Marlowe | Ein Lord entdeckt die Liebe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 0549, 256 Seiten

Reihe: Historical MyLady

Marlowe Ein Lord entdeckt die Liebe


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-498-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 0549, 256 Seiten

Reihe: Historical MyLady

ISBN: 978-3-95446-498-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



An die Liebe glaubt Braedon, Marquess of Marland, nicht. Und schon seit Langem hat keine junge Dame sein Interesse geweckt. Als er jedoch entdeckt, welch aufregende Frau sich hinter der Fassade seiner unnahbaren Assistentin Miss Chloe Hardwick verbirgt, hat er nur noch einen Gedanken: die Knöpfe ihres züchtigen Kleids zu öffnen, sie zu verführen, zu verwöhnen - und sie zu seiner Mätresse zu machen. Erst nachdem Chloe ihn abgewiesen und London fluchtartig verlassen hat, erkennt er, dass sie keine Juwelen und eleganten Roben von ihm möchte, sondern sein Herz und seine Liebe ...



Deb Marlowe wuchs im Bundesstaat Pennsylvania auf und hatte stets ihre Nase in einem Buch. Glücklicherweise hatte sie genug Liebesromane gelesen, um ihren eigenen Helden auf einer Halloween Party am College zu erkennen. Sie heirateten, zogen nach North Carolina und bekamen zwei Söhne. Die meiste Zeit verbringt Deb Marlowe an ihrem Laptop, um neue Liebesromane zu schreiben. Daher freut sich jederzeit über eine schöne Ablenkung durch Fanmails ihrer Leser unter deb@debmarlowe.com. Unter www.debmarlowe.com können Sie noch eine Menge mehr über die Autorin erfahren.
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PROLOG

Miss, er kommt!“

Obwohl ihr Herz plötzlich viel zu schnell und zu laut klopfte, entging Chloe Hardwick nicht, wie aufgeregt das Dienstmädchen sich anhörte. Sie rutschte etwas näher an den Schreibtisch heran und straffte die Schultern. Dann rückte sie noch rasch die neue Brille zurecht. Eine vollkommen überflüssige Geste …

„Miss!“

Wie gelang es dem Mädchen nur, gleichzeitig zu flüstern und zu kreischen?

„Oh Gott!“, zischte es, „er ist schon fast hier.“

Angst überfiel Chloe, Panik beinahe. Dies war der Tag der Abrechnung. Sie begann zu zittern. Jetzt würde sich zeigen, wohin ihre Lügen sie gebracht hatten. Gleich würde sie dem Marauding Marquess alles gestehen müssen.

Der marodierende Marquess, der Plünderer … Gewiss trägt er diesen Beinamen nicht zu Unrecht. Gewiss ist er hart und … Nein, halt!

So durfte sie nicht denken! Es war nur ein Spitzname! Keiner der Siege, die er auf Europas Schlachtfeldern und in diversen Schlafzimmern errungen hatte, war in Denning Castle von Bedeutung.

Chloe wiederholte die Worte in Gedanken, während sie der Dienerin einen strengen Blick zuwarf. „Danke, Daisy. Ich brauche dich nicht mehr.“

Enttäuscht entfernte sich das Mädchen.

Chloe holte tief Luft und berührte nacheinander jeden ihrer Jackenknöpfe. Die Jacke war ein äußerst unmodisches Kleidungsstück. Doch wie immer vermittelten die bis oben hin geschlossenen Knöpfe ihr ein Gefühl der Sicherheit. Es war, als sei jeder Knopf ein kleiner Soldat, der für sie den Kampf mit der feindlichen Welt aufnahm. Gut! Sie beugte sich vor, griff nach einem beschriebenen Blatt sowie einer Schreibfeder und tat, als höre sie nicht, dass jemand sich mit großen Schritten der Treppe näherte.

„Hardwick!“, rief eine kräftige Männerstimme. „Hardwick? Ich erwarte eine Kutsche voll mit wichtigen Dingen. Niemand soll die Kisten auspacken, solange ich nicht dabei bin, um alles zu überwachen. Ist das klar?“ Ohne auf eine Antwort zu warten, eilte er die Treppe hinauf. „Hardwick? Haben Sie mich gehört?“

Noch ehe Chloe den Mann sah, der ins Zimmer stürmte, spürte sie dessen maskuline Ausstrahlung.

