Mahn | Keys of Zodan | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 200 Seiten

Reihe: Keys of Zodan Roman

Mahn Keys of Zodan

Vindictas Wrath
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-5096-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Vindictas Wrath

E-Book, Deutsch, Band 4, 200 Seiten

Reihe: Keys of Zodan Roman

ISBN: 978-3-6951-5096-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Drachen sind gefallen, doch die Schatten kehren zurück. Emilio, Milan und Raxia müssen sich Vindicta stellen, einem Feind voller Rache, der die Menschheit erneut an den Abgrund treibt. Ihr größter Kampf beginnt und das Schicksal der Welt liegt in ihren Händen. In diesem Band berichten Emilio und Milan aus ihren Blickwinkeln vom entscheidenden Ringen um die Zukunft der Menschheit: Gedanken, Gefühle und Ängste werden so hautnah spürbar.

Sandra Mahn wurde am 09.02.1989 in Freital geboren. Sie ist verheiratet und Mutter einer Tochter. Bereits während ihrer Schulzeit entdeckte sie das Interesse am Kreativen Schreiben und Zeichnen. Sie verfasste als Redakteurin Beiträge für die Schülerzeitung in Mittel- und Berufsschule und nahm an einem Schüler-Autoren-Schreibwettbewerb teil. Außerdem veröffentlichte sie mehrere Kurzgeschichten auf Online-Plattformen. Nach vollendetem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin, aber blieb ihrer Leidenschaft des Schreibens und Zeichnens stets treu. Im Februar 2021 gründete Sandra Mahn die Auftragsmalerei SanmahPicture, unter deren Namen sie unter anderem die Illustrationen der Charaktere ihrer Fantasy-Roman-Reihe "Keys of Zodan" und den Manga "Blue Eye Lie" veröffentlicht. Weitere Informationen auf www.sanmahpicture.de oder Instagram @SanmahPicture
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Autoren/Hrsg.


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KAPITEL 1


Ich weiß nicht, ob ich träume. Es fühlt sich echt an.

Die weißen Hände, die durch die Eisschicht brechen, auf der ich bis eben noch stand, zerren mich immer tiefer ins Wasser. Mein Körper ist komplett versunken. Die Kälte lässt mich erstarren. Ich bekomme keine Luft. Meine Lungen füllen sich mit dem eiskalten Tod. Ich weiß, dass ich sterbe. Mein Herz hört auf zu schlagen. Die Sicht verschwimmt. Der Schmerz hört auf.

Ein Ruck durchfährt meinen Körper.

Ich öffne die Augen. Die Dunkelheit ist verschwunden. Undeutlich nehme ich Raxias Gesicht wahr. Sie lehnt über mir. Ich zwinkere ein paar Mal, dann sehe ich sie klarer. Sie scheint Angst zu haben und ruft andauernd meinen Namen. Ich will ihr antworten, aber kann es nicht. Wasser bahnt sich den Weg aus meinen Lungen nach oben. Ich huste. Es tut weh. Auf die Seite gedreht, spucke ich alles aus. Mir ist widerlich kalt. Mein Körper verkrampft sich. Ich zittere. Da ist Angst. Eine schreckliche Angst, die mir die Tränen in die Augen treibt.

Raxia legt die Bettdecke über mich. Das Zittern hört nicht auf. Sie nimmt das nasse Kopfkissen weg, auf das ich das Wasser gespuckt habe. Ich soll mich flach auf den Rücken in mein Bett legen. Sie sitzt neben mir und hält meine Hand. Meine Finger verkrampfen sich. Hoffentlich verletze ich sie nicht.

Mit der freien Hand streichelt sie meine Stirn.

„Atme ruhig“, sagt sie. „Einatmen – ausatmen.“

Ich kann nicht sofort auf ihre Hilfestellung eingehen. Es dauert, bis die Panikattacke vorbei ist. Der Krampf löst sich. Meine Finger bleiben eiskalt. Sie kitzeln.

„Geht’s wieder, Mio?“

Ich nicke zaghaft.

