E-Book, Deutsch, Band 1925, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Mann Wohin die Leidenschaft uns führt
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-2180-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1925, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2180-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Wilde Hengste zu zähmen, ist immer eine Herausforderung.' Bei der dunklen, männlichen Stimme läuft Nina ein Schauer der Erregung über den Rücken. Das geht ja gut los! Keine halbe Stunde ist sie auf der Hidden Gem Ranch, wo ihr kleiner Sohn eine Woche lang reiten wird. Und schon ist sie im Bann eines sexy Cowboys, der sie daran erinnert, was sie in der kurzen Ehe mit ihrem vermögenden, betrügerischen Exmann nicht hatte. Nina ahnt nicht, dass sie mit dem reichen Ranchbesitzer flirtet. Der einen Hintergedanken hat, seit ihr Name auf der Anmeldeliste steht ...
Bestsellerautorin Catherine Mann schreibt zeitgenössische Liebesromane, die im militärischen Milieu spielen. Ihr Mann, der bei der US Air Force arbeitet, versorgt sie mit allen nötigen Informationen, sodass sie keine Recherche betreiben muss. In der Zeit vor ihren Romanveröffentlichungen machte sie ihren Bachelor in Bildender Kunst auf dem College von Charleston und ihren Master in Theaterwissenschaften an der Universität von Queensboro. Heute kann sie sich in die Liste von namhaften Gewinnern des RITA Awards einreihen. Ihrem Ehemann, einem Piloten, folgt sie durch die ganze Welt, im Schlepptau ihre vier Kinder, einen Hund und eine Katze. Die Erlebnisse an ihren unterschiedlichen Wohnorten bieten ihr endlosen Stoff für weitere Romane.
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2. KAPITEL
Die Sonne stand schon tief, als Nina an einem langen Holztisch in der Scheune Platz nahm, um mit den anderen Eltern zu Abend zu essen. Eine Countryband spielte Kinderlieder. Ein paar der kleineren Kinder, unter ihnen auch Cody, saßen am Bühnenrand und wiegten sich im Takt. Andere rannten klatschend über die Bühne.
Nina hatte den Morgen damit verbracht, ihre Koffer auszupacken. Im Anschluss hatte sie an der ersten Unterrichtsstunde ihres Sohnes teilgenommen. Die Kinder waren auf Ponys geritten und hatten danach gebastelt. Im Kunstkurs hatten sie Ledergürtel mit Schmucksteinen verziert. Auch die Erwachsenen hatten mitmachen dürfen. Nina berührte ihre neue Halskette, an der zahlreiche Anhänger mit Wildwest-Motiven baumelten.
Basteln und Zeichnen gehörten zu den Lieblingsbeschäftigungen ihres Sohnes, und Cody hatte viel Spaß gehabt. Er hatte seinen Gürtel mit unzähligen Halbedelsteinen beklebt, die er in einem raffinierten Muster angeordnet hatte. Sogar die Campleiterin war beeindruckt gewesen.
Cody und sie hatten schon lange nicht mehr so einen schönen Tag gehabt. Und dann war da noch der staubige Cowboy, den sie heute kennengelernt hatte und der ihr einfach nicht aus dem Kopf ging. Auch wenn er höchstwahrscheinlich keinen Gedanken mehr an sie verschwendete. Ohne es zu wollen, hielt sie immerzu nach ihm Ausschau.
Dabei kannte sie noch nicht einmal seinen Namen.
Sie nahm einen Bissen von ihrem Salat, der mit zarten Steakstreifen garniert war. Der Grill brach fast zusammen unter dem Gewicht von Fleisch, Kartoffeln und Maiskolben. Das war das Essen für die Erwachsenen. Sie fragte sich, wie die Teilnahmegebühr die anfallenden Kosten dieses Camps decken sollte. Die McNairs selbst oder ein paar ihrer wohlhabenden Freunde mussten noch etwas zuschießen. Ihre Schwiegereltern hielten auch immerzu nach Steuervorteilen Ausschau.
Sofort schämte sich Nina für den Gedanken. In letzter Zeit war sie so schrecklich zynisch geworden. Das lag ohne Zweifel an ihren Schwiegereltern. Es war schwer, Sympathie für Menschen aufzubringen, die lieber einen Scheck ausstellten, als sich mit ihrem eigenen Enkelsohn zu beschäftigen.
