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Manz | Der Tod zielt gut: Österreich Krimi | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 200 Seiten

Reihe: Felber ermittelt

Manz Der Tod zielt gut: Österreich Krimi


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-903092-25-9
Verlag: Federfrei Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 200 Seiten

Reihe: Felber ermittelt

ISBN: 978-3-903092-25-9
Verlag: Federfrei Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In einem alten, unbewohnten Haus hat ein Schaden an der Installation das Gebäude unter Wasser gesetzt. Als die Einsatzkräfte eintreffen, entdecken sie Schreckliches: Im wassergefüllten Halbkeller schwimmt ein Toter. Als das Wasser abgepumpt ist, findet Konstanze Hochstatter die nächste Leiche. Was passierte in diesem Haus des Schreckens? Und wem gehört das Gebäude? Inspektor Felber und sein Team ermitteln wieder in Mödling.



Eric Manz wurde 1943 in Mödling geboren. Nach seinem Studium an der TU Wien übernahm er bis zu seiner Pensionierung den väterlichen Gewerbebetrieb. Als leidenschaftlicher Leser schloss er sich vor vielen Jahren einer Schreibgruppe an. Bisher im Verlag federfrei erschienene Krimireihen von Eric Manz: Chefinspektor Felber (4 Fälle) Privatdetektiv Sopic (4 Fälle)
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Kapitel 5


Weiner hatte ein glückliches Lächeln aufgesetzt, es war ihm ganz recht, von seinem Fall abgezogen zu werden.

Wenn Felber daran dachte, wie lange er vor einigen Tagen gebraucht hatte, zu Fuß bis zu diesem geheimnisvollen Haus und dem Heurigen zu kommen, konnte er nur ein Loblied auf die Technik singen. Noch viel flotter ging es, weil das Blaulicht eingeschaltet war.

Sie befanden sich als Erste vor Ort, abgesehen von den Monteuren und dem Schlosser, die entspannt an der Mauer lehnten. Die Leute vom Wasserwerk waren mit hohen Stiefeln und Wathosen ausgestattet.

»Deren Schweißfüße möchte ich nicht haben«, stellte Weiner grinsend fest.

»Habt ihr etwas angerührt oder verändert?«, fragte Felber, gleich nachdem er sie begrüßt hatte.

Der eine Monteur, ein langer, dünner Mann, schüttelte den Kopf. »Nichts! Wir haben doch alle Tatort-Erfahrung aus dem Fernsehen.«

»Ihr Kollege auch nicht?«

»Poldi? Der ist gar nicht hinein. Dem ist gleich schlecht geworden, als die Türe offen war. Das war schon heftig. Bin wirklich froh, dass es noch kein Geruchsfernsehen gibt. Na, und der Schlosser war auch nicht drinnen.«

»Das darf ich auch nicht«, meldete dieser sich, ein fülliger Mann mit listigen Augen und einer Zahnlücke. »Meine Aufgabe ist es, Türen zu öffnen, Schlösser so zu behandeln, dass sie sich vom versperrten in den offenen Zustand versetzen. Alles andere geht mich nichts an. Was ich schon erlebt hab, wenn irgendeine Tussi ihren Schlüssel verloren hat. Ich könnt Ihnen Geschichten erzählen, Geschichten …«

Felber wollte sie gar nicht hören. Er winkte ab und meinte, dass der Meister gehen könne. Hier werde er nicht mehr gebraucht, und vielleicht warte ja schon eine Tussi auf ihn.

Genervt blickte er die Straße entlang. Von Spurensicherung oder Doktor Kudlich war nichts zu sehen.

Er seufzte und rief nach Weiner. Der stand plaudernd bei einem der Monteure. »Wenn die sich so lange Zeit lassen, dann schauen wir uns die Sache einmal an, Alfred.«

»Geh schon einmal vor«, rief dieser, »ich komme gleich.« Dabei bemerkte Felber ein spitzbübisches Grinsen auf Alfreds Gesicht. Waren sie gerade beim Erzählen schlüpfriger Witze? Alfred glaubte wohl, sich als Gruppeninspektor Disziplinlosigkeiten leisten zu können. Irgendwann musste er da dreinfahren, aber jetzt war nicht die richtige Zeit und auch nicht der richtige Ort.

