E-Book, Deutsch, Band 1767, 160 Seiten
Reihe: Julia
Marinelli Spiel mit dem Feuer
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86295-784-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1767, 160 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86295-784-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Geliebte eines feurigen italienischen Millionärs? Um den vermögenden Hotelier Alessandro Santini vor einem Anschlag zu schützen, muss die Polizistin Lydia sich als seine neue Eroberung ausgeben. Ein heißes Spiel, aus dem schnell Wirklichkeit wird. Denn Alessandro ist der aufregendste Mann, den Lydia je kennengelernt hat. Doch auch wenn sie in seinen Armen nie gekannte Leidenschaft findet, glaubt sie: Für Alessandro und eine einfache Polizistin wie sie gibt es keine gemeinsame Zukunft. Erst als die Ereignisse eine dramatische Wende nehmen, wird Lydia klar, dass Liebe alle Grenzen überwindet ...
Carol Marinelli wurde in England geboren. Gemeinsam mit ihren schottischen Eltern und den beiden Schwestern verbrachte sie viele glückliche Sommermonate in den Highlands. Nach der Schule besuchte Carol einen Sekretärinnenkurs und lernte dabei vor allem eines: Dass sie nie im Leben Sekretärin werden wollte! Also machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete fünf Jahre lang in der Notaufnahme. Doch obwohl Carol ihren Job liebte, zog es sie irgendwann unwiderstehlich in die Ferne. Gemeinsam mit ihrer Schwester reiste sie ein Jahr lang quer durch Australien - und traf dort sechs Wochen vor dem Heimflug auf den Mann ihres Lebens ... Eine sehr kostspielige Verlobungszeit folgte: Lange Briefe, lange Telefonanrufe und noch längere Flüge von England nach Australien. Bis Carol endlich den heiß ersehnten Heiratsantrag bekam und gemeinsam mit ihrem Mann nach Melbourne in Australien zog. Beflügelt von ihrer eigenen Liebesgeschichte, beschloss Carol, mit dem Schreiben romantischer Romane zu beginnen. Doch das erwies sich als gar nicht so einfach. Nacht für Nacht saß sie an ihrer Schreibmaschine und tippte eine Version nach der nächsten, wenn sie sich nicht gerade um ihr neugeborenes Baby kümmern musste. Tagsüber arbeitete sie weiterhin als Krankenschwester, kümmerte sich um den Haushalt und verschickte ihr Manuskript an verschiedene Verlage. Doch niemand schien sich für Carols romantische Geschichten zu interessieren. Bis sich eines Tages eine Lektorin von Harlequin bei ihr meldete: Ihr Roman war akzeptiert worden! Inzwischen ist Carol glückliche Mutter von drei wundervollen Kindern. Ihre Tätigkeit als Krankenschwester hat sie aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können. Dafür arbeiten ihre weltweit sehr beliebten ihre Heldinnen häufig im Krankenhaus. Und immer wieder findet sich unter Carols Helden ein höchst anziehender Australier, der eine junge Engländerin mitnimmt - in das Land der Liebe ...
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1. KAPITEL
„Du hast so ein Glück!“, rief Maria, während sie den Boxsack festhielt.
Einzelne rote Haarsträhnen hatten sich aus Lydias Frisur gelöst und wirbelten ihr um den Kopf, als sie einen gezielten Schlag ausführte.
„Komm, noch einmal mit mehr Kraft!“, feuerte Maria sie an.
„Nein, ich glaube, mir reicht es“, winkte Lydia atemlos ab und nahm die Fäuste herunter. „Außerdem finde ich die Aussicht deprimierend, die nächsten paar Tage hier festzusitzen. In den letzten Wochen hatte ich kein einziges Mal frei.“
Obwohl sie den Fitnessraum für sich hatten, sprach Lydia leise, damit niemand sie belauschen konnte. Sie zog die Boxhandschuhe aus und drehte den Wasserhahn auf, sodass das Geräusch des fließenden Wassers ihre Stimme übertönte.
„Ich weiß gar nicht, was du hast! Alessandro Santini zu beschützen ist doch ein absoluter Traumjob.“ Maria verdrehte die Augen. „Ich darf nur seiner persönlichen Assistentin helfen. Ach, warum kann ich nicht einmal das große Los ziehen? Einen reichen und wahnsinnig attraktiven Mann wie Santini zu bewachen ist doch fast wie Urlaub.“
Vielsagend sah Lydia ihre Kollegin an und spielte mit einer ihrer tizianroten Locken. „Du müsstest nur italienisch sprechen, dann könnten wir tauschen.“
„Ich würde mir sofort die Haare färben, wenn ich dafür das Schlafzimmer mit Alessandro Santini teilen dürfte.“ Maria lachte leise. „Ich kann noch immer nicht glauben, dass ausgerechnet du seine Freundin spielen sollst.“
Bei jedem anderen hätte es gehässig geklungen, doch Lydia konnte es Maria nicht übel nehmen – vor allem, weil sie recht hatte. Lydia verstand selbst nicht, weshalb sie die Rolle der Geliebten von Alessandro Santini übernehmen sollte.