Wieder stiegen Zorn und Verbitterung in ihr auf. Dabei wollte sie ihre Zeit hier doch genießen! Sie schnitt sich ein Stück Steak ab und nahm einen Bissen.
Ein Schatten fiel auf sie.
„Hätten Sie gerne ein Dessert?“ Die vertraute, geschmeidige Southern-Comfort-Stimme umschmeichelte ihre Ohren.
Sie schluckte hastig herunter und legte die Gabel hin. Erst dann wandte sie sich um. Und da stand er, ihr staubiger Cowboy, mit einem Teller Dessert in der Hand – nur dass er nicht länger staubig war.
Statt Lederhose und Weste trug er nun saubere Jeans und ein kariertes Hemd mit hochgerollten Ärmeln. Dunkle Haare sprenkelten seine gebräunten Unterarme. Sehr männlich. Sie hatte ganz vergessen, wie verführerisch diese kleinen Dinge sein konnten.
„Oh, hallo noch einmal.“ Wie hatte sie je glauben können, dass sie nicht auf Cowboys stand?
„Nachtisch gefällig?“
Gewaltsam riss sie sich aus ihren Träumereien, bevor sie sich zum Narren machte. „Noch nicht, danke. Ich bin völlig gesättigt vom Abendessen. Ich hätte nie erwartet, dass das Essen so gut ist.“
Er setzte sich rittlings auf die Bank neben sie. „Was haben Sie denn erwartet?“
Er verströmte einen betörenden Duft – Aftershave mit einem Hauch Moschus. Auf einmal musste sie daran denken, wie lange es her war, dass sie das letzte Mal einen Mann in ihrem Leben gehabt hatte. Oder in ihrem Bett.
Sie zuckte die Achseln und stocherte mit der Gabel in den spärlichen Überresten ihres Salats herum. „Ich dachte, da das hier ein Sommercamp für kleine Kinder ist, würde die Küche ganz auf ihren Geschmack ausgerichtet sein. Es gab jedenfalls eine große Auswahl für meinen Sohn.“
„Wenn wir zufriedene Gäste haben wollen, müssen wir auch an die Eltern denken.“ Er nahm einen Löffel von seinem Cobbler – einem süßen Auflauf mit Blaubeeren und Vanilleeis – und sah sie dabei aus seinen funkelnden blauen Augen an. Magischen Augen …
Nina zitterte vor Erregung. Sie war nicht die einzige Frau, die auf ihn aufmerksam geworden war, stellte sie im nächsten Moment fest. Mehr als eine Mom schielte eifersüchtig in ihre Richtung.
„Nur zu wahr“, stammelte sie. „Nun, äh, danke, dass Sie nach uns gesehen haben.“ Ob das zum Kundenservice gehörte? Etwas in seinem Blick ließ sie daran zweifeln. „Ich kenne immer noch nicht Ihren Namen“, platzte sie heraus.
„Oh, das tut mir leid. Wie unhöflich von mir.“ Er streckte ihr die Hand hin. „Mein Name ist Alex.“
Sie ergriff seine Hand. Sie fühlte sich warm und männlich an. „Hallo, Alex. Ich weiß nicht, ob Sie sich erinnern, aber ich heiße Nina, und das ist mein Sohn Cody.“
„Ich erinnere mich“, erwiderte er schlicht. „Trotzdem nett, Sie beide kennenzulernen. Ganz offiziell, meine ich.“
Sie zog schnell ihre Hand weg. Es war besser, wenn er jetzt ging, bevor sie sich doch noch lächerlich machte. „Sie müssen müde sein nach einem harten Arbeitstag.“
„Ich verbringe gerne Zeit draußen. Es ist eine nette Abwechslung, wo ich die meiste Zeit am Schreibtisch hocke.“
Am Schreibtisch? Sie hatte angenommen … Nun, es gab sicher eine Menge Jobs auf einer Ranch. Sie holte tief Luft. Es fiel ihr nicht leicht, aber sie wollte von Anfang an offen zu ihm sein. „Mein Sohn ist Autist, falls Sie das noch nicht erraten haben.“
Normalerweise war dies der Punkt, wo die Leute einem versicherten, wie leid es ihnen tue, und ihr vom Freund eines Freundes erzählten, der ebenfalls ein autistisches Kind habe. Und dann suchten sie schleunigst das Weite. Deswegen war es wichtig, früh damit herauszurücken. Damit man die Spreu vom Weizen trennen konnte. Und es gab deutlich mehr Spreu als Weizen.
