Mallory | Die Rückkehr des verruchten Dukes | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 412, 256 Seiten

Reihe: Historical

Mallory Die Rückkehr des verruchten Dukes


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2674-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 412, 256 Seiten

Reihe: Historical

ISBN: 978-3-7515-2674-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Über Miss Prudence Clifford sagt man, sie sei so langweilig wie ihr Name. Fast glaubt sie es - immerhin ist sie fünfundzwanzig und ledig. Doch ihr Leben gerät aus den Fugen, als sie eines Nachts in ihrer Küche vom verruchten Duke of Heartland überrascht wird! Garrick Chauntry ist aus der Verbannung zurückgekehrt, und man erzählt sich, er sei ein schändlicher Schurke und Spion. Obwohl sie so verschieden sind, kommen Prudence und der Duke sich bei Kerzenlicht näher, es entsteht tiefes Vertrauen - und bald unbezwingbare Lust! Die pflichtbewusste Pru steht vor der Wahl zwischen Anstand und Leidenschaft ...



Schon immer hat die in Bristol geborene Sarah Mallory gern Geschichten erzählt. Es begann damit, dass sie ihre Schulkameradinnen in den Pausen mit abenteuerlichen Storys unterhielt. Mit 16 ging sie von der Schule ab und arbeitete bei den unterschiedlichsten Firmen. Sara heiratete mit 19, und nach der Geburt ihrer Tochter entschloss sie sich, das zu tun, was sie schon immer hatte tun wollen: schreiben. Voller Stolz konnte sie schon bald ihre ersten historischen Liebesromane in der Hand halten. Als sie Zwillingssöhne bekam, musste das Schreiben in die 2. Reihe rücken. Wegen eines Knöchelbruchs musste sie einige Jahre später 12 Wochen auf dem Sofa verbringen. Nun fand sie endlich Zeit, ihren nächsten Roman zu beenden. Und seitdem hat das Schreiben sie nicht mehr losgelassen. Ihre Spezialität sind historische Liebesromane mit einem abenteuerlichen Touch.

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2. KAPITEL


„Was haben Sie hier zu suchen?“

Prus empörter Ausruf ließ den fremden Mann aufblicken. Ihr erster Gedanke war, dass es sich um einen Freund von Nicholas handelte, doch sie änderte rasch ihre Meinung. Ein modischer Kastorhut mit lockiger Krempe lag neben ihm auf dem Tisch, und der dunkle Gehrock war perfekt auf die breiten Schultern zugeschnitten. Seine weiße Seidenweste war kunstvoll bestickt, und als er den Kopf hob, glitzerte ein Diamantnadelkopf aus den Falten seines zerknitterten Krawattentuchs. Trotz seines fragwürdigen Zustands und der dunklen Stoppeln in seinem Gesicht ließ sich sofort erkennen, dass er kein Dienstbote war.

Er stand nicht auf, sondern starrte sie nur an. „Die Tür stand offen.“

„Das mag ja sein, aber das entschuldigt nicht, dass Sie hier einfach eingedrungen sind.“

„Ich bin die verdammte Treppe hinuntergefallen! Da die Tür offen war, dachte ich, ich könnte genauso gut hier hereinkommen, anstatt wieder nach oben zur Haustür zu gehen.“

„Aber es ist ein Uhr nachts!“, entgegnete sie.

„Jawohl. Die Nacht ist noch jung.“

Aus seiner lallenden Sprechweise schloss sie, dass er nicht ganz nüchtern war. Sie blies ihre Kerze aus und stellte sie auf den Tisch.

„Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie das Haus auf demselben Weg, den Sie gekommen sind, wieder verlassen würden. Und zwar unverzüglich“, sagte sie frostig.

„Oh, auf gar keinen Fall. Sie müssen wissen, dass ich dringend Ablenkung brauche.“

Er richtete sich auf, und Pru machte schnell einen Schritt zur Seite, damit die ganze Breite des Küchentisches zwischen ihnen war.

