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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2686, 64 Seiten

Reihe: Fürsten-Roman

Mainau Fürsten-Roman 2686

Sehnsucht nach dem Paradies
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7517-5145-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Sehnsucht nach dem Paradies

E-Book, Deutsch, Band 2686, 64 Seiten

Reihe: Fürsten-Roman

ISBN: 978-3-7517-5145-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Annabelle Prinzessin von Hagendorn freut sich unbändig auf den bevorstehenden Traumurlaub in Thailand mit ihrer besten Freundin Maria. Endlich kann sie einmal den Zwängen des fürstlichen Elternhauses entkommen, frei sein und eigene Entscheidungen treffen. Auch Maria kann ein bisschen Abstand gut gebrauchen, hat sie doch noch an der Trennung von ihrem allzu besitzergreifenden Ex-Freund zu knabbern. Also sollte doch einem perfekten Mädels-Trip nichts im Wege stehen, denn Männer sind das Letzte, was die beiden jungen Frauen jetzt im Kopf haben. Wären da nicht ein äußerst geheimnisvoll-attraktiver thailändischer Yoga-Lehrer und ein cooler blonder Surferboy, der in Deutschland alle Zelte abgebrochen hat ... Schneller als ihnen lieb ist, spielen Annabelle und Maria wieder mit dem Feuer - und eine von ihnen wird sich schwer daran verbrennen ...

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Sehnsucht nach dem Paradies

Eine verbotene Liebe unter Palmen

Von Marlene von Mainau

Annabelle Prinzessin von Hagendorn freut sich unbändig auf den bevorstehenden Traumurlaub in Thailand mit ihrer besten Freundin Maria. Endlich kann sie einmal den Zwängen des fürstlichen Elternhauses entkommen, frei sein und eigene Entscheidungen treffen. Auch Maria kann ein bisschen Abstand gut gebrauchen, hat sie doch noch an der Trennung von ihrem allzu besitzergreifenden Ex-Freund zu knabbern. Also sollte doch einem perfekten Mädels-Trip nichts im Wege stehen, denn Männer sind das Letzte, was die beiden jungen Frauen jetzt im Kopf haben. Wären da nicht ein äußerst geheimnisvoll-attraktiver thailändischer Yoga-Lehrer und ein cooler blonder Surferboy, der in Deutschland alle Zelte abgebrochen hat ... Schneller als ihnen lieb ist, spielen Annabelle und Maria wieder mit dem Feuer – und eine von ihnen wird sich schwer daran verbrennen ...

»Sehr geehrte Fluggäste, wir beginnen nun den Landeanflug auf Bangkok. Ich bitte Sie, Ihren Sitz in eine aufrechte Position zu bringen sowie Ihre Vordertische hochzuklappen. Die aktuelle Wetterlage in Bangkok ist sonnig mit zweiunddreißig Grad. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Vertrauen in meine Crew. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in Thailand. Bitte bleiben sie so lange angeschnallt, bis die Zeichen über Ihren Köpfen erloschen sind. Vielen Dank.«

Die Stimme erstarb nach einem Knacken im Lautsprecher, und Annabelle Prinzessin von Hagendorn richtete sich in ihrem Sitz auf. Die letzten beiden Stunden hatte sie es trotz ihrer Aufregung geschafft, die Augen zu schließen und etwas zu entspannen. Nun war die Vorfreude auf einen dreiwöchigen Strandurlaub mit ihrer besten Freundin zurück.

Maria Arnold richtete ihren Blick aus großen dunklen Augen nun direkt auf sie.

»Wir sind schon über Bangkok!«, rief sie freudig und klatschte in die Hände.

»So, wie es der Kapitän eben erwähnt hat«, erwiderte Annabelle amüsiert.

Sie lächelte angesichts Marias ausgelassener Freude. Die Freundin erinnerte sie an ein fröhliches Kind.