„Hardwick?“

Er war da, der Moment, auf den sie sich seit sechzehn Monaten vorbereitet hatte. Der Moment, den sie herbeigesehnt und gefürchtet hatte. Ein Schauer überlief sie. Um ihre Angst besser beherrschen zu können, schloss sie kurz die Augen. Als sie die Lider wieder hob, bemerkte sie, dass die Schreibfeder, die sie in der Hand hielt, bebte. Langsam legte sie sie auf den Tisch und erhob sich.

„Willkommen, Lord Marland“, sagte sie zu der Feder. „Wir alle freuen uns, dass Sie wieder hier sind.“ Sie zwang sich, den Tisch anzuschauen, dann den Fußboden und das Stück Teppich, das sich in ihrem Blickfeld befand. Schließlich blieb ihr Blick an einem Paar staubiger Kavallerie-Stiefel hängen.

Stiefel, auch das noch …

Chloe hatte eine Schwäche für Männer, die Stiefel trugen. Schwarzes Leder, offenbar nicht mehr neu, aber gut gepflegt, vorn so hoch, dass sie die Knie bedeckten, über denen muskulöse Oberschenkel erkennbar waren.

„Danke“, entgegnete der Marquess. „Ich suche Hardwick.“

Sie stand ganz still, als sie den Blick weiter nach oben wandern ließ. Schmale Hüften, ein flacher Bauch, breite Schultern … Ein Mann, so groß und kräftig, dass er das kleine Arbeitszimmer beinahe auszufüllen schien.

Jetzt betrachtete sie sein Gesicht, das so ganz anders war, als sie erwartet hatte. Sie fand es so viel ausdrucksstärker als das Porträt in der Ahnengalerie. Lord Marland sah umwerfend aus. Aber auch irgendwie … unpassend. Groß gewachsen und muskulös, wirkte er wie ein Held aus alter Zeit, wie jemand, den es eigentlich nur in Geschichtsbüchern hätte geben dürfen. Ein Wikinger vielleicht oder ein Raubritter. Er hatte überhaupt keine Ähnlichkeit mit den wenigen vornehmen Gentlemen, die sie bisher getroffen hatte. Selbst seine Frisur entsprach nicht dem Geschmack der modernen Zeit. Die dichten kastanienbraunen Locken reichten bis zur Schulter und wurden im Nacken von einem einfachen Bändchen zusammengehalten.

Ob sie es nun wollte oder nicht: Chloe konnte nicht anders, sie musste ihn voller Bewunderung mustern. Unwillkürlich stellte sie sich vor, er trüge weder eine hellbraune Hose noch einen elegant geschnittenen Rock aus feinem Tuch. Eine Rüstung hätte viel besser zu ihm gepasst oder auch ein ledernes Wams. Oder ein Schottenrock? Obwohl … Dann hätte er schottische Schuhe und keine Stiefel getragen …

Als er sich räusperte, zuckte sie zusammen.

„Wo finde ich Hardwick?“ Seine Stimme verriet eine gewisse Ungeduld.

Chloe musste all ihren Mut und all ihre Selbstbeherrschung aufbringen, um seinen Blick zu erwidern und ihm zu antworten. „Ich bin Hardwick, Mylord.“

Forschend starrte er sie an und schüttelte schließlich leicht gereizt den Kopf. „Ich habe nichts gegen Scherze, Miss. Aber jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Ich muss unbedingt mit Hardwick sprechen. Es ist dringend. Mit George Hardwick, meinem Hardwick.“

Chloe wünschte sich, den Blick von seinen dunklen Augen abwenden zu können. Wie schön wäre es gewesen, noch einmal die kräftige männliche Gestalt zu betrachten! Aber das wagte sie nicht. Dieser Moment war so wichtig! Alles, wofür sie in den vergangenen Monaten gekämpft hatte, stand auf dem Spiel. „George Hardwick“, begann sie, „ist mein Stiefvater. Er wurde krank, kaum dass Sie England verlassen hatten, Mylord. Sehr krank …“ Sie atmete tief ein. „Ich habe seine Aufgaben erledigt, so gut ich es vermochte. So betrachtet, Sir, bin ich Ihr Hardwick.“

Er straffte die Schultern und schien noch größer zu werden. Dabei schaute er so böse drein, dass es Chloe abwechselnd heiß und kalt wurde. Dennoch gelang es ihr, seinem Blick standzuhalten. Innerlich bereitete sie sich auf das Schlimmste vor.