„Was ist passiert? Du hast die ganze Zeit neben mir gelegen und geschlafen. War das Pirk?“

Es dauert einen Moment, bis ich auf ihre Frage eingehen kann. Sie wirkt geschockt.

„Mio, hat derjenige, der dich ins Wasser zog, seinen Namen genannt?“

Ich schüttle den Kopf. „Nein. Er sagte nur, dass ich mehr als Pirk fürchten muss und Zodans Fluch im Meer für immer sein Ende finden wird.“

Raxia starrt mich an. Ich kann die Angst in ihren Augen sehen. Sie scheint etwas mit den Worten anfangen zu können, wird mir aber – warum auch immer – die Wahrheit noch nicht verraten wollen. Ich spare mir die Nachfrage. Langsam stehe ich auf und beziehe das Bett neu, um mich abzulenken. Raxia sitzt in Gedanken versunken an meinem Schreibtisch und starrt Löcher in die Luft.

„Soll ich Milan davon erzählen?“, frage ich irgendwann.

„Nein“, flüstert sie.

„Denkst du, er glaubt es mir wieder nicht?“

„Ich will nicht, dass er zu früh in die Sache verwickelt wird.“

„Wie soll ich das verstehen?“

Raxia hebt den Blick und sieht mich ernst an. Mir wird ganz anders. „Ich will, dass du dein Leben aufgibst, Mio.“

Ihre Worte fühlen sich wie eine Ohrfeige an. Niedergeschlagen lasse ich den Kopf hängen. Raxia schmiegt sich an mich. Ich halte sie fest und spüre, wie meine Angst einer leeren Gewissheit weicht, mich meinem Schicksal nicht länger widersetzen zu können …

Eine Woche später befinden Milan, Caro, Raxia und ich uns auf dem Konzert der Skull-Burner. Das ist die Band, die Malums Symbol als Logo trägt. Wir haben die Gelegenheit genutzt und Caro Raxia als eine Freundin von mir vorgestellt. Die beiden haben sich auf Anhieb verstanden, was es einfacher macht. Angenehmer wird das Konzert deswegen trotzdem nicht. Die Halle ist rappelvoll und ich fühle mich sehr unwohl. Nicht nur die vielen Menschen auf engem Raum machen mir zu schaffen, auch das Hemd, in das Milan mich gezwungen hat, nervt tierisch. Der steife Kragen stört bei jeder Bewegung. Raxia dagegen fühlt sich in dem geliehenen Kleid von Caro offensichtlich wohl. Es ist das erste Mal, dass ich sie in so einem Outfit sehe. Auch Milan wirkt angetan. Kein Wunder. Ihn hat Raxias schon immer gestört.

„Wir gehen mal für Damen“, sagt Caro, bevor das Konzert offiziell eröffnet wird. Sie drückt Milan ein Küsschen auf die Wange und nimmt Raxias Hand.

„Mio und ich warten hier auf euch“, erwidert er.

„Sei doch so lieb und hol während wir weg sind etwas zu trinken“, bittet sie mit zuckersüßer Stimme und Milan ist ihr sofort hörig. Er packt mich am Arm und wir bahnen uns den Weg durch die Massen, während die Mädels die andere Richtung einschlagen.

„Wieso sind hier so viele Leute? Die Musik klingt schrecklich“, nörgle ich mit schlechter Laune, die bei Milan nicht auf Gegenliebe stößt.

„Hör auf zu jammern, du Spaßbremse. Endlich kommt mal wieder Leben in die Bude. Genieß das! Keine Psycho-Anfälle wenn wir außer Haus sind - klar?“

„Ja, ja“, knurre ich beleidigt. – ‚Als ob das absichtlich wäre.‘

Nachdem Caro und Raxia von den Toiletten zurück sind, gehen wir auf unsere Plätze und warten, bis das Konzert beginnt. Das Publikum ist recht jung und macht ziemlich viel Krach. Die meisten haben Klamotten mit dem gehörnten Totenkopf, Malums Symbol. Ich fühle mich absolut unwohl. Raxia scheint es mittlerweile ähnlich zu gehen. Ihr haben bereits zwei Typen an den Hintern gegrapscht.

