Margraf / Hoyer / Helbig | Diagnostik der Angststörungen | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band Band 8, 166 Seiten

Reihe: Kompendien Psychologische Diagnostik

Margraf / Hoyer / Helbig Diagnostik der Angststörungen


1. Auflage 2005
ISBN: 978-3-8409-1960-2
Verlag: Hogrefe Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

E-Book, Deutsch, Band Band 8, 166 Seiten

Reihe: Kompendien Psychologische Diagnostik

ISBN: 978-3-8409-1960-2
Verlag: Hogrefe Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Das Buch informiert umfassend über das diagnostische und differenzialdiagnostische Vorgehen bei Angstsymptomen und Angststörungen. Wichtige Verfahren zur Angstdiagnostik werden hinsichtlich ihres Aufbaus sowie ihrer Eignung für eine zielorientierte Diagnostik beschrieben. 

Dazu zählen neben den standardisierten Interview- und Fragebogenverfahren auch physiologische Ansätze und Verhaltensbeobachtungen. Neben Instrumenten zur Erfassung von klinisch relevanten Ängsten werden auch Verfahren für spezielle Anwendungsbereiche wie die Diagnostik von Leistungs- oder Gesundheitsängsten vorgestellt. Besonderer Wert wird darauf gelegt, aufzuzeigen, wie der Einsatz einzelner Verfahren in den diagnostischen Gesamtprozess eingebettet werden kann. Zudem wird anhand von ausführlichen Fallbeispielen das diagnostische Vorgehen illustriert. In einem umfangreichen Kapitel werden außerdem Besonderheiten der Angstdiagnostik bei Kindern und Jugendlichen dargestellt. Der Band bietet damit einen Überblick über den aktuellen Wissensstand auf dem Gebiet der Angstdiagnostik.

