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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 432 Seiten
Reihe: HarperCollins eBook
Mallery Blackberry Island - Wo Wünsche den Weg weisen
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7499-0730-4
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman | Ein warmherziger Wohlfühlroman um Freundschaft, Liebe und Familie
E-Book, Deutsch, 432 Seiten
Reihe: HarperCollins eBook
ISBN: 978-3-7499-0730-4
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Herzenswege: Liebe, Freundschaft und Wahrheit
Daphne lebt ihren Traum als erfolgreiche Anwältin in Seattle. Gleichzeitig trägt sie die Verantwortung für die Familie allein auf den Schultern. Dann glaubt ihr Mann, dass sie eine Affäre hat, und plötzlich steht ihre Ehe auf dem Spiel.
Eigentlich hat ihre Freundin Heather alles, doch sie fühlt sich wurzellos ... Jahrelang hat sie gewartet, bis sie jetzt ihren leiblichen Vater kennenlernt.
Tori scheint ein Magnet für die falschen Männer zu sein - zum Glück hat sie ihren besten Freund. Als ihr Haus überflutet wird, zieht sie zu ihm, und mit einem Mal hat Tori Gefühle, die alles andere als platonisch sind.
Die drei Freundinnen stützen einander in allen Lebenslagen und stellen fest, dass man nur dann sein Glück findet, wenn man sein Herz öffnet und ehrlich zu sich ist.
Die SPIEGEL-Bestsellerautorin Susan Mallery unterhält ein Millionenpublikum mit ihren herzerwärmenden Frauenromanen, die in 28 Sprachen übersetzt sind. Sie ist dafür bekannt, dass sie ihre Figuren in emotional herausfordernde, lebensnahe Situationen geraten lässt und ihre Leserinnen und Leser mit überraschenden Wendungen zum Lachen bringt. Mit ihrem Ehemann, zwei Katzen und einem kleinen Pudel lebt sie in Washington.
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1. Kapitel
»Ist es möglich, dass du dir privat so viel aufhalst, weil du dich nicht mit deinen Gefühlen auseinandersetzen willst?«, fragte Tori Rocha eher besorgt als belehrend. »Neue Katzenbabys? Echt jetzt? Weil du die so dringend brauchst?«
Heather Sitterly schaute auf das Trio schlafender, zwei Wochen alter Kätzchen, die sie gerade aufgenommen hatte. Sie dachte an den Kunden, der am Vormittag bei ihr unterschrieben hatte, und an die geplante Renovierung ihrer Küche.
»Möglich?«, fragte sie grinsend. »Nein, nicht nur möglich. Ich denke, wir können uns darauf einigen, dass eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht. Eine große Wahrscheinlichkeit.«
Toris Lippen zuckten, als würde sie sich ein Lächeln verkneifen. »Das eigene Problem zu erkennen, ist schon die halbe Miete. Wie kann ich dir helfen?«
Heather verdrehte ihr Handgelenk so, dass ihre Freundin, die leitende Grafikdesignerin ihrer Firma 206 Marketing Group, ihre Smartwatch sehen konnte.
»In zweiundvierzig Minuten müssen diese Babys gefüttert werden.«
»Okay. In zweiundvierzig Minuten im Konferenzraum. Ich bin da.«
Wie alle leitenden Angestellten, dachte Heather, denn in zweiundvierzig Minuten begann das wöchentliche Meeting zur aktuellen Lage.
»Danke.« Heather ging in ihr großes Eckbüro, wo ihr großer Schreibtisch stand, dazu ein kleinerer Besprechungstisch und eine Sitzgruppe. Der rundum gepolsterte Laufstall hinten in der Ecke wollte nicht so recht zur gediegenen Einrichtung passen.
Heather stellte den Karton mit den Kätzchen auf den Couchtisch und holte mehrere weiche Decken aus dem Schrank, dazu eine große Heizmatte, die sie in den Laufstall legte. Darauf breitete sie die erste Decke, mit der zweiten baute sie ein kleines Nest. Vorsichtig bettete sie die schlafenden Kätzchen hinein. Sie miauten kurz, dann nickten sie wieder ein.
