E-Book, Deutsch, Band 2170, 144 Seiten
Reihe: Julia
Marinelli Eiskalt - bis zum ersten Kuss!
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0150-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2170, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0150-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Lavinia ist erschüttert: Der Milliardär Zakahr Belenki, neuer Kopf von Kolovsky-Design, hat nur ein Ziel - er will das Unternehmen eiskalt ruinieren, um sich an der Gründerfamilie zu rächen. Versteht er denn nicht, wie viel das Modeimperium für Lavinia und die anderen Mitarbeiter bedeutet? Sie muss versuchen, ihren Boss von seinem ruchlosen Vorhaben abzubringen! Leichter gesagt als getan. Denn ihr mächtiger Feind ist der verführerischste Mann, dem sie jemals begegnet ist. Seine Berührungen brennen wie Feuer, seine Küsse sind lustvolle Versprechen ...
Carol Marinelli wurde in England geboren. Gemeinsam mit ihren schottischen Eltern und den beiden Schwestern verbrachte sie viele glückliche Sommermonate in den Highlands. Nach der Schule besuchte Carol einen Sekretärinnenkurs und lernte dabei vor allem eines: Dass sie nie im Leben Sekretärin werden wollte! Also machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete fünf Jahre lang in der Notaufnahme. Doch obwohl Carol ihren Job liebte, zog es sie irgendwann unwiderstehlich in die Ferne. Gemeinsam mit ihrer Schwester reiste sie ein Jahr lang quer durch Australien - und traf dort sechs Wochen vor dem Heimflug auf den Mann ihres Lebens ... Eine sehr kostspielige Verlobungszeit folgte: Lange Briefe, lange Telefonanrufe und noch längere Flüge von England nach Australien. Bis Carol endlich den heiß ersehnten Heiratsantrag bekam und gemeinsam mit ihrem Mann nach Melbourne in Australien zog. Beflügelt von ihrer eigenen Liebesgeschichte, beschloss Carol, mit dem Schreiben romantischer Romane zu beginnen. Doch das erwies sich als gar nicht so einfach. Nacht für Nacht saß sie an ihrer Schreibmaschine und tippte eine Version nach der nächsten, wenn sie sich nicht gerade um ihr neugeborenes Baby kümmern musste. Tagsüber arbeitete sie weiterhin als Krankenschwester, kümmerte sich um den Haushalt und verschickte ihr Manuskript an verschiedene Verlage. Doch niemand schien sich für Carols romantische Geschichten zu interessieren. Bis sich eines Tages eine Lektorin von Harlequin bei ihr meldete: Ihr Roman war akzeptiert worden! Inzwischen ist Carol glückliche Mutter von drei wundervollen Kindern. Ihre Tätigkeit als Krankenschwester hat sie aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können. Dafür arbeiten ihre weltweit sehr beliebten ihre Heldinnen häufig im Krankenhaus. Und immer wieder findet sich unter Carols Helden ein höchst anziehender Australier, der eine junge Engländerin mitnimmt - in das Land der Liebe ...
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1. KAPITEL
Zakahr hätte auch zu Fuß gehen können, aber er tat es nicht.
Die Firmenzentrale des Kolovsky-Imperiums war nur einen kurzen Spaziergang vom Luxushotel entfernt, in dem er für die nächsten Wochen abgestiegen war.
Um den Reportern ein Schnippchen zu schlagen, hätte er auch den Hubschrauber nehmen können.
Doch von diesem Augenblick hatte er zu lange geträumt. Der Gedanke daran hatte ihn während seiner gesamten verdammten Jugend aufrechterhalten. Und jetzt war der ersehnte Moment gekommen.
Auf Zakahrs Anweisung nahm der Fahrer einen Umweg. Fußgänger drehten sich nach der Nobellimousine mit den getönten Scheiben um, die durch die eleganten, von Galerien und Boutiquen gesäumten Straßen glitt. Wie vereinbart, wurde der Fahrer vor der Stammboutique von Kolovsky-Design langsamer. Das kobaltblaue Gebäude mit dem goldenen Schriftzug war weltbekannt, seine Erzeugnisse international begehrt. Wie stets, war das Schaufenster raffiniert schlicht dekoriert – Schwaden schwerer Seide, auf denen ein einziger großer Opal in der Morgensonne schimmerte. So ästhetisch schön der Anblick war, Zakahr verspürte stets einen bitteren Geschmack im Mund, wenn er dem Firmenlogo auf seinen Reisen begegnete.
„Fahren Sie weiter.“
Der Chauffeur folgte der Anweisung. Gleich darauf hielt er vor der Melbourner Firmenzentrale. Zakahrs großer Augenblick war gekommen.