Das war nicht immer so gewesen. Maria hatte es in den letzten Jahren nicht einfach gehabt. Es hatte eine halbe Ewigkeit gedauert, bis sie sich endlich von Thomas getrennt und wieder nach vorn gesehen hatte. Annabelle bewunderte sie für ihren Mut, noch einmal ganz neu anzufangen. Sieben Jahre in Abhängigkeit waren eine lange Zeit, aber Maria hatte den Absprung gemeistert und einen Schlussstrich gezogen – nicht zuletzt dank Annabelle, die sie bestärkt hatte, die Koffer zu packen und Thomas zu verlassen.

Das Flugzeug setzte mit einem Ruck auf und riss Annabelle aus ihren Gedanken. Maria hielt es kaum an ihrem Platz. Auch ihre Freundin wollte sich nach den vielen Stunden, die sie eingezwängt dagesessen hatte, endlich die Beine vertreten und raus an die frische Luft.

Sie befanden sich im Bezirk Don Mueang im Norden der thailändischen Hauptstadt. Menschenmassen wuselten durch den großen Flughafen. Es wurden viele unterschiedliche Sprachen gesprochen, die sich für die beiden Frauen nach dem Summen eines Bienenschwarms anhörten. Maria musste am Band etwas länger auf ihr Gepäck warten, doch dann war es endlich geschafft.

»Wusstest du, dass der Flughafen wegen Überschwemmungen für über vier Monate schließen musste?«, prahlte Maria mit ihrem Wissen. »Das war zwischen 2011 und 2012.«

»Wenn du mir gleich noch von den vielen Unfällen mit Flugzeugen genau an dieser Stelle erzählst, stopfe ich dir deinen süßen Mund mit dieser Frucht dort.«

Annabelle deutete auf das tropische knallgelbe Obst in der Auslage eines Verkäufers, das sie noch nie zuvor gesehen hatte. Thailand war eine ganz andere Welt – aber eine schöne.

Sie lachten gemeinsam. Die eifrige Maria hatte die Angewohnheit, sich in jede Stadt- und Landschaftsgeschichte hineinzulesen und Annabelle regelmäßig mit ihrem Wissen zu beeindrucken, aber auch zu nerven. Die Prinzessin schätzte sie für beides davon. Keine andere Freundin war ihr so lieb und teuer wie Maria.

Die beiden zogen ihre Koffer hinter sich her und setzten die Sonnenbrillen auf, als sie nach draußen traten. Sie prallten auf eine Wand heißer Luft. Annabelle musste sich zunächst an den Temperaturunterschied zu Deutschland gewöhnen. Auch die Luftfeuchtigkeit war deutlich höher als daheim.

Maria beobachtete das zufriedene Gesicht ihrer Freundin.

»Woran denkst du gerade? An deine Familie?«

»Soll das eine Erinnerung sein, meine Eltern zu benachrichtigen? Aber ja, du hast absolut recht. Ich habe es schließlich versprochen.«

Schnell tippte die junge Prinzessin eine Textnachricht ein und sendete diese an das Handy ihrer Mutter, der Fürstin von Hagendorn.

Als das einzige Kind reicher Eltern hatte sich Annabelle niemals Sorgen machen müssen, war behütet aufgewachsen und viel zu sehr verhätschelt worden. Seit ein paar Jahren suchte sie daher die Herausforderung und neue, eigene Wege. Ihre Eltern vermissten sie sehr, kaum dass sie in das Flugzeug gestiegen war, und erwarteten regelmäßig Bericht aus Thailand. Annabelle befürchtete, dass sie niemals auf eigenen Beinen stehen würde, wenn das so weiterging. Vielleicht ergab sich in Thailand die Möglichkeit für ein neues soziales Projekt. Wenigstens darin ging sie auf und fühlte sich wohl. Ihr Zuhause war dagegen zu einem Gefängnis geworden. Ein goldener Käfig.

»Hey, nicht Trübsal blasen«, sagte Maria und fasste ihre Freundin am Arm.

Ihr Blick war mitfühlend, dabei ging es bei dieser Reise nicht um Annabelle, sondern um sie.

Die Prinzessin lächelte wieder und legte ihren Arm um die Schultern der Jüngeren. Sie zog Maria an sich und küsste ihre Schläfe.