»Ich passe gut auf euch auf«, flüsterte sie. »In ein paar Wochen seid ihr alt genug, um in eure neuen Familien zu ziehen. Da werdet ihr es gut haben.«
Bis zum Tag der Abgabe würde sie die Ersatzmutter der Kleinen sein. Das war zeitraubend, aber nicht allzu anstrengend. Sie kümmerte sich regelmäßig um Katzenbabys. Sobald sie die Kätzchen nach Hause mitnehmen konnte, würde sie von ihrem griesgrämigen, misstrauischen Kater LC unterstützt werden. Zwar verachtete er sein Frauchen, doch er war ein unglaublich guter Stiefvater für alle Kleinen, die sie mit nach Hause brachte.
Heather ging zu ihrem Schreibtisch und rief die unterschriebenen Verträge mit Mountain Goat Northwest auf, ihrem neuesten Kunden. Anderthalb Jahre hatte sie sich um das Unternehmen bemüht. Dass sie jetzt endlich unterschrieben worden waren, war ein großer Triumph. MGNW war auf Oberbekleidung für verschiedene Sportarten spezialisiert und legte Wert auf nachhaltige Stoffe und bunte Farben, oft verziert mit Pelzimitat. Viele Jacken und Hosenmodelle konnten nach Kundenvorgabe mit individuellen Details bestellt werden, beispielsweise mit bestimmten Mustern oder Nähten.
Heather war es gelungen, MGNW mit einer erlebnisorientierten Marketingstrategie zu ködern, deren Ziel es war, beim Kunden eine lebenslange Markenbindung aufzubauen.
Nachdem sie die Verträge an die Buchhaltung geschickt hatte, beantwortete sie kurz ihre E-Mails. Ihre Finger huschten über die Tastatur. Fast war sie fertig, da bekam sie eine Mail mit einer bekannten Betreffzeile.
Detailliertere DNA-Ergebnisse. Sehen Sie, wer noch mit Ihnen verwandt sein könnte.
»Ich weiß, wer mit mir verwandt ist«, murmelte Heather und klickte auf den Link. Sie loggte sich in ihren Account auf der Plattform der Ahnenforschungsseite Ancestry ein und starrte mal wieder auf die Informationen, die sie schon kannte.
Zu den potenziell mit ihr blutsverwandten Menschen gehörten einige entfernte Cousins und Cousinen, eine alte Dame in Weißrussland und ein verheirateter Mann mit zwei Töchtern, der ungefähr fünfundvierzig Minuten nördlich von Seattle lebte. Heathers Blick verweilte auf dem untersten Eintrag.
Fletcher Causey, zweiundfünfzig. Nach dem, was sie bei einer oberflächlichen Onlinerecherche herausgefunden hatte, war er Lehrer für Geschichte an einer Highschool, hatte keine Vorstrafen und war, wenn man seiner Facebookseite glauben konnte, die aus irgendwelchen Gründen nicht privat gestellt war, ein hingebungsvoller Vater von zwei Mädchen. Er trieb gerne Sport, pflanzte sein eigenes Gemüse an und war seit fünfzehn Jahren mit seiner Frau verheiratet. Überzeugender als das alles war die von Ancestry angegebene Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent, dass eben dieser Fletcher Causey ihr Vater war. Die Folge eines One-Night-Stands, als er und ihre Mutter achtzehn Jahre alt waren.
Bereits vor einem halben Jahr hatte Heather von diesem möglichen DNA-Treffer erfahren, jedoch bisher nicht darauf reagiert. Ihre Mutter war schon nervig genug, und sie hatte wenig Lust auf einen weiteren Verwandten, der an ihr herumzerrte. Allerdings schien Fletcher ein netter Kerl zu sein, und sie hatte sich schon oft gefragt, wie und wer ihr Vater eigentlich war …
»Hey, stimmt das? Hast du Katzenbabys da?«
Heather sah auf und lächelte Sam entgegen, ihrem Marktforschungsleiter. Sam war ein Genie, wenn es darum ging, Trends und demografische Entwicklungen zu verstehen. Oft entwickelte er seine eigenen Algorithmen, um tiefer in die Zahlen einsteigen zu können. Heather verstand nicht, wie er arbeitete, wusste seine Ergebnisse aber sehr zu schätzen.
»Ja, drei Stück, und du bist ihr erster Besucher.«
»Ich habe mir schon die Hände gewaschen«, sagte Sam und ging zum Laufstall.
