E-Book, Deutsch, Band 2085, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Mann Verführt in dieser einen Nacht
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-2525-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2085, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2525-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Berufliches und Privates sollte man trennen - das weiß Ölmilliardär Trystan Mikkelson nur zu gut. Trotzdem kann er der sexy Imageberaterin Isabeau einfach nicht widerstehen. Bei einer Party, die sie gemeinsam besuchen, wird klar: Auch Isabeau fühlt sich zu ihm hingezogen. Sie verbringen eine heiße Nacht voller Leidenschaft, die nicht ohne Folgen bleibt. Als Trystan ihr anbietet sie zu heiraten, lehnt Isabeau ab. Eine Ehe ohne Liebe kommt für sie nicht infrage. Wie kann er sie nur davon überzeugen, dass sie längst sein Herz erobert hat?
Bestsellerautorin Catherine Mann schreibt zeitgenössische Liebesromane, die im militärischen Milieu spielen. Ihr Mann, der bei der US Air Force arbeitet, versorgt sie mit allen nötigen Informationen, sodass sie keine Recherche betreiben muss. In der Zeit vor ihren Romanveröffentlichungen machte sie ihren Bachelor in Bildender Kunst auf dem College von Charleston und ihren Master in Theaterwissenschaften an der Universität von Queensboro. Heute kann sie sich in die Liste von namhaften Gewinnern des RITA Awards einreihen. Ihrem Ehemann, einem Piloten, folgt sie durch die ganze Welt, im Schlepptau ihre vier Kinder, einen Hund und eine Katze. Die Erlebnisse an ihren unterschiedlichen Wohnorten bieten ihr endlosen Stoff für weitere Romane.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
„Bitte etwas breitbeiniger, Mr. Mikkelson.“
Isabeau Waters ging in die Hocke und sah zu dem Ölbaron auf.
In ihrem Beruf als Imageberaterin – in dem es natürlich auch um die passende Kleidung ging – verbrachte sie unzählige Stunden in Gesellschaft halbnackter Männer. Aber noch nie hatte sie die Garderobe eines Mannes aufpoliert, der sie so sehr in Versuchung führte wie der Ölmagnat und Rancher Trystan Mikkelson aus Alaska.
Und nun auch noch seine Schrittlänge vermessen? Gott steh mir bei.
Sie kniete sich auf den dicken Teppich in seinem luxuriösen Büro und packte ihr Maßband fester. Dann arbeitete sie sich an seinen langen Beinen in der Jeans empor, bis ihre Augen auf einer Höhe mit seinem … Gürtel waren. So nah, dass sie die Beschriftung der Schnalle lesen konnte – sie stammte vom Iditarod-Hundeschlittenrennen.
Atme aus.
Denk nach.
Sei professionell.
Dieser Job war gut bezahlt und prestigeträchtig. Die Fusion der beiden mächtigen Familienunternehmen Mikkelson und Steele zu Alaska Oil Barons dominierte seit einer Weile die Börsennachrichten und sorgte für Schwankungen im Aktienkurs. Alles hatte sich gerade erst zu stabilisieren begonnen, als der Steele-Patriarch sich bei einem Reitunfall schwer verletzt hatte.
Jetzt machten beide Familien Überstunden, um dafür zu sorgen, dass die Führungsriege der neuen Firma eine einheitliche Front präsentierte. Da es auf beiden Seiten so viele Kinder gab, war Isabeau immer noch verblüfft, dass ausgerechnet dieser Mann, der eigentlich lieber die Ranch seiner Familie bei Juneau leitete, das neue Gesicht der Firma sein sollte. Anscheinend gab es bei den anderen Geschwistern Ehekrisen, Gesundheitsprobleme oder Scheu vor öffentlichen Auftritten, sodass nur die Wahl zwischen diesem raubeinigen Cowboy und einem Steele-Teenager bestanden hatte. Da der Junge natürlich nicht infrage kam, blieb nur Trystan Mikkelson übrig.
Zumindest vorerst.
Ihre Mission? Ihn präsentabel zu machen. Mit seiner Garderobe war das nicht allzu schwer. Komplizierter war es, ihn für die nächsten vier Wochen auf Kurs zu halten, bis die Benefiz-Gala der Wilderness Preservation Initiative stattfand, ein festliches Promi-Event. Danach musste Trystan noch bis zur Hochzeit seiner Mutter mit dem Steele-Ölbaron Jack durchhalten.
