Mann | Verbotene Liebe - verbotenes Glück? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1787, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Mann Verbotene Liebe - verbotenes Glück?


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-737-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1787, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-95446-737-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Er ist ihr Fels in der Brandung: Mühsam bringt Gabrielle sich und ihr Baby durch, als Hank Renshaw plötzlich vor ihr steht. Der Air-Force-Pilot ist von einem Auslandseinsatz zurück und überbringt die letzten Worte ihres Verlobten. Schon als sie Hank vor zwei Jahren kennenlernte, hat er verbotene Gefühle in ihr ausgelöst. Nun steht er Gabrielle in harten Zeiten bei - und erobert ihr Herz. In seinen Armen ist sie glücklich wie nie zuvor, und bald jagen seine Küsse lustvolle Schauer über ihre Haut. Doch die Vergangenheit wirft längere Schatten als ihre Liebesnacht ...



Bestsellerautorin Catherine Mann schreibt zeitgenössische Liebesromane, die im militärischen Milieu spielen. Ihr Mann, der bei der US Air Force arbeitet, versorgt sie mit allen nötigen Informationen, sodass sie keine Recherche betreiben muss. In der Zeit vor ihren Romanveröffentlichungen machte sie ihren Bachelor in Bildender Kunst auf dem College von Charleston und ihren Master in Theaterwissenschaften an der Universität von Queensboro. Heute kann sie sich in die Liste von namhaften Gewinnern des RITA Awards einreihen. Ihrem Ehemann, einem Piloten, folgt sie durch die ganze Welt, im Schlepptau ihre vier Kinder, einen Hund und eine Katze. Die Erlebnisse an ihren unterschiedlichen Wohnorten bieten ihr endlosen Stoff für weitere Romane.

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2. KAPITEL

Die Erinnerung an diesen einen Kuss lag Hank noch deutlich vor Augen. Ein Moment der Schwäche, der ihm bis heute Schuldgefühle bescherte.

Damals war sie zum Stützpunkt nach Bossier City gekommen, um sich von Kevin zu verabschieden, bevor er verlegt wurde. Ursprünglich wollten sie zu dritt zum Abendessen ausgehen. Doch dann hatten sie und Kevin zuvor einen Streit, und er hatte sie versetzt. Hank lud sie auf einen Hamburger ein, hörte ihr zu, als sie ihr Herz ausschüttete, und bot ihr eine Schulter zum Anlehnen an. Sie musste weinen, dann hatte er sie umarmt und …

Verdammt noch mal! Er wusste bis heute nicht, wer wen zuerst geküsst hatte. Aber er gab sich die Schuld. Jetzt würde er es aus Respekt vor Kevin wiedergutmachen.

Stirnrunzelnd fragte Gabrielle: „Du willst doch nicht was kommen lassen? Jetzt mitten in dem Trubel?“

„Wir können natürlich auch irgendwo was essen gehen. Euer Haus hat doch sicher einen Hintereingang? Wir nehmen das Kind und suchen uns was Ruhiges. Er wird ja sowieso nicht schlafen können bei all dem Krach.“

„Die Ecke hier ist selten ruhig. Er ist daran gewöhnt.“

„Gut, dann bestell ich uns eben was.“ Er warf die Jacke wieder über den Stuhl.

„Wer wird uns denn was bringen? Gerade jetzt?“

Er machte sich nicht die Mühe, auf das Offensichtliche zu antworten.

Sie seufzte, als ihr klar wurde, warum. „Die Renshaws und ihre Beziehungen.“

So war es nun mal. Und warum sollte man nicht davon profitieren, ein Renshaw zu sein? Schließlich war das nur ein kleiner Ausgleich zu all der Verantwortung, die dieser Name mit sich brachte.

„Ich denke, sogar ich würde Essen in diesem Chaos ausliefern, wenn man mir genug dafür bezahlen würde.“ Sie streckte die Hände abwehrend aus. „Aber du musst jetzt wirklich gehen.“

Er holte sein iPhone heraus, als hätte er sie nicht gehört. „Was möchtest du? Komm schon. Ich hab jetzt ein Jahr lang nur Kantinenfraß und Notrationen gehabt. Sag einfach ja, und such dir irgendwas aus. Du hast Hunger. Ich hab Hunger. Warum noch streiten?“

Mit verschränkten Armen starrte sie ihn an. Unentschlossenheit stand in ihren Augen. Sie konnte ebenso dickköpfig und resolut sein wie er.

