Mangels / Martin | Star Trek - Enterprise 1: Das höchste Maß an Hingabe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 336 Seiten

Reihe: Star Trek - Enterprise

Mangels / Martin Star Trek - Enterprise 1: Das höchste Maß an Hingabe


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-942649-72-8
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 336 Seiten

Reihe: Star Trek - Enterprise

ISBN: 978-3-942649-72-8
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Noch vor Captain Kirk gingen Captain Archer und die U.S.S. Enterprise NX-01, das erste Warp-fünf-Schiff der Flotte, dahin, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Nach dem Abschluss der TV-Serie bekommt die Serie nun eine Romanfortsetzung. Ohne Warnung oder Provokation erscheint eine Xindi-Waffe über der Erde und entfesselt eine Explosion, die auf zwei Kontinenten Millionen Lebewesen tötet. Es ist nur die erste Waffe dieser Art: Eine zweite wird noch gebaut, und dieses Mal könnte sie sogar den gesamten Planeten zerstören. In einem verzweifelten Versuch, die Erde und ihre Bewohner zu retten, muss die Sternenflotte innerhalb von kürzester Zeit ihre Mission ändern: aus friedlicher, wissenschaftlicher Erforschung wird Militärdienst. Es gibt nur ein Schiff, dass schnell genug ist, um den Bau dieser neuen Waffe aufzuhalten: das Raumschiff Enterprise. Doch seine Mannschaft kann diese Aufgabe nicht allein bewältigen. Captain Jonathan Archer willigt ein, eine Truppe militärischer Spezialisten mit an Bord zu nehmen: kampferprobte Soldaten, genannt MACOs. Die Sternenflotte und die MACOs sind zwei unterschiedliche Gruppen, die nun ein gemeinsames Ziel haben. Über die Methoden, wie sie dieses Ziel erreichen können, sind sie sich allerdings uneinig. Zwei Kulturen prallen aufeinander, doch die Männer und Frauen an Bord der Enterprise wissen, dass sie erfolgreich zusammenarbeiten müssen, denn andernfalls werden Unschuldige des Preis für ihren Misserfolg bezahlen. Sie können es sich nicht leisten, zu versagen.

Andy Mangels ist der Co-Autor mehrerer 'Star Trek'-Romane, E-Books, Kurzgeschichten und Comic-Bücher sowie dreier 'Roswell'-Romane, die er alle zusammen mit Michael A. Martin geschrieben hat. Im Alleingang ist er der Autor vieler erfolgreicher Bücher über
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PROLOG


Sonntag, 12. August 2238,

San Francisco

Der Duft des frisch gemähten Grases roch nach Heimat, und er gab dem alten Mann Kraft. Dennoch schien der Seesack, den er auf dem Rücken trug, mit jedem Schritt schwerer zu werden. Ein trister, gelblich grüner Himmel, der nur mit Mühe den Regen zurückzuhalten schien, erstreckte sich über seinem Kopf, während er langsam den Hügel hinunterging, bis er den sanften, quecksilberfarbenen Schatten des Monuments erreicht hatte.

»Ich wünschte, dass du mich das tragen lassen würdest«, sagte der deutlich jüngere Mann mit dem sandfarbenen Haar, der ihn begleitete.

»Ich bin alt, Larry«, erwiderte der grauhaarige Mann mit dem Seesack bedächtig, während er lächelnd in das diffuse, dunstverhangene Licht des Morgens blinzelte. »Aber ich bin nicht gebrechlich. Zumindest noch nicht.«

»Ich mache mir nur manchmal Sorgen, dass du dir irgendetwas ausrenkst.«

Der alte Mann musterte den brillanten jungen Ingenieur von oben bis unten und schmunzelte gutmütig, während er gleichzeitig den Kopf schüttelte. Lawrence Marvick konnte selbst pudelnass nicht mehr als fünfundsechzig Kilogramm auf die Waage bringen, daher wirkte er nicht sonderlich glaubwürdig, wenn er darüber sprach, größere Lasten zu tragen.

»Wenn ich mir angewöhnt hätte, andere Leute alles für mich tun zu lassen«, sagte der alte Mann schließlich, »hätte ich niemals meinen hundertsten Geburtstag erlebt.« Er dachte nicht gerne daran, dass das fragliche Datum bereits zwanzig – nein, einundzwanzig – Jahre in der Vergangenheit lag.