Es trat nicht ein. Marland verharrte reglos. Plötzlich blitzten seine Augen auf, abrupt wandte er sich ab und verließ den Raum. Schon waren seine eiligen Schritte auf der Treppe zu hören.

Chloe kannte sein Ziel. Aber selbst wenn es um ihr Leben gegangen wäre, sie hätte ihm in diesem Moment nicht folgen können. Oh bitte, dachte sie, unfähig einen vollständigen Satz zu formulieren. Oh bitte! Es gab keinen Ort, an dem sie Zuflucht hätte suchen können. Die Stellung in Denning Castle war die einzige Sicherheit, die sie besaß.

Ihre Knie wurden weich. Sie ließ sich auf den Stuhl sinken und barg das Gesicht in den Händen.

Braedon Denning, der 7. Marquess of Marland, schob ungeduldig die Plane beiseite, die anstelle einer Tür den alten Flügel des Hauses vom neu errichteten Anbau trennte. Hier begann sein Teil von Denning Castle. Er würde dafür sorgen, dass hier nur aufbewahrt wurde, was ihm wichtig war. Nichts sollte an seinen Vater oder seinen Bruder erinnern.

Erst als er laut ausatmete, wurde ihm bewusst, dass er die Luft angehalten hatte. Rasch schaute er sich um. Alles war voller Staub, es roch nach Farbe – und doch hätte er sich nichts Schöneres ausmalen können. Er war zutiefst erleichtert.

Jede Einzelheit entsprach genau seinen Vorstellungen. Sein Zorn verrauchte, als er über den grauen Steinfußboden des großen Raums schritt. Das Muster, nach dem der italienische Marmor verlegt worden war, gefiel ihm. In der Mitte des Zimmers blieb er stehen, um sich noch einmal genauer umzusehen. Die Wände waren – seinen Anweisungen gemäß – mit Nischen ausgestattet. An einer Seite hatte man ein Gerüst errichtet, das bis zur Galerie im Obergeschoss reichte.

„Hölle und Verdammnis“, flüsterte Braedon.

„Hölle und Verdammnis“, kam kaum hörbar das Echo.

Er hob den Blick und betrachtete die gewölbte Decke. Er hatte mit dem Schlimmsten gerechnet. Doch tatsächlich schienen die Arbeiten weiter fortgeschritten zu sein, als er zu hoffen gewagt hatte. Auch der zweite Zugang zum Raum befand sich genau da, wo er ihn haben wollte. Er eilte darauf zu und trat ins Freie, um das Gebäude von außen zu mustern.

Alles war perfekt, jeder einzelne Steinblock meisterhaft und präzise behauen.

Langsam schritt Braedon um den Bau herum. Er fand keinen Fehler in der Konstruktion. Er spürte, wie die Sorgen, die ihn gequält hatten, sich in nichts auflösten und einer stetig wachsenden Neugier Platz machten.

Als er zum Eingang des Anbaus zurückkehrte, fand er die junge Frau dort wartend vor. Und jetzt, da er sich weitgehend beruhigt hatte, konnte er sie mit der für ihn typischen Distanz genau mustern.

Die eingehende Betrachtung vermochte seine Ratlosigkeit nicht zu mindern. Dies war eine Frau, die in keine der ihm bekannten Schubladen passte. Fest stand, dass sie groß war. Mehr allerdings konnte er kaum über sie herausfinden. War sie schlank, mollig oder aufregend weiblich? Das Kleid, das sie trug, verriet nichts über ihre Figur. Es erinnerte an einen Sack und ließ weder die Rundungen von Busen und Hüften noch den Umfang der Taille erkennen. Auch die Jacke hatte nichts Weibliches. Am auffälligsten waren die Knöpfe, die irgendwie militärisch wirkten.

Ob die junge Frau wusste, dass eine solche Aufmachung jeden normalen Mann neugierig auf das machte, was darunter verborgen war? Lag es vielleicht sogar in ihrer Absicht, diese Neugier zu wecken?

Noch einmal ließ er den Blick forschend über ihre Gestalt gleiten. Die Erfahrungen seiner...



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