»Das wird der Urlaub deines Lebens!«, jubelte sie, woraufhin Maria in das Freudengeschrei einstimmte.

Niemand beachtete sie großartig. Sie schämten sich nicht, wie zwei verrückte Touristinnen zu wirken. Hier und jetzt ging es nicht mehr darum, es anderen recht zu machen, weder Marias Ex-Freund Thomas noch Annabelles strengen Eltern. Sie würden eine großartige Zeit in Bangkok verbringen.

Nach einer kleinen Tour durch den beeindruckenden Flughafen suchten sich die beiden einen Taxistand und fuhren eine Weile den Fluss Chao Phraya entlang Richtung Süden. Ihr Ziel war ein Fünf-Sterne-Hotel direkt am Strand, in dem sie Zimmer mit Frühstück und Yoga-Retreats gebucht hatten. Der Kurs interessierte Annabelle nicht besonders, aber Maria sollte voll auf ihre Kosten kommen, wenn sie schon einmal hier war. Zudem gab es ein Spa-Programm mit Massagen und Wellness im selben Hotel sowie einen eigenen Whirlpool auf dem Zimmer.

»Die Schlammkuren sollen der absolute Wahnsinn sein«, hörte sie Maria schwärmen.

Annabelle schmunzelte. »Du hast dich also vorbereitet?«

»Im Netz findest du alles zum Hotel. Hast du es dir bei der Buchung denn nicht angeschaut?«

Die Prinzessin zuckte mit den Schultern.

»Ich habe auf die Bewertungen geachtet und darauf, dass es am Strand liegt. Der Preis interessierte mich genauso wenig wie das genaue Freizeitangebot.« Sie biss sich auf die Lippe. Das hatte sich ziemlich überheblich angehört. Zum Glück kannte Maria sie gut genug, um zu wissen, dass Annabelle keine verwöhnte Göre war. »Wir werden das Programm voll ausschöpfen und uns am Strand sonnen«, malte sie sich aus und erntete ein glückliches Lächeln.

Maria legte ihren Kopf an die Schulter ihrer Freundin.

»Danke, Annabelle, du bist die Beste. Ohne dich hätte ich mir das nie leisten können. Aber es ist nicht nötig, dass du mich komplett einlädst. Lass mich wenigstens das Abendessen bezahlen.«

Zunächst wollte Annabelle widersprechen. Sie wusste, wie leer das Konto der medizinischen Fußpflegerin war. Dennoch brauchte Maria wieder etwas mehr Selbstbestimmtheit. Sie sollte eigene Entscheidungen fällen und sich nicht mehr entmündigt fühlen. Das war wichtig für ihre weitere Entwicklung und ihren Weg zurück in ein normales Leben. Thomas hatte sie kleingehalten und schlechtgeredet, ihr das Selbstwertgefühl genommen und Maria als eine Art Sklavin gehalten, die alles für ihn getan hätte, bis hin zur völligen Aufgabe ihrer selbst. Sie musste nun erst wieder lernen, ihren Hobbys nachzugehen und niemandem gegenüber Rechenschaft abzulegen sowie ihre Finanzen selbst zu überblicken. All das hatte Thomas ihr genommen. Für Maria war die Reise nach Thailand ein Sprung ins kalte Wasser.

»Mach das«, stimmte Annabelle deshalb zu und betrachtete das vorbeifliegende Stadtbild.

Sie bat den Fahrer, eine extra Runde an den Sehenswürdigkeiten vorbei zu machen. Dieser stellte einheimische Musik an und sang dazu. Annabelle und Maria wechselten einen Blick und mussten kichern. Sie waren wirklich in einer anderen Welt gelandet.

Es ging an buddhistischen Tempelanlagen, sogenannten Wats, am thailändischen Nationalmuseum und der Nationalgalerie vorbei. Der Wat Phra Kaeo auf der Rattanakosin-Insel bildete das historische Zentrum der Stadt.

Maria hing staunend am Fenster. Beinahe drückte sie...



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