Der alte Mann wandte sich von Marvick ab und blickte stumm auf den Obelisken vor sich. Dieser war vor ungefähr achtzig Jahren errichtet worden, um der ungezählten Verluste zu gedenken, die die Menschheit und die Sternenflotte erlitten hatten, ungeachtet ihrer unablässigen Bemühungen, den Olivenzweig der Freundschaft quer durch die Galaxis auszustrecken. Die ersten Opfer reichten bis in eine Zeit vor jenem ersten Föderationstag im Jahre 2161 zurück.

Zurück bis zum Angriff der Xindi, dachte der alte Mann. Die dazwischenliegenden Jahrzehnte mochten einen Großteil der Bitterkeit, die er damals verspürt hatte, fortgewaschen haben, aber der Schmerz, den ihm die Xindi zugefügt hatten, war noch beinahe so frisch wie am ersten Tag. Seit damals hatte er mehrfach feststellen müssen, dass der Krieg ein hungriges, unstillbares Monstrum war. Es waren mehr Freunde und geliebte Menschen von seinem Maul zerrissen worden, als der alte Mann zählen wollte. Für gewöhnlich gewann irgendwann jemand die Oberhand in einem Krieg, aber einen richtigen Gewinner gab es eigentlich nie.

Er fragte sich, wie viele weitere Familienmitglieder, Freunde und Feinde dem weitaus langsameren, aber nicht weniger unersättlichen Zahn der Zeit zum Opfer gefallen waren – insbesondere in den letzten paar Jahren. Früher oder später würde auch seine Zeit kommen, selbst wenn ihn bislang weder Krieg noch andere Konflikte das Leben gekostet hatten.

»Es ist kaum zu glauben, dass es sechsundsiebzig Jahre her ist, seit sie die Föderationscharta unterzeichnet haben«, sagte der alte Mann nach längerem Schweigen.

»Siebenundsiebzig Jahre«, korrigierte Marvick leise, und er klang dabei beinahe verlegen, dass er den Mann verbessern musste, der ihm im Laufe der Jahre so viel beigebracht hatte. Die Tinte auf Lawrence Marvicks Promotion war noch kaum getrocknet, daher war der alte Mann bereit, über die Neigung des Jungen zu übertriebener Genauigkeit hinwegzusehen. Er mag es ein wenig zu genau nehmen, dachte er, aber wenigstens hat er bewiesen, dass er den Mund halten kann, wenn es darauf ankommt. Seine Fähigkeit, ein Geheimnis zu bewahren, hatte der Junge bereits zu verschiedenen Gelegenheiten unter Beweis gestellt.

»Siebenundsiebzig Jahre«, wiederholte der alte Mann. »Richtig.«

Er ließ seinen Blick an dem Monument vorbeigleiten. Etwa hundert Meter entfernt bewegten sich einige große Platanen im Sommerwind wie unruhige Kinder. Eine junge Familie – ein rothaariger Mann, der eine ebenfalls rote Sternenflottenuniform trug, eine Frau in einem luftigen Sommerkleid und zwei lebhaft wirkende kleine Jungs – näherte sich gerade noch außer Hörweite über den Hang, der zu dem Monument hinunterführte. Dankbar, dass dieser Ort nicht überfüllter war, legte der alte Mann den Kopf in den Nacken, um die mächtige Gedenksäule vor sich in ihrer ganzen Größe zu betrachten. Ihre stolze, sich verjüngende Form schien den Himmel aufzuspießen und erinnerte ihn an die gewaltigen chemischen Raketen, mit denen die Raumfahrtpioniere eines vergangenen Zeitalters zu den Sternen geflogen waren.

Die raue, granitene Schwere des Monuments beschwor schmerzvolle Erinnerungen in ihm herauf, genau wie er es erwartet hatte. Sein Blick glitt weiter, an der Steinsäule vorbei in die nebelverhangene Ferne, wo die Golden Gate Bridge ihre stumme, frühmorgendliche Wacht zu halten schien. San Francisco wirkte außergewöhnlich still, selbst für einen nebligen Sommersonntag. Im Augenblick war zumindest jeglicher Verkehr auf der Brücke, egal ob bodengebunden oder schwebend, zum Erliegen gekommen. Von den klagenden Schreien einiger Möwen und dem fernen Bellen der Seelöwen abgesehen, lag vollkommene Stille über der parkähnlichen Anlage nahe der Sternenflottenakademie. Die Ruhe versetzte den alten Mann acht Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück, zu den Tagen, die jenem allerersten Föderationstag vorausgegangen waren. Als die Stadt mehr als einmal auf genau die gleiche Art und Weise den kollektiven Atem angehalten hatte, so als verharrte sie in banger Erwartung einer unbekannten und zugleich unvermeidlichen Zukunft.

