Markus | Sigmund Freud | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

Markus Sigmund Freud


2. Auflage 2006
ISBN: 978-3-7844-8120-3
Verlag: LangenMüller
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

ISBN: 978-3-7844-8120-3
Verlag: LangenMüller
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Wer war Sigmund Freud wirklich? Wie war der Mann, der in seiner Ordination in der Wiener Berggasse der Seele des Menschen auf die Spur kam? Und welche Rolle spielte dabei die weltberühmte Couch? Georg Markus traf die letzten Zeitzeugen und schuf mit diesem Buch die erste große, populär geschriebene Biographie über den “Vater der Psychoanalyse”. Der Autor versteht es, die faszinierenden Stationen im Leben des großen Arztes aufzuzeichnen und beschreibt in klaren Worten die Bedeutung seines Werkes für die Menschheit.

Dieses spannende und überaus erfolgreiche Buch wurde schnell zum Standardwerk und in viele Sprachen übersetzt.   

Markus Sigmund Freud jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Inhalt;6
2;"Wie bei der Entdeckung unbekannter Kontinente";12
2.1;Vorwort von Stephan Rudas;12
3;"Ein aufregendes Erlebnis";16
3.1;Dr. Menninger erinnert sich an seinen Besuch bei Freud;16
4;"Aus dir wird nie etwas werden";26
4.1;Kindheit und Jugend;26
5;Schuld war Goethe - doch der konnte nichts dafür;40
5.1;Medizinstudium als Folge eines Irrtums;40
6;"Anstatt Deine süßen Lippen küssen zu dürfen ";51
6.1;Freud verliebt sich;51
7;"Über Coca";63
7.1;Freuds Kokain-Episode;63
8;Der General als Papagei;77
8.1;Freud, das Militär und die Ehe;77
9;Der Fall Anna O.;95
9.1;Auf dem Weg zur Psychoanalyse;95
10;Wien IX., Berggasse 19;106
10.1;Eine Adresse macht Weltgeschichte;106
11;"Deinem Rauchverbot folge ich nicht";115
11.1;Freund Fließ und die ständige Todesangst;115
12;"Der Hauptpatient, der bin ich selbst ";124
12.1;Die Couch;124
13;Irma;139
13.1;Freud träumt;139
14;Der Fall Otto Weininger;151
14.1;Freud im Mittelpunkt eines Skandals;151
15;"Ich gedenke reich zu werden";156
15.1;Zwei teure Leidenschaften: Reisen und Sammeln;156
16;Freud ist zu ehrlich;166
16.1;Die Sexualität;166
17;"Ganz famillionär";179
17.1;Sigmund Freud lacht;179
18;"Der einzig außerordentliche";186
18.1;17 Jahre Warten auf einen Titel;186
19;"An keinem anderen Orte...";193
19.1;Freuds Haßliebe zu Wien - Religion - Antisemitismus;193
20;"Damit die Damen den Saal verlassen können ";203
20.1;Der "Rattenmann" und andere Patienten;203
21;"Die Psychoanalyse hört an der Tür des Kinderzimmers auf ";210
21.1;Familienmensch Freud;210
22;Der Doppelgänger;218
22.1;Schnitzler, Freud und die Literatur;218
23;"...hat mich seine Freundschaft gekostet";228
23.1;Freud verliert Freunde, Lehrer, Mitstreiter;228
24;"Ich bin ganz Leonardo";237
24.1;...und ein Tag mit Gustav Mahler;237
25;"Endesgefertigter bestätigt...";246
25.1;Wieviel verdiente Freud?;246
26;"Meine ganze Libido gehört Österreich-Ungarn ";250
26.1;Das Ende der Donaumonarchie;250
27;Und noch ein "Krieg";260
27.1;Freud gegen Wagner-Jauregg;260
28;"Ich habe nie etwas Schwereres erlebt";272
28.1;Schicksalsschläge;272
29;Ein Zwerg als Lebensretter;277
29.1;Diagnose: Kieferkrebs;277
30;"Was an mir erfreulich ist, heißt Anna ";284
30.1;Frauen um Freud;284
31;Psychoanalyse auf chinesisch;291
31.1;Der "Wolfsmann" meldet sich;291
32;"Lieber Herr Freud!" - " Lieber Herr Einstein! ";300
32.1;Zwei Genies finden keine Antwort;300
33;"Ich kann die Gestapo jedermann empfehlen";307
33.1;Wie Freud den "Anschluß" erlebte;307
34;"Mein letzter Krieg";319
34.1;Emigration und Tod;319
35;"Aber wird es möglich sein?";332
35.1;Familiärer Nachklang;332
36;Was blieb von Freud?;337
36.1;Zwei Generationen danach;337
37;Zeittafel;341
37.1;Sigmund Freud;341
38;Quellenverzeichnis;344
39;Personenregister;347
39.1;Stimmen ber die Freud-Biographie von Georg Markus;352


