E-Book, Deutsch, 168 Seiten, Format (B × H): 135 mm x 225 mm
Manemann Rettende Umweltphilosophie
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-8394-6930-9
Verlag: transcript
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Von der Notwendigkeit einer aktivistischen Philosophie
E-Book, Deutsch, 168 Seiten, Format (B × H): 135 mm x 225 mm
Reihe: X-Texte zu Kultur und Gesellschaft
ISBN: 978-3-8394-6930-9
Verlag: transcript
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Angesichts der ökologischen und klimatischen Katastrophe muss Umweltphilosophie sich neu ausrichten. Von Umwelt zu sprechen heißt heute nämlich, von Umwelt als Zerstörtes, Bedrohtes, zu Rettendes zu sprechen. Umweltphilosophie benötigt deshalb ein besonderes Wissen um dieses Gefährdetsein. Aus diesem Grund schlage ich das Projekt einer rettenden Umweltphilosophie vor, die auf ein (Zusammen-)Leben zielt, das alle Menschen, Tiere, Pflanzen, aber ebenso Berge, Flüsse, Ökosysteme und den Planeten Erde als Teil der Moralgemeinschaft umfasst.
2. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu?
Rettende Umweltphilosophie begreift sich als Teil einer ›Revolution für das Leben‹ (E. v. Redecker). Sie deckt in gesellschaftskritischer Absicht ökonomische, gesellschaftliche, politische und psychologische Handlungsblockaden auf und zielt auf eine nachkapitalistische Konvivialität. In der Politik hat sich ein zukunftsfeindlicher Fortschrittsglaube formiert, dessen Dogmen Wachstum und Effizienz sind. Rettende Umweltphilosophie klagt demgegenüber Suffizienz als das politische Gebot der Stunde ein.
3. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Rettende Umweltphilosophie wendet sich gegen ein Verständnis von Wissenschaft, das unsere Leidempfindlichkeit für andere (nicht-)menschliche Lebewesen kaltstellt. Sie entwickelt eine nach-anthropozentrische Seinsethik, die ihren Ausgang nimmt von der Andersheit und Anderheit der belebten und unbelebten Natur. Dabei versteht sie sich als eine aktivierende und aktivistische Philosophie. Sie sorgt sich um die Handlungsfähigkeit von Menschen und begründet angesichts der Befristung der Zeit eine Pflicht zum Aktivismus.
4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?
Rettende Umweltphilosophie begreift sich als philosophische Lebenspraxis. Sie bezieht sich v.a. auf Fähigkeiten, die nicht antrainiert werden können: Möglichkeitssinn, Metaphorisierungskompetenz, Resonanz, Widerstandsfestigkeit. Es sind solche Fähigkeiten, die in eine Welt weisen, die anders ist als unsere auf Perfektibilität und Machbarkeitswahn gründende Zivilisation. Deshalb plädiert rettende Umweltphilosophie auch für einen Perspektivwechsel, durch den der Blick für Utopisches im Kaputten und in Zwischenräumen geschärft wird.
5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit der französischen Philosophin Corine Pelluchon. Sie hat eine Philosophie im ›Zeitalter des Lebendigen‹ vorgelegt, die aus der Sensibilität für das Leid nichtmenschlicher Kreaturen erwachsen ist.
6. Ihr Buch in einem Satz:
Der Ausgangspunkt rettender Umweltphilosophie ist die Empfindlichkeit für die gefährdete Natur, welche einer ›Ehrfurcht vor dem Leben‹ (A. Schweitzer) entspringt, die uns aus unserer vermachteten Existenz befreit und in die Verantwortung für Andere zieht.