Schließlich nickte sie. Ihre Anspannung ließ zumindest ein wenig nach. „Irgendwas Einfaches, nicht zu scharf.“

„Nichts Scharfes? In New Orleans?“

Sie lachte. Der süße Klang ihres Lachens ging ihm durch Mark und Bein. Lag es an ihm, dass sie so darauf reagierte, oder bildete er es sich nur ein? Jedenfalls war er völlig bezaubert von ihr. Was immer sie sich wünschte – er würde es wahr machen. Er wählte die Nummer eines französischen Fünfsterne-Restaurants in der Nähe, in das seine Stiefmutter öfters ging, und rasselte die Bestellung herunter. Die neue Frau seines Vaters brachte einiges an politischem Einfluss in die Familie mit ein. Und Politiker brauchten nun mal Privatsphäre, die dieses Restaurant bot.

„Fertig. Sie werden in einer halben Stunde da sein.“

Sie legte ihre Hände auf die Jacke über der Stuhllehne. „Danke, das ist wirklich lieb.“

„Verzeihst du mir, dass ich gefragt habe, wer der Vater von Max ist?“ Die Antwort war ihm wichtig. Sehr sogar. Die Jazzmusik, das Getöse der Menge und die Fanfaren von unten füllten die bedrückende Stille.

„Vergeben und vergessen.“ Sie nickte entschlossen, die Finger tief in der Lederjacke vergraben. „Du bist ein guter Mensch. Das weiß ich. Nur bist du auch eigensinnig und ein bisschen zu energisch.“

„Ich bin sogar sehr energisch.“ Nur so konnte er innerhalb seiner willensstarken und erfolgreichen Familie seinen eigenen Weg machen. „Und schließlich bist du hungrig und müde, da kann ich mich doch mal ein bisschen kümmern.“

„So sehe ich also für dich aus.“ Sie verdrehte die Augen, als sie an ihm vorbeiging, um sich in einen Polstersessel fallen zu lassen.

Die Beine an sich gezogen, rollte sie sich zusammen. Sie sah so wunderschön aus. Und verletzlich. Er wollte sie küssen und sie beschützen, alles gleichzeitig. Auch wenn sie ihm schon deutlich gemacht hatte, dass sie das nicht wollte.

Also würde er dafür sorgen, dass sie etwas zu essen bekam, und hoffentlich herausfinden, warum die dunklen Ringe unter ihren Augen nicht nur auf Schlafmangel hinwiesen. „Du sieht wie eine junge Mutter aus, die nicht gerade viel Schlaf bekommt.“ Und sie sah auch aus wie eine Frau, die immer noch trauerte.

Sie richtete die Augen auf die schmale Nische, in der hinter dem Vorhang die Umrisse des Babybettchens zu erkennen waren. „Max muss sehr häufig etwas essen, damit er überhaupt was bei sich behält.“

Kummer und Sorge standen ihr ins Gesicht geschrieben. Und es ging nicht um ihn. Oder um Kevin. Es ging um ihren Sohn. „Wann hast du denn die Diagnose gekriegt?“

„Bei der Untersuchung nach sechs Wochen haben wir schon vermutet, dass irgendwas nicht in Ordnung ist.“ Sie rückte ein gerahmtes Foto zurecht, das Max als Neugeborenes mit einem zerknautschten Gesicht und einer blauen Mütze zeigte. „Er hat nicht so an Gewicht zugelegt, wie er eigentlich sollte. Nach zwei Monaten waren sich die Ärzte sicher. Seitdem ist das wie ein Teufelskreis. Auf der einen Seite muss er für die Operation kräftig genug sein, auf der anderen Seite kann er ohne die OP gar nicht so viel essen.“

Mit jedem Wort, das sie sprach, war er mehr und mehr überzeugt, dass er mit seinem Kommen das Richtige getan hatte. Sie brauchte ihn.