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Weitere Infos & Material


1;Vorwort der Herausgeber;6
2;Inhaltsverzeichnis;8
3;1 Angst und Ängstlichkeit;12
3.1;1.1 Angst - oder: wie diagnostiziert man ein Gefühl?;12
3.1.1;Angst ist mehrdimensional;12
3.1.2;Angst ist subjektiv;13
3.1.3;Angst ist flüchtig;14
3.2;1.2 Ängstlichkeit und neurobiologische Grundlagen pathologischer Angst;15
4;2 Abgrenzung von Angst und Angststörungen;18
4.1;2.1 Symptom, Syndrom und Störung;18
4.2;2.2 Bedeutung von Angststörungen in der Versorgung;23
5;3 Klassifikation von Angststörungen;25
5.1;3.1 Diagnostische Kriterien;25
5.1.1;3.1.1 Panikstörung und Agoraphobie;27
5.1.2;3.1.2 Spezifische Phobien;28
5.1.3;3.1.3 Soziale Phobie;30
5.1.4;3.1.4 Generalisierte Angststörung ( GAS);30
5.1.5;3.1.5 Zwangsstörungen;33
5.1.6;3.1.6 Posttraumatische Belastungsstörung ( PTB);35
5.2;3.2 Differenzialdiagnostik von Angststörungen;37
5.2.1;3.2.1 Differenzialdiagnostik im Hinblick auf körperliche Erkrankungen;37
5.2.2;3.2.2 Differenzialdiagnostik im Hinblick auf psychische Störungen;39
5.3;3.3 Komorbidität;41
5.4;3.4 Kulturelle, Alters- und Geschlechtsunterschiede;42
5.5;3.5 Kritik und Perspektiven der kategorialen Angstdiagnostik;45
6;4 Interviewverfahren zur Diagnostik von Angststörungen;47
6.1;4.1 Diagnostische Interviews;47
6.1.1;4.1.1 Internationale Diagnosen Checklisten ( IDCL);47
6.1.2;4.1.2 Diagnostisches Interview für psychische Störungen ( DIPS);49
6.1.3;4.1.3 Strukturiertes Klinisches Interview für psychische Störungen ( SKID- I);51
6.1.4;4.1.4 Composite International Diagnostic Interview ( CIDI/ DIA- X);52
6.2;4.2 Störungsspezifische Interviews;54
6.2.1;4.2.1 Clinician Administered PTSD Scale ( CAPS);54
6.2.2;4.2.2 Yale- Brown Obsessive Compulsive Scale ( Y- BOCS);55
7;5 Selbstbeschreibungsverfahren;57
7.1;5.1 Screening-Verfahren;57
7.1.1;5.1.1 Anxiety Screening Questionnaire ( ASQ);58
7.1.2;5.1.2 Hospital Anxiety and Depression Scale ( HADS- A);58
7.2;5.2 Störungs bergreifende Verfahren zur Angstdiagnostik;60
7.2.1;5.2.1 Beck Angst- Inventar ( BAI);60
7.2.2;5.2.2 State- Trait- Angstinventar ( STAI);61
7.2.3;5.2.3 Angstsensitivitäts- Index ( ASI);62
7.2.4;5.2.4 Weitere störungs bergreifende Verfahren;65
7.3;5.3 Agoraphobie und Panikstörung;65
7.3.1;5.3.1 Fragebogen zu körperbezogenen Ängsten, Kognitionen und Vermeidung ( AKV);66
7.3.2;5.3.2 Panik- und Agoraphobie- Skala ( PAS);67
7.4;5.4 Spezifische Phobien;68
7.4.1;5.4.1 Angstfragebogen ( FQ);68
7.4.2;5.4.2 Fear Survey Schedule ( FSS- III);69
7.4.3;5.4.3 Dental Fear Survey ( DFS);69
7.4.4;5.4.4 Fragebogen zur Angst vor Spinnen ( FAS);70
7.4.5;5.4.5 Weitere Verfahren zur Diagnostik Spezifischer Phobien;71
7.5;5.5 Soziale Phobie;71
7.5.1;5.5.1 Soziale- Phobie- und- Angst- Inventar ( SPAI);72
7.5.2;5.5.2 Social Interaction Anxiety Scale ( SIAS);73
7.6;5.5.3 Social Phobia Scale (SPS);74
7.6.1;5.5.4 Skala " Angst vor Negativer Bewertung" ( SANB);75
7.6.2;5.5.5 Weitere Verfahren zur Diagnostik Sozialer Phobien;76
7.7;5.6 Generalisierte Angststörung;76
7.7.1;5.6.1 Penn State Worry Questionnaire ( PSWQ);77
7.7.2;5.6.2 Worry Domains Questionnaire ( WDQ);77
7.7.3;5.6.3 Metakognitionsfragebogen ( MFK);78
7.8;5.7 Zwangsstörungen;79
7.8.1;5.7.1 Hamburger Zwangsinventar ( HZI/ HZI- K);79
7.8.2;5.7.2 Maudsley Obsessional-Compulsive Inventory (MOCI);80