Isabeau hatte diese erste Einschätzung schon oft und bei vielen verschiedenen Kunden vorgenommen. Aber während sie seine Maße notierte und einen Blick auf sein markantes Kinn riskierte, wurde ihr klar, dass es die schwierigste Aufgabe sein würde, sich selbst auf Kurs zu halten.
Er trat von einem gestiefelten Fuß auf den anderen. „Bei allem Respekt vor Ihrem Beruf, Ma’am … Aber ich lasse mich nicht wie ein Lackaffe herausputzen.“
„Ich behalte Ihre Vorlieben im Hinterkopf, wenn ich mit dem Schneider spreche. Sie bleiben Sie selbst, aber auf eine Art, die auch Investoren vertrauenerweckend erscheint, die keine … Naturburschen sind.“ Isabeau schob sich eine Haarsträhne hinters Ohr. Ihre Finger streiften leicht die Perlenohrringe, die ihre beste Freundin ihr geschenkt hatte, als einen der ihre Beratungsfirma gegründet hatte. Sie sollten Glück bringen, und seitdem trug Isabeau sie immer zum ersten Termin.
Trystan grummelte vor sich hin.
Sie rollte die Augen. „Sprechen Sie bitte in ganzen Sätzen.“
„Wie bitte?“ Er zog eine dunkle Augenbraue hoch. „Ich bin kein Kleinkind!“
Was das betraf, war sie hundertprozentig einer Meinung mit ihm.
„Genau. Und es steht viel auf dem Spiel. Alaska Oil Barons hat mich angeheuert, damit ich eine Aufgabe erfülle.“ Und diese Aufgabe würde offenbar auch darin bestehen, seine Ausdrucksweise genauso aufzumöbeln wie sein Äußeres.
Allerdings sah sie, dass er sich heute durchaus bemüht hatte, sich schick zu kleiden. Aber nach den Fotos zu urteilen, die sie online von ihm gesehen hatte, hieß „schick“ für ihn, statt eines ausgeblichenen Holzfällerhemds ein nagelneues anzuziehen. Sie wusste es zu schätzen, dass er sich anstrengte. Nicht dass sie je geglaubt hätte, dass dieser Job einfach werden würde.
Aus mehr als nur einem Grund.
Professionelle Distanz zu wahren, war bei diesem sexy Muskelpaket gelinde gesagt eine Herausforderung.
Schau nach oben. Das ist sicherer.
Vielleicht.
Er grinste.
Zum Teufel mit ihm!
Sein dichtes dunkelbraunes Haar wirkte ständig etwas zerzaust. Einem Teil von ihr tat es leid, dass ihm nun ein Friseurbesuch drohte. Aber seine Frisur musste etwas zahmer werden – so wie der ganze Mann.
Seine breiten Schultern und seine Brust strotzten vor Muskeln, die er harter Arbeit verdankte, nicht dem Training in einem Fitnessstudio. Sie würde extra-weite Anzugjacken bestellen müssen.
Er war ein ganzer Mann, und ihr lief vor Begehren das Wasser im Munde zusammen.
Völlig unprofessionell und fast unkontrollierbar.
Sie zügelte ihre Gedanken und konzentrierte sich darauf, ihre Notizen zu vervollständigen. Den Auftrag von Alaska Oil Barons an Land zu ziehen, war ein richtiger Coup gewesen. Die Firma war für sie ein Großkunde, und durch die Fusion war das Unternehmen ständig in den Schlagzeilen. Noch wurden die Geschäfte von zwei verschiedenen Bürohäusern aus geführt. Heute war sie in dem der Mikkelsons.
Genauer gesagt in Jeannie Mikkelsons Büro, das im Moment Trystans Büro war, weil seine Mutter ihrem Verlobten Jack Steele seit seinem Unfall nicht von der Seite wich. Das weitläufige Büro war wunderschön. Isabeau hätte selbst gern so eines gehabt, aber sie musste zugeben, dass es nicht zu Trystan passte. Vom cremefarbenen Bürostuhl über die zartgrünen Möbel bis hin zu den türkisfarbenen Akzenten war es ein femininer Raum.
