Mallery | Wer nicht liebt, der nicht gewinnt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Reihe: HarperCollins

Mallery Wer nicht liebt, der nicht gewinnt


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-95967-456-0
Verlag: HarperCollins
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Reihe: HarperCollins

ISBN: 978-3-95967-456-0
Verlag: HarperCollins
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Seit ihre beste Freundin Jen ein Baby bekommen hat, ist sie für Zoe kaum noch zu erreichen. Zunächst arrangiert Zoe sich. Aber als sie jemanden zum Reden braucht, wird Jens Mutter Pam zu ihrer Vertrauten. Dann verliebt sie sich auch noch in Jens Bruder. Als Pam dann mit Zoes Vater zusammenkommt, ist die ungewöhnliche Patchwork-Familie komplett - und stellt nicht nur Zoe vor ungeahnte Herausforderungen ...
»Ein Gute-Laune-Buch und ein Lob auf Freundinnen.«
Für Sie über »Wer flüstert, der liebt«
»Mallery ist die Meisterin darin, glaubhafte lebensnahe Figuren in realistischen Situationen darzustellen. Ihre bezaubernde, witzige und berührende Mischief-Bay-Serie lässt Leserherzen höher schlagen.«
Library Journal
»Schwer, aus der Hand zu legen ... ein köstliches Vergnügen. Sehr zu empfehlen.«
Romantic Times Book Reviews



Die SPIEGEL-Bestsellerautorin Susan Mallery unterhält ein Millionenpublikum mit ihren herzerwärmenden Frauenromanen, die in 28 Sprachen übersetzt sind. Sie ist dafür bekannt, dass sie ihre Figuren in emotional herausfordernde, lebensnahe Situationen geraten lässt und ihre Leserinnen und Leser mit überraschenden Wendungen zum Lachen bringt. Mit ihrem Ehemann, zwei Katzen und einem kleinen Pudel lebt sie in Washington.

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Weitere Infos & Material


1. Kapitel

»Ich heiße Zoe Saldivar, und ich hatte idiotischen Sex mit meinem Ex.«

Während Zoe das sagte, zog sie vorsichtig an dem Seil, das im oberen Stockwerk von der Klappe zum Dachboden baumelte. Der Mechanismus war etwas eingerostet, und wenn die Klappe zu hart zufiel, würde sie für immer festklemmen. Das hatte ihr zumindest der Bauprüfer gesagt, als sie mit ihm zusammen das Haus inspiziert hatte.

»Nicht dass der Sex idiotisch war«, fuhr sie fort. »Der war ganz in Ordnung. Ich würde gerne behaupten, dass ich betrunken gewesen wäre, war ich aber nicht. Und ich wusste sogar, dass es eine schlechte Idee ist. Aber ich war schwach. So, jetzt habe ich es gesagt. Ich hatte in einem schwachen Moment Sex mit dem Ex.«

Die Leiter senkte sich in den schmalen Flur ihres Hauses herab. Zoe stellte einen Fuß auf die erste Stufe und schaute dann Mason an, ihre übergroße, orangefarbene Katze.

»Und von dir kommt nichts?«, fragte sie. »Du willst mir keinen Rat geben?«

Mason blinzelte.

»Ist das Desinteresse oder Vergebung?«

Mason gähnte.

»Ich weiß nicht, was schlimmer ist«, gab Zoe zu. »Der Ex-Sex oder die Tatsache, dass du der Einzige bist, mit dem ich darüber reden kann.«

Sie kletterte die schmalen, wackligen Stufen hinauf in den überraschend geräumigen Dachboden. Bisher hatte sie nicht viel hier hochgebracht – was hauptsächlich daran lag, dass es beinahe unmöglich war, etwas Großes oder Schweres diese Stufen hinaufzuschleppen. Aber sie hatte einen Lagerort für ihre Koffer und die neue Fahnensammlung gefunden, die sie vor Kurzem auf einem Trödelmarkt am Strand erstanden hatte. Ihre Mom hatte es immer geliebt, das Haus passend zur Jahreszeit oder auch für einen bestimmten Feiertag zu schmücken. Und jetzt, da Zoe ein eigenes Haus hatte, wollte sie es ihr gleichtun.

Sie schaltete das Licht an und ignorierte das gruselige Gefühl, auf einem Dachboden zu sein. Dieser hier war hell und roch nicht allzu muffig. Aber trotzdem war es ein Dachboden.