7.9;5.8 Posttraumatische Belastungsstörung;81
7.9.1;5.8.1 Impact of Event- Skala - revidierte Version ( IES- R);81
7.9.2;5.8.2 Fragebogen zu Gedanken nach traumatischen Erlebnissen ( PTCI);82
7.9.3;5.8.3 Posttraumatische Stress- Skala- 10 ( PTSS- 10);83
7.9.4;5.8.4 Weitere Verfahren zur Diagnostik Posttraumatischer Belastungsstörungen;83
8;6 Fremdbeurteilungsverfahren;84
8.1;6.1 Hamilton Angstskala (HAM-A);84
8.2;6.2 Liebowitz Social Anxiety Scale (LSAS);85
9;7 Angstdiagnostik in ausgewählten Anwendungsbereichen;86
9.1;7.1 Gesundheitsängste;86
9.1.1;7.1.1 Herzangstfragebogen ( HAF);86
9.1.2;7.1.2 Illness Attitude Scales ( IAS);88
9.1.3;7.1.3 Whiteley- Index ( WI);89
9.2;7.2 Angst in spezifischen Leistungssituationen;89
9.2.1;7.2.1 B hnenangstfragebogen ( BAF);89
9.2.2;7.2.2 Rede‚ngstlichkeitsfragebogen ( RÄF);91
9.3;7.3 Fragebogen zur Kriminalitätsfurcht (FKF);92
10;8 Physiologische und Verhaltensparameter bei Angststörungen;93
10.1;8.1 Psychophysiologische Korrelate bei Angststörungen;93
10.2;8.2 Behaviorale Ma e und Verhaltenstests bei Angststörungen;97
10.3;8.3 Weitere angstrelevante Verfahren;99
10.3.1;8.3.1 Impliziter Assoziationstest ( IAT);99
10.3.2;8.3.2 Stroop Interferenz- Test;100
10.3.3;8.3.3 Trierer Sozialer Stress- Test;101
10.3.4;8.3.4 Verhaltensdiagnostik Sozialer Performanz: Die Ratingskala " Soziale Kompetenz";101
11;9 Verhaltensdiagnostik und therapiebezogene Diagnostik;102
11.1;9.1 Situative Verhaltensanalyse;102
11.2;9.2 Kontextuelle Verhaltensanalyse;105
11.3;9.3 Festlegung von Therapiezielen;106
11.4;9.4 Verhaltensanalyse und Psychoedukation: Diagnostik als Behandlungsbasis;107
11.5;9.5 Ressourcen im Rahmen der Angstdiagnostik;109
12;10 Anwendungsbeispiel;113
12.1;10.1 Fallbeschreibung;113
12.2;10.2 Diagnostik und Differenzialdiagnostik;115
12.3;10.3 Funktionale Diagnostik und Therapieplanung;115
12.3.1;10.3.1 Fallkonzeption;116
12.3.2;10.3.2 Therapieziele und Therapieplanung;117
12.4;10.4 Verlaufsdiagnostik und Katamnese;119
13;11 Angstdiagnostik bei Kindern und Jugendlichen;122
13.1;11.1 Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen;122
13.2;11.2 Besonderheiten der Angstdiagnostik bei Kindern und Jugendlichen;126
13.3;11.3 Strukturierte Interview- und Beobachtungsverfahren;128
13.3.1;11.3.1 Diagnostiksystem für psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD- 10 und DSM- IV ( DISYPS- KJ);129
13.3.2;11.3.2 Das Diagnostische Interview für psychische Störungen für Kinder (Kinder- DIPS);129
13.3.3;11.3.3 Psychopathologisches Befundsystem für Kinder und Jugendliche (CASCAP- D);130
13.3.4;11.3.4 Beobachtungsmethoden;132
13.4;11.4 Fragebogenverfahren;133
13.4.1;11.4.1 Screening- Verfahren;135
13.4.2;11.4.2 Trennungsangst, Panikst‡rung und Agoraphobie;137
13.4.3;11.4.3 Spezifische Phobien;138
13.4.4;11.4.4 Soziale Phobie;138
13.4.5;11.4.5 Generalisierte Angstst‡rung;139
13.4.6;11.4.6 Zwangsst‡rungen;141
13.4.7;11.4.7 Posttraumatische Belastungsst‡rungen;142
13.5;11.5 Fragebogenverfahren für Leistungs-, Schul- und Prüfungsangst;143
14;12 Anwendungsbeispiel Angstdiagnostik bei Kindern;147
14.1;12.1 Fallbeschreibung;147
14.2;12.2 Diagnostik und Differenzialdiagnostik;148
14.3;12.3 Funktionale Diagnostik und Therapieplanung;149
14.4;12.4 Veränderungsdiagnostik und Katamnese;150
15;Literatur;153


