E-Book, Deutsch, Band 47, 512 Seiten
Reihe: Historical Exklusiv
March / Landon Historical Exklusiv Band 47
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-6062-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Lady und der Ritter
E-Book, Deutsch, Band 47, 512 Seiten
Reihe: Historical Exklusiv
ISBN: 978-3-7337-6062-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
DER KUSS DES SCHICKSALS von MARCH, CATHERINE
Einmal nur will sie die Lippen eines Mannes auf den ihren spüren - dann wird Lady Beatrice ihr Leben in den Dienst Gottes stellen. Ritter Remy St. Leger scheint ihr der richtige zu sein: groß, muskulös und temperamentvoll! Und tatsächlich: Der Ritter liebkost sie so heißblütig, dass Beatrice fast an ihrer Gesinnung zweifelt. Dennoch geht sie ins Kloster - ohne zu ahnen, dass sie Remy schon bald wiedersehen wird ...
VERFÜHRUNG AUF BURG KELLS von LANDON, JULIET
'Nehmt mich und verschont meinen Sohn!' Entschlossen baut sich die aufreizende Lady Ebony vor dem Ritter Sir Alex auf. Gemeinsam mit seinen Plünderern hat er Burg Kells eingenommen - und eine rassige Geliebte wie sie kommt ihm grade recht. Fortan frönen sie Nacht für Nacht der Leidenschaft und schon bald schlägt Alex' Herz nur noch für die schöne Lady. Doch wird er für sie je mehr als ein ruchloser Eroberer sein?
Juliet Landon hat Anleitungen für Stickarbeiten veröffentlicht. Die Umstellung ins Romangenre war für sie kein großer Wechsel, die Anforderungen sind ähnlich: große Fantasie, einen Sinn für Design, ein Auge fürs Detail, genauso wie Liebe zu Farben, Szenen und Recherche. Und ganz wichtig, bei beidem muss man bereit sein, innere Gedanken und Gefühle mit anderen zu teilen. Hingabe ist genauso wichtig für Juliet: Da sie auf dem Land lebt, ist die Leidenschaft ihre Zeit damit zu verbringen, zu picknicken oder Sightseeing zu machen anstelle des Schreibens sehr groß. Im alltäglichen Leben ist Juliet Landon eine professionelle Stickerin und Lektorin. Wenn sie das eine nicht tut, tut sie das andere. Oft beides am gleichen Tag. Ihre Romane spielen meistens im mittelalterlichen Zeitalter. Gewöhnlich 1350 und es ist kein Wunder, das die Stickereien, die sie entwirft, angelsächsische Motive sind. Aber wie fing es an? Wie jede Geschichte, mit einer Recherche. Juliet Landon beschäftigte sich eingehend mit der frühen angelsächsischen Geschichte. Sie erfuhr von vielen Geschehnissen, die ihr im Geschichtsunterricht in der Schule verborgen geblieben waren, aber einen großen Einfluss auf die Historie hatten. Nuancen und Charaktereigenschaften von Ereignissen und Menschen der damaligen Zeit wurden ihr plötzlich bewusster. Und natürlich waren auch die Gesetze und Verhaltensweisen der damaligen Zeit ganz andere als heute und die Möglichkeiten für gute und tiefgehende Geschichten waren reichlich. Juliet Landon ist in Yorkshire geboren und ihr erster Roman spielte im mittelalterlichen York. Für ihn erhielt sie 1994 den 'Golden Laure Award' und mit ihrem zweiten war sie im Jahr danach von Harlequin Mills & Boon für den 'Romantic Fiction Writers Award' nominiert. Heute hat Juliet Landon noch hunderte von Ideen in ihrem Kopf, die alle in der Zukunft zu Papier gebracht werden müssen.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Ashton Castle, 1277
Der Wind heulte, und der Regen schlug gleichmäßig prasselnd gegen die Fensterläden von Ashton Castle. In der großen Halle scharten sich die hochrangigsten Ritter dieser Burg um eine Feuerstelle, die so groß war, dass mannslange Baumstämme darauf verfeuert werden konnten.
Einige dieser Ritter vertrieben sich die Zeit beim Würfelspiel, andere unterhielten sich über vergangene Heldentaten auf dem Schlachtfeld, zwei spielten Schach, und ein weiterer versuchte sein Glück bei einer hübschen Leibeigenen, die sich seinen Annäherungsversuchen bislang aber widersetzte.
Im oberen Geschoss wurde die Tür zum Gemach des Burgherren zugeschlagen, und schon knarrten die hölzernen Treppenstufen unter schweren Schritten. Die Ritter sahen erwartungsvoll auf.
Lord Thurston strahlte eine ungeheure Energie aus, als er jetzt die Halle durchquerte, und das, obwohl er fast sechsundvierzig Jahre alt war. Erstes Grau zeigte sich an seinen Schläfen und in seinem dichten braunen Bart, aber sein kräftiger Körper war noch immer der eines Kriegers. In König Edwards Heer bekleidete er einen hohen Rang.