„Männer sind Schweine“, schimpft sie und bleibt wachsam.

„Freu dich doch, dass sie dich hübsch finden. Du darfst dich nicht immer verstecken. Das wäre Verschwendung“, sagt Caro und zaubert Raxia eine tiefe Röte ins Gesicht. Milan lacht hämisch. Caro zwickt ihn in die Seite. – „Au!“

„Auf dass es dir im Halse stecken bleibt, mein Schatz.“

„Du Sadistin.“

„Dir gefällt’s doch“, zwinkert sie und Milan grinst zurück.

„Woher du das nur weißt“, sagt er und sie fangen an, sich zwischen den ganzen Menschenmassen in Seelenruhe mit Leidenschaft zu küssen.

Raxia verzieht genervt das Gesicht.

„Hast du vergessen, warum wir hier sind?“, zischt sie. Milan zeigt ihr den Mittelfinger, während er Caro weiter küsst. Raxia rollt mit den Augen und verschränkt die Arme vor der Brust.

„Sowas kindisches“, nuschelt sie.

Das Konzert beginnt. Die ersten schrillen Gitarrenriffs bringen die Leute in der Halle zum Kreischen. Ich halte mir die Ohren zu. Raxia ebenfalls. Sie starrt mich geschockt an.

„Das ist ja Folter“, schreit sie in meine Richtung. Ich höre sie schwer, aber verstehe genug, um nickend zu bejahen. Milan und Caro dagegen heben jubelnd ihre Arme.

„Das halte ich nicht aus“, meint Raxia überzeugt und greift meine Hand. Wir quetschen uns an den begeisterten Zuschauern vorbei und gehen in Richtung Ausgang. Hier ist es deutlich leiser.

„Abartig“, keucht sie. „Wie kann das nur den Menschen gefallen?“

„Geschmäcker sind eben verschieden.“

„Du findest es auch schrecklich, oder?“

„Ja“, lache ich. „Daher wollte ich auch nicht mit.“

„Dann lass uns gehen. Caro und Milan schaffen das allein. Wir können uns in der Zeit hinter die Bühne schleichen und überprüfen, ob diese Typen mit Pirk in Verbindung stehen.“

„Nein. Wenn sie uns erwischen, gibt es Ärger.“

„Ich habe doch meine Energiegestalt.“

„Und ich?“

„Hast du dich noch nicht entschieden?“, fragt sie zögernd.

Ich schüttle den Kopf. „Du bittest mich um sehr viel.“

„Aber ohne dich schaffe ich es nicht.“

„Und was ist, wenn du dich irrst? Was, wenn ich sterbe, aber über keine Magie mehr verfüge?“

„Deine Aura ist dieselbe wie früher. Deine Kraft ist sicher noch vorhanden.“

„Das weißt du nicht.“

„Vertraust du mir etwa nicht?“

„Wie würdest du dich an meiner Stelle fühlen? Würdest du einfach dein Leben hergeben für eine bloße Vermutung?“

Raxia sieht mich böse an. „Ich mein Leben für ebenso eine gegeben.“, Sie wendet sich von mir ab. „Ich will mich nicht länger ärgern. Ich durchsuche jetzt die Garderoben der Musiker. Mach du, was du willst.“

„Das ist unfair! Du hast gesagt, du zwingst mich nicht und ich darf in Ruhe darüber nachdenken.“

Ich erhalte keine weitere Antwort. Sie kehrt mir den Rücken zu und entschwindet. Schon bald sehe ich sie nicht mehr. Wütend biege ich auf die Toilette ab, um zu pinkeln und einen klaren Kopf zu bekommen. Lange allein bleibe ich jedoch nicht. Überraschend begegne ich Silas, als ich nach dem Händewaschen den Raum wieder verlassen will. Wir haben uns seit dem Vorfall in seiner Wohnung nicht mehr gesehen.

„Hallo“, sagt er freundlich.

Erschrocken erwidere ich seinen Gruß.

„Was machst du hier? Du hasst doch diese Musik“, fragt...



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