Gita sagt Lord Krishna: `Mein Zuhause ist da, von wo die Worte zurückkommen.` Dennoch war er auf der Welt ein König und regierte, aber er wusste, dass nichts existiert. Du verstehst nicht, dass dich nichts berühren kann. Wenn du fühlst, dass dich nichts berühren kann, bist du noch in der Illusion. Das zu verstehen, ist der Höhepunkt der Philosophie, und du kannst zu dem Verständnis vordringen, wo es weder Meister noch Schüler gibt, weil beide eins sind. Die Dualität existiert nicht, nur Einheit ist, und es gibt nichts außerhalb davon. Deshalb bleibe in der Illusion, aber erkenne sie als solche.

Zwei Freunde wollten sich mit einem dritten einen Scherz erlauben. Der eine beleidigte den anderen, aber der lachte nur über die Beleidigungen. Der dritte Freund war beunruhigt und fragte ihn daraufhin: `Wie kannst du lachen, wenn er dich beleidigt?` Der, der beleidigt wurde, konnte lachen, weil er den Schlüssel für das Spiel kannte, aber der Dritte wusste das nicht. Genauso verstehen ver wirklichte Personen, obwohl sie in der Welt leben, dass alles Nichts ist, und dass, was auch immer geschieht, in Wirklichkeit nichts geschieht. Deshalb berührt sie auch nichts. Ihr habt immer Angst davor, dass etwas passieren könnte. Ihr fürchtet euch, dass andere Leute über euch sprechen könnten. Ihr fragt euch: `Was soll ich nur machen? Was wird mit mir passieren?` Ihr zankt oder freut euch. Die Ursache für all diese Bindungen ist nur der Verstand.

Wer diesen Teufelskreis durchbrochen hat, versteht jedoch, dass alles Nichts ist. Es existiert nicht, es ist nur Unwissenheit. Es heißt, dass nur derjenige, der tief in den Ozean taucht, die Perle findet. Wer an der Oberfläche bleibt, wird vom Strom der Freude und des Leids davongetragen. Du musst weit hinab in die Tiefen des Unbegrenzten tauchen, denn dort bist Du. Halte niemals beim Begrenzten an. Das Gold kümmert sich nicht um die Formen, die es als verschiedene Schmuckstücke hat. Es mag die Form eines Hundes oder eines Gottes haben, das ist ihm egal. Genauso betrachte auch du die Dinge mit Abstand, denn sie existieren nicht.

Nichts kann dich berühren. Du bist ungebunden. Der Verstand muss so weit kommen, dass er die Illusion vollkommen durchschaut. Das ist dein eigentlicher Zustand. Für den, der verstanden hat, bleibt nichts übrig. Es gibt keinen Gewinn oder Verlust mehr. Frage nicht, ob du die Realität erreichen kannst, denn du bist die Realität. Warum fragst du überhaupt, ob du sie erreichen kannst? Verlasse zuerst diesen Kreislauf. Verlasse alles, eines nach dem anderen, und tauche tief in dein Selbst ein. Kehre dann zurück, und sei in Allem. Was du beschrieben hast, ist ein guter Zustand, kein Zweifel, aber gehe noch etwas weiter. Wenn der Verstand akzeptiert, dass alles Illusion ist, nur Illusion, dann bist du in deinem Selbst. Körper und Verstand sind Illusion. Du solltest glücklich sein, das zu wissen. Löse dich von deiner Identifikation! Das Einzige, was der Meister tut, ist, dass er der Kraft in dir, die du sonst nicht beachtest, ihren wahren Wert gibt. Nichts anderes tut er. Da ist ein Stein, und der Meister enthüllt die wahre Natur des Steins als die eines Diamanten. Er macht aus dir den wundervollsten Edelstein.

Ich bin überall, allmächtig, ich bin der Schöpfer von allem, was ist. Wenn du bis zur Basis von allem vorgedrungen bist, bist du in allem. Deshalb kannst du nicht einmal einen Mörder als schlecht bezeichnen. Was auch immer geschieht, es ist mein Befehl. Sei der Meister, nicht der Sklave. Du bist der Meister!

Frage: Mich würde interessieren, warum einige verwirklichte Personen reinkarnieren, um anderen bei ihrer Verwirklichung zu helfen?

Maharaj: Niemand kommt, niemand geht. Wer hat dir so etwas erzählt? Du hast Bücher gelesen und plapperst sie nach. Es heißt, dass derjenige der Größte ist, der unbekannt stirbt. Rama und Krishna waren zweitrangige Helden. Der vollendete Mensch lebt in Stille und stirbt in Stille. Dann arbeiten seine Gedanken in einem anderen weiter, aber dass er zurückkommt ist Unsinn.

Niemand kommt, niemand geht. Alles ist ein Traum. In einem Traum kannst du ein großer Meister werden, aber sobald du aufwachst, kehrst du zu deinem gewöhnlichen Zustand zurück. Wer ist wohin gegangen, und wer ist zurückgekehrt? Nichts ist passiert. Das Konzept eines großen Meisters tauchte in dir auf, und du wurdest zu diesem großen Meister. Aber wenn du aufwachst, weißt du, dass alles Unsinn war und fragst dich, ´Wie kann ich ein großer Meister sein? Ich weiß doch gar nichts!` Noch im Traum hast du Vorträge gehalten und mühelos über alles gesprochen. Aber sobald du erwachst, verschwindet dieses Wissen wieder. Es...



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