Mallory | Der gefährliche Lord Darrington | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 0546, 256 Seiten

Reihe: Historical MyLady

Mallory Der gefährliche Lord Darrington


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-444-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 0546, 256 Seiten

Reihe: Historical MyLady

ISBN: 978-3-95446-444-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sinnliche Sehnsucht erwacht in Beth. Nun weiß sie, warum der Earl of Darrington, den sie für eine Weile beherbergen muss, der gefährliche Lord Darrington genannt wird. Unzählige Herzen hat er bereits gebrochen. Und doch ersehnt auch sie sich bald insgeheim, dass er sie in seine starken Arme nimmt und leidenschaftlich küsst. Schockiert ruft sie sich zur Ordnung, sie ist verlobt und wird bald heiraten! Aber als der verführerische Earl ihr wohlgehütetes Geheimnis entdeckt, sieht sie keinen anderen Ausweg: Sie beschließt, ihn zu verführen, um sich sein Schweigen zu sichern ...



Schon immer hat die in Bristol geborene Sarah Mallory gern Geschichten erzählt. Es begann damit, dass sie ihre Schulkameradinnen in den Pausen mit abenteuerlichen Storys unterhielt. Mit 16 ging sie von der Schule ab und arbeitete bei den unterschiedlichsten Firmen. Sara heiratete mit 19, und nach der Geburt ihrer Tochter entschloss sie sich, das zu tun, was sie schon immer hatte tun wollen: schreiben. Voller Stolz konnte sie schon bald ihre ersten historischen Liebesromane in der Hand halten. Als sie Zwillingssöhne bekam, musste das Schreiben in die 2. Reihe rücken. Wegen eines Knöchelbruchs musste sie einige Jahre später 12 Wochen auf dem Sofa verbringen. Nun fand sie endlich Zeit, ihren nächsten Roman zu beenden. Und seitdem hat das Schreiben sie nicht mehr losgelassen. Ihre Spezialität sind historische Liebesromane mit einem abenteuerlichen Touch.

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1. KAPITEL

Die Neuigkeit, dass der Earl of Darrington – genannt „der gefährliche Lord Darrington“ – sich zusammen mit Edwin Davies in dessen Jagdschlösschen in Highridge aufhielt, hatte sich in Windeseile herumgesprochen. Es war eine Nachricht, die die meisten Mütter von Töchtern im heiratsfähigen Alter in ein gewisses Dilemma stürzte. Denn als gefährlich galt der attraktive Gentleman nicht ohne Grund.

Guy Wylder, Earl of Darrington, hatte sich bisher nicht entschließen können, eine eigene Familie zu gründen. Doch war man allgemein der Ansicht, es sei an der Zeit für ihn zu heiraten und einen Erben zu zeugen. Vor ein paar Jahren war er in einen Skandal verwickelt gewesen, aber die meisten Eltern waren bereit, wegen seines Titels und seines Reichtums darüber hinwegzusehen.

Der Earl hatte sich allerdings erfolgreich jedem Versuch widersetzt, ihn zur Ehe zu verleiten. Alle jungen Damen, die sich zu offensichtlich um seine Zuneigung bemühten, mussten früher oder später erkennen, dass ihnen nicht der erwünschte Erfolg beschieden war. Zwar war Lord Darrington einem heftigen Flirt gegenüber durchaus nicht abgeneigt, was zwangsläufig eine Menge Klatsch und Tratsch zur Folge hatte, aber damit weckte er nur falsche Hoffnungen. Die betreffende junge Dame glaubte nämlich irgendwann, er sei im Begriff, ihr sein Herz zu schenken. Doch gerade wenn sie fest damit rechnete, einen Antrag von ihm zu erhalten, zog er sich zurück. Und wenn sie ihm das nächste Mal begegnete, schien er Mühe zu haben, sich überhaupt an sie zu erinnern – was wiederum eine Menge Klatsch und Tratsch bedeutete.

So hatte das Verhalten des Earls mehr als einmal dazu geführt, dass fröhliche junge Mädchen in tiefe Melancholie verfielen. Was wiederum einige besorgte Eltern dazu brachte, ihre Töchter davor zu warnen, Interesse an dem gut aussehenden reichen, aber dabei so gefährlichen Gentleman zu zeigen.

