E-Book, Deutsch, Band 1481, 160 Seiten
Reihe: Baccara
Mann Happy End mit einem Millionär
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86349-058-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1481, 160 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86349-058-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Blendend aussehend, vermögend, sexy: David Reis war Starrs erste große Liebe. Als er die Stadt verließ, nahm er ihr Herz mit. Jetzt ist er zurückgekehrt und mit ihm das Verlangen, die Träume: heiße Gefühle, die Starr um jeden Preis bekämpfen will. Denn nichts scheint ausgeschlossener als ein Happy End mit dem Millionär, der die Gefahr liebt. Doch dann lädt David sie zu einem Überraschungs-Wochenende ein. Und obwohl Starr nicht weiß, was die Zukunft für sie und ihren Traummann bereithält, spürt sie, dass diese Nacht mit ihm ihr Leben verändern wird ...
Bestsellerautorin Catherine Mann schreibt zeitgenössische Liebesromane, die im militärischen Milieu spielen. Ihr Mann, der bei der US Air Force arbeitet, versorgt sie mit allen nötigen Informationen, sodass sie keine Recherche betreiben muss. In der Zeit vor ihren Romanveröffentlichungen machte sie ihren Bachelor in Bildender Kunst auf dem College von Charleston und ihren Master in Theaterwissenschaften an der Universität von Queensboro. Heute kann sie sich in die Liste von namhaften Gewinnern des RITA Awards einreihen. Ihrem Ehemann, einem Piloten, folgt sie durch die ganze Welt, im Schlepptau ihre vier Kinder, einen Hund und eine Katze. Die Erlebnisse an ihren unterschiedlichen Wohnorten bieten ihr endlosen Stoff für weitere Romane.
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1. KAPITEL
Starr Cimino nahm sich fest vor, sich einen hübschen neuen Pyjama zuzulegen, selbst wenn ihr Liebesleben zurzeit wohl eher im Koma lag. Ihrer Erzfeindin in einem ausgeleierten, fadenscheinigen T-Shirt gegenübertreten zu müssen, noch bevor sie sich mit einem Kaffee für das Duell hatte stärken können, war ein denkbar misslungener Start in den neuen Tag. Aber es blieb ihr nichts anderes übrig, als ihre kläglichen eins fünfundfünfzig ohne Schutzpanzer zu verteidigen.
Rückgrat, ein dickes Fell und Schlagfertigkeit mussten wohl reichen. Starr straffte die Schultern und stellte sich der eindrucksvollen, vor Energie strotzenden Lady in den Weg, die vor der offenen Tür ihres kleinen Hauses in Charleston, South Carolina, stand.
Starr zweifelte keinen Moment daran, dass sie jeden auf die Bretter schicken konnte, der sie zu bedrohen wagte. Sie hatte schon früh lernen müssen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, nach allem, was ihre zwielichtigen Eltern sie gezwungen hatten durchzumachen. Aber irgendwie kam es ihr in dieser speziellen Situation nicht richtig vor, eine achtundsiebzig Jahre alte Dame einfach so zu verdreschen – eine Frau, die noch dazu die Mutter des Mannes war, dem sie ihr Herz und ihre Jungfräulichkeit geschenkt hatte.
Wenigstens hatte sie ihr Herz zurückbekommen können.
Starr erinnerte sich an die Ermahnungen ihrer Pflegemutter, die sie nur Tante Libby nannte, rieb sich den Schlaf aus den Augen und zwang sich zu einem Lächeln. „Was kann ich für Sie tun, Mrs. Hamilton-Reis?“
Etwas blaue Lebensmittelfarbe in ihren Fischteich werfen, damit die Lieblingstierchen der alten Hexe aussahen wie Nemo? Na schön, Starr musste zugeben, dass Tante Libbys Erziehung nicht ganz den gewünschten Erfolg gehabt hatte.
Es war nicht gut für Starr, immer noch einen solchen Groll auf die alte Dame zu haben. Sie sollte es endlich schaffen, über etwas, das so weit zurücklag, hinwegzukommen, aber diese Frau hatte Starr siebzehn Jahre lang schlimmer behandelt als die Algen auf ihrem Fischteich.