Behutsam nahm er ein Kätzchen heraus und drehte es vorsichtig auf den Rücken, worauf es protestierend miaute. Sam legte es wieder zurück.
Es waren zwei schwarz-weiße und ein graues Baby. Das zweite rührte sich kaum, als Sam es in die Hand nahm. Nachdem er sich vom Geschlecht überzeugt hatte, setzte er sich aufs Sofa und band dem winzigen Wesen vorsichtig ein blaues Bändchen um den Hals.
»Lass mich raten«, sagte Heather trocken. »Soll es Russell Wilson heißen?«
»Ja, nach meinem großen Helden.«
»Du weißt aber schon, dass Wilson nicht mehr bei den Seattle Seahawks spielt, oder? Er hat die Footballmannschaft und unsere schöne Stadt verlassen.«
Sam schüttelte den Kopf. »Ist mir egal. Auch wenn der zehn Jahre in Rente ist, bin ich immer noch sein Fan.«
Heathers Uhr piepte, eine Ermahnung, denn die Besprechung sollte in fünf Minuten beginnen.
»Komm, wir müssen die Milch aufwärmen«, sagte sie.
»Ich nehme die drei mit.« Sam legte Russell Wilson in den Karton und nahm auch die anderen beiden Kätzchen hoch.
Heather ging hinüber in den Pausenraum, wo Tori schon Handtücher, Spritzen und Wattebäuschchen zusammensuchte. Eine Dose mit Milchersatz stand neben einem Glas Wasser auf der Arbeitsfläche.
»Ich habe das Wasser erwärmt«, erklärte Tori. »Aber guck noch mal, ob es nicht zu heiß ist.«
»Danke. Sam hat sich schon sein Baby ausgesucht. Wolltest du auch einen Namen vergeben?«
Ihre Freundin grinste. »Im Gegensatz zu Sam finde ich es nicht schön, den Kätzchen immer denselben Namen zu geben, und kreative Vorschläge sind mir leider ausgegangen. Ich lasse mal jemand anderen ran.«
In der Firma galt die Regel, dass der Erste, der seine Hilfe bei der Versorgung der Kätzchen anbot, das Recht hatte, einen Namen zu vergeben – den das Tierchen zumindest bis zur Abgabe behielt.
Heather mischte das Milchpulver an und prüfte die Temperatur, dann nahm sie die Katzennahrung mit in den Konferenzraum. Ihr Teamleiter für digitales Marketing hatte sich bereits das graue kleine Katzenmädchen geschnappt. Tori verteilte die Utensilien, während Heather die Spritzen mit Milch aufzog.
Elliot Young, ihr Mentor und Geschäftspartner, kam herein. »Ich habe gehört, es gibt was zu feiern«, sagte er. »Hier hat heute Morgen jemand den Vertrag mit Mountain Goat Northwest unterzeichnet.«
Hinter Heather kam eine Kollegin aus der Marketingabteilung, die ein Wägelchen mit Cupcakes, Mineralwasser und Kaffee hereinschob.
Elliot setzte sich neben Heather und nahm ihr das Kätzchen ab, das sie hielt. »Du hast hart dafür gearbeitet, den Kunden zu bekommen. Das muss gefeiert werden.«
Alle, die kein Katzenbaby auf dem Arm hatten, klatschten. Heather verspürte Stolz und Dankbarkeit.
»Das war eine Leistung des gesamten Teams«, sagte sie. »Es ist eine Win-win-Situation für beide Seiten.«
Elliot legte das Kätzchen auf das Handtuch und griff zu einer der Spritzen mit Milch. Wie alle anderen bei 206 Marketing Group war auch er geübt im Füttern und Pflegen von verwaisten Katzenbabys. Das gehörte in dieser Firma dazu. Schon beim Bewerbungsgespräch wurden potenzielle Angestellte darauf vorbereitet, dass fast immer Katzen im Gebäude waren, außerdem noch Toris Hund. Wer eine schwere Tierhaarallergie hatte, dem wurde nahegelegt, sich nach einer anderen Stelle umzusehen.
Als alle einen Cupcake und etwas zu trinken hatten, übernahm Heather die Leitung der Besprechung.
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