Alex rührte in seinem Eis und mischte Blaubeeren hinein. „Sie sind mir keine Erklärung schuldig.“
„Die meisten Leute sind neugierig. Und ich hatte das Gefühl, ich sollte es Ihnen sagen, bevor Cody das nächste Mal ausrastet. Es ist leichter, wenn die Leute verstehen, warum.“
„Dieses Sommercamp ist dazu da, es Ihnen leichter zu machen, nicht uns.“
Sie lächelte überrascht. „Dieser Ansatz ist seltener, als man meinen sollte.“
„Seit Stone das Camp gegründet hat, haben wir alle dazugelernt.“
„Dieser Ort ist unglaublich. Ich hatte heute so viel Spaß. Ich freue mich schon auf morgen.“
Er sah sie lächelnd an. „Sie klingen überrascht.“
„Ich hoffe, Sie kriegen das nicht in den falschen Hals. Aber ich bin nicht gerade ein Cowgirl.“
„Wirklich? Das hätte ich nie im Leben erraten“, erwiderte er trocken.
„Woran merkt man es?“
„Woran?“ Er wies auf ihre Füße. „Neue Stiefel.“
„Und ein neues Hemd.“ Sie spielte mit ihrem Kragen. „Ich möchte mich gern anpassen. Cody zuliebe. Aber anscheinend gelingt es mir nicht so gut, wie ich dachte.“
„Sie sind hier, weil Sie Ihrem Kind dabei helfen wollen, eigene Interessen zu entwickeln. Das ist gut, ganz egal, was Sie anhaben.“ Er sah ihr fest in die Augen, und ein Hitzestrom durchschoss ihren Körper.
Dann erhob er sich – sehr zu Ninas Bedauern. Sie wollte nicht, dass er ging. Das war natürlich albern. Schließlich würde sie nur eine Woche hier sein. Es war nicht so, als könnten sie etwas miteinander anfangen. Sie sollte sich lieber auf ihren Sohn konzentrieren.
Doch dann sah er ihr in die Augen, und ihr wurde schwindelig.
„Nina, es wäre wirklich eine Schande, wenn Sie sich diesen fantastischen Blaubeer-Cobbler entgehen ließen. Wie wäre es, wenn ich Ihnen heute Abend eine Portion vorbeibringe?“ Er lachte. „Aber bevor Sie mich für so eine Art Cowboy-Casanova halten – wir werden uns natürlich auf Ihrer Veranda aufhalten, damit Sie hören können, falls ihr Sohn aufwacht. Außerdem ist die Veranda von allen Seiten gut einsehbar, also besteht nicht die Gefahr, dass ich einen Annäherungsversuch starte.“
„Ist dieser Service im Preis mit inbegriffen?“
„Nein, Ma’am. Dieser Service ist speziell für Sie.“ Er tippte sich an die Hutkrempe. „Wir sehen uns heute Abend um neun.“
Alex hatte keine Ahnung, wie er Nina Lowery davon überzeugen sollte, ihm ihre Aktien zu verkaufen. Normalerweise hörte er immer auf sein Bauchgefühl. Doch diesmal sagte ihm sein Bauchgefühl nur, dass er mit ihr ins Bett gehen wollte … Oder wenigstens auf einen Spaziergang.
Was zum Teufel hatte sich seine Großmutter dabei gedacht, diese Frau mit ihrem autistischen Sohn unter falschen Voraussetzungen herzulocken? Man hätte das anders handhaben können. Doch dafür war es nun zu spät.
Beim Abendessen hatte er erwogen, sofort reinen Tisch zu machen. Doch dann hatte er das Leuchten in ihren Augen gesehen, als er sich zu ihr gesetzt hatte. Und kurz darauf waren sie auch schon ins Gespräch vertieft gewesen. Wenn er ihr jetzt die Wahrheit erzählte, würde sie dichtmachen. Das wäre schlecht für seine Großmutter und – offen gestanden – auch für ihn. Er wollte sie besser kennenlernen. Wenn er wusste, wie sie tickte, würde ihm vielleicht eine Möglichkeit einfallen, mit ihr ins Geschäft zu kommen.
Dass sie scheu war, hatte er sofort gemerkt. Sie erinnerte ihn an ein Pferd, das kurz davor war durchzugehen.
Nina wäre bestimmt nicht sonderlich erfreut darüber, mit einem Pferd verglichen zu werden. Doch sein Gespür...




