Mahn | Keys of Zodan | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 200 Seiten

Reihe: Keys of Zodan Roman

Mahn Keys of Zodan

Phoenix Rising
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-3966-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Phoenix Rising

E-Book, Deutsch, Band 5, 200 Seiten

Reihe: Keys of Zodan Roman

ISBN: 978-3-6951-3966-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Schatten verdichten sich, und Vindicta erhebt sich, um die Menschheit in ewige Finsternis zu stoßen. Emilio und Milan, die Auserwählten Zodans, stehen vor ihrer letzten Prüfung, während Raxia an ihrer Seite kämpft und ein unaussprechliches Geheimnis trägt. Zodans uralte Prophezeiung verheißt Befreiung, doch sie verlangt Opfer, die Herzen zerreißen und Freundschaft auf die härteste Probe stellen. Wenn Hoffnung und Verrat untrennbar verwoben sind, entscheidet nur ein letzter Funke über Licht oder Untergang. Und im Echo der Schlacht wird sich zeigen, ob Zodans Vermächtnis erfüllt, oder für immer verloren sein wird. Fünfter und letzter Band der Keys of Zodan Fantasy-ROMANreihe

Sandra Mahn Sandra Mahn wurde am 09.02.1989 in Freital geboren. Sie ist verheiratet und Mutter einer Tochter. Bereits während ihrer Schulzeit entdeckte sie das Interesse am Kreativen Schreiben und Zeichnen. Sie verfasste als Redakteurin Beiträge für die Schülerzeitung in Mittel- und Berufsschule und nahm an einem Schüler-Autoren-Schreibwettbewerb teil. Außerdem veröffentlichte sie mehrere Kurzgeschichten auf Online-Plattformen. Nach vollendetem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin, aber blieb ihrer Leidenschaft des Schreibens und Zeichnens stets treu. Im Februar 2021 gründete Sandra Mahn die Auftragsmalerei SanmahPicture, unter deren Namen sie unter anderem die Illustrationen der Charaktere ihrer Fantasy-Roman-Reihe "Keys of Zodan" und den Manga "Blue Eye Lie" veröffentlicht. Weitere Informationen auf www.sanmahpicture.de oder Instagram @SanmahPicture
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Autoren/Hrsg.


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KAPITEL 1

Nach all den Bemühungen, den Opfern, dem Leid, scheint alles umsonst gewesen zu sein. Das Meer reißt uns, peitscht uns, verschlingt uns fast vollständig. Raxia ist bei mir, doch wir werden immer wieder getrennt. Die Strömung drückt uns auseinander wie Blätter im Wind. Jede Welle ist wie eine Faust, die mich gegen den Boden der Wirklichkeit schlägt und mich fast untertauchen lässt. Meine Glieder zittern, die Lungen brennen, mein Herz rast in einem unkontrollierbaren Takt. Atemlos kämpfe ich gegen die Panik an, gegen das Meer, gegen mich selbst. Ich verschlucke Wasser, huste, würge, und das Salzwasser brennt in meiner Kehle.

Raxia kämpft neben mir. Ihre Augen sind weit, voller Angst und gleichzeitig von Entschlossenheit erfüllt. Sie ist stark. Stärker als jeder Mensch, den ich kenne, aber auch sie ist nicht unverwundbar. Deswegen muss ich sie beschützen. Ich darf sie nicht verlieren.

Ein Gedanke an Vindicta schießt durch meinen Kopf. Seine Bosheit, sein Hass, sein gezielter Anschlag – wir sind nur Spielfiguren in seinem Plan, doch ich will nicht zulassen, dass wir zerbrechen. Unter keinen Umständen darf ich jetzt aufgeben und Raxia im Stich lassen.

Die Strömung reißt mich runter. Wasser dringt wieder in meine Lungen. Die Dunkelheit des Meeres umschließt mich wie eine kalte Hand, die mir den Atem raubt. Die Panik erfasst mich. Sie ist unbarmherzig. Ich sehe Raxia nicht, höre ihre Stimme nicht – ich habe das Gefühl, allein zu sein und verloren zu gehen. Wo oben und wo unten ist, weiß ich nicht. Mein Herz rast, meine Hände verkrampfen sich, meine Beine und Arme schlagen ins Leere.