„Gehen Sie!“, befahl sie dem Mann. „Raus hier!“

„Ah, Sie denken, ich habe kein Geld.“ Er warf einen Blick auf seine Kleidung. „Ich gebe zu, ich bin ein wenig verdreckt von dem Sturz. Dennoch können Sie sicher sein, dass ich für meine Vergnügungen bezahlen kann.“ Er warf einen schweren Geldbeutel auf den Tisch. „Na, macht das meine Anwesenheit akzeptabler?“

„Nicht im Geringsten“, erwiderte Pru. „Wenn Sie ein Gentleman wären, würden Sie auf der Stelle verschwinden.“

„Nun, das bin ich aber nicht. Ich bin ein Duke …“

Sie lachte verächtlich. „Umso schlimmer!“

„Um Himmels willen, Madam! Ich bin doch nur zum Spielen hergekommen.“

Er machte einen Schritt auf Pru zu, und sie schnappte sich den Schürhaken von der Feuerstelle und schwang ihn in die Luft.

„Bleiben Sie mir vom Leibe!“, warnte sie ihn. „Wenn Sie nicht sofort verschwinden, rufe ich meinen Diener.“

Der Fremde blickte finster drein. Sein schwarzes Haar war ihm in die Stirn gefallen, und ärgerlich schob er es mit einer Hand zurück.

„Zur Hölle, Madam! Ich habe wahrlich nicht vor, Ihre Tugend zu rauben! Ich will Karten spielen.“

„Karten?“ Obgleich Pru etwas dämmerte, ließ sie den Schürhaken nicht sinken. „Dann sind Sie im falschen Haus.“

Er starrte sie fragend an. „Ist das etwa nicht das Haus von Sally Triscombe?“

„Nein, ganz bestimmt nicht.“

„Teufel und Verdammnis! Ich scheine von einem Fluch verfolgt zu werden!“

Obgleich seine Ausdrucksweise sie zusammenzucken ließ, bemühte sie sich um Gelassenheit. „Sehr wahrscheinlich, aber nicht hier. Und jetzt gehen Sie bitte.“

Dieser Entgegnung schenkte er keine Beachtung.

„Wir sind aber in der Kilve Street, nicht wahr?“ Er rieb sich mit einer Hand über die Augen. „Und Sally Triscombe hat hier ein Haus – eine verwitwete Lady, die sehr attraktiv und zuvorkommend sein soll, wie ich gehört habe“, fügte er hinzu.

„Wie können Sie es wagen, mir zu unterstellen, ich würde eine solche Person kennen?“

„Wollen Sie mir etwa weismachen, sie nicht zu kennen?“

Pru biss sich auf die Unterlippe. Natürlich hatte sie Gerüchte gehört, aber keine anständige Lady würde solche Dinge mit einem fremden Mann besprechen.

Er blickte sie erwartungsvoll an.

„Ich glaube, eine solche Person könnte in dem Haus zwei Türen weiter wohnen“, antwortete sie vorsichtig.

Er nickte, doch diese Bewegung schien ihn ins Schwanken zu bringen.

„Ich bitte um Verzeihung“, sagte er und legte die Hände auf den Tisch, um sich abzustützen. „Ich bin verdammt betrunken, müssen Sie wissen.“

„Das habe ich mir schon gedacht.“ Gütiger Himmel, was war in sie gefahren, mit diesem Mann zu reden?

„Seit dem Morgengrauen habe ich mit Freunden getrunken.“

„Ihre ausgelassenen Feiern interessieren mich nicht.“

„Oh, ich habe nicht gefeiert“, beteuerte er und schürzte die Lippen. „Ich habe meine Sorgen ertränkt, auch wenn ich das meinen Freunden nicht erzählt habe.“

Pru hörte ihm nicht mehr richtig zu. Er hatte den Kopf gesenkt und schien sich kaum noch auf den Beinen zu halten.

„Wann haben Sie das letzte Mal gegessen?“, fragte sie.