Seufzend trug sie den eins fünfzig hohen Fahnenmast zur Dachluke und kehrte dann zurück, um die Frühlingsflagge herauszusuchen, die sie hissen wollte. Einen Moment bewunderte sie lächelnd das wunderschöne, gewebte Bild aus bunten Blüten.

»Perfekt.«

Irgendwo knarrte es.

Zoe drehte sich um und sah Mason die Treppe hinaufkommen.

»Nein!«

Das Letzte, was sie gebrauchen konnte, war, dass ihr Kater für mehrere Stunden in irgendeiner staubigen Ecke verschwand und sie versuchen musste, ihn da wieder herauszulocken.

Mason warf ihr einen Blick aus seinen grünen Augen zu und sprang dann auf den Dachboden.

Er war ein großer Kerl. Achtzehn Pfund Muskeln und, okay, vielleicht ein paar zu viele Katzenleckerchen. Sein Sprung bewirkte prompt, dass die Leiter hochglitt und sich dann mit erstaunlicher Geschwindigkeit zusammenfaltete, bevor die Tür zuschnappte. Das finale Plopp hallte durch das gesamte Haus. Dann folgte Stille.

Zoe und Mason schauten einander an, bevor der Kater mit erhobenem Schwanz losschlenderte, um den Raum zu erkunden. Als wäre alles gut. Doch das war es nicht.

Sie sollten die Dachbodenluke niemals fest zuschlagen. Sie ist aufgrund von Alter und Feuchtigkeit verzogen und muss ersetzt werden. Wenn Sie sie zufallen lassen, wird sie sich vermutlich nicht mehr öffnen lassen.

Die Worte des Bauprüfers hallten durch ihren Kopf. Worte, die sie registriert hatte. Nur unternommen hatte sie leider noch nichts. Ich habe nun einmal andere Dinge im Kopf, dachte Zoe. Wie zum Beispiel Wände streichen und neue Vorhänge aussuchen. Mal ehrlich, es war eine Dachbodenluke. Wie wichtig konnte die schon sein?

Offensichtlich sehr wichtig, wie sie jetzt bemerkte.

Die Frühlingsfahne glitt Zoe aus den Fingern. Sie ging zur Klappe und drückte dagegen. Nichts. Sie drückte fester. Immer noch nichts.

Handwerklich war sie leider nicht begabt. Ja, sie konnte Glühbirnen auswechseln und ihren Computer updaten, aber alles, was komplizierter war, stellte für sie eine Herausforderung dar. Sie verstand das Konzept einer Dachbodenleiter. Man musste an einem Seil ziehen und die Falltür öffnete sich. Dabei entfalteten sich die Stufen. Wenn man fertig war, drückte man gegen die Stufen, bis sie sich wieder zusammenfalteten und die Luke sich schloss.

Eines allerdings wusste sie nicht: Was zum Teufel man tun sollte, wenn man sich im Inneren des Dachbodens befand. Falls sie sich auf die Leiter stellte und diese dann ausfuhr, würde sie in den Flur darunter stürzen. Unwahrscheinlich, dass das gut ausging.

Zoe kniete sich vor die Öffnung und legte ihre Hände an beide Seiten der Treppe. Dann drückte sie, so fest sie konnte. Aber nein, nichts. Nicht mal der Hauch einer Bewegung war zu spüren. Sie saß hier oben tatsächlich fest.

Mit einem Seufzer setzte sie sich auf den Boden und überlegte, was sie tun konnte. Nach Hilfe zu rufen war ziemlich sinnlos. Im Haus war niemand – was daran lag, dass sie allein wohnte. Klar, sie hatte Freunde, aber denen würde ihr Fehlen erst nach Tagen auffallen. Genau wie ihrem Vater. Ihr Handy lag unten, und einen Nachbarn auf sich aufmerksam zu machen, wäre eine Herausforderung, weil der Dachboden keine Fenster hatte.

Sie schluckte und sagte sich, dass es hier oben nicht wirklich wärmer wurde. Dass es ihr gut ging und sie atmen konnte. Alles war in Ordnung. In einer Ecke bewegte sich was. Sie zuckte zusammen und presste eine Hand auf ihr hämmerndes Herz. Es war Mason. Bildete sie sich das ein, oder musterte er sie irgendwie auf raubtierhafte Weise?

»Du wirst meine Leber auf keinen Fall fressen«, erklärte sie ihm.

Er lächelte.

