E-Book, Deutsch, 234 Seiten
Marks Onkel Bobs Geschichten-Sammlung Teil 1
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-9338-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
8 spannende & lustige Geschichten für Kinder ab 8 Jahren
E-Book, Deutsch, 234 Seiten
ISBN: 978-3-7526-9338-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
8 spannende und lustige Geschichten für Kinder ab 8 Jahren
Robert Marks, Jahrgang 1970, lebt mit seiner Familie in Berlin.
Autoren/Hrsg.
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Die Ganoven von Gut Beerenfels
Endlich waren Sommerferien in Berlin. Titus konnte es gar nicht abwarten, die ganzen Ferien bei seinem Opa zu verbringen. Der Junge war gern bei seinem Großvater. Die beiden hatten einen guten Draht zueinander. Titus hatte sich eine Liste angefertigt mit den Dingen, die er in diesen Sommerferien unbedingt mit seinen Freunden machen wollte. Leider machte ihm der Sommer einen Strich durch die Rechnung, denn es gab immer wieder Unwetterperioden. Das hieß dann viel drinnen zu sein, wodurch viele Punkte auf der Sommerferienliste noch offen waren: „Stand by“, also nicht erledigt. Aber wenn es mal wieder ein paar Tage schön war, trafen sich Titus und seine Freunde bei seinem Opa im Garten. Sie besuchten alle die gleiche Schule. Das war schon von der ersten Klasse an so. Sobald es das Wetter es zuließ, waren Titus’ Freunde bei Walter Berger. So hieß sein Opa nämlich. Der hatte ein großes Grundstück, wo eine stattliche alte Eiche stand mit einem total irren Baumhaus: zwei Eingänge, Balkon und ein Raum mit Betten, die man zu Sitzbänken umklappen konnte. Dann gab es noch Stauraum für allerlei Sachen. Das ist in Berlin eigentlich nicht üblich. Die meisten Menschen wohnen in Wohnungen, aber Titus’ Familie gehörte das Grundstück schon seit Generationen. Deshalb stand dort auch diese prächtige Eiche mit den starken Ästen, die dem Baumhaus ihren Halt gaben. Das Baumhaus hatte vorher schon sein Vater als Rückzugsort genutzt. Natürlich war es mit den Jahren immer mal wieder etwas auf Vordermann gebracht worden, und mittlerweile war auch Strom mittels Solarpaneelen in den Unterschlupf oben im Baum verlegt worden. Das hatte Opa Berger im letzten Herbst gemacht. Sein Vater hatte dann noch einen Verstärker für das W-LAN-Signal besorgt, damit man auch im Baumhaus online sein konnte. Titus war am liebsten da oben, in seinem Haus im Baum, wie er es gerne nannte. Selbst bei schlechtem Wetter konnte er sich dort aufhalten, denn das Baumhaus war absolut wasserdicht. Meistens hörte er dann Hörspiele von den drei Fragezeichen, während der Regen auf das Dach des Baumhauses prasselte. Aber heute war ein sonniger Tag und die Kinder wollten sich im Garten von Titus’ Opa treffen. Titus hatte am Morgen angefangen, den Gartenzaun zu streichen. Er hatte es seinem Opa versprochen. Nach drei Stunden gönnte er sich eine Pause. Nun lag er entspannt in der Hängematte, die an zwei starken Ästen links vom Baumhaus angebracht war. Das Blätterwerk der Eiche spendete Schatten. Titus schlürfte gerade genüsslich an einer Apfelschorle, als seine Freunde Magnus, Robert und Sara eintrafen. „Hallo, Leute, schön, dass ihr da seid“, sagte er mit einem entspannten Grinsen im Gesicht. „Hallo, Titus“, begrüßte Magnus seinen Freund. Nachdem man sich begrüßt hatte, sah Titus Sara an und fragte: „Wo sind eigentlich Benny und Jule?“ „Die kommen später, müssen mit ihrer Mutter einkaufen gehen“, wusste Sara zu berichten, denn Jule und Sara telefonierten mindestens 15 Mal am Tag. „Wie gut, dass meine Eltern auf Kreuzfahrt sind und ich bei Opa bleiben konnte“, sagte Titus voller Erleichterung, denn er hasste es einkaufen zu gehen. „Du Glücklicher“, stöhnte Robert, „Bei mir heißt es jeden Morgen eine Stunde für die Schule zu büffeln. Nach dem Zeugnis ist meine Mutter gnadenlos“, klagte Robert ihm sein Leid. „Was steht heute an?“, wollte Sara wissen. „Ich muss noch den Gartenzaun fertig streichen. Das wird wohl noch ein paar Stunden dauern. Ich will meinen Opa ein wenig unterstützen. Außerdem hab ich es versprochen.“ Sara, Magnus und Robert schauten sich an, nickten und sagten spontan ihre Hilfe zu. „Wenn du noch drei Pinsel übrig hast, helfen wir dir.“ Magnus stimmte zu: „Wenn dein Opa uns hier abhängen lässt, können wir uns auch erkenntlich zeigen und mit anpacken“, stellte Robert fest. Die anderen beiden nickten zustimmend. „Das ist ein Wort!