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Mallery | Reden ist Silber, Küssen ist Gold | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

Mallery Reden ist Silber, Küssen ist Gold


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7457-5084-3
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-7457-5084-3
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Skye Titan dachte immer, aller guten Dinge sind drei ... Ihr Vater will sie erneut an einen reichen Mann verheiraten, der es aber auch auf ihre Schwester abgesehen hat. Über ihre Stiftung werden üble Gerüchte gestreut, die ihr Lebenswerk zerstören könnten. Und Mitch, der einzige Mann, den sie je geliebt hat, kehrt nach neun Jahren endlich wieder in seine Heimat zurück. Nur leider erkennt sie ihn in dem verbitterten Mann überhaupt nicht wieder. Wäre da nicht ihre achtjährige Tochter Erin, hätte Skye überhaupt nichts mehr zu Lachen. Also beschließt Skye, ihr Leben endlich wieder selbst in die Hand zu nehmen - für Erin, für sich und für ihre große Liebe.



Die SPIEGEL-Bestsellerautorin Susan Mallery unterhält ein Millionenpublikum mit ihren herzerwärmenden Frauenromanen, die in 28 Sprachen übersetzt sind. Sie ist dafür bekannt, dass sie ihre Figuren in emotional herausfordernde, lebensnahe Situationen geraten lässt und ihre Leserinnen und Leser mit überraschenden Wendungen zum Lachen bringt. Mit ihrem Ehemann, zwei Katzen und einem kleinen Pudel lebt sie in Washington.

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1. KAPITEL


Ich möchte, dass Sie meine Tochter heiraten.“

Skye Titan hatte schon genügend Schwierigkeiten damit, ein kleines Tablett mit zwei Getränken sowie einen Teller mit Häppchen in einer Hand zu balancieren, während sie die andere nach dem Griff der Bibliothekstür ausstreckte. Die plötzlich einsetzende Atemnot erleichterte das Vorhaben nicht gerade.

Noch vor dreißig Sekunden hätte sie es nicht für möglich gehalten, dass irgendeine Äußerung ihres Vaters sie noch überraschen könnte. Aber da hatte sie sich geirrt.

So viel zum Thema Erniedrigung, dachte sie und überlegte, ob Jed Titans Aussage bedeutete, dass er einen Schwiegersohn kaufen oder eine Tochter verkaufen wollte. Bei ihm konnte man nie sicher sein.

„Izzy?“, fragte der andere Mann, dessen Stimme trotz der dicken Tür zwischen ihnen klar zu verstehen war.

„Nein. Skye.“

„Oh.“

Skye wartete ungeduldig.

Oh? War das alles? Ihr Ärger wuchs, je mehr Sekunden verstrichen.

„Ich denke, das könnte auch funktionieren“, sagte die andere Stimme endlich.

Skye gab ein ärgerliches Schnauben von sich. Das waren mal Worte, die ihr Herz schneller schlagen ließen. So unglaublich charmant. Wie sollte sie es bloß schaffen, sich T.J. Boone nicht sofort an den Hals zu werfen, sobald sie die Bibliothek betrat?

Wäre sie eine etwas weniger gut erzogene Gastgeberin und pflichtbewusste Tochter gewesen, hätte sie jetzt die Tür aufgestoßen, ihnen beiden die Drinks ins Gesicht geschüttet und danach das Haus auf Nimmerwiedersehen verlassen.

„Egoistischer Bastard“, murmelte sie vor sich hin. Sie war selbst nicht sicher, ob sie damit T.J. oder ihren Vater meinte. Verdient hatten es beide.

Sie zwang sich, ruhig durchzuatmen, stellte sich dann vor, wie sie in der großen Badewanne in ihrem ans Schlafzimmer angrenzenden Badezimmer versank. Schaum bis zum Kinn, ein Glas Weißwein dazu, um ihre Nerven ein bisschen zu beruhigen. Sie war gelassen und hatte sich unter Kontrolle. Sie würde das Richtige tun, weil sie nun einmal so war. Das brave Mädchen, verdammt. Diejenige, die Leuten wie ihrem Vater und T.J. Getränke servierte.