Freud ist zu ehrlich (S.165)

Die Sexualität

Je mehr Patienten in »Freier Assoziation« zu Freud gesprochen hatten, desto deutlicher trat ein Thema in den Vordergrund: das Thema Sexualität. Wird der Lusttrieb unterdrückt und ins Unterbewußtsein gedrängt –, statt sich, wie von der Natur vorgesehen – zu entladen, dann kommt es vielfach zu seelischen Störungen. Die Zusammenhänge zwischen psychischen Erkrankungen, unterdrückter Kindheitserinnerung und Sexualität waren dem Seelenarzt aus der Berggasse sehr früh bewußt geworden. So schildert er in den 1895 veröffentlichten Studien über Hysterie einen Fall aus seiner Praxis:

»Ich behandelte eine junge Frau an einer komplizierten Neurose, die wieder einmal nicht zugeben wollte, daß sie sich ihr Leiden in ihrem ehelichen Leben geholt hatte. Sie wandte ein, daß sie schon als Mädchen an Anfällen von Angst gelitten habe, die in Ohnmacht ausgingen. Ich blieb standhaft. Als wir besser bekannt geworden waren, sagte sie plötzlich eines Tages: ›Jetzt will ich Ihnen auch berichten, woher meine Angstzustände als junges Mädchen gekommen sind.

Ich habe damals in einem Zimmer neben dem meiner Eltern geschlafen, die Tür war offen, und ein Nachtlicht brannte auf dem Tische. Da habe ich dann einige Male gesehen, wie der Vater zur Mutter ins Bett gegangen ist, und habe etwas gehört, was mich sehr aufgeregt hat. Darauf bekam ich meine Anfälle.« Hatte sein Freund Breuer die Sexualität außer acht gelassen, so entwickelte Freud zunächst eine Theorie, die jegliche Art von Hemmung, Hysterie und Neurose erklären sollte: Psychischen Fehlentwicklungen, meinte Freud, waren grundsätzlich sexuelle Erlebnis- se in der Kindheit vorausgegangen.

Patientinnen hatten ihm erzählt, sie wären als Mädchen verführt oder vergewaltigt worden; Männer berichteten, ihre Mütter hätten sie in der Kindheit – etwa beim Baden oder ähnlichen Gelegenheiten – mit »übertriebenen Zärtlichkeiten« belästigt. Schuld, so glaubte Freud erkannt zu haben, wären in den meisten Fällen die Eltern, oft aber auch Kinderfrauen, Gouvernanten oder fremde Personen.

Freud war auf diese »Verführungstheorie« durch einen Fall gestoßen, den sein ehemaliger Lehrer, der prominente Neurologe Moritz Benedikt, erwähnte: »Ich wurde in eine Provinzstadt zum Konsilium gerufen«, berichtete Benedikt, »und fand eine junge Dame vor, die seit Monaten vom Morgen bis Abend an Hustenschreikrämpfen litt. Sie empfing mich mit den Worten: ›Herr Professor, Sie werden mich nicht kurieren!‹ Ich wußte hiermit, daß dem Falle ein schwerwiegendes Geheimnis zugrunde liege.« Nach eingehender Untersuchung des Mädchens »eröffnete ich der Mutter der Kranken, ich hätte den Verdacht, daß ihre Tochter geschlechtlich mißbraucht worden und daß sie davon somatisch und psychisch krank sei.

Ich sagte ihr, daß ich in der Regel ein solches Geschlechtsgeheimnis einer Patientin nicht einmal der Mutter verrate. Hier handle es sich aber um die Heilung eines schweren Zustandes und hier müsse volle Klarheit herrschen. Ich hatte richtig vermutet; das Mädchen sei als zehnjähriges Kind von einem Manne mißbraucht worden. Als ich zur Kranken kam, sagte sie mir: ›Jetzt werden Sie mich kurieren.‹

In der Tat konnte das somatische Leiden in kurzer Zeit weggeschafft werden.« Hier setzte Freud ein – nicht ohne in seiner Arbeit Über den psychischen Mechanismus hysterischer Phänomene auf die »gelegentlich publicirten Bemerkungen Benedikts« hinzuweisen.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.