“, sagte Titus erleichtert, als er sich von der Hängematte erhob und in Richtung Schuppen lief, um die Farbe, Handschuhe und Pinsel zu holen. Insgeheim hatte er gar keine Lust, an so einem schönen Tag den doofen Zaun zu streichen. Aber seinem Opa zu Liebe biss er in den sauren Apfel und jetzt würde es mit der Hilfe der anderen viermal so schnell gehen. So machten sich die Kinder daran, den Holzzaun zu streichen. Zu viert ging das Streichen des Zauns recht schnell. Schon kurz vor halb zwei waren die vier fertig. Sie hatten gerade die Pinsel und Eimer wieder weggestellt, als Titus Opa von seiner „Mega-Einkaufstour“, wie er es immer nannte, zurückkam. Die „Mega-Einkaufstour“ war die Fahrt zum Wochenmarkt am Kranoldplatz. Dort angekommen, probierte er an jedem Stand etwas und hielt hier und da ein Schwätzchen. Nebenbei machte er den Wocheneinkauf. Anschließend ging es noch schnell zum Getränkemarkt und zum Tabakladen, wo sich Opa Berger immer seinen Pfeifentabak kaufte. Der alte Mann staunte nicht schlecht: „Na hallo, der Zaun sieht ja wieder prächtig aus, Titus!“ „Ja mithilfe von Sara, Magnus und Robert“, antwortete Titus, der das Lob nicht alleine einstreichen wollte. „Danke euch, Kinder! Dafür werfe ich nachher den Grill an. Würstchen und Salat für alle“, verkündete der alte Mann. Da ließ sich Opa Berger nicht lumpen. „Das hört sich klasse an. Sollen wir schnell beim Ausladen helfen?“, fragte Robert, der immer Hunger hatte. „Sehr gerne. Die ganzen Lebensmittel bringt ihr ins Haus und die Getränke in den Schuppen.“ „Geht klar, Opa. Jetzt setz dich erst mal hin und trink ein Glas Wasser und ruh dich ein wenig aus.“ Titus war immer ein wenig besorgt um seinen Opa. „Gut, mein Junge, aber nur einen Moment, ich muss noch den Grill vorbereiten.“ Titus beruhigte ihn: „Darum kümmern wir uns. Wenn du dich ausgeruht hast, ist nachher alles startklar.“ Die Kinder brachten die Sachen ins Haus und bereiteten den Grill vor. Währenddessen hatte Opa Berger es sich in seinem Gartensessel gemütlich gemacht und es dauerte nicht lange, da hörten sie ein gleichmäßiges Schnarchen. Opa Berger war in seinem Sessel eingenickt und fällte jetzt sämtliche Bäume in der Umgebung. Die Kinder amüsierten sich über das Schnarchen. „Mein Opa hat wieder sein Sägewerk angeworfen“, sagte Titus lachend. „Ja, und zwar volle Leistung“, bemerkte Robert und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. „Was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Tag?“, wollte Sara wissen. In diesem Moment kamen Jule und Benny mit ihren Rädern um die Ecke. „Na, Freunde, alles fit?“, begrüßte Benny seine Freunde. Seine Schwester Jule verdrehte die Augen, schaute die anderen an und sagte: „Hallo, ihr vier – Benny will heute besonders cool sein. Das geht jetzt schon den ganzen Tag so.“ „Ich bin immer cool, kleine Schwester“, antwortete Benny so selbstbewusst, wie er nur konnte. Damit traf er immer einen Nerv bei seiner Zwillingsschwester, denn Benny war gerade mal 10 Minuten älter als Jule. „Von wegen kleine Schwester, wer hat denn Angst im Dunkeln?“, fauchte Jule. „Das war nur dieses eine Mal, nachdem wir diesen blöden Horrorfilm gesehen haben“, verteidigte sich Benny. Magnus wechselte schnell das Thema, diese endlosen Geschwisterstreitereien nervten ihn. Als Einzelkind hatte er sich immer einen Bruder oder notfalls auch eine Schwester gewünscht. Aber in solchen Momenten war er ganz froh, das einzige Kind seiner Eltern zu sein. „Na, ihr beiden, Einkauf erledigt?“, fragte Titus seine Freunde. „Ja, Gott sei Dank. Deinen Opa hört man ja bis nach Prenzelberg“, wandte sich Benny an Titus. „Ja, irre, was“, antwortete Titus. Da Sara immer noch keine Antwort hatte, stellte sie die Frage erneut: „Habt ihr ’ne Idee, was wir heute noch machen können?“ Titus schaute auf die Liste, die er im Frühjahr gemacht hatte und seine „Sommerferienliste“ nannte. „Es stehen noch einige Punkte auf Stand by“, sagte er mit ernster Miete. „Unter anderem ein Floss bauen, eine Schnitzeljagd, ein Abenteuer erleben, eine Entdeckungstour in die Umgebung und eine Heldentat vollbringen.“ „Wir könnten doch mit den Rädern einen Ausflug zu diesem verlassenen alten Hof machen. Dann könnten wir den Punkt mit der Entdeckungstour abhacken“, schlug Benny vor. Robert war sofort Feuer und Flamme für den Vorschlag: „Gute Idee! Da wollte ich schon immer mal hin.“ „Da soll es doch spuken“, sagte Sara, die die alten Geschichten über Gut Beerenfels von ihrer Tante gehört hatte. Jule griff sich ihr Rad als erste: „Alles Ammenmärchen für kleine Kinder! Los, schnappt euch die Räder.“ Die Kinder fuhren mit ihren Rädern zum alten Gut Beerenfels. Einem Gutshof, auf dem zu seinen besten Zeiten Landwirtschaft betrieben wurde. Die...