Kameras richteten sich auf ihn, und ausnahmsweise hatte er nichts dagegen. Als unermesslich reicher, auf kantige Weise gut aussehender Mann war er mit den schönsten und berühmtesten Frauen Europas ausgegangen. Sein Ruf als Womanizer eilte ihm voraus, er war in den Hochglanzmagazinen oft genug unter die Lupe genommen worden. Normalerweise hasste Zakahr jeden Angriff auf seine Privatsphäre, doch hier, auf der anderen Seite des Globus und besonders an diesem Morgen, störte er ihn nicht. Ironisch lächelnd malte er sich aus, wie die Kolovskys jetzt beim Frühstück die Nachrichten verfolgten.
Hoffentlich erstickten sie daran.
Er wurde mit Fragen bombardiert, Kamerablitze zuckten auf, Mikrofone wurden ihm entgegengestreckt.
Würde er als europäischer Industrieller das Haus Kolovsky übernehmen? Oder sei er gekommen, um den Konzern zu leiten, solange Aleksi Kolovsky auf Hochzeitsreise weilte?
Hätte die Hochzeit ihm gefallen?
Sei er ein Verwandter?
Wo sei Nina, die Matriarchin?
Welches Interesse hätte er an Kolovsky?
Gute Frage. Immerhin war die Ikone der Modebranche ein kleiner Fisch im Vergleich zu Belenkis Finanzimperium.
Zakahr verzichtete auf Kommentare. Auch später würde er diese Strategie verfolgen.
Bald würden die Fakten für sich sprechen.
Die Sonne schien ihm ins Gesicht. Er presste die Lippen zusammen, die geröteten Augen hatte er hinter einer dunklen Sonnenbrille verborgen, seine Miene war ausdruckslos. Doch er war eine imposante Erscheinung.
Mit seiner Größe und den breiten Schultern überragte er alle anderen Anwesenden. Er war rasiert, trug das Haar kurz und glatt, doch trotz des eleganten Anzugs, der teuren Uhr und der gepflegten Schuhe ging von ihm etwas Wildes, Ungezähmtes aus – eine Sprungbereitschaft, vor der die Reporter unwillkürlich auf Abstand gingen und nicht wagten, ihn allzu sehr zu bedrängen. Mit diesem Mann wollte man sich lieber nicht anlegen.
Entschlossen bahnte Zakahr sich einen Weg zwischen dem Pressepulk hindurch, stieg die wenigen Stufen zum Kolovsky-Gebäude hinauf und stieß die goldene Drehtür an.
Er war drin.
Vielleicht sollte er einen Moment stehen bleiben und seinen Sieg auskosten. Endlich gehörte alles das ihm. Aber da war dieses hohle Gefühl in seiner Brust. Er genoss Herausforderungen, war hergekommen, um zu kämpfen. Nachdem alle wussten, wer er war, und das Haus Kolovsky ihm gewissermaßen auf einem Silbertablett serviert wurde, war es an ihm zu entscheiden, was er tun wollte.
Er spürte genau, wie unbehaglich alle sich fühlten.
Das rührte ihn nicht.
„Mr Belenki!“ Die Rufe der Reporter folgten ihm.
Die Lifttüren standen weit offen. Zakahr betrat den Aufzug, der geräuschlos nach oben glitt.
Auch beim Betreten der Führungsetage konnte er die gespannte Atmosphäre förmlich spüren. Sie steckte in den dicken Teppichen, ging von den Wänden und Türen aus, an denen er vorbeiging. Sollten sie doch alle zittern. Niemand außer den Kolovskys selbst wusste, wer er wirklich war!
Zielstrebig ging Zakahr auf die Türen zu, hinter denen das Großraumbüro lag, an dem sein Privatbüro angrenzte. Einige Male war er bereits hier gewesen. Aber nie als Chef.
Er stieß die schweren Holztüren auf, um sein Geburtsrecht geltend zu machen. Doch sein großer Auftritt verpuffte ins Leere. Gähnende Dunkelheit empfing ihn. Befremdet schaltete Zakahr die Beleuchtung ein und blieb wütend stehen. Niemand begrüßte ihn. Die Jalousien waren heruntergelassen, die Computer ausgeschaltet.
Dachten die Kolovskys: Wer zuletzt lacht, lacht am besten?
Am Wochenende hatte Aleksi seine persönliche Assistentin Kate geheiratet. Vorher hatte er ihm, Zakahr, versichert, ihren Ersatz seit Wochen eingearbeitet zu haben. Und jetzt war kein Mensch hier.
Aufgebracht ging er zum erstbesten Schreibtisch und nahm den Telefonhörer auf, um den Empfang aufzuscheuchen, damit sie jemanden heraufschickten. In dem Augenblick ging die Tür auf, und eine aufregende Blondine mit einem Kaffeebecher aus Plastik in der Hand trat ein und eilte an ihm vorbei. Ein Hauch ihres verführerischen Parfüms streifte ihn.