Santini hatte ein Faible für zierliche Frauen mit perfektem Styling und zurückhaltendem Auftreten. Dass sie mit ihrer Größe, der schlanken durchtrainierten Figur und den unbändigen Locken diesem Bild überhaupt nicht entsprach, wusste Lydia nur zu gut. Am liebsten trug sie Jeans und T-Shirts, und als Polizistin musste sie sich selbstbewusst geben. Sie drückte sich zwar nicht so unverblümt aus wie einige ihrer Kollegen, sagte aber immer ihre Meinung.
„Warum runzelst du denn die Stirn?“, fragte Maria. „Wir sind hier in einem der besten Hotels von ganz Melbourne und können es uns gut gehen lassen …“
Lydia warf ihr einen warnenden Blick zu. Daraufhin drehte ihre Freundin sich um und beobachtete durch die Glastür einen Mann, der gerade zum Swimmingpool ging. „Lust auf Sauna?“, wechselte Maria sogleich das Thema.
Eigentlich wollte Lydia ablehnen. Doch die Sauna war der einzige Ort im ganzen Hotelkomplex, in dem sich die Polizisten des Einsatzkommandos ungestört über ihren Auftrag unterhalten konnten. Deshalb lenkte sie ein.
In weiße Badetücher gehüllt, setzten sie sich kurze Zeit später auf eine Holzbank.
„Wie ist Angelina denn so?“, fragte Lydia.
„Sehr effizient – und äußerst gesprächig. Ist es nicht unglaublich, dass Santinis Team vorausreist, um sicherzustellen, dass alles nach seinen Wünschen verläuft?“
„Wir können von Glück reden, dass sie das tun. Angelinas Aufmerksamkeit haben wir zu verdanken, dass wir überhaupt von der Gefahr erfahren haben, in der er sich befindet“, erwiderte Lydia.
„Sicher, aber ein Blumenstrauß, der vor Santinis Ankunft ins Hotel geschickt wurde“, gab Maria zu bedenken, „könnte genauso gut von einer alten Freundin sein.“
„Das bezweifele ich“, widersprach Lydia. „Immerhin ist Santini schon zweimal in lebensgefährliche Situationen geraten. Beide Male bekam er im Vorfeld von einem Unbekannten Blumen. Meiner Meinung nach ist das kein Zufall. Und dann sind da noch die Drohanrufe. Stell dir nur die negativen Schlagzeilen vor, wenn ihm etwas passiert.“
„Kann schon sein.“ Maria zuckte die Schultern. „Es kommt mir nur etwas übertrieben vor, verdeckte Ermittler als Personenschützer einzusetzen. Sogar Inspektor Bates ist im Einsatz und muss sich als Barkeeper ausgeben.“
„Santini will hier viel Geld investieren. Natürlich setzt die Polizei alles daran, ihn zu schützen.“
Maria machte einen aromatischen Aufguss. Im Gegensatz zu Lydia ließ sie das Thema Arbeit nur zu gern fallen. „Ist es nicht wunderbar hier? Nach diesem Einsatz werden wir uns wie neugeboren fühlen. Merkst du schon, wie sich deine Haut erholt?“
„Vor allem merke ich, wie mein Haar sich lockt“, erwiderte Lydia trocken. Unvermittelt bekam sie einen Kloß im Hals. Wenn man ihr nur nicht ansehen würde, wie niedergeschlagen sie sich fühlte. Für einen Moment barg Lydia ihr Gesicht im Handtuch und atmete tief durch. „Ein paar freie Tage hätten mir wirklich gutgetan. Ich muss ein paar Dinge erledigen.“
Die traurige Stimme ihrer sonst so selbstsicheren und fröhlichen Kollegin ließ Maria aufhorchen. „Was ist los?“, fragte sie sanft. „Geht es um Graham?“
Lydia sah auf und nickte langsam. „Wir haben uns getrennt.“
Bestürzt schlug Maria sich die Hand vor den Mund. „Aber ihr beide habt so glücklich gewirkt.“
„Das waren wir auch. Zumindest solange ich nicht von der Arbeit geredet habe.“ Lydia schüttelte nachdenklich den Kopf. „Aber in einem Job wie unserem bleibt nur wenig Raum für Freizeit. Dabei dachte ich, Graham wäre anders. Als Polizist müsste er doch verstehen, dass ich ihn am Ende eines langen Arbeitstages nicht in einem sexy Abendkleid erwarte.“
„Er hat dich doch angebetet“, wandte Maria ein, „so, wie du bist.“