„Radley!“
„Mylord?“ Sir Giles Radley, der stellvertretende Befehlshaber, sprang auf und vergaß seine Schachpartie.
„Morgen werdet Ihr Lady Beatrice zum Kloster in Glastonbury begleiten. Nehmt vierzig bewaffnete Krieger mit und dazu …“ Aus schmalen Augen musterte er prüfend seine zwölf Ritter. „Grenville, Montgomery, Woodford, Fitzpons und … Baldslow. Ach ja, und den jungen St. Leger ebenfalls. Es wird höchste Zeit, dass sich der Junge sein Brot verdient. Und sputet Euch, denn Ende dieser Woche brechen wir nach Wales auf.“
Die Ritter beendeten ihren müßigen Zeitvertreib und umringten jetzt Lord Thurston, um ihn mit Fragen nach dem neuesten Stand der Dinge im Feldzug gegen die Waliser zu bestürmen.
„Also ist Edward fest entschlossen, Llewelyn ap Gruffydd zu bezwingen und ihn den Tag bereuen zu lassen, an dem er sich weigerte, dem König seine Ehrerbietung zu erweisen?“, wollte Sir Hugh Montgomery wissen.
„So ist es.“ Lord Thurston ergriff den Weinkelch, den man ihm anbot. „Der König hat ein Auge auf Gwynedd geworfen, und nichts kann ihn mehr von seinem Entschluss abbringen.“
Ihre Diskussion über die Vorzüge der Eroberung und die nötigen Mittel, die Waliser zur Unterwerfung zu zwingen, dauerte bis weit in die Nacht. Diejenigen, die am Morgen früh aufbrechen sollten, bezogen ihr Nachtlager an der wärmenden Feuerstelle. Ein Mann wich nicht von Lord Thurstons Seite – Cedric Baldslow. Er war im gleichen Alter wie der Lord, sein stämmiger Körper zeigte jedoch nicht den geringsten Bauchansatz. Das Gesicht war wettergegerbt und gebräunt, das ergrauende Haar kurz geschoren. Durch die dünnen Lippen und die schmalen Augen wirkte er sehr hart, und tatsächlich wurde er von Lord Thurston einzig als Ritter geschätzt, der eisern zu kämpfen verstand.
„Mylord“, meinte Sir Cedric leise. „Ist Lady Beatrice …“ Er zögerte, und Lord Thurston wandte schmerzerfüllt den Blick zur Seite, denn er wusste nur zu gut, was jetzt kommen würde. „Ist sie wirklich entschlossen, die heiligen Gelübde abzulegen?“
„Jawohl, so ist es. Das Mädchen will Nonne werden, und es gibt niemanden, der sie umstimmen könnte.“
Cedric packte den Lord am Ärmel, und seine Stimme nahm einen fast flehenden Klang an. „Das dürft Ihr nicht zulassen. Überredet sie, mich zum Manne zu nehmen, und ich werde ihr ein guter Gemahl sein.“
Thurston schnaubte und trank einen großen Schluck Wein, ehe er den Kelch in einer Art auf den Tisch knallte, die keine weiteren Einwände mehr zuließ. Er konnte Cedric nicht sagen, dass er ihn nicht mochte und ihm nicht traute und ihm daher gewiss nicht seine einzige Tochter zur Frau geben würde. Außerdem hatte Beatrice ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass sie weder Cedric noch irgendeinen anderen Mann mochte. „Sie ist neunundzwanzig“, teilte Thurston ihm mürrisch mit. „Es ist ihre eigene Entscheidung. Ich ziehe mich jetzt zurück. Gehabt Euch wohl, Cedric. Ich vertraue darauf, dass Ihr Beatrice wohlbehalten bei der Äbtissin von Glastonbury abliefert.“
Beatrice kniete in ihrem Gemach auf dem Boden und legte ihre ordentlich gefalteten Gewänder in eine mit Eisen beschlagene Reisetruhe aus Eichenholz. Zwischen die Stofflagen schob sie ihre ganz persönlichen Habseligkeiten – Bibel, Haarbürste, Nähzeug, eine Brosche, Schuhe, Seife, Papier, gespitzte Federn und Tinte.
Ein leises Klopfen an der Tür ließ sie innehalten, und sie sah auf, als ihr Vater eintrat. Er verschränkte die Arme vor der Brust und ließ den Blick über den fast leeren Raum und die volle Truhe schweifen.
„Alles ist bereit“, sagte er unvermittelt. „Radley wird dich morgen früh nach Glastonbury begleiten.“
„Danke, Vater.“ Beatrice senkte den Blick und rang, um Worte verlegen, die Hände.