Zoe zwang sich aufzustehen. Wenn es ein Problem gab, gab es auch eine Lösung. Und die würde sie finden. Falls es hart auf hart kam, würde sie sich einfach gegen die Klappe werfen und sich für den Sturz wappnen. Das wäre besser als ein langsamer, schmerzvoller Tod hier oben allein.

Während sie in dem großen Raum auf und ab lief, versuchte sie, positiv zu denken. Alles würde gut werden. Das hier war eine tolle Anekdote für später. Falls es ein Später gab. Denn gerade versorgte ihr Gehirn sie mit allerhand grauenhaften Geschichten über Leute, die gestorben und erst im mumifizierten Zustand gefunden worden waren. Weil niemand ihr Fehlen bemerkt hatte.

Was mir auch passieren kann, dachte sie entsetzt. Sie lebte allein. Sie arbeitete von zu Hause aus. Ihre beste Freundin war vollauf mit ihrem achtzehn Monate alten Sohn beschäftigt und rief nur selten an. Ja, dachte Zoe. Es war gut möglich, dass sie ohne Leber und mumifiziert enden würde. Sie hatte entsprechende Bilder im Biologieunterricht gesehen. Mumifiziert war ein Look, der niemandem wirklich gut stand.

Zwanzig Minuten später hatte sie ihre Koffer, den Fahnenmast, zwei staubige alte Decken und – warum auch immer – eine metallene Harke zusammengesammelt. Letztere Gegenstände waren vom Vorbesitzer des Hauses zurückgelassen worden. Wenn James Bond jemanden mit einem Füller töten konnte, würde sie es ja wohl schaffen, in MacGyver-Manier einen Weg aus dem Dachboden zu finden.

Sie legte den Fahnenmast neben die Öffnung und ihren kleinsten Koffer direkt daneben. Die Decken waren die Reserve für den Fall, dass sie sich wirklich auf die Treppe werfen und hoffen musste, sich bei der Landung nicht den Hals zu brechen. Sie würde sich in sie einwickeln, um den Sturz abzufedern. Aber als Erstes würde sie einen praktischeren Versuch starten.

Zoe schob die Zähne der Harke in den schmalen Spalt der Dachluke und drückte mit aller Macht auf den Stiel. Die Luke bewegte sich ein klein wenig und fiel dann wieder zu. Nachdem sie eine Sekunde verschnauft hatte, versuchte Zoe es noch einmal, wobei sie ihr gesamtes Körpergewicht zum Einsatz brachte. Sie spürte, wie die Luke ein Stückchen nachgab, dann einen Zentimeter, dann noch ein wenig mehr. Sie schaffte es, den Fahnenmast mit dem Fuß in die Öffnung zu schieben.

Heftig atmend richtete sie sich auf und schüttelte ihre Arme aus. Wenn sie es hier rausschaffte, würde sie ein ernstes Gespräch mit Mason führen. Und vielleicht anfangen, Sport zu treiben. Und mehr Freunde finden. Und sich einen dieser Alarmknöpfe für alte Leute zulegen.

Als ihre Arme nicht mehr so arg zitterten, machte sie sich erneut an die Arbeit. Dieses Mal bekam sie die Klappe so weit auf, dass sie den kleinen Koffer darunterschieben konnte. Unter dem Druck dellte sich die Kunststoffhülle ein, aber wenigstens war die Klappe nun weiter geöffnet.

Zwei weitere Koffer und jede Menge Flüche später sprang die Luke auf und die Treppe entfaltete sich elegant. Mason trottete an Zoe vorbei nach unten, dann schaute er zu ihr auf, als wolle er fragen, warum sie so lange brauchte.

»Wir müssen so was von über deine Einstellung reden«, murmelte Zoe, als sie ihm nach unten folgte. »Und heute Abend gibt es ein Glas Wein.«

Vier Tage nach dem Dachbodenvorfall, wie Zoe ihn nannte, hielt sie auf dem Weg zu ihrer Freundin Jen bei Let’s Do Tea an, um ein paar Scones zu kaufen. Einer der Vorteil des Von-zu-Hause-Arbeitens war, dass sie ihre Zeiten selbst bestimmen konnte. Es interessierte niemanden, wenn sie ihre Arbeit nachts um zwei erledigte. Der Nachteil war natürlich, dass niemand bemerken würde, wenn sie mumifiziert auf dem Dachboden läge.

Egal wie oft sie sich sagte, dass sie einen Weg hinaus gefunden hatte und alles gut war, sie konnte das Gefühl nicht abschütteln, ihrer...



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