Wie viele der größten Städte der Erde zu jener Zeit, war San Francisco noch immer damit beschäftigt gewesen, sich von der Furcht und der Gewalt des jüngst beendeten Irdisch-Romulanischen Krieges zu erholen, ganz zu schweigen von dem vor der eigenen Haustür entstandenen Terrorismus der Terra-Prime-Bewegung nur einige Jahre zuvor. Und vor ihnen hatte plötzlich diese neue Allianz gelegen, jene noch unerprobte, ungetestete Vereinigte Föderation der Planeten, und niemand hatte zu sagen vermocht, was für eine unvorhersehbare Mischung aus Vorteilen, Verpflichtungen und Schwierigkeiten mit ihr einhergehen würde.

Seitdem ist verdammt viel geschehen, dachte der alte Mann, während vor seinem inneren Auge das mächtige, anmutige neue Raumschiff der Constitution-Klasse auftauchte, dessen Bau in diesen Tagen hoch oben im Raumdock begonnen wurde, das im Augenblick nicht zu sehen war, weil es weit oberhalb des allgegenwärtigen Nebels von San Francisco hing. Noch immer hegte er den festen Entschluss, mehr zu diesem Bau beizutragen, als nur anonyme Randnotizen auf Marvicks Konstruktionszeichnungen zu schreiben.

Auch wenn er kaum daran zweifelte, dass sein eigenes Ende näher rückte, wusste er, die Geschichte an sich war noch lange nicht zu Ende. Das Abenteuer hat gerade erst begonnen, dachte er und verspürte einen kurzen Anfall von Neid auf den jungen Marvick und seine Generation. Er hatte sich geschworen, zumindest noch so lange in der Welt der Lebenden verbleiben zu wollen, um das erste neue Schiff dieser Baureihe das Raumdock verlassen zu sehen, wenn auch nur, um sich selbst zu beweisen, dass eine dauerhafte Reisegeschwindigkeit von Warp sechs tatsächlich möglich war.

»Du wirkst, als wärst du noch nie hier gewesen«, sagte Marvick und unterbrach damit die Gedanken des alten Mannes.

Dieser warf dem jungen Ingenieur einen fragenden Blick zu. »San Francisco? Ich war während meines Dienstes in der Sternenflotte schon Hunderte Male hier. Das weißt du doch.«

Marvick schüttelte den Kopf und deutete auf die Steinsäule, die über ihren Köpfen aufragte. »Ich sprach vom Kriegsdenkmal der Sternenflotte.«

Der alte Mann spürte, wie sein von tiefen Falten durchzogenes Gesicht erschlaffte, während ein Gefühl tiefer Trauer in ihm aufstieg. »Schätze, es gibt für alles ein erstes Mal, Larry.«

Er bemerkte den sorgenvollen Ausdruck auf der Miene des jüngeren Mannes, und dieser erinnerte ihn an die Urgroßmutter des Jungen, die er zur Zeit der Xindi-Jagd, Jahre bevor die Föderationscharta unterzeichnet worden war, kennengelernt hatte. Nicht zum ersten Mal brachte Marvick ihn dazu, über die Launen des Schicksals nachzudenken; wären die Dinge damals anders gelaufen, wäre Marvick nicht hier – und vielleicht auch nicht das großartige Schiff, das in diesem Moment am Himmel über San Francisco zusammengebaut wurde.

»Ich habe mich nur gefragt, warum du das Denkmal nie zuvor besucht hast«, sagte Marvick mit leichter Unruhe. »Ist alles in Ordnung mit dir?«

»Entspann dich, mein Junge. Ich habe nicht vor, in absehbarer Zeit zu sterben, wenn es das ist, worüber du dir Sorgen machst.«

Marvicks Augen weiteten sich, und er hob abwehrend die Hände, als wollte er böse Geister vertreiben. »Hey, ganz ruhig! Wer hat irgendetwas übers Sterben gesagt? Ich wollte nur wissen,...


Andy Mangels ist der Co-Autor mehrerer "Star Trek"-Romane, E-Books, Kurzgeschichten und Comic-Bücher sowie dreier "Roswell"-Romane, die er alle zusammen mit Michael A. Martin geschrieben hat. Im Alleingang ist er der Autor vieler erfolgreicher Bücher über



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