Er seufzte noch einmal und trat dann über die Schwelle. Dunkelheit empfing ihn. Nicht einmal durch die geöffnete Eingangstüre fiel Licht. Er glaubte, leichtes Plätschern zu hören, machte einen weiteren Schritt, eine Stufe – und stand bis über den Knöchel in eisigem Wasser.

»Verdammt!«, schrie Felber und schüttelte den Fuß, um das Wasser wieder loszuwerden. »Ihr hättet das mit einem Wort erwähnen können, ihr Idioten.«

»Wir dachten, das sei klar«, grinste der dürre Monteur. »Sonst hätten wir doch nicht gemeldet, dass hier eine Leiche schwimmt. Dazu braucht es eben einen höheren Wasserstand.«

Das entbehrte nicht einer gewissen Logik. Trotzdem – aus welchen Gründen auch immer – man hatte ihn, wie man so schön sagt, »einfahren« lassen. Und Alfred hatte natürlich Bescheid gewusst. Deswegen sein Grinsen.

Jetzt musste auch Felber lachen. Er war so ahnungslos in die Falle getappt und hatte sich vorführen lassen.

»Na wartet«, rief er, »wenn ich einmal auf Streife bin und euch begegne, setzt es ein saftiges Strafmandat. Da kann ich sehr kreativ sein.« Er kratzte sich am Kopf und fuhr in ernstem Ton fort: »Was machen wir jetzt? Die Spusi und der Doktor sind sicher nicht mit Tauchausrüstung ausgestattet. Warum pumpt ihr das Wasser nicht ab?«

»Dafür sind wir nicht ausgerüstet. Wir führen Wasser zu, nicht ab. Für das Pumpen ist die Feuerwehr zuständig.«

»Habt ihr die wenigstens schon verständigt?«

»Das ist nicht unser Bier. Das muss ein leitender Beamter tun, so, wie Sie anscheinend einer sind.« Der Dünne schüttelte den Kopf. »Wir haben das Wasser auf der Straße abgesperrt und müssen das Gejammer der Nachbarn über uns ergehen lassen, das gehört zu unserem Job. Alles andere ist Ihre Sache.«

Wäre es nicht schön, jetzt im Büro zu sitzen und Akten abzuarbeiten? Stattdessen blieb wieder einmal alles an ihm hängen. Plötzlich leuchtete vor seinem Auge ein Wort auf, das ihn einen wohligen Seufzer ausstoßen ließ – »delegieren«! Schließlich gab er hier die Kommandos, er war der Chef.

»Alfred!«, rief er. »Ruf die Feuerwehr an. Wir brauchen eine leistungsfähige Pumpe, aber mit einem Filter, damit nicht mögliche Indizien weggesaugt werden. Und sie sollen sich gefälligst beeilen. Ich geh mich inzwischen trockenlegen.«

Bei jedem Schritt, den er tat, quatschte es. Hoffentlich wurde der Schuh bald wieder trocken. Es war der zweitbeste, den er hatte, und eigentlich sein Liebling, leicht, bequem und bot doch festen Halt.

Noch einmal drehte er sich um. »Alfred, ruf auch am Posten an, wo die Spurensicherung und der Doktor bleiben – bitte!«

Kaum saß er im Auto und wischte mit einem Fetzen, den er im Seitenfach gefunden hatte, seine Zehen trocken, hörte er in der Ferne ein Folgetonhorn. Er drehte sich um und sah ein Blaulicht aufblitzen. Na endlich!, dachte er.

Gleich darauf hielt der Wagen bei ihnen an. Konstanze, seine Freundin und Lebensgefährtin, sprang heraus und eilte zu Weiner. Ihn hatte sie anscheinend nicht gesehen.