Und dann höre ich sie. Eine Stimme, klar, stark, durchdringend. Nicht von außen, sondern tief in meinem Inneren. Zodan.

Ein Funke Hoffnung bricht durch meine Verzweiflung. Instinktiv strecke ich die Hand aus. Raxias schließt sich in meine. Und dann umfängt uns etwas, das alles verändert. Es ist ein blendendes Licht, das so stark ist, dass ich die Augen schließen muss. Die Dunkelheit der Fluten, meine Panik – alles schmilzt dahin. Ich spüre, wie meine Muskeln Kraft zurückgewinnen, wie mein Herz sich beruhigt und wie Sicherheit in mich strömt.

Als ich die Augen wieder öffne, sehe ich Raxia neben mir. Sie ist noch immer durchnässt, noch immer erschöpft, aber lebendig. Unsere Körper liegen schwer auf einer Wiese. Luft. Endlich Luft. Ich huste, spucke Wasser aus und fülle meine Lungen mit Sauerstoff. Ich liege zitternd auf dem Boden. Mein Körper ist mit Adrenalin und Erschöpfung gleichermaßen gefüllt.

„Wir haben es geschafft…“, keuche ich.

Raxia kniet sich hin und greift mich an den Armen. Ich erschrecke, doch dann sehe ich die Tränen in ihren Augen. Angst, Sorge – ich empfinde alles gleichzeitig.

„Ich tu das nie wieder!“ Ihre Stimme zittert. Sie jagt mir einen Schauer über den Rücken.

Neben uns raschelt es unerwartet in der Hecke. Wuff. Ich hebe den Hund in die Arme und drücke ihn fest. Er leckt mich ab.

„Hey! Hund! Komm zurück!“ Milans Stimme hallt über die Wiese. Kurz darauf taucht er hinter der Hecke auf. Wuff rennt zu ihm, wedelt mit dem Schwanz, und ein Teil der Panik in mir löst sich. Milan sieht uns an, wie wir durchnässt und erschöpft auf dem Rasen sitzen, nur in Unterwäsche.

„Willkommen daheim. Wie ich sehe, hattet ihr Spaß?“

Ich lehne mich zurück, atme tief durch, spüre die Erschöpfung in jedem Muskel.

„Spaß sieht für mich anders aus“, keucht meine Stimme. Milan kratzt sich die Stirn.

„Vielleicht solltet ihr euch was Trockenes anziehen.“ Er wirft mir den Wohnungsschlüssel zu. „Erzählt mir dann alles, wenn Wuff und ich wieder da sind.“

Mehr ist nicht zu sagen. Raxia und ich schleppen uns unverzüglich in die Wohnung. Eine heiße Dusche, frische Klamotten und dann unser Zimmer.

Sie sitzt auf der Bettkante, die Hände ineinander verschränkt, die Schultern leicht nach vorne gebeugt. Ich setze mich ihr gegenüber auf den Boden. Mit dem Rücken ans Bett gelehnt, spüre ich den rauen Teppich unter meinen Handflächen, den Geruch von altem Holz und Lavendel, den sie immer so mag – und der mir oft schon Kopfschmerzen bereitet hat. Ich war selten so froh wieder zu Hause zu sein.

Nach einer kurzen Verschnaufpause möchte ich Raxia von Zodans Worten berichten, die ich hörte, bevor die Teleportation geklappt und uns das Leben gerettet hat. Aber sie kommt mir zuvor. Das Thema ist ein anderes und anhand ihres Gesichtes, das so ernst aussieht, dass es mir Angst macht, schweige ich und entscheide mich, ihr zuzuhören. Sie räuspert sich. Ihre Stimme klingt ein wenig rau.

„Mio… ich muss dir alles erzählen“, sagt sie leise. „Es ist an der Zeit.“

Ich nicke und zwinge mich zu atmen. Irgendwie habe ich Angst vor dem, was sie mir sagen will. Aber die Neugier hat mich bereits in ihrem Bann.

Raxia schließt die Augen, und für einen Moment ist alles um uns herum verschwunden. Kein Lärm der Stadt, keine vorbeifahrenden Autos – nur das leise Pochen unserer lebendigen Herzen in diesem kleinen Raum.