(S. 56-57)

Unter Selbstbeschreibungsverfahren werden alle Instrumente zusammengefasst, bei denen der Patient selbst die Einschätzung seiner Symptome übernimmt. Die Verfahren unterscheiden sich stark in Länge, Frage- und Antwortformat und der inhaltlichen Konzeption. Der folgende Teil des Kompendiums stellt die wichtigsten Fragebögen und Ratingverfahren zur Selbstbeurteilung im Bereich der Angstdiagnostik vor. Dabei untergliedern wir nach Screening-Verfahren sowie störungsübergreifenden und störungsspezifischen Fragebögen. Auf Grund der außerordentlich hohen Anzahl verfügbarer Verfahren im Bereich der Angstdiagnostik kann nicht zu allen Verfahren Stellung genommen werden. Die Auswahl der in das Kompendium aufgenommenen Verfahren folgte daher zunächst den Empfehlungen des Arbeitskreises „Angstforschung" (Margraf & Bandelow, 1997), wobei darüber hinaus folgende Kriterien berücksichtigt wurden:

– Das Verfahren soll in deutscher Sprache vorliegen.
– Das Verfahren soll in mehreren Studien praktisch eingesetzt bzw. hinsichtlich der Eignung zur Angstdiagnostik bestätigt worden sein.
– Das Verfahren leistet einen spezifischen Beitrag zur Diagnostik von Angst oder Angststörungen.

Bei Vorliegen mehrerer Verfahren mit ähnlichem Aufbau und gleicher Messintention wurde dem gebräuchlicheren Verfahren der Vorzug gegeben.

Zusätzlich erfolgen Hinweise auf einzelne Verfahren, die als besonders innovativ bzw. für spezielle Aspekte der Angstdiagnostik als besonders geeignet zu bewerten sind. Am Ende jedes Abschnitts wird in tabellarischer Form auf weitere relevante Verfahren verwiesen.

5.1 Screening-Verfahren

Screening-Verfahren helfen dem Diagnostiker, sich schnell und ökonomisch einen ersten Eindruck über das Vorliegen einer Störung oder klinisch relevanter Merkmale zu verschaffen. Meist enthalten sie daher nicht den Anspruch einer validen Störungsdiagnostik, sondern dienen als Vortest der Auswahl relevanter Personengruppen. Dies ist zum einem im klinischwissenschaftlichen Kontext von Belang, aber auch in Hinblick auf Fragen der Behandlungszuweisung.

Wesentliche Eigenschaften solcher Verfahren sind die Einfachheit der Handhabung und Auswertung sowie eine ausreichende Diskriminationsfähigkeit des relevanten Merkmals. Für weitere Informationen zu Anforderungen und Grundlagen von Screenings in der Angstdiagnostik sei auf Hoyer, Beauducel und Franke (2003) verwiesen.

Im Rahmen des nächsten Abschnitts werden folgende Screening-Verfahren vorgestellt:

– Anxiety Screening Questionnaire (ASQ) und
– Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS-A).

5.1.1 Anxiety Screening Questionnaire (ASQ)

Der Anxiety Screening Questionnaire wurde auf Grundlage des Münchner CIDI (Wittchen et al., 1996) entwickelt und enthält dementsprechend vorwiegend Fragen, die diesem diagnostischen Interview entlehnt wurden. Da der ASQ primär als Screening-Verfahren für die Allgemeinarztpraxis entwickelt wurde, ist die erste Frage auf den Anlass des Arztbesuches gerichtet. Diese Frage wird nicht in die Auswertung einbezogen und kann daher auch weggelassen werden. Der ASQ enthält weiterhin die jeweiligen Stammfragen zu Major Depression, Panikstörung, Sozialphobie, Agoraphobie, Posttraumatischer Belastungsstörung und Generalisierter Angststörung. Ein zweiter Teil, der nur ausgefüllt werden muss, wenn eine der Stammfragen zuvor bejaht wurde, zielt auf die Einschätzung von subsyndromalen Ängsten und insbesondere GAS-Symptomen. Hier werden Sorgeninhalte und psychovegetative Symptome durch Entscheidungsfragen abgefragt.

Eine Untersuchung von Wittchen und Boyer (1998) zur Güte des ASQ zeigte, dass, gemessen an einer CIDI-Diagnose, bereits die Stammfragen eine hohe Sensitivität für ausgewählte Störungen aufwiesen. Für Generalisierte Ängste zeigte sich der ASQ sowohl als sensitiv (93.3 % Übereinstimmung) als auch spezifisch (96.3 %). Die Retest-Reliabilität der einzelnen Items lag zwischen k = .64 und .92 in einem Zeitintervall von ein bis drei Tagen.

Mit nur drei bis vier Minuten Bearbeitungszeit bei gegebener Validität und Reliabilität ist der ASQ daher als Screening, insbesondere auf Generalisierte Angststörungen, geeignet.



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