„Ja, das glaubte ich auch. Aber in den letzten Wochen war er so seltsam. Während ich mit dieser Drogenrazzia beschäftigt war, hat er mich aus den lächerlichsten Gründen angerufen …“
„Er hat sich Sorgen gemacht. Und mir ging es genauso. Der Einsatz war wirklich riskant, Lydia.“
„Aber du hast mich nicht jede Stunde angerufen“, stellte Lydia klar. „Und als wir neulich zu seiner Mutter zum Abendessen eingeladen waren, hat er mich gebeten, mich ein bisschen zurechtzumachen.“
„Wie bitte?“
„Es ist ja nicht so, dass ich in Jeans oder im Trainingsanzug gehen wollte. Eigentlich hatte ich vor, ein schwarzes Kostüm anzuziehen. Außerdem betonte er, dass wir bei seiner Mutter bitte nicht über die Arbeit reden …“
„Lydia, unser Job ist gefährlich. Wir sehen schlimme Dinge – es ist für jeden Mann schwierig, damit zurechtzukommen. Mein Vater und meine Brüder hassen meinen Beruf –und sie haben keine Ahnung, was es bedeutet, Polizistin zu sein.“ Maria drückte mitfühlend die Hand der Freundin. „Hat er Schluss gemacht oder du?“
„Ich“, sagte Lydia und erklärte nach kurzem Zögern leise: „Weißt du, vielleicht werde ich befördert.“
Maria sah sie im ersten Moment überrascht an und strahlte dann über das ganze Gesicht. „Eine Beförderung zu Inspektor Lydia Holmes!“
„Es ist noch nicht sicher“, bremste Lydia die Begeisterung der Freundin. „Aber Graham kam dahinter, und plötzlich fanden unsere Streitereien kein Ende mehr.“
„Ist er eifersüchtig?“
Lydia lachte freudlos auf. „Angeblich macht er sich nur Sorgen um mich. Er könne sich nicht vorstellen, eine Polizistin zu heiraten. Er …“
„Einen Moment. Es geht hier also um eine Beförderung und eine Verlobung.“
„Eine Beförderung oder eine Verlobung“, korrigierte Lydia. „Beides zusammen ist offenbar nicht möglich.“ Ihr Beruf wirkte zwar auf viele Männer anziehend, meist blieb es aber nur bei kurzen Affären. Wenn es ums Heiraten ging, wollten die meisten keine Frau, die ihr Leben täglich aufs Spiel setzte. Sogar Graham war der Ansicht.
„Oh, Lydia“, sagte Maria und sah sie anteilnehmend an. „Es tut mir so leid für dich. Hoffentlich bekommst du wenigstens die Beförderung. Sonst wäre es ja alles um…“
„Eigentlich spielt das keine Rolle“, erwiderte Lydia bestimmt. „Zwischen Graham und mir hat es nicht geklappt. Wenn er mich nicht so akzeptieren kann, wie ich bin, soll es eben nicht sein.“ Sie wollte nicht länger Trübsal blasen.
„Immerhin kannst du dich stilvoll trösten“, sagte Maria, um sie aufzuheitern. „Du lässt dich im Schönheitssalon verwöhnen und darfst dich auch noch um Alessandro Santini kümmern. Und wer weiß, was sich ergibt …“
„Daran ist Alessandro Santini sicher nicht interessiert“, sagte Lydia und lächelte erleichtert. Sie war froh, dass sie sich ihrer Freundin anvertraut hatte. „Wenn du wüsstest, was ich gestern über ihn gelesen habe! Er war wohl schon immer ein Lebemann, aber im letzten Jahr hatte er auffallend häufig eine neue Partnerin. Seine Exfreundinnen zählen zu den schönsten Frauen der Welt: Schauspielerinnen, europäischer Adel, Spielerfrauen …“
„Irgendjemand dabei, den ich kenne?“
„Bestimmt“, sagte Lydia. „Es ging jedenfalls immer tränenreich zu Ende – zumindest für die Damen.“
„Ist er wirklich so schlimm?“
„Schlimmer. Und ich soll ihn beschützen.“ Lydia hob scherzhaft den Zeigefinger. „Ich hoffe, er benimmt sich.“
„Wenn nicht, übernehme ich das gerne für dich – ich werde schon mit ihm fertig.“
„Ehrlich gesagt, du wärst sicher geeigneter als ich.“
„Soll das vielleicht ein Kompliment sein“, fragte Maria in gespielter Entrüstung. „Nur weil ich einmal mit Botox …“
„Ich will damit sagen, dass du zum Flirten geboren bist!“, meinte Lydia lachend....