Die Blonde stellte den Becher auf ihren Schreibtisch und begrüßte Zakahr mit einem kurzen: „Tut mir leid, ich bin ein bisschen spät dran.“ Schnell streifte sie sich die Jacke ab und schaltete den Computer ein. „Ich bin Lavinia“, setzte sie hinzu.
„Das weiß ich“, erwiderte Zakahr. Er hatte sie am Samstag auf der Hochzeit seines Bruders bemerkt. Diese Frau übersah ein Mann nicht so schnell: Große blaue Augen, wallende Blondmähne und bildhübsch. Doch im Moment wirkte sie alles andere als glamourös. Unter ihren Augen lagen dunkle Schatten, sie sah müde aus und schien eher ins Bett zu gehören als ins Büro.
„Halten Sie das für die richtige Art, einen guten ersten Eindruck zu machen?“, fragte Zakahr, der gepflegte, ehrerbietige Angestellte gewohnt war, die nicht einfach hereinplatzten und einen Vergrößerungsspiegel aus der Schreibtischschublade holten, um Make-up aufzulegen.
„Geben Sie mir zwei Minuten.“ Lavinia ließ sich nicht beirren. Mit geübten Fingern tupfte sie Grundierungscreme auf. „Dann mache ich einen guten Eindruck.“
So viel Frechheit war Zakahr noch nicht untergekommen. „Wo ist die persönliche Assistentin?“
„Die hat am Samstag geheiratet“, erwiderte Lavinia.
Geschickt überpinselte sie die Schatten unter den Augen mit hellem Puder. Da Zakahr auch an der Hochzeit teilgenommen hatte, hielt sie die Antwort wohl für witzig, denn sie lachte kurz. Während sie ihre Wimpern mit einer Mascaraschicht nach der anderen bearbeitete, ließ sie die Bombe platzen.
„Die Ersatzassistentin, die Kate eingearbeitet hatte, ist Freitag in Tränen aufgelöst gegangen und hat uns wissen lassen, dass sie nicht wiederkommt.“
Warum dem Mann die Sache versüßen? Das Haus Kolovsky war im Chaos versunken, nachdem die Nachricht die Runde gemacht hatte, Zakahr Belenki würde die Firma übernehmen. Wenn dieser Mensch wirklich glaubte, er könnte einfach hereinmarschieren und alles in bester Ordnung vorfinden, konnte er sich auf eine Überraschung gefasst machen.
Natürlich wusste Lavinia, dass Zakahr Belenki wütend war, aber was blieb ihr anderes übrig, als Make-up aufzulegen? In knapp einer Stunde mussten sie zum Flughafen aufbrechen, da hatte sie tiptop auszusehen. Ihre früheren Chefs bei Kolovsky – Levander, Aleksi und Nina – hätten das für selbstverständlich gehalten. Doch Zakahr Belenki schien von einem anderen Schlag zu sein.
„Hat Kate sich auch am Schreitisch geschminkt?“
„Kate“, Lavinias Ton sprach Bände, „hatte man nicht gerade wegen ihres Aussehens eingestellt.“
Ihre pikierte Reaktion entging Zakahr nicht, er unterdrückte ein Lächeln. Kate und Lavinia hätten sich nicht krasser unterscheiden können. Offenbar wurmte es die sexy Blondine, dass eine mollige, durchschnittlich aussehende ledige Mutter mit Aleksi Kolovsky das große Los gezogen hatte.
„Kate hat eben mehr zu bieten als gutes Aussehen“, bemerkte Zakahr ironisch und konnte sich nicht verkneifen hinzuzusetzen: „Schließlich hat sie den Chef geheiratet.“
Er sah, dass Lavinia kurz innehielt, dann legte sie weiter ihr Rouge auf.
„Wo ist Ihre Mannschaft?“ Stirnrunzelnd sah Lavinia ihn an. Sie schien sich zu fragen, wo sein Team blieb.
„Bedauerlicherweise sind Sie meine Mannschaft.“
„Sie haben niemanden mitgebracht?“ Es war nicht zu übersehen, dass Lavinia verblüfft war. Natürlich hatte sie sich über Zakahr Belenki informiert. Er besaß Firmenbeteiligungen in ganz Europa. Mit seinem Team brach er über kränkelnde Unternehmen herein, die versprachen, Goldminen zu werden, peppte sie mit massiven Finanzspritzen auf, um sie über Wasser zu halten, und machte sich wie ein Kuckuck in dem neuen Profitnest breit. Und obwohl Kolovsky alles andere als ein kränkelndes Unternehmen war und Lavinia unter der Hand erfahren hatte, dass Zakahr Belenki...