Guy war allerdings der Meinung, es gebe bei Weitem nicht genug besorgte Eltern. Daher war er erleichtert darüber, dass Mr Davies nur Männer nach Highridge eingeladen hatte. Die Gruppe blieb meistens unter sich. Hin und wieder besuchten die Gentlemen den nahe gelegenen Gasthof White Hart. Ansonsten vergnügten sie sich mit allerlei typisch männlichen Tätigkeiten. Sie unternahmen weite Ausritte in die Moorlandschaften, die zu Mr Davies’ großem Landbesitz in Yorkshire gehörten. Und sie machten an einigen Tagen Jagd auf das Wild, das in der einsamen Gegend lebte.

„Man wird empört sein, wenn man erfährt, dass ich einen Earl zu Gast hatte und ihn nicht mit den Mitgliedern des hiesigen Landadels bekannt gemacht habe“, stellte Mr Davies lachend fest. „Wahrscheinlich kann ich mich glücklich schätzen, wenn man mir nur die kalte Schulter zeigt. Wahrscheinlicher ist, dass ich mir die heftigsten Vorwürfe anhören muss, weil ich dich nicht zu einer einzigen Gesellschaft mitgenommen habe, Guy.“

„Davey, ich bin nur hergekommen, weil du mir ein paar Jagdabenteuer und ansonsten ruhige Wochen in der Gesellschaft von Freunden in Aussicht gestellt hast.“

„Und ich habe mein Versprechen gehalten! Doch nun ist die Jagdsaison zu Ende. Was also spricht dagegen, dass wir zwei eine Tanzveranstaltung in der Stadt besuchen?“

Der Earl verzog den Mund zur Andeutung eines Lächelns. „Wir würden damit eine andere Art von Jagd eröffnen; eine, bei der wir die Beute sind.“

Es war offensichtlich, dass die beiden Freunde ihre selbst gewählte Einsamkeit genossen. Mr Davies’ andere Gäste hatten sich entschlossen, die Einladung eines Nachbarn anzunehmen. Und so waren Davey und Guy auf die Idee gekommen, einen Ausritt in die Hügel zu unternehmen, die sich am Rande des fruchtbaren Ackerlandes erhoben. Jetzt, da sie den Gipfel erreicht hatten, zügelten sie ihre Pferde, um einen Moment lang den Ausblick zu genießen.

„Die Gefahr, selbst zur Beute zu werden, lässt sich allerdings nicht ganz von der Hand weisen“, bestätigte Davey lachend. „Andererseits hat es sich bis Yorkshire herumgesprochen, wie du junge Damen, die Jagd auf dich machen, zu behandeln pflegst. Ich denke, alle Töchter im heiratsfähigen Alter sind inzwischen vor dir gewarnt worden.“

Guy schüttelte den Kopf. „Bestimmt nicht alle.“ Und in bitterem Ton setzte er hinzu: „Selbst wenn ich ein Frauen mordender Blaubart wäre, würden manche Eltern mir ihre Töchter noch auf dem Präsentierteller servieren. Mein Titel und mein Vermögen lassen sie alles andere vergessen.“

„Dein Titel und dein Vermögen sorgen dafür, dass man Geschichten über dich auf den Gesellschaftsseiten der meisten Zeitungen findet. Insbesondere die Schreiberlinge, die für den ‚Intelligencer‘ arbeiten, verbreiten dummen Klatsch über dich.“

„Ein fürchterliches Skandalblättchen, da hast du recht. Ich frage mich, wer so etwas liest! Mich persönlich interessiert es nicht besonders, was man über meine amourösen Abenteuer schreibt. Ich hoffe höchstens, dass die Mütter, die diese Geschichten lesen, ihren Töchtern den Umgang mit mir verbieten.“

„Ich weiß, dass dich der Klatsch kalt lässt. Aber deine Freunde würden es lieber sehen, wenn es nicht so viel Gerede über dich gäbe. Denk nur daran, was im ‚Intelligencer‘ über dich und das Ansell-Mädchen stand.“

„Bei Jupiter, ich habe zwei Mal mit der Kleinen getanzt, und schon hieß es, ich sei verliebt in sie!“

„Nun Lady Ansell jedenfalls war davon überzeugt, dass du ihrer Tochter einen Antrag machen würdest. Sie hat überall herumerzählt, du hättest sie nach Wylderbeck eingeladen.“