Skye öffnete die Tür zur Bibliothek und trat ein. Die beiden Männer standen neben dem Billardtisch. Jed machte sich gar nicht erst die Mühe, ihre Ankunft zu bemerken, während T.J. sich nicht ganz wohl in seiner Haut zu fühlen schien. Als überlege er, ob sie wohl gehört habe, wie wenig begeistert er über sie gesprochen hatte.

Sie lächelte, als sie dem erfolgreichen Geschäftsmann seinen Drink anbot, und wünschte sich, vorher noch einmal hineingespuckt zu haben.

„T.J.“, sagte sie.

„Skye.“

Mit seinen blonden Haaren und den blauen Augen war er ein durchaus attraktiver Mann. Groß und sehr gut gekleidet. Er war ein echter Texas-Boy und bestimmt sehr charmant, aber das war schwer festzustellen, solange dieses völlig ohne Begeisterung geäußerte „Ich denke, das könnte auch funktionieren“ noch in ihrem Kopf rotierte.

Sie stellte die Appetithäppchen auf den kleinen Tisch in der Ecke. „Kann ich noch etwas für euch tun, Daddy?“, fragte sie.

„Danke, das ist alles, Skye.“

„Dann wünsche ich eine gute Nacht.“

Damit hatte sie ihren Gastgeberpflichten Genüge getan. Während ihre Wut – wenn auch unhörbar – immer noch in ihr tobte, verließ sie die Bibliothek und ging die Treppen hinauf. Im zweiten Stock begab sie sich in den letzten Raum auf der linken Seite. Tagsüber war es ein helles, offenes, in Grundfarben gehaltenes Zimmer. Ein großes Bett stand vor dem Fenster, aus dem man einen ungestörten Ausblick über die Weiden hatte. Nachts kamen die Schatten hervor, doch die sieben Jahre alte Erin hatte keine Angst vor der Dunkelheit. Sie hatte vor gar nichts Angst. Eine Eigenschaft, die sie von ihrem Vater geerbt haben musste, dachte Skye neidisch.

Zusammengerollt wie ein kleines Kätzchen lag Erin schlafend unter ihrer Bettdecke. Skye setzte sich auf den Bettrand und betrachtete ihr Kind.

„Ich liebe dich, mein Mäuschen“, flüsterte sie.

Erin rührte sich nicht.

Skye stand auf und ging die paar Schritte hinüber zu ihrem eigenen Schlafzimmer. Ihre ein Jahr jüngere Schwester Izzy lag ausgestreckt auf dem großen Bett und schaute fern. Sie stellte den Ton ab, als Skye den Raum betrat.

„Hast du in deinem Zimmer keinen Fernseher?“, fragte Skye.

„Doch, aber es bringt mehr Spaß, deinen zu benutzen. Wer ist der Mann?“

„T.J. Boone. Und er will dich.“

Izzy setzte sich auf, ihre dunklen Locken umrahmten ihren Kopf wie ein Heiligenschein. „Wovon redest du?“

Skye ging ins Badezimmer und ließ Wasser in die Badewanne laufen. Während der heiße Strahl sich in die Wanne ergoss, fügte sie ein nach Jasmin duftendes Badeöl hinzu, das sofort einen herrlichen Schaum erzeugte.

„Jed hat T.J. eröffnet, dass er es gerne sähe, wenn dieser eine seiner Töchter heiraten würde. T.J. dachte, es ginge um dich, aber Jed hat ihn informiert, dass ich diejenige bin, auf die er bietet. T.J. hat eine sehr lange Pause gemacht, bevor er zustimmte, dass es mit mir wohl auch in Ordnung ginge.“ Skye kehrte ins Schlafzimmer zurück und fluchte leise. „Hab ich daran gedacht, eine Flasche Wein mit heraufzubringen? Natürlich nicht.“

Izzy sprang auf die Füße. „Wovon redest du? Natürlich will er dich. Du bist wunderschön.“

Nun, das war wohl ein bisschen übertrieben, aber Skye hatte nicht vor, das Kompliment zurückzuweisen.

„Es ist egal“, seufzte sie. „Ich werde nicht zulassen, dass Jed mir einen Ehemann aussucht. Den Trip hab ich schon hinter mir.“

„Und du hast das T-Shirt gekauft“, ergänzte Izzy hilfreich.

Sie hatte mehr als das getan. Sie hatte den fraglichen Mann geheiratet, weil ihr Vater es so gewollt hatte. Weil es das Richtige war oder damals zumindest zu sein schien.