Trystans Blick huschte immer wieder zu den Fenstern, als suchte er einen Fluchtweg in die Wildnis, die er angeblich bevorzugte.
Isabeau machte sich zusätzliche Notizen über kurz- und langfristige Ziele. Erster Schritt: Trystan das passende Outfit für die Hochzeit seiner Schwester Glenna mit dem ältesten Steele-Bruder Broderick an diesem Wochenende beschaffen.
Als Finanzchefs ihrer jeweiligen Firmen wären Glenna und Broderick die offensichtliche Wahl gewesen, das neue Unternehmen zu leiten, aber für sie stand ihre Beziehung an erster Stelle. Der andere Mikkelson-Sohn Charles Jr. wollte sich auf seine kriselnde Ehe konzentrieren. Isabeau fand das zwar lobenswert, aber sie hätte trotzdem am liebsten alle geschüttelt, weil ihnen offenbar nicht klar war, dass die Fusion auf tönernen Füßen stand.
Die Anteilseigner wollten beruhigt werden. Panik war ein gefährliches Gefühl.
Ihre Gedanken flogen von der anstehenden Aufgabe zu ihrem Labrador Paige. Die Hündin lag unter dem Sofa ausgestreckt. Nur Kopf und Vorderpfoten sahen hervor. Als würde Paige ihre Aufmerksamkeit spüren, hob sie den Kopf. Ihre großen braunen Augen blickten irgendwie mitfühlend und tröstlich. Paige legte den Kopf schief. Ihre Ohren schlackerten, und ihr Fell rieb sich an der roten Weste, die sie in schwarzen Großbuchstaben als Assistenzhund kennzeichnete. In kleinerer Schrift stand darunter: Bitte nicht streicheln.
Isabeau brauchte Paige wegen ihres Diabetes als Assistenzhund.
Und wegen ihrer Panikattacken.
Ihre Angststörung war einer der Hauptgründe dafür, dass sie lieber hinter den Kulissen als Imageberaterin arbeitete, statt selbst vor der Kamera zu stehen. Ihr Freund aus Collegezeiten, der sich als Stalker entpuppt hatte, saß jetzt im Gefängnis, aber die Angst war noch immer da.
Sie räusperte sich und hielt ihr Maßband hoch. „Fast fertig.“
„Freut mich zu hören.“ Trystan breitete die Arme aus, und sie vermaß seinen Brustkorb.
Sie betrachtete sich als Profi. Sie hatte noch nie im Job einen Kunden begehrt.
Diesmal würde der Monat, bis ihr Vertrag erfüllt war, allerdings sehr lange dauern.
Doch dieser Auftrag würde ihren Ruf festigen und hatte das Potentzial, ihr mehr Kunden dieses Kalibers einzubringen. Sie konnte sich auf niemanden außer sich selbst verlassen. Sie hatte keine Familie und kein üppiges Erbe. Ihr Gesundheitszustand war im Augenblick stabil, aber ihr Diabetes hatte ihr schon mehr als einmal ein Bein gestellt. Sie musste für Notfälle etwas sparen.
Sie wollte nicht so enden wie ihre Mutter – völlig pleite und allein.
„Mr. Mikkelson, Sie müssen …“
„Nenn mich doch Trystan“, bat er. Seine raue Stimme war mehr ein warmes Grollen.
„Trystan“, gab sie klein bei. „Du musst aufpassen, was du sagst. Weniger ist mehr, das sollte dir eigentlich gar nicht schwerfallen. Bloß keine impulsiven Ausbrüche! Es ist einfacher, eine Aussage näher zu erläutern, als einen schlechten Eindruck rückgängig zu machen.“
„Es ist doch nur eine Benefiz-Gala. Auf solche Veranstaltungen gehe ich schon mein Leben lang.“
„Diesmal gehst du aber nicht einfach nur hin. Du bist dort als Galionsfigur einer Firma, deren Chef fast gestorben wäre, als er sich mitten in der Planung einer wichtigen Fusion das Genick gebrochen hat“, rief sie ihm ins Gedächtnis. „Wenn es dir lieber ist, das nicht zu machen, kann ich mit deiner Familie darüber sprechen, ob doch eines der Steele-Geschwister diese öffentliche Rolle übernimmt. Es gibt ja weiß Gott viele von ihnen …“
„Nein, ich habe das schon im...