„Die Ansells haben sich selbst eingeladen. Sie behaupteten, das Mädchen sei sehr an Architektur interessiert und habe so wundervolle Dinge über Wylderbeck gehört. Leider war ich dumm genug zu sagen, sie könnten sich mein Haus selbstverständlich einmal anschauen.“ Guy warf seinem Freund einen kurzen Blick zu. „Ich hoffe, sie haben ihren Besuch dort genossen. Mein Verwalter hat mir in der vergangenen Woche geschrieben, wie enttäuscht sie waren, nach der überstürzten Reise feststellen zu müssen, dass ich mich gar nicht in Wylderbeck aufhielt. Meine Haushälterin hat ihnen alles Sehenswerte gezeigt und ihnen vorgeschlagen, im Gasthof abzusteigen.“

„Im Darrington Arms?“ Davey lachte, wurde aber gleich wieder ernst. „Das war nicht nett von dir, Guy.“

„Ich bin es leid, ständig verfolgt zu werden. Ehrlich gesagt, ist mir ein Skandal beinahe lieber, als dauernd von jungen Damen und ihren Müttern belagert zu werden.“

Davey runzelte die Stirn. „Man könnte fast denken, du seiest froh darüber, dass einige Leute dich noch immer für einen Vaterlandsverräter halten.“

„Das meinst du doch nicht ernst! Himmel, ich bereue meine jugendliche Dummheit mehr, als ich sagen kann. Aber der Schaden lässt sich nun mal nicht wiedergutmachen. Es ist mir bedeutend lieber, dass man sich über mein Liebesleben aufregt als über meine vergangenen Fehler. Ja, ich wünschte, das alles wäre vollkommen in Vergessenheit geraten. Leider bleibt nach so einer Geschichte immer ein bisschen Schmutz zurück.“

„Du selbst könntest dafür sorgen, dass dein Name reingewaschen wird. Schließlich war es nie mehr als ein böses Gerücht. Wenn du dich nicht aus dem Staatsdienst zurückgezogen hättest …“ Davey zuckte die Schultern. „Viele haben das als Schuldeingeständnis gedeutet. Die wirklich wichtigen Leute in Regierung und Verwaltung wissen natürlich, dass du unschuldig bist. Sie sähen es gern, wenn du deine Arbeit wieder aufnähmest. Gerade jetzt, da in Frankreich alles drunter und drüber geht, würden sie deine Hilfe willkommen heißen.“

„Tatsächlich habe ich bereits selbst darüber nachgedacht. Aber auch das Arbeiten wäre einfacher, wenn all diese Drachen und ihre heiratswilligen Töchter mich in Ruhe ließen.“

„Das würden sie – wenn du dir endlich eine Gattin nähmest.“

„Das werde ich ganz bestimmt nicht tun.“ Lachend schüttelte Guy den Kopf. „Und jetzt wollen wir die Pferde noch ein bisschen galoppieren lassen!“

Sie jagten den Hang hinab und gleich den nächsten wieder hinauf. Am höchsten Punkt brachte Guy sein Pferd zum Stehen, um sich noch einmal in Ruhe umschauen zu können. Er genoss das Gefühl der Freiheit, das das weite Land um ihn herum ihm vermittelte. Fast war ihm, als brächte der Wind den Geruch des Meeres mit. Allerdings war die Küste mindestens dreißig Meilen entfernt.

„Bedauerst du, dass du dich den anderen nicht angeschlossen hast?“, fragte er seinen Freund. „Wärest du lieber mit ihnen zu den Osmonds geritten?“

„Ganz und gar nicht! Es gefällt mir, viele Gäste in Highridge zu beherbergen. Allerdings würde es mir weniger gefallen, wenn ich nicht selbst darüber entscheiden könnte, wie ich meine Tage verbringe. Als Gast bei den Osmonds müsste ich viele Zugeständnisse machen. So können wir aufstehen und schlafen gehen, wann es uns behagt. Jeder von uns kann sich zurückziehen, wenn er allein sein will. Wir können uns aber auch unterhalten, wann immer uns danach ist.“

Guy streckte die Hand aus und legte sie kurz auf Daveys Arm. „Du bist mir stets ein guter Freund gewesen, und ich weiß das zu schätzen. Selbst als alle Welt sich gegen mich wandte, hast du zu mir gehalten.“

„Du weißt genau, dass ich nicht der Einzige war, der an deine Unschuld geglaubt hat. Ich wünschte nur, du hättest dich damals entschlossen, dich zu verteidigen. Du hättest dich nicht so … ritterlich...



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