„Ich wurde vor zweitausend Jahren geboren, als Tochter des Ur-Volkes. Das weißt du, nicht wahr?“

„Ähm, ja.“

„Mein Vater, meine Mutter… sie liebten mich, so gut sie konnten. Aber sie konnten mich nicht vor dem Schicksal beschützen, das Zodan für mich bestimmt hatte. Er war der Anführer unseres Volkes – niemand wusste jedoch, wer er wirklich war. Ich entdeckte es erst später, in alten Aufzeichnungen, die ich in seinen Lehrbüchern fand. Erst dann verstand ich: Er war der letzte Mondare, der Erbe der ersten Menschen. Alles, was wir taten, war Teil eines größeren Plans – eines Plans, der von Fatum, Malum und Zodan selbst gelenkt wurde.“ Mich trifft ihr Blick. „Zodan hat vorhin zu mir gesprochen.“

„Zu mir auch!“ – Mein Herz pocht wild. Doch es geht Raxia im Moment wohl nicht um Zodans Worte.

„Mir ist es vorhin bewusst geworden, dass er uns lenkt. Er ist bei uns, die ganze Zeit. Ich weiß nicht, ob seine Seele in den Planeten übergegangen ist. Er ist einfach überall. Genau wie damals. Er wollte, dass ich, die Auserwählte, Fatum diene, damit Malum keine Chance hat. Ich musste alle eigenen Wünsche aufgeben und mein Leben der Menschheit weihen. Alles, was ich tat, war Pflicht. Freiheit gab es nicht. Ich existierte nur für die Prophezeiung und das Überleben der Menschen. Doch das war für mich okay. Ich wusste, mein Leben diente einem höheren Zweck, auf den ich stolz sein konnte.“

Ich starre auf ihre Hände, auf die zierlichen Finger, die sich so fein bewegen, die so viel Kraft und gleichzeitig Zerbrechlichkeit in sich tragen…

„Ich wurde nach der Ernennung zur Auserwählten mit zwölf von meinen Eltern getrennt. Vier Jahre lebte ich im Tempel, isoliert von der Welt, nur unterrichtet in der Energielehre und in Disziplin. Ich durfte keine eigenen Entscheidungen treffen. Kein Lachen, kein Spiel, keine Freundschaft – nur das Training, das Studium und die Vorbereitung auf das Abschlussritual, das mich zu Fatum aufsteigen lassen würde. Jeder Tag begann vor der Morgendämmerung. Ich trainierte Körper und Geist, lernte, Schmerz zu ertragen, Hunger zu ignorieren und meine Angst zu kontrollieren. Jede Prüfung konnte den Tod bedeuten. Jede falsche Bewegung wurde beobachtet. Jeder Fehler war ein Schritt ins Verderben. Und doch musste ich weiterkämpfen. Für die Prophezeiung. Und das tat ich. Denn ich wollte besser sein, als der erste Auserwählte, Mio. Ich wollte besser sein als Pirk.“

Meine Kehle ist trocken, die Brust zieht sich zu.

„Bevor ich geboren wurde, gab es Pirk, den ersten Auserwählten. Er wurde unfreiwillig geopfert, um seine Seele Fatum zu übergeben. Doch Pirk empfand nur Hass. Nach seinem Tod wandte er sich Malum zu. Für ihn war die Menschheit der Feind. Ich lernte von ihm nur aus Geschichten, doch sein Schatten lag über meinem Leben – genau wie über deinem. Angst und Pflicht waren meine ständigen Begleiter. Jeden Tag fragte ich mich, ob ich versagen würde. Dann, an meinem sechzehnten Geburtstag, fand endlich das Ritual statt. Ich trug ein weißes Kleid. Der Platz vor dem Tempel war voller Menschen. Zodan sprach Worte, die so alt waren, dass sie die Tempelmauern erzittern ließen. Das Volk sah zu, wie ich zum Scheiterhaufen schritt, vor den Augen meiner Eltern. Ich wusste, ich würde sterben. Doch meine Seele war rein. Sie erhob sich.“

„Du… Du bist wirklich im Feuer gestorben?“ Mir ist heiß und kalt zugleich. Meine Glieder zittern, weil bereits der bloße Gedanke, wie die Flammen mein lebendiges Fleisch verschlingen, mir Qualen bereitet. Ich habe mir so gewünscht, dass dies nicht ihre Vergangenheit und nur eine Lüge ist – ein Trugbild – eine falsche Überlieferung. Aber leider ist dem nicht...



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