Mrs. Hamilton hatte alles getan, um zu verhindern, dass Starr ihrem kostbaren Sohn und Erben den Kopf verdrehte. Also hatten David und Starr sich heimlich hinter den Dünen getroffen und waren am Spalier der Rosenstöcke hochgeklettert, um in Davids Zimmer zu gelangen – in diesem einen stürmischen Jahr ihrer Teenagerromanze, die Starrs Herz hatte höher schlagen lassen. Bis die große Ernüchterung kam und ihr das Herz brach.
„Was du für mich tun kannst?“ Alice Hamilton-Reis’ Stimme hob und senkte sich so aufgebracht wie die an die Küste schlagenden Wellen. „Du kannst deinen Verwandten sagen, dass sie ihre Wohnmobile aus meiner unmittelbaren Umgebung verschwinden lassen sollen.“
Ihre Familie war hier?
Starr erschauderte, als sie tatsächlich drei Wohnmobile auf dem Rasen sah, der sich zwischen dem historischen Herrenhaus der Hamilton-Reis’ und ihrem Häuschen befand – dieselben Wohnmobile, in denen Starr herumgereist war, bevor das Schicksal und eine hartnäckige Sozialarbeiterin sich eingemischt hatten.
Mist!
Sie fuhr sich mit beiden Händen durch das zerzauste Haar, als könnte sie damit auch Ordnung in ihr ungeordnetes Leben bringen. Doch so viel Glück würde sie wohl kaum haben. Und tatsächlich, in diesem Moment erschien die Verkörperung ihres persönlichen Unheils auf der Bildfläche … mit den unverwechselbar breiten Schultern und der typisch selbstbewussten Haltung.
David.
Die Wohnmobile waren sofort vergessen.
Mit derselben lässigen Eleganz, die er schon als schlaksiger Jugendlicher besessen hatte, ging er die Stufen des herrschaftlichen Hauses, das aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg stammte, herunter. Schon früher hatte sein bloßer Anblick genügt, um Starrs Puls zum Rasen zu bringen. An David sahen alle Sachen gut aus, daran gab es keinen Zweifel. Er trug eine dunkle Hose und ein weißes Hemd, das sein schwarzes Haar und die sonnengebräunte Haut wunderbar hervorhob.
Auch jetzt schlug ihr Herz schneller, aber dieses Mal aus einem anderen Grund. Vor über zehn Jahren hatte David sie mit seinen unnachgiebigen Forderungen zutiefst verletzt. Er hatte von ihr verlangt, die schwer erkämpfte Kontrolle über ihr Leben aufzugeben. Und der Himmel möge ihr beistehen, aber ein Mal war sie fast der Versuchung erlegen, ihm diesen Gefallen zu tun. Das war, als sie ihn vor einem Jahr wiedergesehen hatte. Damals war von ihrer Willenskraft weit und breit keine Spur gewesen. In nur wenigen Minuten war Starr mit David im Bett gelandet. Dann hatten sie sich angezogen, und David war wieder mit derselben Leier gekommen – Starr sollte ihm rund um den Erdball folgen und das einzige Zuhause verlassen, das sie je kennengelernt hatte. Sie sollte nach seiner Pfeife tanzen.
Was absolut nicht infrage kam.
Starr verschwendete lieber keinen Gedanken daran, dass sie seit damals mit keinem Mann geschlafen hatte – wovon ihre nicht gerade elegante Unterwäsche und ihr in den letzten Zügen liegendes Liebesleben nur allzu deutlich zeugten. Aber dieses Mal würde sie ihm standhalten, selbst wenn ihr liebeshungriger Körper schon bei Davids Anblick vor Erregung zu vibrieren begann.
Der Himmel wusste, dass sie schon genug damit zu tun hatte, mit dem Auftauchen ihrer Eltern fertig zu werden – nicht zu den Wohnmobilen hinübersehen –, ganz zu schweigen von den eiskalten Blicken, die Davids hochwohlgeborene Mama ihr zuwarf.
David blieb auf der untersten Stufe der Treppe stehen, die zu Starrs Veranda heraufführte. „Mutter, du darfst in der feuchten Morgenluft nicht draußen sein.“ Ein Handtuch lag um seine Schultern, wahrscheinlich war er gerade beim Rasieren gewesen, als er seine Mutter hinausstürmen sah. „Der Arzt hat gesagt, du sollst die Beine hochlegen, bis das neue Medikament zur Blutdrucksenkung wirkt.“
Na, wunderbar. Sie musste freundlich sein zu Davids Mutter, wenn sie nicht wollte, dass die alte Hexe hier vor ihrem Haus einen Schlaganfall erlitt.