„Das muss ganz schön hart gewesen sein, so allein. Ist denn deine Familie nicht hierhergeflogen?“

„Die waren da, als er geboren wurde. Aber sie können sich nicht so lange von der Arbeit freinehmen. Vor allem, weil sie so weit weg leben.“ Sie stellte das Foto zurück. „Sie wollten, dass ich bei ihnen lebe, aber ich will das Studium hier beenden. Ich habe mich schon mit allem arrangiert. Mit den Ärzten und dem Job.“

„Wie kannst du arbeiten, zur Uni gehen und dich noch um das Kind kümmern?“

„Ich erstelle Webseiten für Firmen. Das kann ich von zu Hause aus machen.“ Sie deutete auf den Arbeitsplatz in der Ecke. „Die Hälfte meiner Seminare finden online statt. Max ist ab und zu bei seiner Babysitterin. Eine ältere Lady, die halbtags in dem Trödelladen unten arbeitet. Sie passt auf ihn auf, wenn ich nicht da bin. Da habe ich Glück.“

Glück? Eine alleinerziehende Mutter, die sich total verausgabt, damit es ihrem kranken Baby besser geht, sagt von sich, sie habe Glück? Oder wollte sie einfach nur so unabhängig sein und leugnete schlicht, dass ihr alles über den Kopf wuchs?

„Was ist mit Kevins Familie? Kümmern sie sich nicht?“

Sie reckte das Kinn. „Sie wollen nichts mit Max zu tun haben. Sie sagen, er würde sie nur schmerzvoll an ihren Sohn erinnern.“

Hank hätte sich das denken können. Das eine Mal, dass er Kevins Familie kennengelernt hatte, kamen sie ihm egozentrisch vor, waren mehr an ihrem Urlaub als an ihrem Sohn interessiert gewesen. Wahrscheinlich ignorierten sie Max auch, weil er ihren Ruhestandsplänen in die Quere kam. „Wenigstens hat Max das Geld aus Kevins Lebensversicherung.“

Sie sagte kein Wort, sondern zupfte stattdessen an der Goldborte der Sesselkissen herum.

Verdammt! Er richtete sich auf. „Sie haben dir doch das Geld gegeben? Oder wenigstens einen Teil davon?“

„Kevin wusste ja nichts von Max.“ Sie legte ihre Hände umsichtig auf die Knie. „Die Versicherung lief zugunsten von Kevins Eltern.“

„Ich spreche mal mit ihnen. Wenn sie es nicht einsehen, dann kann man das ja auch anfechten …“

„Mein Sohn und ich kommen prima allein zurecht. Wir brauchen das Geld nicht.“

War es Stolz? Musste sie ihren eigenen Weg gehen? Er konnte das verstehen. Was ihn zur richtigen Person machte, die ihr helfen konnte. „Du machst das alles wirklich bewundernswert. Und ich will dir auch nichts unterstellen. Ich meine ja nur, dass es doch sicher für dich nicht einfach ist.“

„Das ist wohl noch untertrieben.“ Sie lächelte ironisch.

„Und deine Eltern?“

„Hallo? Ich dachte, das hätten wir schon durch. Ich komme klar.“

„Niemand sollte sich mit all dem alleine durchquälen müssen. Kevin hat mir erzählt, dass deine Eltern nett sind.“ Auch wenn sie in Deutschland, auf der anderen Seite des Atlantiks, lebten.

„Das sind sie. Und ich hab ja auch darüber nachgedacht, dorthin zu ziehen, als ich schwanger war. Aber ich bin bereits mitten im Studium gewesen. Natürlich ist jetzt alles schwieriger, aber ich muss meinen Abschluss hier machen. Mit einem guten Job kann ich meinem Jungen eine Zukunft bieten.“

„Was ist mit den Ringen unter deinen Augen?“

„Wenn Max seine OP gehabt hat, werde ich mich ausruhen. Dann wird er nicht andauernd Hunger haben. Es wird ihm gut gehen, er wird ein glückliches Kind sein …“ Ihr kamen fast die Tränen. „Ich muss einfach glauben, dass alles gut wird.“

Die Tränen rührten ihn, wie schon vor einem Jahr. Er erhob sich von der Couch und hockte sich vor sie. Er nahm ihre Hände, dieselben weichen Hände, die damals durch sein Haar gefahren waren und bis hinab zu seinem Nacken. Jetzt jedoch waren ihre Nägel vor Sorge abgebissen. Beim Blick auf ihre abgekauten Fingernägel wusste er, was zu tun war. Er konnte sie jetzt nicht im Stich lassen, wo sie ganz alleine dastand. „Ist das der Grund, warum du lieber hier bleibst, als zu deinen Eltern...



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