„Komm her, meine Tochter.“ Ihr Vater breitete die Arme aus, und sie warf sich hinein, barg das Gesicht an seiner breiten Brust und vergrub die schmalen Hände in seinem Gewand. Er streichelte ihr über das Haar, das genauso honigfarben war wie das ihrer Mutter. „Ich habe nichts gegen deine Entscheidung. Es stimmt mich nur traurig, dass du niemals erfahren wirst, wie beglückend es ist, Ehefrau und Mutter zu sein.“ Er hob die Hand, um ihren Widerspruch zu verhindern. „Aber da ich nun mit deinen Brüdern und dem Heer des Königs nach Wales ziehen werde, ist es nur gut, wenn du jetzt zu den Nonnen gehst. Gott allein weiß, ob ich zurückkehren werde, und ich würde keine Ruhe finden, wenn ich dich hier allein auf Ashton wüsste.“
„Vater, Ihr werdet wohlbehalten zurückkehren. Ich werde jeden Tag für Euch beten, und natürlich für Hal und Osmond und alle unsere Ritter, die nach Wales ziehen.“
Lächelnd strich er ihr wieder über den Kopf. „Du bist ein gutes Mädchen, Beatrice. Genau wie deine Mutter, Gott habe sie selig.“ Damit ließ er seine einzige Tochter wieder allein, damit sie fertig packen konnte.
Tief in Gedanken versunken, wandte Beatrice sich erneut der Reisetruhe zu. Natürlich war sie sehr traurig darüber, ihr Zuhause verlassen zu müssen, doch seit ihre Mutter vor zwei Monaten gestorben war, rief die Leere, die sie hinterlassen hatte, Beatrice nur noch stärker ins Bewusstsein, dass ihr Leben nur wenig Bedeutung und kein eigentliches Ziel hatte. Wie schwer es ihr gefallen war, jeden Morgen aufzustehen und sich durch den Tag mit all seinen langweiligen Pflichten zu schleppen! Sich mit belanglosen häuslichen Problemen und Streitereien zwischen den Leibeigenen abgeben zu müssen, wenn sie innerlich ihre grenzenlose Einsamkeit quälte … Im Kloster hatte sie wenigstens die Gesellschaft der anderen Nonnen, und sie konnte ein beschauliches Leben führen im Gebet und in der Hingabe an einen, den sie aufrichtiger liebte als jeden Mann.
Der Morgen dämmerte kalt herauf, milchig weiß vor Nebel, und leichter Regen tröpfelte von den Bäumen und Dächern. Beatrice nahm ein leichtes Mahl zu sich, nachdem sie zuvor die Messe in der Burgkapelle besucht hatte. Sie schluckte den letzten Bissen Brot herunter und rief nach ihrer Kammerfrau Elwyn, die auch sofort erschien und anfing, das Haar ihrer Herrin mit langen bedächtigen Strichen zu bürsten. Dabei weinte sie lautlos vor sich hin.
„Nun komm schon“, schalt Beatrice freundlich und nahm ihr die Bürste weg, um diese in ihre Truhe zu legen. „Das ist doch nicht das Ende der Welt.“
„Ach, Mylady“, schluchzte Elwyn. „Geht nicht fort. Es ist nicht richtig, wenn sich eine so junge hübsche Frau wie Ihr bei diesen alten Weibern verborgen hält.“
Beatrice schnalzte missbilligend mit der Zunge. „Ich bin weder jung noch hübsch, und die Nonnen von St. Jude sind auch keine alten Weiber. Freu dich lieber für mich, Elwyn, denn es ist eine große Ehre, dort aufgenommen zu werden, und ich beginne ein neues ruhiges Leben, das ganz unserem Herrn geweiht ist.“ Lächelnd wischte sie mit dem Ärmel die Tränen von Elwyns Wangen. „Du hast für mich gesorgt, seit ich zwölf war, und du hast es hervorragend gemacht. Solltest du jetzt nicht froh darüber sein, dass du weniger Arbeit hast? Vielleicht solltest du heiraten. Weiß Gott, Big Al, der Hufschmied, hat dich oft genug darum gebeten.“
„Ach was, ich bin zu alt für solchen Unsinn.“ Elwyn schniefte noch einmal und machte sich tapfer daran, Beatrices Haar zu flechten. Dann befestigte sie die Verschlussspange am Umhang ihrer Herrin und band die Schnürriemen ihrer Schuhe zu, ehe sie sich ein letztes Mal von Beatrice umarmen ließ. Danach half sie ihr, die Truhe zu verschließen, und sobald das erledigt war, begleitete sie ihre Herrin nach unten in die Halle.
Die Leibeigenen hatten sich schon in einer Reihe aufgestellt. Beatrice drückte jedem Einzelnen die Hand und murmelte ein paar Dankesworte, bis sie schließlich bei ihrem Vater ankam. Er bot ihr den Arm und führte sie durch die große Haupttür zur Treppe. Beatrice widerstand der Versuchung, noch einmal zurückzublicken, und kämpfte dagegen an, in Tränen auszubrechen. Sie hätte nie gedacht, dass ihr der endgültige Abschied so zu Herzen gehen würde. Im Gegenteil, sie hatte eher mit Erleichterung gerechnet, dass sie nach all den einsamen Jahren endlich fortgehen durfte, doch im Augenblick verspürte sie nichts als grenzenlose Traurigkeit.
Im Außenhof stampften und schnaubten die Pferde, während die Sattelgurte festgezurrt wurden. Die Luft war erfüllt vom Klirren der Schwerter und Sporen und von den...