„Ich kann mich nicht erinnern. Heute noch nichts. Am Morgen haben wir unser Fasten mit Wein gebrochen …“

„Gütiger Himmel!“ Sie winkte ihn zum Stuhl zurück. „Setzen Sie sich.“

„Was?“

„Sie müssen etwas essen, bevor Sie irgendwohin gehen können.“

„Unsinn!“

„Glauben Sie mir, das ist jetzt nötig“, sagte sie mit Nachdruck. „In Ihrem momentanen Zustand kommen Sie nicht weiter als ein paar Meter. Da würde ich jede Wette eingehen. Es ist viel wahrscheinlicher, dass Sie zusammenbrechen und von Straßenräubern ausgeraubt werden. Setzen Sie sich hin, und Sie bekommen etwas zu essen.“

Mühsam hob er den Kopf und sah sie an. „Warum tun Sie das?“

„Weil ich nicht Ihren Tod auf dem Gewissen haben möchte!“

Achselzuckend ließ er sich zurück auf den Stuhl sinken. Pru holte eilig ein paar Vorräte aus der Speisekammer. Nachdem sie dem Fremden Messer und Gabel hingelegt hatte, stellte sie einen Teller mit einer Scheibe Wildpastete, Brot, Käse und ein Glas mit Essiggurken auf den Tisch. Anschließend begann sie, Schinken von der Keule abzuschneiden.

„Setzen Sie sich zu mir?“, fragte er.

„Nein.“

„Aber Sie bleiben bei mir?“

„Ich habe nicht die Absicht, Sie hier allein zu lassen.“ Wer weiß, welchen Unfug Sie anstellen? Sie legte ihm drei dicke Scheiben Schinken auf den Teller. „So. Fangen Sie an zu essen, und ich hole Ihnen einen Krug Bier.“

„Was, keinen Wein?“

„Ich möchte Sie nüchtern machen, nicht noch betrunkener.“

„Dann schenken Sie sich wenigstens selbst etwas ein.“

Pru wollte gerade eine spöttische Antwort geben, hielt jedoch inne, weil sie bemerkte, dass sie tatsächlich eine Stärkung gebrauchen konnte.

Fünf Minuten später saß sie dem Mann am Tisch gegenüber und nippte an einem kleinen Glas Bier, während er sich an den Speisen labte, die sie ihm hingestellt hatte. Wie pragmatisch und fantasielos ich doch bin! Wie gewöhnlich. Die Heldin ihres Schauerromans wäre bestimmt in Ohnmacht gefallen, hätte sie einen Eindringling in ihrem Haus vorgefunden. Ganz sicher hätte sie ihn nicht mit den besten Vorräten aus der Speisekammer gefüttert. Sie schmunzelte.

„Was amüsiert Sie so?“

Die Stimme des Fremden riss sie aus ihren Gedanken. Sie blickte auf und bemerkte, dass er sie beobachtet hatte.

Er winkte mit einem Messer in ihre Richtung. „Sie haben eben gelächelt.“

„Nicht absichtlich.“

„Vielleicht nicht.“ Er musterte sie. „Ah, jetzt sehe ich es. Ihre Mundwinkel sind von Natur aus nach oben gewölbt.“

„Ja.“ Sie wandte den Blick ab und sagte mit leisem Seufzen: „Ja, das ist ein angeborener Makel.“

„Es wirkt, als ob Sie immer kurz davorstünden, zu lachen. Wie kann das etwas Schlechtes sein?“

„Mein Mund ist zu breit.“

„Das finde ich nicht.“

Pru wurde bewusst, dass dies kein angemessenes Gesprächsthema für eine Unterhaltung mit einem fremden Mann war, und schwieg.

„Darf ich wissen, wem ich dieses Abendessen zu verdanken habe?“, fragte er schließlich.

„Meiner Tante, Mrs. Clifford. Das ist ihr Haus.“

Er kniff die Augen zu Schlitzen zusammen. „Ich möchte Ihren Namen wissen.“

„Ich bin Miss Clifford.“

Er hob fragend die Brauen, und Pru presste die Lippen zusammen, entschlossen, ihm nicht ihren Vornamen zu verraten. Doch nach wenigen Augenblicken siegte ihre Neugier.

„Und wer sind Sie, Sir?“

„Garrick Chauntry, Duke of Hartland.“

„Dann sind Sie also wirklich ein Angehöriger des Hochadels.“

„Was haben Sie denn gedacht?“

„In erster Linie habe ich in Ihnen einen Eindringling gesehen – und zwar einen sehr betrunkenen.“

„Und doch scheinen Sie keine Angst vor mir zu haben.“

Mit Bestürzung gestand sich Pru ein, dass er recht hatte. Sogar als sie sich den Schürhaken geschnappt hatte, war es aus Wut, nicht aus Angst geschehen. Wie töricht, wo sie doch von...



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