„Ich habe Rückgrat“, behauptete Skye; sie war unzufrieden mit ihrem Leben, wusste aber nicht genau, warum. „Da bin ich mir sicher. Wenn ich kein Rückgrat hätte, könnte ich ja nicht aufrecht gehen. Ich bin sechsundzwanzig Jahre alt, Witwe und alleinerziehende Mutter. Sollte ich nicht diejenige sein, die über ihr Leben bestimmt?“

„Bist du doch auch.“ Izzy zuckte mit den Schultern. „Also irgendwie zumindest.“

„Wie wunderbar. Ich bin das Vorbild für Fußabtreter auf der ganzen Welt.“

„Du bist kein Fußabtreter.“

Skye schüttelte den Kopf. „Entschuldige. Ich sollte alleine in meinem Selbstmitleid schwelgen und dich da nicht mit hineinziehen. Warum gehst du nicht nach unten und flanierst ein wenig vor T.J. auf und ab? Zeig ihm, was er niemals haben wird.“

Izzy runzelte die Stirn. „Geht es dir gut? Ich bleibe gerne hier und leiste dir Gesellschaft.“

„Nein, danke. Ich werde jetzt in die Badewanne gehen und mich in dem Meer der Verleugnung treiben lassen.“ Denn T.J.s offensichtliche Zurückweisung war nicht der einzige Grund für ihre schlechte Laune. Es war ihr Vater, der wieder einmal annahm, er könne ihr Leben kontrollieren. Weil sie ihn gelassen hatte … und zwar mehr als einmal.

„Sky-ye.“ Izzy dehnte das Wort in zwei Silben. „Lass es nicht so weit kommen, dass ich ,The Sun Will Come Out Tomorrow‘ singe, bis du um Gnade bettelst. Denn glaub mir, das werde ich tun.“

Skye lachte. „Okay. Ich reiße mich zusammen. Und nun ab mit dir, sorge für ein bisschen Unruhe da unten. Danach werden wir uns beide besser fühlen. Es geht mir gut, wirklich. Ich brauche nur ein wenig Schlaf. Morgen früh wird alles schon wieder anders aussehen.“

„Versprochen?“

„Großes Indianerehrenwort.“

Izzy zögerte noch einen Moment, dann ging sie. Skye kehrte ins Badezimmer zurück und stellte das Wasser ab. Ihre Haare steckte sie hoch, zog sich aus und ließ sich ins heiße Wasser gleiten. Aber so fest sie auch die Augen schloss und versuchte, ihren Atem zu beruhigen, hörte sie doch immer wieder das Gespräch zwischen T.J. und Jed. Und wurde wieder wütend. Vor allem auf sich. Darauf, dass sie jemand war, der immer das tat, was man ihr sagte.

Weil sie die brave Schwester war. Diejenige, die die Regeln befolgte. Die das tat, was von ihr erwartet wurde.

„Ich hasse solche Leute“, sagte sie laut in den leeren Raum hinein. Also warum war sie eine von ihnen geworden?

Izzy wartete, bis T.J. die vordere Veranda des Hauses betrat. Sie war damit aufgewachsen, im Schatten zu lauern, ihre älteren Schwestern heimlich zu beobachten, die immer den ganzen Spaß zu haben schienen. Sie war es gewohnt, unsichtbar zu sein.

Als sie sicher war, dass er sie nicht bemerkt hatte, schlich sie sich von hinten an und sagte laut „Hi“. Es fiel ihr schwer, nicht zu lachen, als er vor Schreck zusammenzuckte.

„Meine Güte“, rief er und drehte sich zu ihr um. „Sie haben mich zu Tode erschreckt.“

„Gut. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden wir bald Bruder und Schwester sein. Sehr cool. Ich wollte schon immer einen älteren Bruder haben. Sie können mir dann alle möglichen Sachen beibringen.“

T.J. überragte sie um gute fünfundzwanzig Zentimeter, aber Izzy ließ sich davon nicht einschüchtern. Sie war nicht hier, um fair zu kämpfen, und sie würde jeden Vorteil nutzen, um diesen Idioten zu Fall zu bringen. Ihn zu erschrecken war nur ein netter Bonus gewesen.

„Bruder und Schwester?“

„Sie werden doch Skye heiraten, oder nicht? Zumindest hat sie mir das...



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