»Ihr wollt doch nicht ohne mich anfangen«, rief sie, »ist Günter schon drinnen?«

Sie lief zur Eingangstüre.

»Nicht!«, schrien Alfred und der Dünne vom Wasserwerk. »Du kannst nicht …«

Wenn eine Frau sich etwas in den Kopf gesetzt hat, kann man dagegenreden, so viel man will, es wird nichts nützen.

Felber schloss die Augen. Er wollte gar nicht sehen, was jetzt geschah.

Den gar nicht damenhaften Schrei »Scheiße!« hörte er bis zum Auto und wartete nun auf das zwingend folgende Platschen.

Erleichtert seufzte er auf, als es ausblieb und eine fluchende Konstanze wieder in der Türe erschien. Die nasse Hose klebte bis über die Knie an ihren Beinen.

Jetzt haben wir genügend Komödie erlebt, dachte er, es wird Zeit, uns um die ernsthaften Angelegenheiten zu kümmern.

Das Erste, das Wichtigste, war, entschied er, Konstanze zu trösten. Er zog auch den zweiten Schuh, den trockenen, aus und krempelte die Hosenbeine hoch. Vorsichtig ging er auf Konstanze zu. Gleichzeitig parkte sich der Wagen der Spusi ein, und von Weitem hörbar näherte sich die Feuerwehr. Nur Doktor Kudlich war noch nicht auf der Bildfläche erschienen, doch der konnte sich Zeit lassen, es dauerte sicher noch eine Weile, bis das Wasser abgepumpt war.

Viel Zeit, um Trost zu spenden, blieb ihm nicht. Eine kurze Umarmung und ein gemurmeltes »Armer Hase – aber mich hat es auch erwischt« musste fürs Erste genügen.

Er wies die Feuerwehr ein, erklärte der Spurensicherung, was er von ihnen erwartete, und wunderte sich, weil es ihm gerade einfiel, dass sein Schulfreund Hubert Sieber, der Nachbar, sich noch nicht eingestellt hatte, um seinen Senf dazuzugeben.

Auf der anderen Straßenseite versammelten sich einige Nachbarn, aufgeschreckt durch Polizei- und Feuerwehrsirenen, oder lehnten aus ihren Fenstern, um die Neugierde zu befriedigen. Ein besonders Mutiger stiefelte über die Straße, packte Weiner am Arm und fragte, was hier los sei.

»Eine Amtshandlung«, entgegnete dieser knapp. »Sie werden früh genug davon erfahren. Begeben Sie sich bitte wieder auf die andere Straßenseite. Zuseher haben an einem Tatort nichts verloren.«

»Und was macht dann der hier?« Der Mann deutete auf Felber, der barfuß und mit hochgerollten Hosenbeinen einem Urlauber nicht unähnlich sah.

»Der ist der Chef. Und jetzt gehen Sie. Später haben wir sicher einige Fragen – auch an Sie.«

Der Mann schüttelte den Kopf, aber er ging. Felber hörte ihn murmeln: »Ich fühle mich verarscht. Der ist der Chef? Dann bin ich der Bundespräsident.«

Die Feuerwehr verlegte ihre Pumpleitungen, und Felber ging zu Konstanze, die an der Hausmauer stand und trotz der sommerlichen Temperaturen zitterte.

»Du solltest dir auch die Schuhe ausziehen, sonst holst du dir noch eine Verkühlung. Du darfst nicht krank werden, ich brauche dich doch jetzt.« Was hätte er auch sonst sagen können, um sie aufzumuntern.

»Ich kann nicht!«, schüttelte Konstanze den Kopf, und Felber sah sie mit hochgezogenen Brauen an.

»Die Fußnägel sind nicht lackiert.«

Er musste sich zur Seite drehen, um sein Grinsen zu verbergen. Das war natürlich ein Argument.

»Dann stell dich bitte wenigstens in die Sonne. Da trocknet es schneller. Im Moment können wir ohnehin...



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