Sie erinnerte sich an Tante Libbys Ermahnungen – „Manieren, mein Kind, Manieren“. Lieber Himmel, dachte Starr und suchte nach Worten, die die alte Dame nicht aufregen würden. Seemöwen und Kraniche schwebten auf der Suche nach ihrem Frühstück an der Küste entlang. Weit entfernte Kirchenglocken aus dem Zentrum von Charleston schlugen sieben Mal.
Starr zog unauffällig an ihrem T-Shirt und tat so, als würde sie ihr Lieblingsjeanskleid tragen und dazu noch schicke Schuhe mit hohen Absätzen. Sie war sehr gut darin, die Prinzessin zu mimen, denn sie hatte es früher als Kind auf der Straße bis zur Perfektion geübt. Sie weigerte sich zudem konsequent, sich für die Dinge zu schämen, die ihre Eltern getan hatten und die Starr für sie hatte tun müssen. Sie rief sich in Erinnerung, dass sie jetzt eine Geschäftsfrau war. Sie und ihre beiden „Schwestern“, alle Pflegekinder von Libby Sullivan, hatten das von ihrer Pflegemutter geerbte Herrenhaus ins „Beachcombers“ verwandelt, ein immer beliebter werdendes Restaurant.
Sie machte einen Schritt zur Seite und wandte sich an ihren ehemaligen Liebhaber, der viel zu gut aussah für diese frühe Stunde mit seinem noch von der Dusche feucht glänzenden dunklen Haar. Wenn sie doch nur keine so lebhafte Vorstellungskraft hätte! „Hallo, David, deine Mutter und ich überlegten uns gerade einen besseren Parkplatz für meine …“ Sie brachte es nicht über sich, das Wort „Familie“ auszusprechen. Diese Menschen hatten das Recht dazu durch ihr verantwortungsloses, liebloses Verhalten eingebüßt.
Mrs. Hamilton-Reis drehte sich zu David um, der jetzt bei ihr angekommen war, und klammerte sich an seinen Arm, als wäre sie zu schwach, sich selbst aufrecht zu halten. „Wir müssen dafür sorgen, dass diese Rummelplatzwagen woanders parken. Sicher wäre es doch auch besser für das Restaurant, wenn sie dort drüben am Strand stünden.“
Seine Mutter achtete immer darauf, sich vor David höflich auszudrücken, aber Starr hatte jetzt ein wenig Mühe, sich auf seine liebe Mama zu konzentrieren, wo er so dicht vor ihr stand und sie in Aufruhr versetzte.
Sie konnte das Monogramm auf dem Handtuch erkennen. Der Duft seines Aftershaves, der sich mit dem salzigen Geruch des Meeres vermischte, erregte ihre Sinne wie in alten Zeiten. Eine fatale Kombination. Wie sollte sie da nicht die Kontrolle über sich verlieren? Und wie er sie ansah, als würde er sie mit den Blicken ausziehen, ließ sie völlig vergessen, was sie anhatte, denn es spielte in diesem Moment überhaupt keine Rolle.
Starr wandte sich an Mrs. Hamilton-Reis, die all das verkörperte, warum sie sich von David fernhalten musste. „Ich werde ihnen sagen, dass sie näher am Strand lagern sollen, wo der Rasen nicht von ihren Wagen zerstört werden kann.“
Davids Mutter nickte. „Das wäre sehr viel besser fürs Geschäft, meine Liebe.“ Sie tätschelte David den Arm. „Ich danke dir für deine Fürsorge, mein Schatz. Ich werde auf der Veranda frühstücken und dabei die Füße hochlegen, und es wäre schön, wenn du mir Gesellschaft leisten würdest.“
Er nickte. „Ich komme gleich nach.“
Die Frau, die früher jede Gelegenheit genutzt hatte, um Starr daran zu erinnern, dass sie sich David bei der Verfolgung seiner Pläne nicht in den Weg stellen durfte, zwang sich zu einem Lächeln, bevor sie sich zum Gehen wandte. „Es freut mich, dass wir eine Lösung finden konnten, meine Liebe.“
Starr schloss sekundenlang seufzend die Augen. David, ihre Eltern, Alice Hamilton-Reis – das war alles zu viel auf einmal. Sie hatte vergessen, dass...




